Wie sieht es bei euch eigentlich mit Vitamin A aus? Das ist zur Verwertung von Vitamin D notwendig, und ein Mangel ist auch nicht so selten. Ich erinnere mich an einen Fall aus dem Edubily-Forum, wo eine Coimbra-Therapie total schief lief, und als Schuldiger dann das fehlende Vitamin A auffiel:
https://forum.genetisches-maximum.de/public/d/3113-coimbra-protokoll-autoimmunkrankheiten/37
Ich habe es deshalb testen lassen und im Serum lag ich im unteren Drittel des Referenzbereichs. Deshalb habe ich jetzt ein halbes Jahr supplementiert (Retinylpalmitat, kein Beta-Carotin), zusätzlich zum Vitamin D. Anfangs täglich, später habe ich dann auch immer wieder mal vergessen (genau wie Vitamin D), aber ziemlich konsequent insgesamt. Es hat sich bei mir dadurch nichts verbessert, bis eben auf die viel bessere Nachtsicht. Zugleich habe ich auch viel Proteine zu mir genommen, mit denen sich gleich mehrere Blutwerte stark verbessert haben (z.b. stiegen zum ersten Mal fT3 und fT4 vom ganz unteren Referenzbereich hoch und lagen dann mittig bzw. in der oberen Hälfte), auch Hämoglobin und Erys waren zum ersten Mal in einem vernünftigen Bereich (zuvor immer an der unteren Grenze oder gar darunter). Ich hatte schon vermutet, dass meine jahrzehntelange eiweißarme Ernährung (vegatarisch, auch mal ein paar Jahre vegan) zu diesen Werten beigetragen haben könnte. Gesamteiweiß war auch immer sehr niedrig (6 oder gar mal auch darunter), stieg auf 7 an. Das Problem war dann nur, ich habe SIBO mit Ammoniakproduzenten, die allesamt sowohl Ballaststoffe als auch Proteine verwerten können und sehr giftige Metaboliten neben Ammoniak erzeugen (LPS, Indol, Skatol usw.). So verwundert es nicht, dass ich mit all dem zwar anfangs stärkere Beine hatte und sogar mit einem Lauftraining begann, aber einige Wochen bzw. 2 Monate später neue neurologische Symptome hinzukamen, die ich zuvor nicht hatte. Das erklärt - nebenbei - vielleicht auch, warum ich über Ernährung nicht weiterkomme. Alles, was ich zu mir nehme, füttert meine pathogenen Keime mit. Sie ernähren sich von Eisen, Proteinen, komplexen Kohlenhydraten (aber auch einfachen), Fette und Lecithin nehmen sie für ihre LPS-Hüllen, und wenn ich faste, zerlegen sie die Darmschleimhaut. Aber das jetzt nur am Rande.
Da ich jedoch nicht weiß, ob Vitamin D wirklich "schuld" an meinen Zitterattacken, Zuckungen, Muskelfaszikulationen, und innerer Unruhe ist, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen, ob es an einem (subklinischen) Vitamin-A-Mangel lag, dass es früher nie griff. Aber wenn, dann hätte es mir theoretisch mit der vitamin A + Proteinzufuhr besser gehen müssen und nicht schlechter.
Ich muss aber auch sagen, diese Probleme traten eigentlich erst mit dieser einmaligen Hochdosis so richtig auf (obwohl ich leichtes Zittern und innere Unruhe schon vorher hatte, aber keine steinharten Muskeln und Panikattaccken und auch keine Zuckungen, nur Muskelfaszikulationen), und sie wiederholten sich, als ich mal MSM höherdosiert nahm. die Zuckungen nahmen unter MSM die extremste Form an, da dachte ich schon, ich habe einen epileptischen Anfall oder sowas in der Art. Seitdem hat es sich nie mehr auf das Niveau zuvor beruhigt.
Meine derzeitige Theorie ist, dass beides meinen Elektrolythaushalt ziemlich durcheinander gebracht hat, denn ich hatte vorher schon (wurde vor 2 Jahren in einer Blutgasanalyse festgestellt, also lange vor diesen "Experimenten") eine hyperchlorämische Azidose - heißt, einen zu sauren Blut-pH, chlorid zu hoch, alle anderen Elektrolyte im Normalbereich und interessanterweise war auch Laktat (der Hauptverdächtige bei Long Covid) im Normalbereich, sogar relativ niedrig.
Meine derzeitige Arbeitshypothese ist also, dass mein Blut wahrscheinlich nicht nur durch chlorid, sondern zusätzlich noch durch sehr sulfatreiches Wasser, das ich jahrelang getrunken hatte, zu sauer ist, dass das Natrium nicht ausreicht, um das Chlorid in Schach zu halten (ohne genug Natrium kann man kein Chlorid ausscheiden) sowie das Ammoniak auszuscheiden (die Niere benutzt chlorid, um es an Ammoniak zu binden, um beides auszuscheiden), Ammoniak verdrängt ja Kalium aus den Rezeptoren in der Zelle, und Magnesiummangel hatte ich sowieso schon immer. Das Calcium spielt da ordentlich mit rein, denn es hat sowohl zellprotektive Wirkung (es schützt, wenn es außen von der blutseite her an der Zelle angelagert ist, die Zelle vor Übererregung), als auch zellschädigende Wirkung (wenn zuviel davon einströmt und nicht mehr rauskommt und dadurch die Zelle übererregt wird). Ein stabiler Calciumspiegel ist daher sehr wichtig, gerade für die empfindlichen Nervenzellen. Hebt man den blut-pH-wert zu plötzlich an, dann wird Calcium sehr schnell an Albumin gebunden und man spürt ein Kribbeln, oft in Fingern, Zehen oder Mundbereich, weil die schützende Funktion des Calcium im Blut wegfällt. Ich habe das bei jedem Basenpulver oder sogar basischem Mineralwasser. Außerdem wird in einem basischen Milieu das ungiftige Ammonium schlagartig zum hochtoxischen Ammoniak umgewandelt, auch das spüre ich bei einem basischen Heilwasser sofort (Schwindel, Gefühl der Körper löse sich auf, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen, verändertes Atemmuster, extreme Schwäche).
Ein saurer Blut-pH ist aber auf Dauer auch schädlich und vor allem wird das Gewebe übersäuert (Chlorid strömt in die Zellen hinein und stört dort den gesamten Stoffwechsel, die Mitochondrien funktionieren nicht mehr und die Enzyme sind auch sehr pH-empfindlich und arbeiten nur in einem gewissen pH-Milieu optimal).
Im Moment versuche ich daher, den Blut-pH-Wert ganz sachte anzuheben: Ich trinke über den Tag verteilt in superkleinen Portionen Kalium, Natrium und Magnesium als Citrate. Citrate deshalb, weil sie den Blut-pH-Wert nicht plötzlich anheben (wie Bicarbonat oder auch Natriumascorbat - damit hatte ich die übelsten Nebenwirkungen), sondern erst in der Leber zu Bicarbonat verstoffwechselt werden, wodurch ein slow & steady Prinzip eingehalten werden kann. Gleichzeitig versuche ich die Leber zum Abbau von Ammoniak zu animieren, indem ich Citrullin einnehme (Ornithin oder Arginin gehen wieder nicht wegen meiner Keime, die besitzen ja die Enzyme zum Abbau dieser Aminosäuren zu Ammoniak), ebenfalls niedrig dosiert mehrmals täglich, damit es schneller aufgenommen wird als die Keime es verstoffwechseln können.
Gleichzeitig bin auf ein chlorid- und sulfatarmes Mineralwasser umgestiegen und habe Kochsalz reduziert (auch dieses liefert zuviel Chlorid im Vergleich zu Natrium). Das Blöde ist, ich muss leider auch auf viele effektive SIBO-Hilfsmittel, wie Betain HCl oder Berberin verzichten, weil die alle an HCl gebunden sind und ich chlorid meiden muss. Schon die B-Vitamine, die ich nehme, sind oft an Chlorid gebunden (Thiamin HCl zum Beispiel!).
Das Problem bei mir ist wirklich, bei mir "beißen sich" die Therapien bzw. es bleiben nicht viele Möglichkeiten offen, denn das eine geht wegen dem nicht, das andere geht wegen was anderem wieder nicht.
Vitamin-A-Spiegel muss ich demnächst wieder mal messen lassen, bin schon gespannt, was da raus kommt. Im Moment habe ich mal beides, Vitamin A + D, abgesetzt.