Hintergrund: Potenzielle kalziumbedingte unerwünschte Wirkungen der Einnahme von Vitamin-D-Supplementen wurden bisher nicht in groß angelegten, praxisnahen Daten untersucht.
Methoden: Anhand von Daten aus der UK Biobank, die 445 493 Personen im Alter von 40 bis 69 Jahren umfasst, untersuchten wir den Zusammenhang zwischen hohen 25-Hydroxyvitamin (25(OH)D)-Spiegeln ≥ 100 nmol/L und einer Vitamin-D-Supplementierung mit Hyperkalzämie (Serumkalzium > 2,6 mmol/L), Nierensteinen und Atherosklerosebewertungen (Pulswellen-Arteriensteifigkeitsindex und Karotis-Intima-Mitteldicke). Die Regressionsmodelle wurden umfassend für 49 Kovariaten angepasst.
Ergebnisse: Etwa 1,5 % der Teilnehmer wiesen hohe 25(OH)D-Werte auf, 4,3 % nahmen regelmäßig Vitamin-D-Präparate ein, und 20,4 % gaben an, regelmäßig Multivitaminpräparate einzunehmen. Bei Studienbeginn lag die Prävalenz von Hyperkalzämie bei 1,6 %, und bei 1,1 % wurden während der Nachuntersuchung Nierensteine diagnostiziert. Hohe 25(OH)D-Werte waren weder mit kalziumbedingten unerwünschten Ereignissen noch mit der Beurteilung von Atherosklerose verbunden. Eine Vitamin-D- und Multivitamin-Supplementierung war mit einer erhöhten Prävalenz von Hyperkalzämie verbunden (Odds Ratio und 95 % Konfidenzintervall: 1,46 [1,32-1,62] bzw. 1,11 [1,04-1,18]), aber weder mit Atherosklerose noch mit zukünftigen Nierensteinen.
Schlussfolgerungen: Hohe 25(OH)D-Werte, die in der Routineversorgung beobachtet werden konnten, waren nicht mit einem negativen Ergebnis verbunden. Vitamin-D-Anwender weisen eine etwas höhere Prävalenz von Hyperkalzämie auf, was möglicherweise auf die gleichzeitige Einnahme von Kalzium zurückzuführen ist, ohne jedoch eine höhere Atherosklerose zu verursachen.