Starke Überreizung des vegetativen Nervensystems (Sympathikus)

Hallo endure,
Noch mehr zum lesen für Dich🙈

Es gibt auch ein sehr interessantes Video auf YouTube darüber. Allerdings in englischer Sprache:
To view this content we will need your consent to set third party cookies.
For more detailed information, see our cookies page.



Das Natrium-Paradoxon bei ME/CFS

Bei ME/CFS besteht ein enger biologischer Zusammenhang zwischen einem gestörten Natriumhaushalt und dem gefürchteten Erschöpfungs-Crash (PEM). Dabei ist die ME/CFS-Erkrankung selbst die Ursache, die das System aus dem Gleichgewicht bringt, während der Natriummangel im Blut wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Durch eine Fehlregulation des Nerven- und Gefäßsystems verliert der Körper zu viel Salz und Wasser. Das Blutvolumen sinkt, wodurch das Blut beim Aufrechtenstehen in die Beine sackt und das Gehirn chronisch unterversorgt wird.
Gleichzeitig liegt ein sogenanntes „Natrium-Paradoxon“ vor: Während im Blutkreislauf zu wenig Natrium vorhanden ist, ist in den Muskel- und Nervenzellen zu viel davon gefangen. Da den Zellen die nötige Energie fehlt, können die zellulären Pumpen das Natrium nach einer Belastung nicht mehr herausbefördern. Dieser Natrium-Stau führt zu einer gefährlichen Calcium-Überladung, welche die Energiekraftwerke der Zellen blockiert. Das Ergebnis ist eine verheerende Abwärtsspirale während eines Crashs. Der Mangel im Blut und der Stau in den Zellen führen zu bleierner Muskelschwäche, verstärktem Gehirnnebel durch leicht schwellende Gehirnzellen sowie zu extremer Reizüberflutung und Zittern.

Da reines Wassertrinken das ohnehin salzarme Blut im Crash nur noch weiter verdünnen würde, empfehlen Experten Betroffenen oft eine gezielte Zufuhr von Salz oder Elektrolyten, um das Blutvolumen zu stützen und das überreizte Nervensystem zu beruhigen.



Wie kann man das bewerkstelligen?

Die gezielte Zufuhr von Salz und Elektrolyten zur Stützung des Blutvolumens wird in der Praxis über eine kombinierte Erhöhung von Natrium und Flüssigkeit umgesetzt. Da ME/CFS-Betroffene Flüssigkeit ohne ausreichend Natrium nicht im Blutkreislauf halten können, gelten hier völlig andere Regeln als für die Allgemeinbevölkerung. Fachgesellschaften empfehlen bei orthostatischer Intoleranz eine tägliche Gesamtaufnahme von acht bis zwölf Gramm Kochsalz, was etwa der doppelten normalen Tagesdosis entspricht. Flankierend müssen zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden, damit das Salz das Blutvolumen effektiv binden und erhöhen kann.

Da das Schlucken von purem Salz Übelkeit verursacht, hat sich die Nutzung von fertigen Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder speziellen zuckerfreien Sport-Elektrolyten bewährt, da diese das Wasser optimal im Gewebe binden. Für Patienten, die den salzigen Geschmack nicht vertragen oder im schweren Crash nicht viel trinken können, bieten sich magensaftresistente Salzkapseln an, die mit reichlich Wasser geschluckt werden. Eine weitere magenschonende und reizarme Methode ist das Trinken von salziger Gemüse- oder Knochenbrühe. Besonders effektiv ist zudem das sogenannte Morgen-Glas, bei dem man direkt vor dem ersten Aufstehen noch im Bett eine Elektrolytlösung trinkt, um den Blutdruck anzukurbeln und das Absacken des Blutes zu verhindern.

Da eine massive Erhöhung der Natriumzufuhr dazu führt, dass die Nieren vermehrt Kalium ausscheiden, sollte im Rahmen des Elektrolyt-Gleichgewichts auch auf eine ausreichende Kaliumzufuhr geachtet werden, um Herzrasen zu vermeiden. Zusätzlich unterstützt Magnesium die Muskelentspannung und die Funktion der strapazierten Nervenzellen. Wichtig ist jedoch, dass vor einer dauerhaften Anhebung der Salzzufuhr eine ärztliche Abklärung erfolgt, um Kontraindikationen wie Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen auszuschließen.
 
Neu hier? Dann ein herzliches Willkommen!
Du liest hier gerade eine Diskussion von Betroffenen – Menschen, die eigene Wege gehen und Erfahrungen teilen. Das kann am Anfang ungewohnt wirken: Jeder Verlauf, jede Geschichte ist anders.
Als Gast kannst du mitlesen und dich orientieren.
Als Mitglied kannst du Fragen stellen, antworten und dich aktiv einbringen.
Deine Wegweiser:
Wichtig!!

Hallo Endure,
ich habe mir gerade nochmals deinen Anfangsthread durchgelesen und festgestellt, dass es schon leichte Blutdruckprobleme bei deiner Mutter gibt. Deswegen habe ich hier die Empfehlung der Supplementation dementsprechend angepasst:

Bei einem bereits leicht erhöhten Blutdruck empfiehlt sich eine stark kontrollierte, sanfte und balancierte Zufuhr in Form einer „Mikro-Dosing“-Methode, bei der minimale Salzmengen über den Tag verteilt aufgenommen werden, um Blutdruckspitzen zu vermeiden. Zudem sollte eine „Wasser-Zuerst“-Strategie angewandt werden, bei der die tägliche Trinkmenge erhöht und das Salz ausschließlich in der Flüssigkeit aufgelöst getrunken wird, um die Gefäße zu entlasten. Die beste Wahl ist hierbei die Kombination von Natrium mit Kalium und Magnesium über Kombinationspräparate, da Kalium als natürlicher Gegenspieler des Natriums die Gefäße entspannt und Magnesium die Muskeln lockert, wodurch die blutdrucksteigernde Wirkung des Salzes effektiv abgefedert wird.


 
Ist hier ein Fehler bei der Maßeinheit?


Nein aber das ist ein hervorragendes Auge fürs Detail! Hier liegt tatsächlich ein Wechsel der Einheiten vor, der den direkten Vergleich auf den ersten Blick verwirrend macht. Es ist zwar kein Rechenfehler, aber eine unglückliche Darstellung.
Hier ist die Erklärung und die Umrechnung, damit die Werte vergleichbar werden:

Die Einheiten im Vergleich
  • Serum: Wird in mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben.
  • Vollblut: Wird in mg/l (Milligramm pro Liter) angegeben. [1]

Umrechnung auf dieselbe Einheit (mg/l)
Magnesium hat eine molare Masse von ca. 24,3 mg/mmol.
  • Serum-Wert in mg/l: 0,7 bis 1,1 mmol/l entsprechen etwa 17 bis 27 mg/l.
  • Vollblut-Wert in mg/l: Liegt bei 30 bis 40 mg/l.

Das Fazit
  • Die Zahlenwerte stimmen in ihren jeweiligen Einheiten.
  • Der Vollblut-Wert (30–40 mg/l) ist deutlich höher als der Serum-Wert (17–27 mg/l).
  • Grund: Etwa 99 % des Magnesiums im Körper befinden sich innerhalb der Zellen (z. B. in den roten Blutkörperchen), die im Vollblut mitgemessen werden.
 

Willkommen bei Symptome.ch
Schön, dass du da bist.

Symptome.ch ist seit vielen Jahren eine der größten und aktivsten deutschsprachigen Gemeinschaften rund um Gesundheit, Naturheilkunde und alternative Therapien. Hier tauschen sich Menschen aus, die Ursachen verstehen, Zusammenhänge erkennen und eigenverantwortlich etwas für ihre Gesundheit tun wollen.

Als Gast kannst du viele Themen mitlesen und dich informieren. Wenn du selbst Fragen stellen, auf Beiträge antworten oder mehr Inhalte sehen möchtest, registriere dich kostenlos. Die Gemeinschaft lebt vom Austausch – und jedes neue Mitglied bringt wertvolle Erfahrungen mit. 🙂

Zurzeit aktive Besucher

Statistik des Forums

Themen
69.568
Beiträge
1.068.773
Mitglieder
53.404
Neuestes Mitglied
Sophie1991
Zurück
Oben