- Beitritt
- 08.07.26
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Hallo endure,
Noch mehr zum lesen für Dich
Es gibt auch ein sehr interessantes Video auf YouTube darüber. Allerdings in englischer Sprache:
Das Natrium-Paradoxon bei ME/CFS
Bei ME/CFS besteht ein enger biologischer Zusammenhang zwischen einem gestörten Natriumhaushalt und dem gefürchteten Erschöpfungs-Crash (PEM). Dabei ist die ME/CFS-Erkrankung selbst die Ursache, die das System aus dem Gleichgewicht bringt, während der Natriummangel im Blut wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Durch eine Fehlregulation des Nerven- und Gefäßsystems verliert der Körper zu viel Salz und Wasser. Das Blutvolumen sinkt, wodurch das Blut beim Aufrechtenstehen in die Beine sackt und das Gehirn chronisch unterversorgt wird.
Gleichzeitig liegt ein sogenanntes „Natrium-Paradoxon“ vor: Während im Blutkreislauf zu wenig Natrium vorhanden ist, ist in den Muskel- und Nervenzellen zu viel davon gefangen. Da den Zellen die nötige Energie fehlt, können die zellulären Pumpen das Natrium nach einer Belastung nicht mehr herausbefördern. Dieser Natrium-Stau führt zu einer gefährlichen Calcium-Überladung, welche die Energiekraftwerke der Zellen blockiert. Das Ergebnis ist eine verheerende Abwärtsspirale während eines Crashs. Der Mangel im Blut und der Stau in den Zellen führen zu bleierner Muskelschwäche, verstärktem Gehirnnebel durch leicht schwellende Gehirnzellen sowie zu extremer Reizüberflutung und Zittern.
Da reines Wassertrinken das ohnehin salzarme Blut im Crash nur noch weiter verdünnen würde, empfehlen Experten Betroffenen oft eine gezielte Zufuhr von Salz oder Elektrolyten, um das Blutvolumen zu stützen und das überreizte Nervensystem zu beruhigen.
Wie kann man das bewerkstelligen?
Die gezielte Zufuhr von Salz und Elektrolyten zur Stützung des Blutvolumens wird in der Praxis über eine kombinierte Erhöhung von Natrium und Flüssigkeit umgesetzt. Da ME/CFS-Betroffene Flüssigkeit ohne ausreichend Natrium nicht im Blutkreislauf halten können, gelten hier völlig andere Regeln als für die Allgemeinbevölkerung. Fachgesellschaften empfehlen bei orthostatischer Intoleranz eine tägliche Gesamtaufnahme von acht bis zwölf Gramm Kochsalz, was etwa der doppelten normalen Tagesdosis entspricht. Flankierend müssen zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden, damit das Salz das Blutvolumen effektiv binden und erhöhen kann.
Da das Schlucken von purem Salz Übelkeit verursacht, hat sich die Nutzung von fertigen Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder speziellen zuckerfreien Sport-Elektrolyten bewährt, da diese das Wasser optimal im Gewebe binden. Für Patienten, die den salzigen Geschmack nicht vertragen oder im schweren Crash nicht viel trinken können, bieten sich magensaftresistente Salzkapseln an, die mit reichlich Wasser geschluckt werden. Eine weitere magenschonende und reizarme Methode ist das Trinken von salziger Gemüse- oder Knochenbrühe. Besonders effektiv ist zudem das sogenannte Morgen-Glas, bei dem man direkt vor dem ersten Aufstehen noch im Bett eine Elektrolytlösung trinkt, um den Blutdruck anzukurbeln und das Absacken des Blutes zu verhindern.
Da eine massive Erhöhung der Natriumzufuhr dazu führt, dass die Nieren vermehrt Kalium ausscheiden, sollte im Rahmen des Elektrolyt-Gleichgewichts auch auf eine ausreichende Kaliumzufuhr geachtet werden, um Herzrasen zu vermeiden. Zusätzlich unterstützt Magnesium die Muskelentspannung und die Funktion der strapazierten Nervenzellen. Wichtig ist jedoch, dass vor einer dauerhaften Anhebung der Salzzufuhr eine ärztliche Abklärung erfolgt, um Kontraindikationen wie Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen auszuschließen.
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Das Natrium-Paradoxon bei ME/CFS
Bei ME/CFS besteht ein enger biologischer Zusammenhang zwischen einem gestörten Natriumhaushalt und dem gefürchteten Erschöpfungs-Crash (PEM). Dabei ist die ME/CFS-Erkrankung selbst die Ursache, die das System aus dem Gleichgewicht bringt, während der Natriummangel im Blut wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Durch eine Fehlregulation des Nerven- und Gefäßsystems verliert der Körper zu viel Salz und Wasser. Das Blutvolumen sinkt, wodurch das Blut beim Aufrechtenstehen in die Beine sackt und das Gehirn chronisch unterversorgt wird.
Gleichzeitig liegt ein sogenanntes „Natrium-Paradoxon“ vor: Während im Blutkreislauf zu wenig Natrium vorhanden ist, ist in den Muskel- und Nervenzellen zu viel davon gefangen. Da den Zellen die nötige Energie fehlt, können die zellulären Pumpen das Natrium nach einer Belastung nicht mehr herausbefördern. Dieser Natrium-Stau führt zu einer gefährlichen Calcium-Überladung, welche die Energiekraftwerke der Zellen blockiert. Das Ergebnis ist eine verheerende Abwärtsspirale während eines Crashs. Der Mangel im Blut und der Stau in den Zellen führen zu bleierner Muskelschwäche, verstärktem Gehirnnebel durch leicht schwellende Gehirnzellen sowie zu extremer Reizüberflutung und Zittern.
Da reines Wassertrinken das ohnehin salzarme Blut im Crash nur noch weiter verdünnen würde, empfehlen Experten Betroffenen oft eine gezielte Zufuhr von Salz oder Elektrolyten, um das Blutvolumen zu stützen und das überreizte Nervensystem zu beruhigen.
Wie kann man das bewerkstelligen?
Die gezielte Zufuhr von Salz und Elektrolyten zur Stützung des Blutvolumens wird in der Praxis über eine kombinierte Erhöhung von Natrium und Flüssigkeit umgesetzt. Da ME/CFS-Betroffene Flüssigkeit ohne ausreichend Natrium nicht im Blutkreislauf halten können, gelten hier völlig andere Regeln als für die Allgemeinbevölkerung. Fachgesellschaften empfehlen bei orthostatischer Intoleranz eine tägliche Gesamtaufnahme von acht bis zwölf Gramm Kochsalz, was etwa der doppelten normalen Tagesdosis entspricht. Flankierend müssen zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden, damit das Salz das Blutvolumen effektiv binden und erhöhen kann.
Da das Schlucken von purem Salz Übelkeit verursacht, hat sich die Nutzung von fertigen Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder speziellen zuckerfreien Sport-Elektrolyten bewährt, da diese das Wasser optimal im Gewebe binden. Für Patienten, die den salzigen Geschmack nicht vertragen oder im schweren Crash nicht viel trinken können, bieten sich magensaftresistente Salzkapseln an, die mit reichlich Wasser geschluckt werden. Eine weitere magenschonende und reizarme Methode ist das Trinken von salziger Gemüse- oder Knochenbrühe. Besonders effektiv ist zudem das sogenannte Morgen-Glas, bei dem man direkt vor dem ersten Aufstehen noch im Bett eine Elektrolytlösung trinkt, um den Blutdruck anzukurbeln und das Absacken des Blutes zu verhindern.
Da eine massive Erhöhung der Natriumzufuhr dazu führt, dass die Nieren vermehrt Kalium ausscheiden, sollte im Rahmen des Elektrolyt-Gleichgewichts auch auf eine ausreichende Kaliumzufuhr geachtet werden, um Herzrasen zu vermeiden. Zusätzlich unterstützt Magnesium die Muskelentspannung und die Funktion der strapazierten Nervenzellen. Wichtig ist jedoch, dass vor einer dauerhaften Anhebung der Salzzufuhr eine ärztliche Abklärung erfolgt, um Kontraindikationen wie Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen auszuschließen.