Gliederschmerzen, Tinnitus, keinen Schlaf, ähnlich wie PGAD, usw...

Dosierung ist absolut minimal
Igor, eine paradoxe Reaktion ist auch mit minimalen Dosierungen möglich nach Jahren. Es entsteht ein Gewöhnungseffekt, der schließlich über die Jahre zu paradoxen Symptomen führt.


Der Langzeitgebrauch von Benzodiazepinen ist unüblich. Auch in low dose.

Benzodiazepine sind bestimmt nicht die alleinige Ursache, jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr wichtiger Faktor.

Gibt es denn in Foren keine Erfahrungen zur low dose Abhängigkeit mit Toleranzentwicklung mit Beschreibung paradoxer Symptome? Diese Erfahrungen müsste es geben.

VLG
 
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Du liest hier gerade eine Diskussion von Betroffenen – Menschen, die eigene Wege gehen und Erfahrungen teilen. Das kann am Anfang ungewohnt wirken: Jeder Verlauf, jede Geschichte ist anders.
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Deine Wegweiser:
Nein, und ich würde es nicht tun.

Ich habe sehr gut mit ihnen gelebt(Mehr als 40 Jahre!), die Dosierung ist absolut minimal, und meine heutige Symptomatik ist akut. Da brauche ich nicht zu experimentieren.

Die Ursache liegt woanders.

Ich gehe in keine Klinik. Was sie dort machen, ist für mich und viele Betroffene nicht hinnehmbar.
Danke für Deine Antwort. Es ist Dein Körper und Dein Leben, über das Du entscheidest.

Grüsse,
Oregano
 
Gibt es denn in Foren keine Erfahrungen zur low dose Abhängigkeit mit Toleranzentwicklung mit Beschreibung paradoxer Symptome? Diese Erfahrungen müsste es geben.
Ach, ich entschuldige mich...

Nach allem, was ich durchgelesen und durchstudiert habe, entsteht diese paradoxe Wirkung als adaptive Reaktion aufgrund der Veränderung der Dichte bestimmter Rezeptoren nach der Einnahme moderner Antidepressiva, zusammen mit einem langen Anpassungsprozess./ als die Folge/ Darüber schreiben inzwischen viele amerikanische Medien. Studien von Fava.. usw. Manchmal gibt es dafür keine Lösung – der Körper kann nicht anders reagieren.
Oder anders:
Der Körper verfolgt andere Ziele als mein Ego, das leben wollte. Punkt.
 
Der Hausarzt? Er weiß, dass ich unter psychischen Problemen leide.
Der Hausarzt ist hier ggf nicht der richtige Ansprechpartner. Eine low dose Toleranzentwicklung ist allgemein bekannt seit langer Zeit.


Das Medikament, welches kurzfristig deutlich zur Symptomlinderung beitragen kann, kann über viele Jahre zu eben diesen Symptomen führen.

Jeder Arzt weiß das. Aus welchem Grund der Hausarzt diese Tatsache offenbar nicht beachtet, erschließt sich mir in keiner Weise.

Eine Anpassung der Therapie ist allgemein auch ambulant möglich.


Womöglich würde ein Erfahrungsaustausch mit Betroffenen helfen?

https://www.selbsthilfegruppe-benzos.de/kontakt/▹

Oft ist es hilfreich, wenn man auf Erfahrungen zurückgreifen kann.

VLG
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Oft ist es hilfreich, wenn man auf Erfahrungen zurückgreifen kann.
Ich weiß es alles schon auswendig.

@Oregano -

Auf Spotify gibt es den Podcast Patientin Psychiatrie. Sehr bekannte Psychiater plädieren dort, auf keinen Fall -praktisch-!in die Klinik zu gehen. Das ganze System ist marode und durch Pharmaunternehmen korrumpiert. Das ist bestimmt nicht meine persönliche Schuld.
LG.

@Seldom -

Im Moment schaffe ich keinen Entzug, aber ich kann die Dosierung über eine sehr lange Zeit reduzieren.


Die Ursache liegt nicht an diesen Stoffen.


Ich habe mit ihnen jahrelang gearbeitet und mich damit "gut" gefühlt. Es ist einfach nicht logisch, dass plötzlich wie aus heiterem Himmel eine so enorme Verschlimmerung der gesamten Symptomatik passiert.


Ich vermute andere Ursachen als die Benzodiazepine. Ich nehme wirklich nur wenig, und die Ärztin weiß das.


Sie kann nur darauf bestehen, dass ich stattdessen Neuroleptika schlucke. Das ist keine Option.


Ich sehe keinen Ausweg.

LG.

Ich markiere im Text, was ich als die Ursache betrachte( von R. Whitaker):


Beispielsweise blockieren Prozac und andere SSRI-Antidepressiva die Wiederaufnahme von Serotonin. Um diese Beeinträchtigung der normalen Funktion zu kompensieren, drosselt das Gehirn sein gesamtes serotonerges System. Neuronen setzen weniger Serotonin frei und reduzieren die Anzahl ihrer Serotoninrezeptoren. Die Dichte der Serotoninrezeptoren im Gehirn kann um 50 % oder mehr sinken. Im Rahmen dieses Anpassungsprozesses, so Hyman, finden auch Veränderungen in intrazellulären Signalwegen und der Genexpression statt. Nach einigen Wochen, schlussfolgerte Hyman, funktioniert das Gehirn des Patienten qualitativ und quantitativ anders als im Normalzustand (Hyman & Nestler, 1996, S. 161). Kurz gesagt: Psychopharmaka induzieren eine Pathologie. Der Neurowissenschaftler Barry Jacobs von der Princeton University hat diesen Punkt in Bezug auf SSRIs explizit hervorgehoben. Diese Medikamente, so Jacobs, verändern die synaptische Übertragung über den physiologischen Bereich hinaus, der unter normalen Umwelt-/biologischen Bedingungen erreicht wird. Daher sollten alle unter diesen Bedingungen hervorgerufenen Verhaltens- oder physiologischen Veränderungen eher als pathologisch denn als Ausdruck der normalen biologischen Rolle von Serotonin betrachtet werden. (Jacobs, 1991, S. 22)Betrachtet man Psychopharmaka unter diesem Gesichtspunkt, wird schnell klar, warum ihr weitverbreiteter Gebrauch eine Epidemie psychischer Erkrankungen auslösen würde. Wie E. Fuller Torrey in „Die unsichtbare Plage“ schrieb, können Zustände, die die Gehirnchemie stören, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen und Stimmungsschwankungen – die Symptome von Geisteskrankheit – verursachen (Torrey, 2001, S. 315). Er merkte an, dass Infektionserreger, Tumore, Stoffwechsel- und Vergiftungsstörungen sowie verschiedene Krankheiten das Gehirn auf diese Weise beeinflussen können. Was Torrey jedoch nicht erwähnte, ist, dass auch Psychopharmaka die Gehirnchemie stören. Daher ist ihr langfristiger Gebrauch zwangsläufig problematisch, und genau das zeigt die Forschungsliteratur: Ihr Gebrauch erhöht die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Erkrankung und führt bei einem signifikanten Anteil der Patienten zu neuen und schwerwiegenderen Krankheitsverläufen.
Und das ist die Wahrheit. Niemand weiß bis heute, was die da im Gehirn anrichten.


Ich kannte persönlich Menschen, die jahrelang nach dem absoluten Absetzen gelitten haben. Die Ärzte sind hier keine Ausnahme, denn nicht viele schaffen es, bis zum Ende „clean“ zu werden.


Und kein Psychiater würde das unterstützen – obwohl er per Gesetz dazu verpflichtet ist.


Peter Lehmann hatte mir sogar diese Klausel verlinkt.


Und meine damalige Psychiaterin hatte mich einfach rausgeschmissen. Punkt.


Wer geht vor die Hunde-- Entweder wendet er sich an diese Ärzte, die eigentlich weiter legal! morden, oder man ist auf sich alleine gestellt.


Das ist leider die Realität und die Gesellschaft, in der wir leben.


Es gibt private Kliniken, aber wer kann sich das ganze leisten?


Igor, eine paradoxe Reaktion ist auch mit minimalen Dosierungen möglich nach Jahren. Es entsteht ein Gewöhnungseffekt, der schließlich über die Jahre zu paradoxen Symptomen führt.
Ja, es ist durchaus möglich.


Aber es hatte nach dem Absetzen von Antidepressiva begonnen, und nicht zu vergessen: Ich habe vorher auch Neuroleptika abgesetzt, dann Beta-Blocker gegen hohen arteriellen Druck und auch Diclofenac.


Alles nur auf Benzodiazepine im Moment zu schieben, wäre sehr einfach, besonders bei wirklich sehr! akutem Zustand. Leid-er.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Ursache liegt nicht an diesen Stoffen.
Igor, die alleinige Ursache ist es bestimmt nicht.

Benzodiazepine werden beispielsweise kurze Zeit auch zur Beruhigung von Mastzellen eingesetzt. Jedoch wirklich nur für kurze Zeit. Dein Bericht über Unverträglichkeiten deutet also auf diesen Zusammenhang hin.

Ursprünglich handelte es sich also womöglich schon um eine allergische, histaminentzündliche Situation, wobei die Benzodiazepine anfangs zur Beruhigung der Mastzellen beigetragen haben. Leider verkehrt sich diese Wirkung über die Jahre in eine paradoxe Wirkung.

Meines Erachtens sollte man dringend eine solche low dose Toleranzentwicklung abklären. Über Selbsthilfegruppen sollte es möglich sein, sich über ambulante Erfahrungen auszutauschen. Diese Möglichkeiten gibt es, man muss sie nur finden. Leicht ist es nicht, aber eine Ärztin kann man auch mal wechseln. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?

VLG
 
Du musst an die Wurzel Igor, vielleicht genau noch einmal Deine Kindheit durchgehen.
Muster analysieren.
Ich selbst mag wohl das Wort „muss“ am wenigsten, man kann sich in dem ganzen Wirrwarr drumherum, welches ja nur aufgrund dessen passiert (passiert war) aber verlieren oder ergebnislos beschäftigen und dauernd nur die Ableger der Wurzel bedienen.
Irgendwo habe ich gelesen, dass Du Dich nicht gut mit Deiner Frau verstehst oder ich irre da. Lese mal über Kindheits-Trauma Bonding, ob das bei Dir vielleicht ein Thema sein könnte, also nicht Thema vielleicht sogar die Wurzel allen Übels. Diese zu finden, wünsche ich Dir.
 
Igor, die alleinige Ursache ist es bestimmt nicht.

Benzodiazepine werden beispielsweise kurze Zeit auch zur Beruhigung von Mastzellen eingesetzt. Jedoch wirklich nur für kurze Zeit. Dein Bericht über Unverträglichkeiten deutet also auf diesen Zusammenhang hin.
Ja, aber nicht so plötzlich und ohne erkennbaren Grund. Denn es war sehr lange Zeit erträglich.


Alles nur auf die HIT zu schieben? *nachdenklich*. Der Organismus ist enorm komplex, und früher hatte ich keine Probleme wegen histaminreicher Produkte – zumindest kann ich mich nicht klar daran erinnern. Möglicherweise geht es hier um die Begleiterscheinungen oder so etwas wie ein Epiphänomen, also nicht um die ursprüngliche Ursache. Ich kann doch nicht alles wissen.


Meine Symptomatik war ähnlich wie beim Kundalini-Erwachen, aber für mich ist das alles Unsinn.


Es kommt immer darauf an, aus welcher Warte der Mensch alles betrachtet.

aber eine Ärztin kann man auch mal wechseln. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?
Nicht im Moment. Denn die andere Ärztin( oder Arzt) würde mich sofort! mit Neuroleptika vollpumpen, das weiß ich sehr gut.!!!


Ich habe schon sehr viele Ärzte gewechselt, und sie können alle nur Psychopharmaka verschreiben – meistens schon nach wenigen Minuten.


Das ist für mich nichts anderes als eine Körperverletzung durch das Gesetz.


Und besser Benzodiazepine als Neuroleptika. Die machen das Gehirn sofort kaputt.


Und was ist mit den Depressionen? Sie sind akut und kaum auszuhalten.


Nein, das ist wirklich eine Frage der Zeit, bis alles endlich endet. Nur die Unabwendbarkeit dieses Fakts. Mehr nicht.

LG.
 
Benzodiazepine sind bestimmt nicht die alleinige Ursache, jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr wichtiger Faktor.
Das wollte ich kommentieren.
Im Artikel lese ich:

In der Folge steigern die Betroffenen in geringem Ausmaß leicht die Dosis und es bildet sich ein Apathiesyndrom heraus, das gekennzeichnet ist durch kognitivmnestische Defizite, affektive Indifferenz und fehlende körperliche Energie. Wird darauf folgend von Betroffenen die Dosis deutlich erhöht, sind die typischen Suchtkriterien erfüllt. Häufig wird der Schritt zur Sucht durch zusätzliche Quellen oder illegale Beschaffungswege gebahnt, so dass eine kontrollierte Abgabe durch einen Arzt oder eine Ärztin nicht mehr vorliegt.

Und das ist die Prämisse: Der Betroffene sollte die Dosierung erhöhen, um dieselbe Wirkung zu erlangen.


Das war aber niemals mein Fall – auch nicht über 30 Jahre.


Das Fatale und manchmal wirklich Heimtückische an dieser ganzen Argumentation ist, dass die Mehrheit der Betroffenen nicht zurechtkommt. Dann verschreibt der Arzt Neuroleptika mit der Begründung, dass diese dasselbe bewirken, aber keine Abhängigkeit auslösen – was schlicht eine glatte Lüge ist.


Denn wie Psychostimulanzien, so auch Antidepressiva und Neuroleptika, machen sehr wohl körperlich abhängig und lösen dieses entsetzliche Absetzsyndrom aus, das eigentlich ein Leben lang andauern kann. Dazu entsteht eine eigene Dynamik, die man nicht mehr kontrollieren kann.


Der nächste Schritt:


Dann sagt der Arzt dem Patienten, es handle sich um sogenannte „resistente Depressionen“, weil der Patient schon alles Mögliche ausprobiert habe, es ihm aber immer schlechter gehe.


Ich persönlich betrachte das als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Viele Ärzte glauben allerdings daran, wollen die bittere Wahrheit nicht wahrnehmen oder haben einfach keine Zeit dafür.


So oder so: Am Ende geht der sogenannte Patient vor die Hunde – nicht wegen seiner eigenen Problematik, sondern als Folge der medikamentösen Behandlung.

Und wenn ich Beitrag 346 lese, dann sollte ich daraus schlussfolgern, dass die ganze Misere wegen der Benzodiazepine entstanden ist.


Aber warum dann nicht schon damals, als ich etwa 26 war? Ich hatte sie ja bereits damals geschluckt, aber ich habe nachts gearbeitet und war sehr aktiv in allen möglichen Bereichen. Ich hatte auch kein Verlangen, die Dosierung zu erhöhen. Bei der Reduzierung hatte ich aber sehr schwere Entzugserscheinungen bekommen und war nicht in der Lage zu funktionieren. Dann wäre ich bestimmt auf der Straße gelandet – und wer hätte mein Kind ernährt?


Der Staat? Überall waren nur kriminelle Banden, die miteinander kommunizierten, um sofort viel Kohle zu verdienen. Egal um welchen Preis.


Das war in meinem eigenen Fall entscheidend dafür, dass ich mit SSRI begonnen habe, denn es gab überall Werbung, dass sie das Leben retten würden.


Bis heute polieren die ganze Industrie und die Medien dieses verzerrte Bild, in dem Schwarz als Weiß verkauft wird. Und in dem der letzte Dreck und das reine Gift als Heilmittel vermarktet werden. So sehe ich das. Nicht anders.


Passt zu Thema, eigentlich:

Später überwiegen die Übererregbarkeit des Glutamat-Systems und die Instabilität des vegetativen Nervensystems. Oft führt diese Instabilität zu umfassenden Unverträglichkeiten/Übersensibilität gegenüber Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und sogar Lebensmitteln.
Nicht neues überhaupt.


Tja,... und dann sollte ich in diesem Zustand in die Klinik gehen? Mich selbst umzubringen kann ich alleine, scheint mir. War ein Scherz?
 
Zuletzt bearbeitet:
Da bin ich noch nicht fertig. Wenn ich die amerikanischen Links sehr gründlich durchgehe, dann finde ich immer wieder Hinweise darauf, wie das ganze Syndrom mehr und mehr entgleiten kann und eine selbstzerstörerische Dynamik entwickelt.

In diesem Sinne kann man HIT nicht als das ursprüngliche Übel betrachten, und auch die Benzodiazepine sind hier nicht entscheidend. Das ganze System spielt so verrückt und ist so dysreguliert, dass sogar Ritalin helfen kann. Nicht lustig – denn in Deutschland gibt es kaum Fachleute, die mit dem gesamten Entzugssyndrom wirklich vertraut sind.

Hilft Lamictal wirklich?

Das erklärt sowohl meine erste positive Reaktion auf Fliegenpilz als auch die starke Reaktion auf TBM oder Antihistaminika – gefolgt von der paradoxen Wirkung.

Und wann ist dieser ganze Prozess eigentlich so verdammt in den Abgrund gesteuert?

Nach mehr als 20 Jahren mit SSRI, SNRI usw. sollte das niemanden wundern.

https://www.survivingantidepressants.org/forums/topic/392-one-theory-of-antidepressant-withdrawal-syndrome/page/5/▹
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Gibt es denn in Foren keine Erfahrungen zur low dose Abhängigkeit mit Toleranzentwicklung mit Beschreibung paradoxer Symptome? Diese Erfahrungen müsste es geben.

Hier bei uns gibt es einige Erfahrungen zu Benzodiazepinen und deren Entzug in der entsprechenden Rubrik:

Speziell zum Aspekt der "Toleranzentwicklung mit Beschreibung paradoxer Symptome" erinnere ich nichts - habe jedoch diese Threads nicht ganz mitgelesen.

Ich habe auch eher in Erinnerung, dass so etwas bei Antidepressiva passiert, wie Igor hier auch schreibt:
Nach allem, was ich durchgelesen und durchstudiert habe, entsteht diese paradoxe Wirkung als adaptive Reaktion aufgrund der Veränderung der Dichte bestimmter Rezeptoren nach der Einnahme moderner Antidepressiva,
- deren Risiken auch nach meinem Eindruck oftmals unterschätzt werden (mit welcher Unbekümmertheit ü80-Jährigen in meinen Umfeld so etwas - vom Hausarzt - verschrieben wird, erstaunt mit mich immer wieder).

Und was ist mit den Depressionen? Sie sind akut und kaum auszuhalten.
Helfen denn dagegen die Benzos? Das ist ja eigentlich nicht ihr Zielspektrum und ich hörte auch schon, dass sie Depressionen auch auslösen können

Der Betroffene sollte die Dosierung erhöhen, um dieselbe Wirkung zu erlangen.

Das war aber niemals mein Fall – auch nicht über 30 Jahre.
Auch das habe ich schon gehört, dass es eben nicht zu Dosissteigerungen kommt. Und dass es auch keine Entzugserscheinungen gibt, wenn sie weggelassen werden - im Gegenteil: die wegfallenden Nebenwirkungen sind erleichternd. Nur kehren eben die Symptome (z.B. Unruhe, Schlaflosigkeit) dann zurück, gegen die die Benzos eingesetzt wurden.

Ich möchte hier extra betonen, dass ich keinesfalls die Benzo-Einnahme verharmlosen möchte, keine Fachperson bin und ich auch keine besonderen Kenntnisse dazu habe. Das ist nur das, was ich gehört, gelesen und mitbekommen habe. Eine sehr komplexe Thematik, zumal Du ja mehrere Psychopharmaka auf einmal genommen hast/nimmst, Igor.

Ich wünsche Dir einfach nur alles Gute.
 
- deren Risiken auch nach meinem Eindruck oftmals unterschätzt werden (mit welcher Unbekümmertheit ü80-Jährigen in meinen Umfeld so etwas - vom Hausarzt - verschrieben wird, erstaunt mit mich immer wieder).
Ja, es stimmt. Ich war damals felsenfest davon überzeugt. Ich wusste nichts über die ganze blutige Geschichte mit Prozac – über die Amokläufe, die Bestechung auf allen Ebenen und die komplette Vertuschung. Woher hätte ich das damals auch wissen sollen?


Das wirklich Fatale ist, dass diese Mittel immer wieder verschrieben werden. Und das würde, wie es R. Whitaker, A. Healy oder P. Breggin schildern, tatsächlich eine echte Epidemie bedeuten. Aber auf Deutsch findet man dazu praktisch nichts.


Sogar englischsprachige Links werden gelöscht (bestimmt von dem dritten Autor). Nichts. Null.AUS!

Helfen denn dagegen die Benzos? Das ist ja eigentlich nicht ihr Zielspektrum und ich hörte auch schon, dass sie Depressionen auch auslösen können
Sie helfen nichts, das ist klar. Aber sie wurden auch zuerst wegen Depressionen beworben – genauso wie früher Heroin oder Kokain. Dafür reicht es schon, die Geschichte der Psychiatrie nur ein wenig zu kennen.


Ich kann sie nicht einfach wegschmeißen, denn das würde alles noch unvorhersehbarer machen. Genau darüber spricht auch diese amerikanische Seite; dort wird auch über Adderall und Ritalin berichtet.


Wie gesagt: Ich habe praktisch keinen Spielraum mehr nach oben. Ich weiß einfach nicht weiter.

Das ist nur das, was ich gehört, gelesen und mitbekommen habe. Eine sehr komplexe Thematik, zumal Du ja mehrere Psychopharmaka auf einmal genommen hast/nimmst, Igor.

Ja, aber bitte bleiben wir bei der Wahrheit: Das alles wurde mir von einer erfahrenen Ärztin und Psychiaterin verschrieben – immer mehr und mehr,! bevor ich selbst überhaupt angefangen hatte zu recherchieren.


Und ich werde niemals die ganze Wahrheit kennen. Kein Mensch wird sie jemals ganz erfahren.


Irgendwann wird alles enden. Aber nicht jetzt.


Für mich wünsche ich mir nur eines: egal wie – ich sehne mich nach dem Ende.


Ich denke nur, meine eigene Geschichte kann sehr viele Menschen zum Nachdenken bringen, zum Hinterfragen. Genau deshalb schreibe ich weiter.
Wie viele Menschen sollen denn noch wirklich zugrunde gehen?


Im neuesten Buch von F. Hasler betont der Autor die enorme Kraft des Internets in Bezug auf die gesamte Symptomatik.
Es ist heute nicht mehr möglich, die betroffenen Personen mundtot zu machen.
 
Ich kann sie nicht einfach wegschmeißen...
Ja, das haben hier ja nun einige bestätigt, dass das keine gute Idee wäre. Dennoch könntest Du - fachkundig begleitet - sehr langsam versuchen, sie runter zu dosieren. Falls Du die anderen Threads gelesen hast: Offenbar schaffen das manche Menschen auch allein. Empfehlen möchte ich Dir das aber nicht.
Und ich werde niemals die ganze Wahrheit kennen. Kein Mensch wird sie jemals ganz erfahren.
Die Frage ist, welche Schlussfolgerung man daraus praktisch zieht, vor allem wenn man mit seiner Kraft ziemlich am Ende ist. Ich würde dann wohl eher diese restliche Kraft erstmal vorrangig in mein eigenes Wohl stecken. Also überlegen, wo überall ich ansetzen kann, um meine Gesundheit zu verbessern - und dann auch systematisch damit beginnen. Jede kleine Besserung ist ja hilfreich und kann Ansporn sein, weiterzumachen. Wünschen würde ich Dir, dass Du Begleitung dabei hast.
 
Ja, das haben hier ja nun einige bestätigt, dass das keine gute Idee wäre. Dennoch könntest Du - fachkundig begleitet - sehr langsam versuchen, sie runter zu dosieren. Falls Du die anderen Threads gelesen hast: Offenbar schaffen das manche Menschen auch allein. Empfehlen möchte ich Dir das aber nicht.
Da sollte ich das Ganze vertiefen.


SSRI machen sofort hibbelig – der Mensch fühlt sich permanent wie auf dem Sprung, innerlich getrieben.
So beschreibt es auch Marc Rufer, und das ist ein Volltreffer. Der Mensch kann sich nicht konzentrieren. Und er kann nicht normal schlafen, obwohl er ständig müde ist. In den offiziellen Gebrauchsinformationen steht das nicht, denn sie werden vom Hersteller verfasst und konzipiert. Die glatte Lüge, dass SSRI /SSNRI kognitiven Funktionen nicht beeinträchtigen.


Der nächste Schritt: Der Patient geht zum Arzt und schildert all das.
Gewöhnlicherweise verschreibt der Arzt dann Neuroleptika – so war es auch bei mir.


Doch es wird noch schlimmer. Das Gehirn fühlt sich wie vernebelt an, die Depressionen tendieren dazu, chronisch zu werden.

Der dritte Schritt.


Dann folgt häufig ein „Stimmungsstabilisator“ (z. B. Lamictal), und plötzlich entsteht ( für den Arzt, klar doch) sogenannte bipolare Störung.

Wieder neue Medikamente – wegen neuer Diagnosen.


So läuft der Hase.
Ich habe all das eingenommen. Und nicht hinterfragt. Für die eigene Dummheit sollte ich jetzt bezahlen.

Am Ende:

Die einzige mögliche Lösung war für mich ( und nicht nur..) , anstatt Neuroleptika Benzodiazepine zu nehmen, um überhaupt noch funktionieren zu können. ADHS war auch sehr stark, aber während der ersten Phase des Absetzens war das Gehirn extrem aktiviert – deshalb setzte ich Ritalin sofort ab. Eine Art "Kundalini-ähnliche" Phase.

Und: / das Finale /:


Danach war das ganze System erschöpft. Die Depressionen fühlten sich anders an und kamen mit enormer Wucht zurück. Immenser Wucht! Keine Antidepressiva halfen mehr. Das ist verständlich: Das Gehirn und der Körper rebellierten gegen diese Stoffe, sie wollten wieder eine stabile Homöostase beibehalten.


Dem System ist völlig egal, was ich als Igor..usw.. wollte – biologisch-evolutionär ist das leicht zu verstehen.


Jetzt irgendetwas zu reduzieren oder zu ändern, bedeutet eigentlich, mich selbst sofort abzuknallen...


Zuerst muss das ganze System stabilisiert werden.


Und wie das passiert, wissen nur sehr wenige, wenn überhaupt??? – denn dazu gibt es keine langen und verlässlichen Studien.

Die Frage ist, welche Schlussfolgerung man daraus praktisch zieht, vor allem wenn man mit seiner Kraft ziemlich am Ende ist. Ich würde dann wohl eher diese restliche Kraft erstmal vorrangig in mein eigenes Wohl stecken. Also überlegen, wo überall ich ansetzen kann, um meine Gesundheit zu verbessern - und dann auch systematisch damit beginnen. Jede kleine Besserung ist ja hilfreich und kann Ansporn sein, weiterzumachen. Wünschen würde ich Dir, dass Du Begleitung dabei hast.
Es gibt hier keine Begleitung. Mir wurde nur immer mehr und mehr Medikation angeboten.
Genau darum geht es auch in dem Podcast Patientin Psychiatrie, den ich verlinkt habe.


Ich trage keine rosarote Brille. Ich bin nicht der Erste und nicht der Letzte …
Und ich denke, meine Chancen liegen bei etwa 0,01 %.


Gut, so ist das Leben.

Was nun: kleine oder große Dosen?
Fast 6000 mg, also kommt darauf an. + hoch konzentriert.



Ach, @Oregano , dieses alte Zitat ist wirklich irreführend, das ist mir gerade aufgefallen. Benzodiazepine bleiben letztlich nur ein einziger Stoff – und eine Dosiserhöhung bringt keine Erleichterung, sondern führt wieder zu paradoxen Reaktionen. Dasselbe betrifft Baldrian: Ich vertrage ihn nur von einem bestimmten Hersteller, ein anderer löst sofort die ganze Symptomatik aus.


Auch Fenistil-Tropfen wirken bei mir sehr stark und ebenfalls paradox.
Warum das so ist, weiß ich nicht.


Wie gesagt, die ganze Dynamik hat sich verselbständigt. Immer weiter, immer mehr. Da bleibt nur, alles sehr vorsichtig auszuprobieren.
LG.


Ich komme nur mit enormen Dosen hochdosierten Baldrians und einen Benzodiazepinen zurecht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Wutanfälle sind Teil der Symptomatik und lösen obendrein weitere Histaminauschüttungen aus. Es wird garantiert nicht besser, wenn man da noch nachlegt. Ich glaube auch nicht, das Igor derzeit in der Verfassung ist, um einen Entzug zu überstehen.
Ha,-ha-, das habe ich übersehen. Tja..


Ich bin praktizierender Buddhist, deshalb stellen Wut, Zorn, Hass und alle anderen „Geistesgifte“, wie man sie nennt, für mich vergängliche und bedingte Phänomene dar. Wenn mich jemand herausfordert oder verbal verletzt, lerne ich, es gelassen und ruhig anzunehmen – und dann loszulassen.


Ich werde jetzt ganz bestimmt keine Experimente mit Psychopharmaka unternehmen, denn die Depressionen sind so immens stark, dass ich mich kaum noch erinnern kann.


Und wer mich hier ver-urteilen oder ent-werten möchte, dem kann ich nur Jesus zitieren:


3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!


Zum ganzen Thema:


Die Ärztin verschreibt mir eine enorme Menge.
Ich komme jedoch mit 1,0 mg Clonazepam zurecht. / mehr als 20?, ach mehr../Jahre.. Ich habe zwar sehr!!! viele andere Benzodiazepine verschrieben bekommen, aber ich rühre sie nicht an, denn – wie gesagt – sie wirken bei mir auch paradox. Außerdem empfinde ich keine Sucht, und anstatt der 40 mg Ritalin nehme ich nur ungefähr ein Viertel davon. Ansonsten kann ich nicht aufstehen. Buchstäblich.

Die klinische Depression ist kein Zuckerschlecken.

Die Ärztin hat darauf bestanden, dass ich Antidepressiva einnehmen soll, aber ich habe das direkt abgelehnt.


Wie sie meinen Fall kodieren würde, um Kohle abzukassieren, weiß ich nicht.
Aber das könnte ein Problem sein, selbst wenn sie mir sogar entgegenkommt, denn umsonst kann sie keinen Menschen behandeln. Dafür reicht ein wenig Ahnung über medizinische Dokumentation aus meiner Ausbildung völlig aus.

Das ist diese Stelle, ich wollte das festhalten, denn es erklärt die ganze weitere Fehl-Entwiklung, wie es mir scheint.

Psychopharmaka verändern die Hirnchemie
Bei den SSRIs ist eine Gegenregulation des Gehirns via Feedbackmechanismus
gut bekannt. Durch die Zufuhr von Prozac und Co. kommt es nämlich gar nicht
zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels, sondern de facto zu einer Reduktion.
Weil die Rückaufnahme des freigesetzten Serotonins in die Zelle medikamentös
gehemmt wird, erhöht sich kurzfristig dessen Konzentration im synaptischen
Spalt. Das überschüssige Serotonin bindet nun aber auch vermehrt an Serotonin-
1A-Autorezeptoren. An dieser molekularen Schaltstelle wird die Produktion

und Freisetzung von Serotonin natürlicherweise reguliert. Werden diese Autorezeptoren
durch zu viel Serotonin stimuliert, erfolgt der biochemisch kodierte
Befehl, den Nachschub zu drosseln. Das Gehirn fährt einfach die eigene Serotoninproduktion
herunter. Und zwar so lange, bis ein neues Gleichgewicht

hergestellt ist. Dieser Feedbackmechanismus führt aber auch zu funktionellen
Veränderungen des Serotoninsystems. Schon 1981 haben Wissenschaftler von
Eli Lilly in Tierversuchen festgestellt, dass nach vier Wochen Behandlung mit
Fluoxetin die Dichte von Serotonin-Rezeptoren um 25 Prozent zurückgeht.216
Da genau liegt die Ursache, wo sich die gesamte entsetzliche Entzugssymptomatik verselbstständigt und eine eigene zerstörerische Dynamik entwickelt.

S. 134;
Felix Hasler
Neuromythologie
Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung.

Nicht nur Schlaflosigkeit plagt den Absetzwilligen. Auch die Angst, die das
Medikament ursprünglich bekämpft hat, kehrt mit ungekannter Wucht zurück.
Naheliegenderweise werden deshalb Symptome, die beim Absetzen von Psychopharmaka
durch »Rebound-Effekte« auftreten, häufig mit den Symptomen
der ursprünglichen Krankheit verwechselt. In der Annahme, bedauerlicherweise
einen Rückfall in Angst, Depression oder Psychose zu erleiden, drängen viele
Ärzte ihre Patienten dazu, die Therapie mit Benzodiazepinen, Antidepressiva
oder Antipsychotika sofort wieder aufzunehmen. Nicht selten in noch höheren
Dosen als vorher.
Das Auftreten von Symptomen bei Absetzversuchen wird
auch gerne als Beleg dafür genommen, dass es ohne Medikamente »leider nicht
geht« und diese deshalb auf unbestimmte Zeit weiter eingenommen werden
müssen. Einmal mehr gilt das bewährte Motto: »Gib der Krankheit die Schuld,
nicht dem Medikament.« Dabei können depressive Patienten sehr wohl zwischen
ihren krankheitsbedingten Symptomen und Absetzsymptomen unterscheiden.
Meist werden sie einfach nicht danach gefragt – oder man glaubt
ihnen nicht.
Na gut, aber das Erschreckende an der ganzen Geschichte ist, dass das Gehirn gar nicht anders reagieren kann als mit sehr starken Depressionen – und das ist die letzte Phase.


Dann sagt der Arzt dem Patienten: Bitte nehmen Sie noch mehr und mehr Antidepressiva, sonst gehen Sie zugrunde. Und der Patient glaubt dem Arzt meistens – verdammt nochmal!

Und er geht dabei tatsächlich zugrunde, was ja logisch ist. Ha ha..
 
Zuletzt bearbeitet:
@Seldom .

Aber ein Antihistaminikum und TMG-Betain kann man niedrig dosieren, oder?❓
Wenn es mir gelingt, den Zustand zu stabilisieren, würde ich den nächsten Schritt planen.
Warum die Depressionen so verdammt paralysierend geworden sind, kann ich nur ahnen.
Und wenn der Mensch keinen Schlaf bekommt, ist das eine echte Tortur, denn es raubt einem vollständig die Kraft.
 
Wenn du nicht richtig schlafen kannst, ist das gravierend.

Wenn du "morgens" aufstehst, sind deine Augen irgendwie geschwollen oder gerötet?
Oder stehtst du einfach da und denkst dir der Spiegel is wiedermal kapput?
Wie lange brauchst du zum aufwachen?

Wie lange? Bis du dir VitC mit dem Natron nimmst?
Machst du das before du was Biochemisches gelesen hast?

Nimmst du den Knoblauch vor dem VitC oder danach?

LG
 
Es wäre interessant zu erfahren, wie die ketogene Ernährung mit HIT zusammenhängt. Es gibt viele Berichte, in denen Patienten mit Psychosen dank dieser Ernährungsform in der Lage waren, Neuroleptika deutlich zu reduzieren. Weiß wahrscheinlich jemand darüber Bescheid?
Danke im Voraus.
LG.
 

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