Ja, das haben hier ja nun einige bestätigt, dass das keine gute Idee wäre. Dennoch könntest Du - fachkundig begleitet - sehr langsam versuchen, sie runter zu dosieren. Falls Du die anderen Threads gelesen hast: Offenbar schaffen das manche Menschen auch allein. Empfehlen möchte ich Dir das aber nicht.
Da sollte ich das Ganze vertiefen.
SSRI machen sofort hibbelig – der Mensch fühlt sich permanent wie auf dem Sprung, innerlich getrieben.
So beschreibt es auch Marc Rufer, und das ist ein Volltreffer. Der Mensch kann sich nicht konzentrieren. Und er kann nicht normal schlafen, obwohl er ständig müde ist. In den offiziellen Gebrauchsinformationen steht das nicht, denn sie werden vom Hersteller verfasst und konzipiert. Die glatte Lüge, dass SSRI /SSNRI kognitiven Funktionen nicht beeinträchtigen.
Der nächste Schritt: Der Patient geht zum Arzt und schildert all das.
Gewöhnlicherweise verschreibt der Arzt dann Neuroleptika – so war es auch bei mir.
Doch es wird noch schlimmer. Das Gehirn fühlt sich wie vernebelt an, die Depressionen tendieren dazu, chronisch zu werden.
Der dritte Schritt.
Dann folgt häufig ein „Stimmungsstabilisator“ (z. B. Lamictal), und plötzlich entsteht ( für den Arzt, klar doch) sogenannte bipolare Störung.
Wieder neue Medikamente – wegen neuer Diagnosen.
So läuft der Hase.
Ich habe all das eingenommen. Und nicht hinterfragt. Für die eigene Dummheit sollte ich jetzt bezahlen.
Am Ende:
Die einzige mögliche Lösung war für mich ( und nicht nur..) , anstatt Neuroleptika Benzodiazepine zu nehmen, um überhaupt noch funktionieren zu können. ADHS war auch sehr stark, aber während der ersten Phase des Absetzens war das Gehirn extrem aktiviert – deshalb setzte ich Ritalin sofort ab. Eine Art "Kundalini-ähnliche" Phase.
Und: / das Finale /:
Danach war das ganze System erschöpft. Die Depressionen fühlten sich anders an und kamen mit enormer Wucht zurück.
Immenser Wucht! Keine Antidepressiva halfen mehr. Das ist verständlich: Das Gehirn und der Körper rebellierten gegen diese Stoffe, sie wollten wieder eine stabile Homöostase beibehalten.
Dem System ist völlig egal, was ich als Igor..usw.. wollte – biologisch-evolutionär ist das leicht zu verstehen.
Jetzt irgendetwas zu reduzieren oder zu ändern, bedeutet eigentlich, mich selbst sofort abzuknallen...
Zuerst muss das ganze System stabilisiert werden.
Und wie das passiert, wissen nur sehr wenige,
wenn überhaupt??? – denn dazu gibt es keine langen und verlässlichen Studien.
Die Frage ist, welche Schlussfolgerung man daraus praktisch zieht, vor allem wenn man mit seiner Kraft ziemlich am Ende ist. Ich würde dann wohl eher diese restliche Kraft erstmal vorrangig in mein eigenes Wohl stecken. Also überlegen, wo überall ich ansetzen kann, um meine Gesundheit zu verbessern - und dann auch systematisch damit beginnen. Jede kleine Besserung ist ja hilfreich und kann Ansporn sein, weiterzumachen. Wünschen würde ich Dir, dass Du Begleitung dabei hast.
Es gibt hier keine Begleitung. Mir wurde nur immer mehr und mehr Medikation angeboten.
Genau darum geht es auch in dem Podcast
Patientin Psychiatrie, den ich verlinkt habe.
Ich trage keine rosarote Brille. Ich bin nicht der Erste und nicht der Letzte …
Und ich denke, meine Chancen liegen bei etwa 0,01 %.
Gut, so ist das Leben.
Was nun: kleine oder große Dosen?
Fast 6000 mg, also kommt darauf an. + hoch konzentriert.
Ach,
@Oregano , dieses alte Zitat ist wirklich irreführend, das ist mir gerade aufgefallen. Benzodiazepine bleiben letztlich nur ein
einziger Stoff – und
eine Dosiserhöhung bringt keine Erleichterung, sondern führt wieder zu paradoxen Reaktionen. Dasselbe betrifft Baldrian: Ich vertrage ihn nur von einem bestimmten Hersteller, ein anderer löst sofort die ganze Symptomatik aus.
Auch Fenistil-Tropfen wirken bei mir sehr stark und ebenfalls paradox.
Warum das so ist, weiß ich nicht.
Wie gesagt, die ganze Dynamik hat sich verselbständigt. Immer weiter, immer mehr. Da bleibt nur, alles sehr vorsichtig auszuprobieren.
LG.
Ich komme nur mit enormen Dosen hochdosierten Baldrians und einen Benzodiazepinen zurecht.