Die Entmündigung von psychiatrisch Kranken, die vielleicht nur massive Vergiftungssymptome und Nährstoffmängel haben, wie ich hier im Forum schon ein paarmal nachlesen konnte, muß endlich mal in Frage gestellt werden.
Aber in einem von Fallpauschalen und Sparzwang beherrschten Gesundheitswesen läßt sich im Psychiatriebereich noch richtig Geld verdienen.
Viele Grüße, Brigitka
Hallo liebe Brigitka,
eine Entmündung, also Verbringung gegen den eigenen Willen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen, setzt voraus, dass es einen von einem Richter unterschriebenen entsprechenden Beschluss gibt. Es tut mir sehr leid, wenn dir dies passiert ist.
Die meisten Menschen, die ich persönlich kenne und die bereits in der Psychiatrie waren, haben diesem Aufenthalt nicht nur zugestimmt, sondern ihn oft selbst veranlasst.
Gleichwohl räume ich aber hier ein, dass ich auch andere Fälle kenne, wobei aber auch hier Psychopharmaka nicht halfen.
Mein Vater gelangte mit 66 durch nicht bekannte Ursachen in einen plötzlichen Zustand der vollkommenen Verwirrung und wurde, da die dortigen Ärzte eben keinerlei Ursache für seinen Zustand fanden, nach einem Krankenhausaufenthalt für mehrere Monate in eine geschlossene psychiatrische Abteilung verbracht.
Ich sah dort keinen Weg, dass sich sein Zustand verbessert, denn er blieb trotz Psychopharmaka völlig unverändert in seiner Verwirrung. Dass dort Ursachenforschung betrieben worden wäre, kann man wirklich nicht sagen.

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Meinem gleich zu Beginn geäusserten Wunsch ihn von dort nach Frankfurt in die Uniklinik (die einzige Klinik hier, der ich vertraue

) zu verlegen, wurde leider nicht sofort entsprochen.
Als er dann endlich in die Uniklinik kam (auch hier in eine psychiatrische Abteilung), wurde er innerhalb von 2 Monaten zu 99% wieder hergestellt, denn in diesem großen Komplex ist es kein Problem, jederzeit alle erforderlichen Untersuchung machen zu lassen, um den Ursachen auf den Grund zu kommen. Als er dann dort entlassen wurde, war dies mit neu eingestellten Medikamenten für seine bekannten chronischen Gesundheitsprobleme, aber ohne Psychopharmaka!
Leider ist eine reine Psychiatrie immer eine Art Versuchslabor für die intensive Anwendung von Psychopharmaka, die diesen durch die Pharmafirmen zum Spottpreis zur Verfügung gestellt werden. Die Psychatrien müssen sich daher nicht mit Generika zufrieden geben und bekommen jedes neu auf dem Markt befindliche Mittel sofort günstig zur Verfügung gestellt.
Daher kann sich jede Psychiatrie den großzügigen Einsatz dieser Mittel, in einer Menge und Kombination mit vielen verschiedenen Mitteln, dass es den Aussenstehenden graust, locker leisten.
Dazu kann einem schlecht werden, wenn man sieht, wie die dort behandelnden Ärzte mit diesen gewaltigen Mengen an gerne neuen und kaum geprüften Psychopharmaka regelrecht im Trüben fischen.
Glaub mir, auch ich empfinde dies als sehr schlimm und frage mich, wie man drauf sein muss, um da zu arbeiten.

Häufig ist es selbst den Ärzten so unerträglich, dass sie es auf den geschlossenen Abteilungen nicht lange aushalten.
Die Willigkeit gegenüber dem bestehenden System fängt meiner Meinung nach schon damit an, dass ein Mensch überhaupt an dieses System glaubt. Dass er das tut, zeigt sich dadurch, wie viele Menschen bereitwillig irgendwelche Psychopharmaka einnehmen, weil der HA sie verschreibt (und HA sind schon immer die, die den größten Teil der Psychopharmaka verschreiben) und sie selbst davon überzeugt sind, dass ihnen diese helfen.
Ich selbst hatte in einem anderen reinen Frauenboard schon viele Diskussion mit jungen Frauen, die voller Überzeugung und Glauben an den Segen dieser Medikamente seit vielen Jahren, selbstverständlich ohne je eine Therapie gemacht zu haben, solche Mittel einnahmen.
Die haben ob meiner Kritik ihre Psychodrogen mit Händen und Füßen verteidigt, als hätte ich keine Ahnung, schließlich wäre alles ein Dopamin-/Serotoninproblem, was dann durch die in diesem Board angemeldeten Ärtzinnen und sonstige in irgendeiner Art im Gesundheitswesen tätigen Frauen (Pharmareferentinnen, Labormäuschen, Arzthelferinnen, Schwestern, Medizinstudentinnen etc.) bekräftigt wurde.
Gleichzeitig habe ich eben in meinem privaten Umfeld Menschen kennengelernt, die ich nur als Opfer dieses Systems sehen kann, die aufgrund ihres Glaubens an die Hilfe und Notwendigkeit der Einnahme von Psychopharmaka diese schon seit vielen Jahren nehmen, auch schon freiwillig in die Psychiatrie gegangen sind und mMn. aus diesem Teufelskreis in diesem Leben nicht mehr rauskommen.
Das Problem an sich fängt mMn. schon viel früher an. Im Glauben der Menschheit an die Psychiatrie und die Psychopharmaka.
Ich bin aber ehrlich gesagt recht ratlos. Wenn von den Patienten selbst die vielen kritischen Reportagen zu Psychopharmaka im TV nicht ernst genommen werden, die heutzutage verfügbare Kritik auf vielen kompetenten Seiten als unseriös hingestellt wird und man diese Pillen lieber kritiklos einwirft, was soll denn dann bitteschön noch helfen?:schock:

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