Psychische Symptome durch Vitamin B 12 / Erstverschlimmerung?

Schwarzflug

Hallo,

ich beobachte schon länger ein seltsames Phänomen bei mir:

Wenn ich B 12 als Nahrungsergänzung in der Form Methylcobalamin zuführe (oral als Tropfen) fühle ich mich erst klarer im Kopf und nach ein paar Stunden bekomme ich psychische und körperliche Symptome davon.
Diese äußern sich in Form von Depression, Konzenatrtions- und Merkschwierigkeiten, leichte Wesensveränderung, Gereiztheit,und Zunahme der Missempfindungen.

Also quasi genau die gegenteiligen Symptome die ein Mangel verursacht, vielleicht eine Erstverschlimmerung :confused:
Langfristig muss ich sagen hilft es mir jedoch enorm:
Ich spüre regelrecht wie die Nerven wieder anfangen zu funktionieren und meine Konzentration und Gedächtnis besser werden.

Der Hintergrund ist der, dass mein Wert lange Zeit ziemlich grenzwertig (immer so unter 350 pg/ml) war, nachdem man mir Amalgam herausgebohrt hat.Da noch eine vegetarische Ernährung dazu kam wollte ich aufgrund meiner neurologischen Symptome nichts riskieren und habe es einige Zeit mal mehr und mal weniger regelmäßig supplementiert.

Jetzt gibt es Leute die behaupten B 12 methyliert das Quecksilber und macht es so durchlässiger für's Nervensystem, vielleicht kommt es ja doch davon, denn als ich einmal längere Zeit Kapseln in Form von MB12 genommen hatte ging es mir erst einige Zeit besser und dann immer schlechter, bis ich das Gefühl hatte regelrecht zu verblöden und auf Tropfen gewechselt habe, was mir etwas besser bekommt.
Vielleicht liegt das aber auch an der schnelleren und effektiveren Wirkung, da diese Tropfen bereits direkt über die Mundschleimhaut absorbiert werden und so der Verdaugstrakt umgangen wird.
An eine Methylierung oder Unverträglichkeit glaube ich nicht so wirklich ,da ich lange Zeit intensiv entgiftet habe und Methylcobalamin ja das bio-aktive B 12 ist, das jeder in seinem Körper hat, da müsste ich ja ständig entsprechende Symptome haben.
Das Präperat ist auch frei von Zusatzstoffen und laut der angegebenen Verzehrsmenge von 5 Tropfen am Tag sind es ca. 10.000% der empfohlenen Tagesdosis.

Der letzte Methylmalonsäure Test war im Normalbereich, trotzdem scheint mein Körper es enorm zu brauchen.
Hat jemand auch Erfahrungen mit diesen Symptomen oder kann mir etwas dazu sagen?

Meine letzten Werte:

Methylmalonsäure: i.S. 22.5 ug/l Normbereich 9- 32
Vitamin B 12: 489 pg/ml Normbereich 211-911


LG
 
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Hallo Schwarzflug,

wie hoch genau ist denn deine Einnahmedosis?

Ich habe auch zeitweise mit sehr hohen Dosen Methylcobalamin eine Zunahme von Symptomen gehabt, und zwar bekam ich davon Neuropathien in den Zehen und im vorderen Fuß. Damals hatte ich wegen massiver Zunahme von Nitrostress nach einer AB-Behandlung 5 mg i.m. injiziert. Nach jeder Injektion traten o.g. Beschwerden auf. Auf Nachfrage bei der Expertin in der Herstellerapotheke (Humanbiologin) wurde mir gesagt, dass Methylcobalamin keine nachteiligen Auswirkungen haben könne, es jedoch möglich sei, dass aufgrund der Wiederherstellung der Myelinscheiden die Nervenreizübertragung wieder hergestellt würde und somit die Schmerzübertragung.

Bei der ersten Injektion von 5 mg bekam ich außerdem einen ordentlichen Flush, der später nicht mehr auftrat.

Zu dem Gerücht, Methylcobalamin würde Hg methylieren erklärte mir mein Orthomolekulardoc (der auch in Biochemie promoviert hat), dass dies gar nicht möglich sei, weil das MB12 bereits methyliert sei. Ich selbst habe eine hohe Hg-Belastung und nehme es seit vielen Jahren hochdosiert, habe nur Verbesserung erreicht, nie Verschlechterung. Wenn ich andere, bestimmte B-Vitamine vernachlässige merke ich das allerdings im Kopf und am Gedächtnis, und wenn die Leber überlastet ist. Das führt zu Kopfnebel und Schwindel.

Kuklinski schreibt in seinem neuen Buch, dass zu B12 immer noch bestimmte andere B-Vitamine supplementiert werden müssen, um neue Dysbalancen zu vermeiden. Ich habe nur das Buch grad nicht da, um zu sehen was genau es war.

Was supplementierst du denn außerdem?

Viele Grüße
Lealee
 
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Schwarzflug

Hallo,

danke erstmal für die Antwort, das ist interessant.
Ich supplementiere außer dem B 12 zurzeit noch Astaxanthin und Lebertrankapseln.
Ersteres als Zellenschutz und zweiteres als "Gehirnreperatur", scheint mir auch wirklich zu helfen.
Könntest du für mich heraus suchen, was für Vitamine das genau sind? Das wäre super.

LG
 
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Es kann sein, dass du übermethylierer bist. Ich hatte die selbe Erfahrung mit MethylB12 und wusste nicht was das Problem ist. Viel später dann habe ich ein Gentest gemacht und daraufhin Yasko studiert, damit habe ich rausgefunden dass ich übermethylierer bin und nur Hydroxycobalamin für mich was ist.

Dasselbe kö´nnte bei dir auch durchaus der Fall sein.
 
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05.02.10
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Hallo oshon,

das ist ja interessant, kannst du mal kurz erklären was ein Übermethylierer ist?

Viele Grüße
Lealee
 

Schwarzflug

Heißt das ich soll die Einnahme daher lieber sofort stoppen?
Kann es gar schädlich für mich sein?
 
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30.04.08
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Im Falle dass du zu den Übermethylierern zählst, ja. Mir sind keine Mediziner bekannt die dieses Feld der Nutrigenomik ansatzweise so gut verstehen wie Frau Dr Yasko. Nutrigenomik ist simpel ausgedrückt die Wissenschaft wie NEM bei bestimmten Genotypen reagieren.

Lange Zeit war ich auch der Überzeugung dass Methylcobalamin die ideale Form sei, aber das stimmt nicht immer und ist individuell gesehen in bestimmten Fällen sogar kontraindiziert.

Ich würde an deiner Stelle die Einnahme stoppen und es evtl. mit HB12 probieren. Falls du das nötige Kleingeld hast (160€, wenn ich mich recht entsinne) dann kannst du auch dein COMT Status testen, somit erfährst du ob du zur Gruppe der "overmethylators" gehörst oder nicht.

idR ist es aber bekannt dass genau in dem Fall psychische Symptome auftauchen wenn man Übermethylierer ist und methylierte Substanzen wie MB12 zu sich nimmt
 

Schwarzflug

Das ist ja wirklich interessant, dachte auch immer MB 12 ist das "einzig Wahre", wieder was dazu gelernt.
Wie muss ich diesen Mechanismus denn verstehen und deutet dieser auf einen Gendefekt hin?
Leider kann ich im Internet außer in diesem Forum kaum etwas darüber finden, hast du vielleicht irgendwelches Infomaterial für mich zu diesem Thema?
 
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30.04.08
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Man findet dazu sogut wie nix in der englischen Literatur, ganz zu schweigen von der deutschen. Das einzige was du machen kannst, wenn du die englische Sprache gut beherrschst, ist das Buch Feelgood Nutrigenomics von Amy Yasko zu lesen und/oder ihre website zu besuchen, wo sie großzügigerweise ihre gesamtes Buch Autism:pathways to Recovery zur verfügung stellt Chapter 2: Nutrigenomics and the Methylation Cycle | Dr. Amy Yasko
Das Feld ist schon extremst komplex und ich verstehe vieles auch gar nicht.

PS: Ja, methylierung wird durhc Gene gesteuert, allen voran das COMT
 
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30.04.08
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Hi Lealee,

Nein, ich kanns leider nicht erklären und kurz recht nicht.
Das Feld ist wie gesagt viel zu kompliziert
Für den Laien aber ganz einfach gesagt: Wenn mit Pech ein COMT Polymorphismus homozygot vorliegt = keine methylierenden Substanzen: einnehmen wie MB12, sondern stattdessen HB12
 

Schwarzflug

Mh okay, da mein B 12 Wert ja sowieso in Ordnung war, werde ich das Thema dann jetzt endgültig abhaken.
Wollte damit nur nochmal einen letzten Selbstversuch in die Richtung B12-Mangel starten, aber mein Körper scheint künstliches B 12 einfach nicht zu vertragen, auch nicht in einer anderen Form wie Cyanocobalamin , was ich eine Zeit lang in Keltican Forte eingenommen habe.
Dann müssen meine neurologischen Symptome woanders herrühren und es macht keinen Sinn, weiterhin Geld für irgendwelche Vitamin-Pärperate raus zu schmeißen die am Ende eh nichts bringen, außer eben einen leeren Geldbeutel und eine Verschlechterung des Zustandes :mad:
Aber so ist das eben als chronisch Kranker, man klammert sich an jeden Strohhalm... :rolleyes:

Aber immerhin habe ich mittlerweile Gluten- und Milchprodukte hochgradig in Verdacht, will es mir aber noch vom Gastroenterologen bestätigen lassen wo ich am 14. nächsten Monats endlich einen Termin habe. Dafür muss ich allerdings wieder die genannte Produkte verzehren um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, auch wenn es mir dadurch wieder richtig schön scheiße geht :mad:
Mein Bauchgefühl sagt mir jedenfalls, dass ich kurz vor dem Durchbruch stehe, nach 2 1/2 Jahren der unspezifischen Symptomatik... :rolleyes:
 
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Schwarzflug

Eine Frage fiele mir da noch ein, aus reinem Interesse: Ist dieses Coenzym-B12 (Adenosylcobalamin) auch schon methyliert?
 
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11.01.10
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Übermethylierer ist ein unglücklicher Ausdruck. Genetisch kann man das nicht sein. Wenn man zuviele Methylgeber nimmt wie z.B. MethylCobalamin kann es sein dass man "übermethyliert". Wahrscheinlich funktioniert die B12 Methylierung in der Zelle bei dir ohnehin gut, und du brauchst die Methyl-B12 Form nicht. Es kann aber sein, dass der Methylierungs-Engpass bei dir so wie bei mir in der Zelle bei B9 (Folsäure) liegt. Das hat dann auch zur Folge, dass man in der Zelle zu wenig Glutathion, das körpereigene Entgiftungsenzym, bildet und so chron. vergiftet wird bei zu viel Umwelttoxin-Belastung. Dann muss man Metafolat zuführen. Das gibt's im B-Komplex von "Pure encaps", und soll in Verbindung mit einem B12 genommen werden, vielleicht ein deinem Fall auch besser als Hydroxy-B12 (oder Adeno-).

Hier hat Tiga dazu etwas von Rich van Konynenburg übersetzt (interessant selbst wenn man nicht von chron. Infekten, sondern einstweilen nur Vergiftung betroffen ist): http://www.symptome.ch/vbboard/genetik/100597-methylierungszyklus-zentrale-ursache-english-original.html#post782499
Seeehr viel zu B12 zur Entgiftung findet man im "Phoenix rising" Forum unter Treatments-Detox...
 
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05.02.10
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Hallo Schwarzflug,

Mh okay, da mein B 12 Wert ja sowieso in Ordnung war...
Da B12 NO wirkungsvoll senkt und NO für die Gefäßweitstellung nötig ist, könnten Durchblutungsstörungen für manche deiner Beschwerden die Ursache sein. Bei meinen Neuropathien in den Extremitäten war das wohl so, habe ich gestern zufällig erfahren. Deswegen traten sie nach der stark erhöhten B12-Supplementierung erstmals auf, und dann immer verstärkt nach der Supplementierung (auch als diese wieder niedriger dosiert war), insbesondere wenn ich die Füße hochlegte. Und sie besserten sich mit Buchweizentee, dessen Wirkstoff Rutin die Durchblutung bis in die kleinsten Gefäße verbessert. Für mich in meinem Fall ein klarer Zusammenhang.

Ich gehe davon aus, dass ein Zuviel an B12 nicht einfach wirkungslos bleibt sondern die notwendige, gesunde NO-Produktion durchaus unterschritten werden kann, mit o.g. Auswirkungen.

Aber immerhin habe ich mittlerweile Gluten- und Milchprodukte hochgradig in Verdacht
Bei meiner Tochter ist das so: Kasein und Gluten lösen psychische Beschwerden aus, selbst geringe Mengen. Kasein ist in allen Milchprodukten enthalten, auch laktosefreie Produkte müssen strikt gemieden werden.

Informationen dazu gibt es u.a. hier:
autismus-diaet.at

Viele Grüße
Lealee
 
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Schwarzflug

Danke für deinen Beitrag, das ist sehr interessant, zumal mir total oft im Schlaf die Arme oder Beine einschlafen und ich davon oft wach werde und die erstmal garnicht bewegen kann, richtig unangenehmes Gefühl :eek:
Gluten und Casein werde ich ab den 14. nächsten Monats nach dem Termin beim Gastro strikt meiden, egal was meine Eltern und Freunde darüber denken, ich lasse mir doch mein Leben nicht vermiesen, nur weil ich bestimmte Nahrungsmittel schlichtweg nicht mehr vertrage!
Leider nimmt einen ja kaum noch einer wirklich ernst, und man muss sich so viele Informationen im Internet mühevoll zusammen suchen und läuft dabei auch noch Gefahr, sich alles mögliche einzubilden :rolleyes:
Aber ich denke ich bin auf den richtigen Weg, bei mir geht es immer mehr in Richtung Stoffwechsel/Ernährung/Vitamine.
Hoffentlich hat dieser Spuk irgendwann mal ein Ende, manchmal habe ich einfach nur noch das Gefühl mein Leben ist gelaufen...
 
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14.05.14
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Das ist wirklich sehr interessant, was Du schreibst, Lealee. Ich kenne jemand, der verträgt auch B12 (besonders Methylcobalamin sublingual) nicht besonders gut, wird müde und schwummrig danach usw. Aber er isst ständig entweder Zitronen oder Orangen. Ich merke soweit nichts bei der Einnahme von Methylcobalamin, außer dass ich mir einbilde, dass es mir gut tut, aber ich könnte niemals Zitronen pur essen.

Hier noch ein paar recht interessante weitere Infos zu Rutin:

Antioxidatives Schutzsystem - Chemgapedia
 

kopf

Hallo,

vielleicht kannst du dich auch noch mit einem anderem Vitamin beschäftigen .
hier meine ich Vitamin B 1 .
benfotiamin ist eine vorstufe und für den körper besser verwertbar !


mangelsymptome sind z.b. Psychische Labilität ,Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Depressionen und Angstzustände .

zum thema taubheit und kribbeln---Periphere Neuropathien – Erkrankung des peripheren Nervensystems, neurologische Störungen, Störungen in der neuromuskulären Informationsübertragung – insbesondere in den Extremitäten mit dem höchsten Aktivitätsgrad .

Vor allem schützt B1 das Gehirn (Blut-Hirn-Schranke ).

beim verzehr vieler kohlenhydrate wird enorm B 1 verbraucht .

LG kopf .
 
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05.02.10
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Hallo Schwarzflug,

Das vermehrte Einschlafen von Gliedmaßen hatte ich auch. Kann aber, wie Kopf schreibt auch andere Ursachen haben, obwohl ich in meinem Fall eher auf die Durchblutung tippe.

@blunsi
Ich merke soweit nichts bei der Einnahme von Methylcobalamin, außer dass ich mir einbilde, dass es mir gut tut,
Mir hat es auch sehr gut getan, hatte immensen Nitrostress damit erfolgreich behandelt und wurde wieder entspannt und gelassen. Ein Gangliom ging mit B12 weg. NO war offenbar nach längerer Behandlung deutlich gesenkt. Vermutlich war die Hochdosierung von 1 mg auf vorübergehend 5 mg dann zuviel NO-Senkung.

...Vor allem schützt B1 das Gehirn (Blut-Hirn-Schranke )...
Bei mir hatte sich die offene Blut-Hirn-Schranke im Lauf der Behandlung wieder geschlossen, und ich hatte zu der Zeit viel B1 supplementiert. Könnte also nicht nur Zufall gewesen sein sondern das B1.

Viele Grüße
Lealee
 
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