Probleme mit Herzrhythmusstörungen (auch Vorhofflimmern) - Hilfe erbeten

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Kenne ich, gerade wegen meinem weiteren Thema anfallsartiges Herzrasen (supraventrikuläre paroxysmale tachykardie).
 
Danke für den Hinweis. Ich habe das Problem nicht mehr, aber eine Bekannte, der ich es weitergeben werde. Warum erfährt man das nicht von den Ärzten.
 
Weil es zu den Hausmitteln zählt, von denen die Ärzte vielleicht annehmen, daß man sie kennt? Das ist ja dasselbe wie das Luftanhalten bei Schluckauf, die Wirkung geht über den Vagusnerv.
 
Hatte im Winter auch Bluthochdruck und war da erstmals wieder beim Kardiologen. Der meinte Bluthochdruck sei temporär und eher stressbedingt, keine Therapie notwendig.
Stress verbraucht Magnesium, Kalium... - da einfach in Stressphasen vermehrt auf Zufuhr achten (es gibt Magnesium/Kaliumkombi in jedem Drogeriemarkt).

Nur Nifedipin, welches bei über 160 zu nehmen sei.
Überprüf deine Medikamente, ob die nicht auch noch zusätzlich in Elektrolyte eingreifen (Kalium, Kalzium etc.)

Jetzt seit gut einer Woche wieder jeden Tag. Gerne beim Treppensteigen, aber auch schon bei normalem Gehen. Sitzend, auf dem Sofa oder im Bett dann aber schnell wieder weg. ....seit Dezember wenig Zucker und Salz.
Ich tippe auf "hausgemacht" - Natriummangel. Eventuell auch Mangel oder Ungleichgewicht bei anderen Elektrolyten. Ohne die kann das Herz nicht gut funktionieren.
Simpler Test: nimm vor jedem Glas Wasser ein wenig Salz zu dir. Schau was sich ändert.
(Salz ist nicht dein Feind. Speziell bei Stress, Sport ect. verliert man Elektrolyte - uA auch Natrium. Und das wirkt sich so aus wie von dir beschrieben).
Wenn du zusätzlich Herzklopfen oder Stolperer spürst, ist auch Kalium im Keller. Bei Problemen beim Stiegensteigen, Belastung (ev. auch schwerer Atmung ist es der Natriummangel, der sich meldet).

Du wirst es auch am Durst merken (wenn Salz eher im Mangel ist, wird das Durstgefühl geringer).

Und Blutdruck: lass dir da keine Angst machen - der Körper fährt ihn nie ohne Grund hoch. Er will dich von den Zehenspitzen bis zum Kopf mit Energie versorgen. Da künstlich zu senken ist mE fahrlässig.
(bzw. wenn zB jemand starkes Übergewicht hat, hat der nix davon, wenn man bei ihm einen Blutdruck "einstellt", der dem eines jungen sportlichen Mannes gleicht. Der sitzt dann nur am Sofa rum und kann abgestaubt werden. Sorry für den "saloppen Vergleich", aber es geht um Lebensqualität und nicht um "Normwerte").

Zurück zu dir/deiner aktuellen Situation: durchatmen, den Körper mit Elektroyten versorgen und damit dürfte es wieder passen. :)

Alles Gute dir
togi
 
Hallo @togi und sonstige geneigte Leser ;)

mal wieder ein Update von mir.

War zwischenzeitlich besser, u.a. bei einem Städetrip 10 Tage lang je 10-20km zu Fuß und viel „Trubel“ recht problemlos. Hab mir dann am Ende einen Infekt eingefangen mit Schnupfen und Fieber (Anfang Juni). Seitdem wieder vermehrt Herzrhythmusstörungen (nehme an eher SVES). Lässt sich von der Smartwatch meist gut aufzeichnen. Blutdruck ok, erster Wert meist etwas höher (140-90), nach 2-3 Minuten bewusst atmen, bei 120-80.

Seit nun drei Tagen bei jedem leichten Rumlaufen im Haus, Treppensteigen, etwas leichtes anheben, immer gleich Extrasystolen. Dazu müde und schlapp, schlafe ja dauerhaft nie mehr als so 6-6,5 Stunden max. Normales EKG bei Hausarzt nix, LZ-EKG hab ich mal Termin bei Kardiologe gemacht, ist in zwei Wochen.

Hatte mal Elektrolyt Tetesept aus der Drogerie genommen zehn Tage, gefühlt kein Effekt. Seit gestern gewechselt zu 2x2 Tromcardin complex morgens und abends. Bin derzeit null belastbar, einzig auf dem Sofa gehts ohne ES. Auch Autofahren geht idR ohne ES.

Bin mal wieder maximal genervt von mir, von allem, Lebensqualität voll eingeschränkt und ich bekomme es einfach nicht los. An Radeln & Co. gar nicht erst zu denken. Auch wenn ich gerade beim Radeln immer schön das Kopfchen freibekommen hatte früher…

Irgendwelche Pro-Tipps? Auf nur Magnesium switchen? Falls ja, welches?

Allen von ♥️ viel Gesundheit und allet Jute!
 
Bei den Elektrolyten bzw. Tromcardin wäre vielleicht wichtig, wieviel Kalium und Magnesium du auf diesem Weg zu dir genommen hast. Vielleicht war es einfach zu wenig.
 
Bei den Elektrolyten bzw. Tromcardin wäre vielleicht wichtig, wieviel Kalium und Magnesium du auf diesem Weg zu dir genommen hast. Vielleicht war es einfach zu wenig.
Bei 2x2 sind es laut Packung:

Kalium470 mg23,5 % NRV
Magnesium146 mg39 % NRV

Blut war im Januar:

Natrium 138 mmol/l 134 - 150
Kalium 4.2 mmol/l 3.5 - 5.6
Calcium 2.44 mmol/l 2.13 - 2.56
Eisen 155 µg/dl 40 - 160
 
In einem Beutel Kalium Verla sind 780mg Kalium. 470 ist nicht wirklich viel, das ist auch schon in einer Banane drin. Ich täte mal testen, das Kalium noch etwas zu erhöhen, um zu sehen, ob es etwas bewirkt. Nicht überdosieren! Zuviel Kalium bringt das Herz genauso durcheinander wie zu wenig. 1500 mg darf man aber auf einen Rutsch einnehmen und bis zu 7 Beutel Kalium Verla pro Tag -- das nur zur Einordnung, was viel und wenig ist.

Magnesium kann man ohne Probleme auch 400 mg am Tag nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Herzrhythmusstörungen sind direkt mit Kalium verbunden. Es könnte sei, daß du direkt (binnen einer halben Stunde) eine Wirkung spürst. Magnesium ist auch gut, hat aber nicht diese Direktwirkung aufs Herz, soweit ich weiß.
 
Herzrhythmusstörungen sind direkt mit Kalium verbunden. Es könnte sei, daß du direkt (binnen einer halben Stunde) eine Wirkung spürst. Magnesium ist auch gut, hat aber nicht diese Direktwirkung aufs Herz, soweit ich weiß.
Mitunter denkt man ja schon, dass man total wirr wird. Nach den 2 Tromcardin abends dachte ich, es ist alles etwas ruhiger geworden. Bin natürlich auch super müde nach dem Stress und den miesen Nächten (quasi chronisch schlechter Schlaf, hinzukommt beruflicher Stress). Vielleicht tatsächlich ein Effekt.

Der HA meinte nur, Tromcardin nehmen sei gut. Sagen sie alle irgendwie. Höhere Dosis war dort kein Thema.
 
Ja, Hausärzte empfehlen Tromcardin, und Tromcardin zu nehmen ist gut. Aber es scheint dir ja nicht zu helfen ... und mein Ansatz wäre: die Dosis ist vielleicht zu niedrig. Das läßt sich ganz simpel und gefahrlos testen.
 
Blutwerte Kalium ohne Substitution waren ja vor halbem Jahr bei 4.2, Norm wohl 3.5-5.6. Zu den Werten hatte HA damals nix weiter mitgeteilt. Ebenso war LDL bei 151 (hatte schon zwei Brote mit Konfitüre gefrühstückt, wusste nicht, dass Blut entnommen wird), auch kein Wort dazu. Bin dort mittlerweile aber auch weg, da als „Lösung“ Candesartan + Betablocker verordnet wurde. Laut Kardiologe, bei dem ich danach war, Quatsch. Ging damals aber auch von alleine weg, primär Bluthochdruck und weniger ES.
 
Schau mal was sich tut, wenn du ein paar Tage Natron (oder Samarin) nimmst. Auf nüchternen Magen (30 Min vor dem Essen, 2 Stunden nach dem Essen. Ev. vorm Schlafen gehen.

Bei Energiemangel würde ich Salz bewusst hochfahren (vor jedem Glas Wasser ein wenig - Messerspitze voll). Und dich mental immer wieder zurückbringen im Stil von "ich bin gesund und voller Energie. Mein Herz arbeitet optimal etc.

Wenn du dich auf "das was grad nicht geht" fokussierst, bekommst du "mehr von" (so ist unser Nervensystem "kalibriert"). Einfach mal 2-3 Tage durchhalten. Jedes Mal wenn negativer Gedankenloop kommt schalte bewusst in positives Zielbild um und bleibe so lang dran, bis das Thema uninteressant wird. Das kann nach 2-3x denken sein oder auch Minuten lang dauern. Wenn mal ein "schlechter Tag" ist - mach es im Dauerloop.
(So in dem Stil machen es alle Profisportler. Immer im "Soll" bleiben, dann zieht der Körper nach einiger Zeit zwangsläufig nach).

Alles Gute dir und nur keinen Stress selbst machen.

lg togi
 
Weil es zu den Hausmitteln zählt,...
Das bezog sich auf das viel genannte Valsalva-Manöver (mir eher gegen niedrigen Blutdruck, Synkopen genannt).

Bezüglich Eigenmaßnahmen gegen Vorhofflimmern (AF) hörte ich kürzlich von einer neuen Studie, die ganz andere "Manöver" als erfolgreich darstellt:

BMC Cardiovasc Disord. 2026 Jan 29;26:176. doi: 10.1186/s12872-025-05462-5

Patient-reported effectiveness of strategies to convert paroxysmal atrial fibrillation to sinus rhythm in the home setting – a community-based participatory research approach

(deutsch: Von Patienten berichtete Wirksamkeit von Strategien zur Umstellung von paroxysmalem Vorhofflimmern auf Sinusrhythmus im häuslichen Umfeld – ein partizipativer Forschungsansatz auf Gemeindeebene)


Harald M Stauss1,2,✉, Alexander T Morris1, Joseph Brinza1, Biola Eniola1, Sukla Mohajan1, Esmeralda Ponce1, Gilda Tchao1, Udit Bhatnagar3

PMCID: PMC12924474 PMID: 41612208


Aus dem Abstract, zusammengefasst von mir, Übersetzung mit Hilfe von DeepL.com (kostenlose Version):

Ziele der Studie
  • Bewertung der von den Patienten wahrgenommenen Wirksamkeit von zu Hause durchführbaren Selbstmanagementstrategien zur Beendigung von paroxysmalem AF
  • Untersuchung potenzieller Störfaktoren, darunter Patientenmerkmale, AF-Belastung und die Einnahme von Antiarrhythmika.
Methoden

Es wurde ein Fragebogen entwickelt und in Social-Media-Gruppen zur AF-Interessenvertretung (> 50.000 Mitglieder) eingesetzt.

Die berichteten Strategien wurden anhand potenzieller physiologischer Mechanismen eingeteilt in:
  • hämodynamische
  • autonome
  • Bewegungs-
  • Meditations-/Yoga-
  • Kälte- oder Wärmeanwendungen
  • Atemtechniken
  • Einnahme von Elektrolyten, Flüssigkeiten oder Nahrungsergänzungsmitteln
  • sonstige Interventionen
Es wurde ein Wirksamkeitsindex berechnet, bereinigt um die Störvariablen, je nachdem, wie häufig die Intervention als erfolgreich empfunden wurde und wie schnell die Wirkung eintrat.

Als erster Schritt zur Bewertung potenzieller Mechanismen und Sicherheitsaspekte wurden 8 "allgemein gesunde Probanden" untersucht auf die hämodynamischen Reaktionen auf Einnahme von 500 ml eiskaltem Wasser und Beinheben und eine modifizierte Tauchreaktion.

Ergebnisse

Von den 606 Patienten aus 20 Ländern gaben 132 mindestens eine Strategie an, insgesamt waren es 259 verschiedene Strategien.

Als weniger wirksam empfunden wurden
  • Einnahme von Flüssigkeit, Elektrolyten und Nahrungsergänzungsmitteln
  • Atemtechniken
gegenüber "hämodynamischen" Maßnahmen wie
  • Hochlegen
  • körperliche Betätigung (vor allem zügiges Gehen, Laufen oder Radfahren)
Laut einer multiple Regressionsanalyse war mit einer geringeren Wirksamkeit assoziiert
  • hohes Alter
  • hohe Vorhofflimmern-Belastung
  • Einnahme von β-Blockern
Bei den gesunden Probanden (s.o.) bewirkte die kombinierte Intervention
  • Erhöhung des Schlagvolumens
  • Erhöhung des Herzzeitvolumens
  • Erhöhung des enddiastolischen Volumens des linken Ventrikels
  • Senkung der Herzfrequenz
Schlussfolgerungen

Hämodynamische Interventionen und körperliche Betätigung wurden als am wirksamsten bei der Beendigung paroxysmaler Vorhofflimmer-Episoden im häuslichen Umfeld empfunden. Allerdings scheinen fortgeschrittenes Alter, eine hohe Vorhofflimmer-Belastung und die Einnahme von β-Blockern die Wirksamkeit von Strategien zum Selbstmanagement zu Hause einzuschränken. Veränderungen des kardialen autonomen Tonus und die Aktivierung von dehnungsaktivierten Ionenkanälen im Vorhof könnten zur Wirksamkeit solcher Selbstmanagementstrategien beitragen.

Das klingt für mich interessant und deckt sich mit Erfahrungen im Umfeld, dass Valsalva-Manöver in der üblichen und abgewandelten Form (die wirksamer sein soll), verschiedene Kältewendungen (eiskaltes Wasser auf Gesicht oder Arme, Eiswürfel lutschen) nicht halfen, während ein langsamer, gleichmäßiger Spaziergang zumindest ein mal zur Besserung führte - was weiter beobachtet wird.
 

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