Yersinien, instabile HWS, Schilddrüse-Rheuma-Abklärung sinnvoll?

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Hallo allerseits,

da ich in letzter Zeit immer wieder über das Thema Rheuma stolpere, wende ich mich an Euch mit ein paar Fragen und Gedanken.

Ich bin aktuell am Überlegen, ob eine Abklärung beim Rheumatologen sinnvoll wäre. Folgende Punkte bringen mich zu diesen Überlegungen:

- Wiederkehrende Schmerzen v.a. der HWS mit Verdacht auf Kopfgelenksinstabilität mit diversen Symptomen (Fehlstellung der oberen Halswirbel ist bekannt)

- vereinzelt wandernde Schmerzen vieler zentraler Gelenke (Wirbelsäule, Kreuzbein, Hüfte, Schultern); aber keine Schmerzen der peripheren Gelenke (Hände, Knie, Füße)

- Hinweis auf Yersinien in einem alten Arztbericht (YEEA 12 U/ml, YERA negativ, YERG positiv, Yersinia-AK IgG 28,5 U/ml (Referenzwert <20,0), Yersinia-AK IgM 10,5 U/ml). Ob der IgA-Wert dabei ist, kann ich nicht erkennen. IgG weist ja, soweit ich weiß, auf eine vergangene oder chronische Infektion hin. Die Werte wurden wegen eines Verdachts auf beginnenden Morbus Crohn genommen, der weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte.

- TSH-Wert sprunghaft erhöht bei normalen T3- und T4-Werten (ggf. Hashimoto?)

Folgende weitere Abklärung ist geplant:

BSG-Wert, endokrinologische Abklärung, Nitrostress-Diagnostik, funktionelles MRT der Kopfgelenke

Der CRP-Wert ist aktuell sehr niedrig (<1).

Ist jemand biochemisch so fit, dass er sagen kann, ob man einen Zusammenhang zwischen Citrullin im Urin und citrullinierten Peptiden in Gelenken (Rheumamarker) sehen kann? Citrullin wird ja aktuell auch abgeklärt im Rahmen der Nitrostress-Diagnostik, könnte also ggf. für mich ein weiterer Hinweis sein?

Haltet Ihr eine Abklärung beim Rheumatologen für sinnvoll? Ich habe dazu folgende Gedanken:

- ein positiver Befund beim Rheumatologen könnte ein weiteres Argument für die Beantragung des fMRT bei der Kasse sein, da bei Rheuma die Kopfgelenke ja zusätzlich betroffen sein können, richtig?

- eine Therapie beim Rheumatologen könnte ggf. mit medikamentösen "Hämmern" einhergehen und eine kritische Sicht dazu könnte ggf. in Sachen Mitwirkung des Patienten negativ interpretiert werden. Da ich mich gerade durch die Bücher von Dr. Kuklinski und M. Parr lese, würde ich aber gerne erst einmal eine alternative Behandlung versuchen (Vitamine, NEMs, etc.), auch im Sinne von "das Ende der Symptombekämpfung". Was sind Eure Erfahrungen und Meinungen dazu?

Ich bin gespannt auf Eure Gedanken dazu!

Viele Grüße,

odyssina

P.S.: Habe eben gesehen, dass der Titel aufgrund von Zeichenmangel etwas seltsam aussieht. Leider kann ich das nicht mehr ändern. Aber ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine, und denkt Euch das fehlende Leerzeichen einfach... :)
 
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wundermittel

Datura

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Guten Morgen!

könnte ggf. in Sachen Mitwirkung des Patienten negativ interpretiert werden.

Wenn der Rheumatologe sagt, Du habest Rheuma, sollst diese und jene "Hämmer" nehmen, könntest Du sagen "oh, vielen Dank, das werde ich versuchen", Dein Rezept schnappen und nicht einlösen.Wer will Dich daran hindern?

Wenn Du Dich auf einen Dialog einlassen willst, könntest Du sagen, die Yersiniose steht noch im Raum, macht genau diese Symptome (was macht übrigens Dein Eisen? Deine Augen?), das möchte ich noch gründlich abgeklärt haben, wo gibt es einen fähigen Infektiologen? Denn die Rheumamittel sind ja dazu da, das Immunsystem runterzufahren, also können Deine Yersinien sich fröhlich vermehren.

Grüße von Datura
 
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Hallo Datura,

hui, bist Du Frühaufsteher... :)

Vielen Dank für die Antwort, das hilft mir weiter. Vor allem der Hinweis auf eine Beeinträchtigung des Immunsystems ist wichtig, danke. Ich denke, ich werde das Thema auf jeden Fall beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Und in Sachen Rheumamedikation habe ich mich bisher noch kaum informiert, das sollte ich auch noch machen.

Eisenwerte waren vor einigen Jahren sehr niedrig (auch in Zusammenhang mit starken Monatsblutungen), haben sich aber unter oralen Kontrazeptiva und Eisenpräparaten wieder gefangen. Wobei ich keine aktuellen Werte habe.

Augen sind ein Thema, aber da kann ja vieles mitspielen. Gäbe es etwas Bestimmtes, worauf man im dem Zusammenhang besonders achten sollte? Was für mich z.B. bisher unerklärlich ist, sind unterschiedliche Farbwahrnehmungen auf beiden Augen. Ansonsten hatte ich hierhttps://www.symptome.ch/vbboard/oxidativer-nitrosativer-stress/7201-augenprobleme-nitrosativer-stress-3.html schon mal was zu meinen Auffälligkeiten rund um die Augen geschrieben.

Grundsätzlich hat man als Patient ja das Recht, selbst zu entscheiden, ob man sich behandeln lassen will oder nicht. Aber inwiefern einem das in der Praxis dann doch negativ ausgelegt werden könnte, frage ich mich trotzdem. Bisher habe ich auch alles versucht, was mir Ärzte vorgeschlagen hatten. Aber inzwischen habe ich mich selber zu vielen Themen ausführlicher informiert und ein informierterer Patient kann ja durchaus auch ein kritischerer Patient sein - im positiven Sinne. :)

Viele Grüße,

odyssina
 
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Hallo Datura,

hui, bist Du Frühaufsteher... :)

Vielen Dank für die Antwort, das hilft mir weiter. Vor allem der Hinweis auf eine Beeinträchtigung des Immunsystems ist wichtig, danke. Ich denke, ich werde das Thema auf jeden Fall beim nächsten Arztbesuch ansprechen. Und in Sachen Rheumamedikation habe ich mich bisher noch kaum informiert, das sollte ich auch noch machen.

Eisenwerte waren vor einigen Jahren sehr niedrig (auch in Zusammenhang mit starken Monatsblutungen), haben sich aber unter oralen Kontrazeptiva und Eisenpräparaten wieder gefangen. Wobei ich keine aktuellen Werte habe.

Augen sind ein Thema, aber da kann ja vieles mitspielen. Gäbe es etwas Bestimmtes, worauf man im dem Zusammenhang besonders achten sollte? Was für mich z.B. bisher unerklärlich ist, sind unterschiedliche Farbwahrnehmungen auf beiden Augen. Ansonsten hatte ich hierhttps://www.symptome.ch/vbboard/oxidativer-nitrosativer-stress/7201-augenprobleme-nitrosativer-stress-3.html schon mal was zu meinen Auffälligkeiten rund um die Augen geschrieben.

Grundsätzlich hat man als Patient ja das Recht, selbst zu entscheiden, ob man sich behandeln lassen will oder nicht. Aber inwiefern einem das in der Praxis dann doch negativ ausgelegt werden könnte, frage ich mich trotzdem. Bisher habe ich auch alles versucht, was mir Ärzte vorgeschlagen hatten. Aber inzwischen habe ich mich selber zu vielen Themen ausführlicher informiert und ein informierterer Patient kann ja durchaus auch ein kritischerer Patient sein - im positiven Sinne. :)

Viele Grüße,

odyssina
 

Datura

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inwiefern einem das in der Praxis dann doch negativ ausgelegt werden könnte, frage ich mich trotzdem.

Ja, das wird sicher negativ ausgelegt, deshalb würde ich das auch nicht dem Arzt sagen.
Begleit- und Folgeerkrankungen von Yersiniosen sind:

Reaktive Arthritis
Myalgien,
Uveitis anterios ( Entzündung der mittleren Augenhaut), möglicherweise noch andere Entzündungen im Auge,
Parästesien, Schmerzen

Quelle: Medizinische Mikrobiologie von Köhler et al., S. 325 ff.

Yersinien benötigen Eisen für ihr Leben/ Vermehrung, Quelle ebd, viele andere Keime auch, z.B. Babesien.

Grüße von Datura

Ja, dafür gehe ich früh ins Bett.
 

Datura

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Hab gerade im anderen Thread (Augen) gelesen. Ja, klar, auch durch Schädigung der Kopfgelenke können sicherlich Augenschäden entstehen.

Der NO- Stress kann direkt durch Infektionskrankheiten erhöht sein, denn NO wird vom Körper vermehrt produziert, wenn er Bakterien eliminieren will.

Zu meinem allergrößten Bedauern fügt Kuklinski Überlegungen zu chronischen Infektionskrankheiten in keinster Weise in sein Vorgehen ein.

Und man kann auch Läuse und Flöhe haben.

Datura
 
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Hallo Datura,

herzlichen Dank für Deine Gedanken und fundierten Informationen zum Thema. Vor diesem Hintergrund wäre es sicherlich sinnvoll, aktuell noch einmal die Yersinien-assoziierten Werte inklusive Eisenwerte bestimmen zu lassen - beides ist mehrere Jahre her und vor diesem Hintergrund ist es denkbar, dass die Eisenpräparat-Einnahme nur kurzfristige Wirkung gezeigt hat. Damals gab es auch höchst auffällige EBV-Werte; auch das wäre ggf. sinnvoll, noch einmal zu überprüfen. Ich hatte gelesen, dass im Rahmen von Yersinien-Infektionen oft auch vermehrt weitere Infektionen vorkommen.

Wäre es sinnvoll, dass mein Freund sich auch auf Yersinien testen lässt? Wie hoch ist die Ansteckunsgefahr bei jemandem, der nur selten Infekte hat und ein recht gutes Immunsystem zu haben scheint? Ich komme auch mit den Werten nicht ganz klar; kann man anhand dieser Werte zwischen einer chronischen Infektion und einer ausgeheilten Infektion unterscheiden?

Hinsichtlich der von Dir erwähnten Begleit- und Folgeerkrankungen werde ich mich noch einmal einlesen, danke für die Hinweise. Ich bin aber generell erstaunt, dass diese Diagnose damals nicht weiterverfolgt wurde, und frage mich, weshalb.

Hinsichtlich Flöhen und Läusen hast Du sicherlich recht. Gerade, wenn der Körper schon eine Baustelle hat, ist er sicherlich vermehrt anfällig - und je mehr zusammenkommt, desto schwieriger wird die Diagnostik und Therapie.

Ich habe mich noch nicht komplett durch die Bücher von Dr. Kuklinski und PhD Martin Parr durchgelesen, aber der Faktor chronische Infektionskrankheiten ist sicherlich höchst wichtig. Dazu gehören die Fragen: Was stärkt und was schwächt das Immunsystem? Welche - ggf. fehlgeleiteten - Stoffwechselprozesse sind infektionserhaltend? Wie kann möglichst gezielt und nebenwirkungsarm gegen die Infektionen vorgegangen werden?

Wenn ich hinsichtlich Antirheumatika lese, dass diese z.T. immunsupprimierend sind und z.T. die Wirkungsweise nicht bekannt ist, kommen mir in diesem Zusammenhang schon Bedenken. Eine Schaden-Nutzen-Analyse ist hier sicherlich nicht einfach.

Liebe Grüße,

odyssina
 

Datura

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Yersinien, instabile HWS, Schilddrüse-Rheuma-Abklärung sinnvo

Wäre es sinnvoll, dass mein Freund sich auch auf Yersinien testen lässt?

Yersinien holt man sich mit rohem Fleisch, Rohmilch, Rohmilchkäse oder auch Salaten, die mit tierischen Exkrementen gedüngt sind. Typischerweise beginnt eine Yersiniose mit Durchfall. Vielleicht ist Dein Freund denselben Infektionsquellen ausgesetzt? Wie groß die Ansteckungsgefahr ist von Mensch zu Mensch, weiß ich nicht genau.

Ich bin aber generell erstaunt, dass diese Diagnose damals nicht weiterverfolgt wurde, und frage mich, weshalb.

Die Kenntnisse der Medizinerzunft sind insgesamt bezüglich chronischer Infektionskrankheiten mangelhaft, das könnte daher kommen, dass es im Medizinstudium bis 2003 keine Infektiologie gab.

Wenn ich hinsichtlich Antirheumatika lese, dass diese z.T. immunsupprimierend sind

Ja eben, da sollte man schon sehr genau Infektionskrankheiten als Ursache von Gelenkschmerzen ausgeschlossen haben, sonst geht der Schuss auf jeden Fall nach hinten los.

Grüße von Datura
 
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Hallo Datura,

herzlichen Dank Dir noch mal für Deine Hilfe! Danke auch für den Hinweis, dass Infektiologie erst seit kurzem Teil des Medizinstudiums ist. Das ist wichtig zu wissen.
Somit ist das ein weiterer Bereich, in dem Dein Motto "selber wissen ist gesund" ungemein wichtig ist.

Viele Grüße,

odyssina
 
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