Hallo zusammen :) Verschiedene auffällige Laborwerte - V.a. Morbus Wilson?

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02.10.13
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Hattest du amalgam in den zähnen oder Kontakt mit quecksilber oder schwermetallen ?

Oder vllt könnte auch blei bei dir ein thema sein. Für blei gibt es auch viel quellen.

Hast du schon mal chelatbildner benutzt ?
 
wundermittel
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24.11.22
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Hallo Christoph52,

vielen Dank für deine Nachricht!
Auch an die Psyche habe ich im Laufe der Jahre schon gedacht.
Als das vor ein paar Jahren mit den Kreislaufzusammenbrüchen losging hatte ich ein MRT vom Kopf und ein EKG und es danach erstmal dabei „belassen“. Leider verschlechterte sich mein Zustand im Laufe der letzten 3-4 Jahre dennoch weiter. Anfangs hatte ich die zunehmenden Symptome, z.B. beim Sport, weitestgehend ignoriert. Allerdings bekam ich dann von meinem Körper die Quittung und lag dann erstmal ein Weilchen auf dem Boden z.B. beim Sport, zu Hause oder anderswo. Irgendwann passt man sich dann halt der Realität an. Ich fühle mich, Gott sei Dank, mental auch ziemlich gut. Von daher halte ich eine psychische Ursache meiner Symptome für ausgeschlossen.

Meines Erachtens nach schließt eine Erhöhung um weniger als mehrere hundert Prozent bestimmte Erkrankungen höchstwahrscheinlich aus, aber deutet dann eher auf andere Ursachen, z.B. eine Synthesestörung hin. Sonst würden die Referenzbereiche ja auch woanders liegen wenn „leicht“ auffällige Werte auf gar nichts hindeuten würden. Unterschiedliche Referenzbereiche vergleiche ich auch nur mit Vorsicht miteinander.

Blei wurde schonmal gecheckt (deutlich unter Referenz). Quecksilber oder so zwar noch nicht, wüsste aber auch nicht woher das auffällig sein sollte. Füllungen in den Zähnen habe ich auch keine.

Ich warte jetzt erstmal ab was bei den neuen Werten rauskommt.

lg Recuperatio
 
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12.05.11
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Sonst würden die Referenzbereiche ja auch woanders liegen wenn „leicht“ auffällige Werte auf gar nichts hindeuten würden.
Das ist eine mögliche Erklärung, aber es gibt auch noch die Fälle genetischer Stoffwechselbesonderheiten. Auch da fallen manche Menschen mit einzelnen Blutwerten aus dem Normbereich raus, ohne daß klar ist, ob das nun eigentlich ein gesundheitliches Problem darstellt. Die Medizin beschäftigt sich mit sowas wenig, weil es der Graubereich zwischen "gesundem" Durchschnitt und klar pathologischen Abweichungen ist.

Oft würde es helfen, wenn man die eigenen Werte schon aus jüngeren Jahren zum Vergleich vorliegen hätte. Eigentlich sind m. E. Veränderungen von Blutwerten aussagekräftiger als Blutwerte, die knapp außerhalb der Normwerte liegen.
 
regulat-pro-immune
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Das mit den Veränderungen von Blutwerten sehe ich auch so. Hatte ja z.B. auch gemerkt, das meine Leukozyten über die Jahre immer weiter runter gingen und erst als sie dann kürzlich unterReferenzbereich lagen, sollte ich das dann doch mal abklären lassen. Auch Coeruloplasmin und Kupfer sind ja bisher bei jeder Bestimmung immer niedriger gewesen.

Jedenfalls habe ich heute ein paar neue sowie aktuelle Laborwerte bekommen. Coeruloplasmin und Haptoglobin beide weiter runter auf 0,14 g/l. Zusätzlich wurde diesmal auch mal das freie Hämoglobin bestimmt, was mit knapp 10 mg/dl deutlich über dem Referenzbereich von < 2 liegt und soweit ich das verstehe eine Hämolyse bestätigt.
Cholinesterase war noch im (unteren) Normbereich, GLDH deutlich unter dem Grenzwert, also unauffällig.

Außerdem waren noch die Lymphozyten und Monozyten prozentual erhöht und die Neutrophile prozentual vermindert.

In ein paar Tagen werden die Befunde noch besprochen und wahrscheinlich weitere Tests veranlasst. Die Ursache für die Hämolyse muss ja gefunden werden. Kupfer wurde leider nicht mit bestimmt und wegen dem 24h Kupfer (diesmal nicht angesäuert) werde ich auch fragen (hatte erstmal die aktuellen Kupfer- und Coeruloplasmin-Werte abgewartet).

lg Recuperatio
 
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Hallo Recuperatio.

Einige Werte sind ja ähnlich wie bei mir, zum Beispiel lag mein Ceruloplasmin auch mal bei genau 0,14 bzw. 14 mg/dl.
Wegen der Cholinesterase: Wie hoch ist sie denn genau?
Bei mir war sie zu Zeiten der Lebersymptomatik am Tiefpunkt bei ca. 4800 (Normbereich war da glaub ich ab 4500). Dann etwas später stieg sie von selber wieder an, auf 5300 bis hin zu etwas über 7000 die letzten Jahre.
Was für mich zu der Zeit meiner Vergiftungssymptomatik mit anschließender Erholung (u.a. auch der Synthesefunktion) passen würde.
Natürlich können Laborwerte auch schwanken, aber was die Cholinesterase betrifft, richte ich mich nach der Verlaufsbeobachtung und auch nach dem Cholesterin (vor allem Gesamtcholesterin und LDL), weil beide Werte gerne gemeinsam ansteigen, wenn es andere Gründe für eine Erhöhung der Cholinesterase gibt.
Fazit: Mein LDL und Gesamtcholesterin ist nach wie vor eher niedrig, aber die CHE ist angestiegen was ich in dem Fall als gutes Zeichen und verbesserte Syntheseleistung werten würde.

Bei dir würde ich den MW auf jeden Fall nochmal richtig ausschließen lassen, da du auch Hinweise auf eine Hämolyse hattest, was bei mir z.B. nie der Fall war.

Zu deinen Monozyten, Leukozyten und Neutrophilen könnte das auf eine mögliche Entzündung hinweisen.




Auf jeden Fall hoffe ich dass man die Ursache für deine Symptomatik bald findet und auch wenn es nicht MW ist, wäre es nicht schlecht wenn du das Forum auf dem Laufenden hältst.
Werde ich ebenfalls machen wenn ich bei meiner Problematik weiterkomme, vl haben ja viele hier mit solchen Werten eine gemeinsame Ursache.

Lg catlady
 
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Hallo catlady,

erstmal allen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr!

Zum Thema: Im Februar wurde das Coeruloplasmin bei mir zum ersten Mal gemessen und war zu diesem Zeitpunkt bei 0,19 g/l. Im Mai dann bei 0,18 und im Juli bei 0,17. Zuletzt dann jetzt im Dezember bei 0,14 - also definitiv ein Abwärtstrend erkennbar.

Die Cholinesterase lag bei 6,5 U/l (Ref. 5,32 - 12,92). Die GLDH deutlich unter dem Referenzbereich von < 6,4.

Cholesterin und LDL sind bei mir auch leicht abnehmend aber ein wirklicher Trend ist nicht so richtig erkennbar.

Niedriges Haptoglobin und erhöhtes freies Hämoglobin sind ja die genauesten Parameter für eine intravasale Hämolyse. Allerdings tun sich offenbar viele Ärzte schwer mit dieser Diagnose, da die LDH nicht erhöht ist. Allerdings findet sich in der Literatur viel zu Hämolysen ohne erhöhte LDH, auch wenn eine Erhöhung häufig anzutreffen ist. Leichte bis mittelschwere Hämolysen können aber auch ohne erhöhte LDH einhergehen. Für eine mittelschwere Hämolyse spricht ja auch das „nur“ moderat erhöhte Feier Hämoglobin. Wobei man bei erschöpfter Bindungskapazität vom Haptoglobin wahrscheinlich auch nicht mehr von einer leichten Hämolyse, mit „nur“ niedrigem Haptoglobin sprechen kann.

Gerne wird dann als Erklärung für das erhöhte freie Hämoglobin eine mögliche in vitro Hämolyse herangezogen (falsche Blutabnahme und/oder Behandlung der Probe) wobei hierfür aber grade das Haptoglobin - da von in vitro Hämolyse nicht beeinflusst - als Kontrollmarker fungiert (bei in vitro im Normbereich) ebenso wie Kalium und die LDH (beide schon bei leichter in vitro Hämolyse erhöht). Da das Haptoglobin niedrig und die LDH, ebenso wie Kalium mit 3,8 (Ref. 3,5 - 4,5), nicht erhöht war, halte ich diese Erklärung allerdings für recht unwahrscheinlich.

Nach der erneuten Durchsicht der Laborwerte aus der ersten Hilfe, Mitte des Jahres, fiel mir auf das dort auch die Retikulozyten bestimmt wurden, allerdings war dieser Wert zu dem Zeitpunkt noch in Arbeit. Als ich mit die Werte dann Monate später habe zuschicken lassen, sah ich das auch das Ret-Hb bestimmt wurde und erhöht war. Das kann wohl auf Reifungsstörungen der Erythropoese hindeuten aber mögliche Interferenzen sind auch Membrandefekte der Erythrozyten oder Erythrozyten-Einschlusskörperchen (z.B. Heinz-Körperchen, wie bei Schwermetallvergiftungen zu finden). Vielleicht erklärt das auch warum die Retikulozyten nicht erhöht sind.

Außerdem hatte ich dabei gesehen, dass auch die Creatinkinase (CK) und CK-MB bestimmt wurde. Die CK war deutlich im Normbereich aber die CK-MB war mit 23 (Ref. < 24) im oberen Normbereich und das Verhältnis von CK-MB zu CK mit 31% deutlich erhöht (Ref. < 6%). Wobei die 6% nur für ebenfalls erhöhte CK-Werte gelten, zum Ausschluss eines Herzinfarktes. Troponin ist diesbezüglich spezifischer und war bei mir auch im Normbereich. Ohnehin kommen CK-MB-Werte von über 20% wohl (wie sollte es auch anders sein) nur selten vor und deuten dann auf eine Makro-CK und/oder das Vorliegen anderer Isoenzyme hin (z.B. durch Zerfall anderen Gewebes). Eigentlich nimmt man in solchen Fällen wohl eine CK-Elektrophorese vor um eine Makro-CK nachzuweisen. Leider wurde das damals nicht gemacht.

Eine Entzündung halte ich bei den niedrigen Entzündungsmarkern für eher unwahrscheinlich. Bei niedrigen Granulozyten können sich wohl relativ die Lymphozyten vermehren. Da Monozyten andere Zellen einschließlich können (z.B. Erythrozyten bei Hämolyse), wäre auch hier die mutmaßliche Hämolyse eine mögliche Erklärung. Außerdem besteht wohl ein Zusammenhang zwischen HDL-Cholesterin und den Monozyten (umso niedriger HDL umso höher Monozyten). Bei der diagnostisch wohl nicht relevanten relativen Lymphozytose ist der Anteil an Lymphozyten bei gleichzeitiger Neutropenie erhöht.

Außerdem ist das Insulin recht niedrig (3,8 bei Ref. 2,6 - 24,8) und das C-Peptid mit 0,8 unterm Ref. von 1,1 - 4,4. Auch die Wachstumshormone, IGF-1 und 3, waren jetzt zu niedrigt.

Als ich mich diesbezüglich informierte, stieß ich auf den, auch vom Arzt erwähnten, GHRH-Test, bei dem das Hormon GHRH und Arginin gespritzt wird. Arginin soll Somatostatin hemmen, da dieses sonst wiederum die Produktion der Wachstumshormone hemmt. Dabei fiel mir ein, dass bei intravasaler Hämolyse auch Arginase frei wird und diese wiederum Arginin verbraucht und dabei u.a. Ornithin bildet. Durch die Hämolyse bedingte verringerte Bioverfügbarkeit von Arginin könnte also durch die daraus folgende geringere Hemmung von Somatostatin der Mangel an Wachstumshormonen erklärt werden. Außerdem hemmt Somatostatin auch Insulin und C-Peptid. In einer Studie wurde Probanden Somatostatin und Glucose gespritzt und es gab keinen Anstieg von Insulin und C-Peptid. Die erhöhte Arginaseaktivität führt neben Ornithin auch zur vermehrten Bildung von Polyaminen und Prolin, die für das Wachstum der glatten Muskelzellen und die Kollagensynthese unerlässlich sind. Das führt wohl zu Zellproliferation z.B. in der Lunge. Hierzu gibt es sogar eine (wahrscheinlich noch mehr) große Studie die sich auf die Rolle von Arginase bei Lungenerkrankungen und Sichelzellenanämie fokussiert. Allerdings beziehen sich die Schlussfolgerungen wohl (logischerweise) auf alle Arten von chronischen Hämolysen („However the implications extend to all conditions involving acute or chronic hemolysis“). Das würde eventuell die obstruktive, überblähte Lunge (Residualvoumen u.a. über 200%) erklären.

Das ist jetzt wieder ziemlich viel Text geworden, von daher mache ich hier mal einen Punkt.

Zusammenfassend lassen sich, meiner Meinung nach, mittlerweile viele Symptome und auffällige Werte erklären. Aktuell warte ich noch auf das Ergebnis eines Blutausstriches. Für die weitere Abklärung des Wilson ist schon ein zeitnaher Termin vereinbart.

Gerne halte ich das Forum auf dem Laufenden. Vielleicht/hoffentlich hilft es ja irgendjemandem mit ähnlichen Symptomen und/oder Befunden.

Lg Recuperatio
 
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29.09.12
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Hallo Recuperatio.

Auch mal ein gutes neues Jahr und danke fürs am-Laufen-halten. :)

Gut dass der MW bei dir jetzt nochmal genauer überprüft wird, da es bei dir ja wohl diesen Hinweis auf die Hämolyse zu geben scheint. Dem sollte auf jeden Fall nachgegangen werden.

Wegen dem niedrigen Insulin, ist ein (beginnender) Diabetes bzw. generelle Probleme mit dem Pankreas ausgeschlossen?

Mit dem Wachstumshormon kenne ich mich jetzt ehrlich gesagt eher weniger aus.

Aber erstmal alles gute dass du zu einer gut behandelbaren Lösung kommst.

lg catlady
 
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24.01.23
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Hallo,
ich empfehle dir auch wenn du an deinen Zähnen nichts machen lassen hast mal bei einem ganzheitlichen Zahnarzt ein DVT machen zu lassen.
Kostet zwar etwas Geld aber es gibt echt viele Menschen bei denen herauskommt das sie doch eine versteckte Entzündung haben die dann wahnsinnig viele andere Dinge aus dem Ruder bringen kann.
Ist bei mir auch so allerdings ist es bei mir ein Wurzelbehandelter Zahn.

Ich würde noch folgende Sachen mal machen/testen:
- Vollblutmineralstoffanalyse (Gibt es beim Labor in Berlin recht günstig)
- DVT (Wie schon oben erwähnt um versteckte Entzündungen zu finden. Evtl. auch auf NICOs checken lassen allerdings ist das Thema umstritten. Falls eine NICO entdeckt wird noch nichts machen lassen erstmal den RANTES Blutwert checken)
- Halswirbelsäule/Atlas abchecken lassen (siehe inst. Halswirbelsäule Dr. Kuklinski)
- Schwermetalltest nach Chelatprovokation machen lassen (Hast du Amalgamfüllungen?
-1 Esslöffel gutes Fisch/Algenöl nehmen für Omega 3. Nein kein Lein/Hanföl, bringt nichts ;) Der Totoxwert darf nicht zu hoch sein und EPA/DHA muss hoch genug sein. Gerade weil dein D-Dimer zu hoch ist kann das was bringen
- Wegen dem D-Dimer und den eher niedrigen Blutdruck würde ich mich mal bezüglich Süßholzwurzel schlau machen. Die hebt den Blutdruck leicht an und wirkt auch sonst sehr gut. Übrigens senkt es auch leicht den Testosteron was in deinem Fall ja auch eher positiv ist bei anderen eher nicht so.
- Mariendiestelextrakt mit mindestens 400mg Silymarin zur Unterstützung der Leber
- Jetzt das Wichtigste: WimHof Atmung! Ja eine spezielle Atmung, auch wenn du denkst was soll das bisschen atmen jetzt noch bringen Antowort: Sehr viel! Ist komplett kostenlos einfach mal bei Youtube Wimhof Atmung oder Wimhof Breathing suchen. Bringt mir sehr viel und anderen auch.

Schön wäre natürlich wenn du nochmal überlegen würdest wann die ersten Beschwerden kamen, was du da so gemacht hast Beruflich usw. evtl. kann man daraus was schließen.

Immer weiter suchen und niemals aufgeben !

Gruß Clemens


Gruß
Clemens
 
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Zur Wim Hof-Atemtechnik gibt es hier Einiges zu lesen:

Grüsse,
Oregano
 
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