Hallihallo,
Ich tendiere auch eher zu dieser Ansicht (
#64). Es gilt ja in Bezug auf Körperorgane wohl auch oftmals "use it or loose it" und beim Dickdarm ist es vermutlich schon empfehlenswert, ihn nicht zu "verlieren" in seiner Funktion - auch wenn
vielleicht bei einem Menschen sein ganzes Leben lang ein "Notfallprogramm" im
von togi geschilderten Sinne nicht nötig sein wird.
Zum "use it or loose it" fand ich drüben im verlinkten Thread die Hadza sehr spannend - die "tauschen" ihre Darmflora je nach Saison einfach aus. Jene Darmbakterien, die bei uns als "besonders gesund" gelten, haben die gar nicht.
Aber sie essen "vom Boden". Bekommen auf dem Weg immer genau die Bakterien mitgeliefert, die sie brauchen.
Und ich plädiere ja nicht dafür den Dickdarm zu verlieren, sondern ihn in Ruhe heilen zu lassen. Das geht imho in dem Fall am besten durch Schonung (hätten Prä-/Probiotika, Ballaststoffe super Wirkung, würde es kaum Menschen geben die auf Carnivore umsteigen. Die Prä-/Probiotika, Ballaststoffe brauchen "mechanisch gesunden Darm". Den hat kaum jemand von den älteren Chronikern. Ich kenn 20jährige, die mit Divertikel kämpfen... Wie willst du das ohne Schonung ausheilen lassen? Leitlinienmedizin kennt keine Heilung, nur symptomfreie Phasen).
Ziel ist ja nicht gesunden Darm ruhig zu stellen, sondern WENN Probleme da sind, einen gut lebbaren Ausweg zu sehen. Statt "möglichst vielfältigem Speiseplan" hinterherzujagen, zu sehen, dass man auch mit wenig (de facto 2 Nahrungsmittelgruppen) den Körper perfekt ernähren kann. Der signalisiert das auch mit großer Zufriedenheit und Heilung.
Das ist jetzt Teil einer Grundsatzdiskussion, die wir anderswo gezielt führen (siehe z.B.
Die "gesündeste Kostform" - Aspekte Vollständigkeit, gesundheitliche Risiken/Vorteile, Nachhaltigkeit, Evidenz). Es ist aber hier im Thread meine ich auch nicht unwichtig, da Du, togi, oft sehr gewiss & sicher 'rüberkommst, und sich ein Leser m.E. doch etwas damit auseinandersetzen sollte. Zumindest vor einer Durchführung über einen längeren Zeitraum, also nicht nur als Krisen-Diät.
Ja, da bin ich ganz bei dir: sich vorab und während dessen immer wieder gut zu informieren und EIGENVERANTWORTLICH Lebensstilmodifikationen vornehmen.
(und auf Befinden achten - es hat keinen Sinn einen Weg zu gehen, bei dem es einem schlecht geht in der Hoffnung, dass es bei einem auch IRGENDWANN funktioniert. Verbesserungen sollten SCHNELL spürbar sein und ANHALTEN. Wenn es einem nicht gut geht - egal womit - an Änderung denken).
lg togi