Testergebnisse

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Hallo zusammen,

Ich habe nun meine Testergebnisse bekommen. Ich bin zwar froh, dass ich nach jahrelanger Suche entlich Ergebnisse habe, aber trotzdem bin ich schockiert, wie es in meinen jungen Jahren um mich steht.

Dass ich eine Hashimoto Thyreoiditis habe weiss ich ja bereits seit 10 Jahren. Die neuen Untersuchungen ergaben nun folgendes:
-Blutarmut
-mangelnde Leberfunktion
-Kalziumwerte sehr tief
-Eisenwerte sehr hoch, was auf eine Milzdisfunktion hinweist
-Kryptopyrrolurie

Wie seit ihr damit umgegangen als ihr eure Ergebnisse bekommen habt?

Ich weiss ja, dass ich jetzt nur versuchen kann mit meiner behandelnden Ärztin zusammen die Werte so gut als möglich zu optimieren. Ich bin einerseits froh über die Ergebnisse und andererseits kann ich nicht mehr. Ich frage mich ständig warum ich nicht einfach gesund sein kann. Warum habe gerade ich so einen schwachen Körper bekommen?
Ich habe es einfach satt immer krank zu sein. Manchmal habe ich das Gefühl ich schaffe das alles einfach nicht. Das ist ja erst der Anfang, nächsten Monat bekomme ich noch weitere Untersuchungsergebnisse. Manchmal möchte ich einfach die Augen schliessen und wegschauen, obwohl mich das auch nicht gesund machen würde.

Vielleicht könnt ihr mir sagen woher ihr die Kraft nehmt immer weiter zu kämpfen und nach vorn zu schauen...

Gruss Lealuna
 
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Ich frage mich ständig warum ich nicht einfach gesund sein kann. Warum habe gerade ich so einen schwachen Körper bekommen?
Das habe ich mich auch oft gefragt, inklusive bissigem Neid auf alle Schönen, Gesunden und Erfolgreichen.
Obwohl - so furchtbar gesund sind die anderen auch nicht, wenn man mal genauer hinsieht.
Aber im Grunde ist das eine Frage, die in die Rubrik Seele gehört, da musst Du das Schicksal oder den lieben Gott fragen. Es gibt ja viele Menschen, den es noch viel schlechter als Dir geht. Die Behinderten und Autisten oder Hungernden in Afrika - leider hilft einem das auch nicht weiter. Obwohl - ich habe mal gegenüber der Förderschule gewohnt (dazu noch Blick auf das hier befindliche Gefängnis) - da haben die manchmal welche rausgefahren, die waren im Rollstuhl festgebungen, verzerrt von spastischen Krämpfen, der Sabber lief aus dem Mund - da wird einem schon anders. Vielleicht solltest Du mal in so eine Behinderteneinrichtung gehen zu den Leuten, denen es wirklich dreckig geht.
Wie man das schafft, das auszuhalten? Irgendwie geht es schon. In meinem Umfeld haben es paare nicht geschafft, die haben sich aufgehangen, aber das ist auch ziemlich sinnlos, wenn man das mal miterlebt.
Man muss eben seine Ansprüche runterschrauben, so bitter das klingt, habe ich auch machen müssen.

Also, denk an Grönemeyer (Mit Gott):

Wir wahren unser Pokerface/
nach guter alter Manier/
Gefühle sind Luxus/
weil wir hart sind, sind wir hier.

Matthias
 

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23.01.06
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Hallo ihr zwei,

@Matthias...bei Deiner Antwort leuft es mir grad heiß und kalt den Rücken
runter...aber es ist schon wahr....weil wir hart sind, sind wir hier.
Man kann und muß versuchen damit zu leben und sich mit all seinen
Bedürfnissen runterzuschrauben...es bleibt einem ja letztendlich gar nicht´s
anderes übrig.
@Lealuna...genau wie Dir geht es mir auch oft...oft habe ich Zeiten in
denen ich mich frage wie es wohl weiter gehen wird ??
Was muß den noch alles kommen...wieviel muß den ein einzelner Mensch
ertragen u.s.w.
Ich verstehe Dich wirklich gut aber ich fürchte ich kann Dir gar nicht
weiterhelfen.
Ich sehe mein Leben trotzdem als Geschenk an und ich bin trotzallem froh
das ich hier sein kann.
Jeder muß den Weg finden um mit seiner Situation umgehen zu können...
ich weiß selbst das dies nicht einfach ist aber es ist möglich.

Ich wünsche Dir aufjedenfall viel Mut und Kraft um einen Weg zu finden.
Liebe Grüße Anja
 

Kate

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Hallo lealuna,

ich kann Deine Bitterkeit und Frustration schon verstehen. Es braucht auch bei mir immer Zeit, mich mit einer veränderten Situation oder neuen (Verdachts-)Diagnosen anzufreunden oder zumindest abzufinden.

Andererseits kannst Du aber sehr sehr froh sein, dass Du die Diagnose KPU schon "in jungen Jahren" hast! Denn: Je jünger, desto besser die Chancen, dass der Stoffwechsel sich durch den Ausgleich der Nährstoffmängel wieder reguliert. Ich bin nicht mehr ganz so jung, eher "mittelalt", und es sind einige Züge wohl schon abgefahren. Aber selbst bei mir zeigen sich inzwischen (nach ca. 10 Monaten Behandlung) einige Verbesserungen, über die ich ganz glücklich bin.

Nur Mut und alles Gute!
Kate
 

Anne B.

Hallo lealuna,

auch ich kann deine Traurigkeit nur zu gut verstehen.

Mir hat es geholfen, dass ich die Präparate wieder abgesetzt habe. Es gibt ja auch Warnungen bzgl. der Einnahme hochdosierter Vitamine, solange die Schwermetallbelastungen nicht abgeklärt sind. Außerdem gibt es auch Allergien auf künstlich hergestellte Vitamine oder sogar auch auf Zink, sollte man nicht glauben... Wenn du das vorher abklärst, bräuchtest du vielleicht nicht mehr so viele Zweifel zu haben. Aber das ist natürlich dir selbst überlassen, jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen und tut das ja auch.

Gruß
Anne
 
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20.01.06
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Hallo zusammen,
danke viel mals für eure Antworten. Ihr seit mir alle eine riesen Hilfe. Es bringt so viel, wenn man Dinge, die man vielleicht selbst manchmal auch weiss, auch von anderen noch hört.
Ohne dieses Forum hätte ich wohl noch lange gebraucht, bis ich herausgekriegt hätte, dass ich KPU habe. Heute habe ich nun mit einem Teil der Medikamente begonnen. Vorwiegend auch diejenigen wegen der Anämie und der Leberunterfunktion. Ich hoffe einfach, dass es mir zumindest psychisch bald etwas besser geht. Hatte gestern Nacht schlimme Atemnot und Angst zu sterben, ist wohl auch weil ich in 2 Tagen für einen Monat nach Lateinamerika gehe. Ist wohl nicht so schlau von mir. Meine Ärztin meinte, die Atemnot käme von der geschwollenen Schilddrüse her, was durch Stress verstärkt wird. Ausserdem hätten die hohen Feinstaubwerte, die momentan in meiner Gegend sehr extrem sind auch nicht gerade eine positive Wirkung auf meine Atemwege.
Kennt jemand von euch solche Todesängste, vielleicht auch im Zusammenhang mit Atemnot?
Ich habe das Gefühl durchzudrehen!
Gruss Lealuna
 

Kate

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Hallo lealuna,

so extrem kenne ich das nicht. Wenn ich in Panik gerate, schnappe ich aber auch nach Luft und habe das Gefühl, dass sich die Kehle zuschnürt. Das Letztere ("Globusgefühl") hat vor 10 Jahren schon mal zu ausgiebigen Untersuchungen geführt: Schilddrüse, Kehlkopf, Stimmbänder. Außer einer Stimmband-Funktionsstörung wurde nichts gefunden.

Ich wünsch Dir alles Gute für die Reise. Ärzte gibt's dort auch und Du bist ja nicht "aus der Welt". Dass Du aufgeregt bist, kann ich verstehen, aber das gibt sich wieder!

Kate:wave:
 
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