@AufderSuche007 Ging die Gastritis denn schlussendlich weg? Bist du erfolgreich aus dem Rollstuhl gekommen?
Hier noch viele wichtige Hinweise zum Thema Helicobacter pylori:
https://www.symptome.ch/threads/sym...oeglich-dr-jansen-rosseck.146938/post-1388567
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Bei chronischer Gastritis egal welcher Art würde ich inzwischen im Zweifelsfall
immer behaupten, es ist mglw. H. pylori. Auch wenn Atemtest, Biopsien, Stuhlantigene, Blut-Schnelltest oder ELISA negativ sind.
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Die Quadrupel-Therapie mit "Pylera" aus Bismuth-kaliumsubcitrat, Tetrazyklin, Metronidazol und PPI wurde inzwischen ja per Leitlinie zur Erstlinientherapie erhoben. Soweit so gut!
Was aber, wenn das eben nicht angeschlagen hat? Gleich bei den Optionen der Zweilinientherapie wird es fraglich!
Dort finden sich die als unzureichend abgewerteten "französische" und "italienische" Tripeltherapien wieder. Ziemlicher Mist.
Und eine Drittlinientherapie liege dann im Ermessen eines fachärztlichen Experten. Heißt übersetzt: Alles Gute, leben sie wohl. Da werden sich, wenn überhaupt, nur ganz wenige Zentren aus dem Fenster lehnen.
(Üblicherweise lassen Ärzte den Patienten einfach verrecken in Fällen wo selbst eine klar strukturierte Leitlinientherapie wegen dem Verordnungsbudget dem Einheimsen des Quartalsbonus entgegensteht. Das Leben eines anderen Menschen wird da also vielfach für ein paar Tausender Einkommensverlust gegengewogen.)
Dass es die kokkoiden Formen von H. pylori gibt und diese ziemlich sicher multiresistent gegen Antibiotika sind, ist schon seit mind. 30 Jahren publiziert und sollte bekannt sein.
Auch, dass eine erfolgreiche Eradikationstherapie eine vollständige Überführung der kokkoiden Formen in die aktive Spiralform erfordert. Dieser Schritt ist enorm entscheidend!
Damit dies geschieht, muss der pH-Wert nicht nur >4 sondern >6 hin zu neutral angehoben werden. Und das möglichst über den ganzen Tag und die ganze Therapiedauer hinweg!
Die starke und durchgehende Säurehemmung ist also deutlich entscheidender als die Variation der Antibiotika.
Eine neue Zulassung in Japan bspw. verwendet nur Vonoprazan + Amoxicillin als Dualtherapie. Vonoprazan ist ein neuartiger und besonders effektiver und unmittelbar über 24h wirkender Säureblocker. Hierzulande nicht erhältlich.
Für die bestehenden Therapieschema ist in zahlreichen Studien längst deutlich belegt,
dass die Verwendung von Hochdosis-PPI erheblich bessere Erfolgsraten bringt. Die Unterschiede liegen da z.B. zwischen 30-20% Fehlschlag und 5-0% Fehlschlag.
Hochdosis-PPI bedeutet mindestens das doppelte der als "normal" ausgewiesenen Tagesdosis des PPI.
Es empfiehlt sich also dringend die doppelte Menge PPI und das - ebenfalls ganz wichtig - nicht nur einmal täglich sondern im strikt aufgeteilten 2x täglich, alle 12 Stunden Abstand.
Vielleicht sogar 3x täglich im 8 Stunden Abstand mit einer insgesamt dreifachen Dosis PPI - und/oder zusätzlich und ebenfalls zwei Mal täglich und hochdosiert Famotidin als einen H2-Blocker. Der verstärkt direkt über separaten Wirkmechanismus die Magensäurehemmung und außerdem ist es ein Hemmer der carbonischen Anhydrasen von H. pylori, ähnlich Acetazolamid (das auch noch seinen therapeutischen Platz finden kann) - Famotidin schwächt also H. pylori auch direkt und macht sie empfindlicher.
Die PPI haben alle eine spezifische Umrechnung zu Omeprazol-Äquivalenten.
Die PPI der 2. Generation sind aber effektiver. Das sind Esomeprazol und Rabeprazol.
Dazu kommt noch ein weiterer Faktor: Die letztgenannten wirken verlässlicher!
Der Abbau der vielverwendeten PPI geschieht nämlich über das Enzym Cyp2C19 und da gibt es einige Menschen, die genetisch davon eine besonders schnelle und aktive Enzymvariation haben. Das sind die Schnell-Metabolisierer. Das weiß natürlich vorher wieder keiner, wer davon betroffen ist.
Das Esomeprazol und das Rabeprazol gehen nicht/kaum über Cyp2C19 und wirken damit verlässlicher.
Also als sich dringend empfehlende doppelte "normale" Dosis beim Esomeprazol wären das bspw. 40mg zweimal täglich. Famotidin obendrauf mit ebenfalls zweimal täglich 40mg. Als Grundlage zu den Antibiotika.
In den USA ist außerdem die Tripeltherapie "Talicia" mit täglich 3g Amoxicillin und 300mg Rifabutin und PPI zugelassen und zeigt eine Erfolgsquote ebenbürtig zur Bismuth-Quadrupeltherapie.
Das ist also eine Option bei erstmaligem Therapieversagen oder gleich schon als erste Alternative.
Hierzulande ist das so nicht zugelassen. Das wird auch wieder niemand wissen und erst recht nicht im niedergelassenen Bereich zulasten der GKV verordnen wollen.
Aber die Einzelmittel, Amoxicillin, Rifabutin, PPI der Wahl sind alle verfügbar.
So mein Senf hierzu.
Möge es der und dem einen oder anderen helfen und hoffentlich ein Leben retten.
Da alle oben genannten Wirkstoffe verordnungspflichtig sind muss das alles natürlich ein Arzt individuell abwägen und betreuen. Blablabla. Das Übliche für das entmündigte Dasein in entrechteter und fremdverwalteter Leibeigenschaft.