Hallo Igor,
Meine eigenen Erfahrungen bestätigen das alles, denn es geht mir einfach ausgezeichnet, wenn ich es so mache.
Das persönliche Wohlbefinden ist mMn der beste und einzig relevante Indikator.
Minimum 12 Stunden.
Nüsse und Beeren sind gut, mit den Milchprodukten wäre es besser, sich zu verabschieden.( nicht von mir).
Auch da: einfach schauen, was einem persönlich gut tut. Ich hab nix davon, wenn Nüsse super gesund sind, aber mir nicht gut tun. Umgekehrt: wenn auch noch so viele vor Milchprodukten warnen - wenn man persönlich gut damit fährt, dann ist es so.
Das braucht bestimmt einen eisernen Willen, scheint mir, und Geduld.
Ich hab mich lange vor den "Einschränkungen" gefürchtet. Habe vor Jahren das GAPS Buch gelesen (Darm und dessen Auswirkungen auf die Psyche und div. "sonstigen Symptome). Mir damals auch gedacht: wie soll das gehen? So einseitig? Und heute esse ich über weite Strecken viel einseitiger, und mir geht nichts ab. Im Gegenteil. Wenn ich mehr Vielfalt rennehmen, komme ich dann langsam wieder ins "Grasen" rein (in meinem Fall: Entzündungen fahren hoch, dem Körper fehlt was, er versucht über "mehr" auszugleichen).
Somit (für mich): wenn der Körper zufrieden ist, brauchts keinen eisernen Willen. Im Gegenteil: es geht dann ganz leicht! (und ja, die Umstellungsphase war eine Herausforderung. Aber wenn man mal "auf Schiene" ist, wird es immer leichter und vA hatte ich nie den Punkt wie bei anderen Ernährungsformen, dass ich plötzlich Heißhunger auf irgendwas bekommen habe und das "GENAU JETZT" unbedingt wollte.
Für mich auch ein Zeichen: im Carnivore ist alles drinnen, was der Körper braucht.
Nein, ins Krankenhaus gehe ich nicht. Ich kann allein zurechtkommen.
das mit dem KH war (als Frage) auf dein Wasserfasten bezogen. Hattest du nicht gechrieben, du hast das mal im KH gemacht? Ich weiß noch immer nicht: was hat sich in den 2 Wochen für dich getan? Kannst du die Effekte zusammenfassen?
Wie misst du diese Ketose? Urin-Streifen sind für mich wie chinesische Urkunden, also denke ich, ich habe sehr viel.
Oh, da gibt es viele Fehlinfos im Netz und ich hab da auch ewig gebraucht, um das halbwegs zu "behirnen".
Ketone im Urin: nur am Anfang interessant (allerdings auch unnötig. Ich hab dennoch gern gemessen und war "stolz" auf meine Ketone). Aber... Ketone im Urin zeigen eigentlich nur, dass mehr produziert wird, als verwertet werden kann.
Man hört KH zu esse, der Körper checkt das und wirft die Ketonproduktion an. Weiß aber nicht, wie viel er produzieren soll (weil ja bei den meisten durch KH-Mast die Erfahrungswerte fehlen). Dadurch hat man dann tlw. "Keto-Atem" oder scheidet eben Ketone im Urin aus.
Sobald man "Keto-adaptiert" ist, zeigen die Streifen kaum mehr was an oder gar keine Ketone mehr (je nach Uhrzeit...) - einfach weil die Ketone IM KÖRPER VERBRAUCHT werden, daher nicht über den Urin ausgeschieden weren.
Somit Ketone im Urin: immer ein Überschuss, der ausgeschieden wird.
Meinem Verständnis nach braucht man die Urin-Ketostreifen eigentlich nicht. (und ja, ich hab auch noch eine stolze Sammlung, weil das in vielen Foren damals ein Thema war und dachte man braucht... ;-)
Im Blut braucht man aber ein Gerät, und das kostet zu viel.
Ketone im Blut: ja, die sind interessant für uns, allerdings nur, wenn es "hängt" oder man sehr neugierig ist.
Viele machen Keto/Carnivore und messen nie, haben nie gemessen und es hat dennoch prima funktioniert.
Somit: passt alles, mach dein Ding, schau was sich tut, und wenn es mal ein Plateau geben sollte, bei dem du hängst, kannst du dich noch immer mit den Messmethoden beschäftigen.
Hier nur kurz die Basisinfo zu den Blutketonen: Gut finde ich ein Messgerät, dass beides messen kann, somit Blutzucker und Ketone.
Das Messgerät hab ich recht günstig in Erinnerung, die Messstreifen allerdings gehen recht ins Geld.
Meines Wissens braucht man Blutzucker + Ketone, um zu schauen warum etwas nicht passt. (und eben solange es passt, sich was tut, braucht man nicht suchen/messen).
Für bestimmte Situationen ist es interessant zu sehen, was sich im Körper tut. zB sah ich, dass mein Blutzucker oft über 100 war, obwohl ich keine KH gegessen habe, bei Stress dann auch gern mal 110-120. (Langzeitzucker dann dennoch bei "irgendwas" 4 rum, also niedrig).
Da fand ich dann interessant, dass die Ketone im Vergleich eher niedrig waren. Lösungen fand ich dann für mich auch raus (ist grad zu lang das hier zu schreiben - bei Dr. Boz schauen, wen es interessiert. Stichworte: Essenfenster eher Vormittag, nicht in der Nacht, Stressoren beachten, Milchprodukte weglassen usw.).
Mittlerweile hab ich komplett aufgehört Ketone zu messen (ich muss ja nicht 24/7 in Ketose sein, es reicht wenn mein Körper im Schlaf in tiefe Ketose geht und wenn er dann im Stressfall aufgrund meiner Hormonlage eher auf Glucoseproduktion zurückgreift, ist das halt - bei mir - so.
Spannend fände ich mal so einen "Blutzucker Klebe Test" (14 Tage 24 Stunden/Tag Messung). Und dann, bei Auffälligkeiten punktuell Ketone überprüfen. Da geht es aber eher um die Neugier, was im Körper passiert.
Müsste ich mich mit Krebs im Endstadium rumschlagen, würde ich sehr wohl messen, um da ein Optimum für mich über die Ernährung zu erreichen.
Somit ist die Notwendigkeit von Messungen für mich von der Situation abhängig. Bei dir geht es meiner Wahrnehmung nach eher um einen Marathon und keinen Sprint, also nimm es leicht (im Sinne von: du brauchts mE jetzt keine Teststreifen).
Also,
wie siehst du genau, dass du nicht aus der Ketose herausrutschst?
Wir alle "rutschen" bei Stress ein wenig raus. Das ist ok! Es geht ums 24 Stunden Profil, und das passt dann unterm Strich im Regelfall.
"Zu wenig Ketose" Zeichen wären zB wenn man trotz massivem Übergewicht nicht abnimmt, oder Heißhunger bekommt. In der Umstellungsphase sollte das aber mE kein Thema sein: einfach mal den Körper machen lassen, Zeit geben mit der Umstellung. Solange es Fortschritte gibt, würde ich mir keine Gedanken machen.
Igor, klopf dir selbst auf die Schulter! Du hast schon viel geschafft. Alles Gute dir weiterhin!
lg togi