... Es gibt ein
spezielles Verfahren, das von der Kirche in Bezug auf Wunder angewendet wird und 1983 kodifiziert wurde. Es wird vor allem bei
unerklärlichen Heilungen angewendet und basiert auf einer Reihe von Messungen und Analysen, die von einem speziellen medizinischen Gremium, das von der
Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ernannt wird, gesammelt und geprüft werden. Zu diesem Team von Ärzten und Wissenschaftlern gehören sowohl
weltliche als auch gläubige Spezialisten, die jeden ihnen vorgelegten Fall analysieren und feststellen, ob er
die sieben Kriterien erfüllt, die aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ein Heilungswunder definieren. Sie wurden von Kardinal Prospero Lambertini, der 1740 unter dem Namen Papst Benedikt XIV. den päpstlichen Thron bestieg, im
De servorum beatificatione et beatorum canonizatione (Die Seligsprechung der Diener Gottes und die Heiligsprechung der Seligen) zusammengestellt und gelten bis heute als gültig. Hier sind sie:
- Die Krankheit muss schwerwiegend sein und eine negative Prognose haben.
- Die tatsächliche Diagnose der Krankheit muss sicher und präzise sein;
- Die Krankheit darf nur organischer Natur sein;
- Eine eventuelle Behandlung darf den Heilungsprozess nicht begünstigt haben;
- Die Heilung muss plötzlich, unerwartet und augenblicklich erfolgen;
- Die Wiederherstellung der Normalität muss vollständig sein (und ohne Rekonvaleszenz);
- Die Heilung muss dauerhaft sein (ohne Rückfall). ...