Wunderheilung heute - kritische Betrachtung

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Ich habe bis jetzt auch nichts dergleichen vernommen, nicht mal durch entfernteres Hörensagen, auch in der Zeit des Desmoidtumors als ich mich stark umgesehen habe, in vielen Facebook-Gruppen, die sich mit Krebserkrankungen und alternativen Methoden auseinander setzen - es gab unter Tausenden mal einer, dem allerdings auch eine OP vorausgegangen war.

Und deshalb finde ich es auch gar nicht verwerflich auf Belege oder "Beweise" zu pochen. Und die Suche nach solchen persönlichen Erfahrungen, die man nachvollziehen kann und nicht nur von überzeugten Menschen stammen, zeigt eigentlich eher, dass man offen gegenüber dem Thema ist und an Wunder glauben will.

Und ich finde es auch richtig zu hinterfragen- solche Antworten in dem Sinn, wer nicht daran glauben will, der soll es halt lassen, oder was hat die Wissenschaft schon dazu zu sagen und dergleichen - das gibt mir schon ein Gefühl des Abkanzelns, so auf die Tour, was wollen die schon, die begreifens eh nicht und wollens auch gar nicht wirklich wissen, die sind nur dagegen und wollen alles nieder reden. Und um Gottes Willen hört bloss auf mit dem Placebo Effekt oder anderen Erklärungsversuchen, das darf nicht sein... Ich sehe da im Gegenzug null Offenheit dafür und spüre nur Verachtung. Wenn ich von meiner vermeintlichen Reiki - Erfahrung berichte und den Effekt, den ich glaubte zu spüren,das wird einfach ignoriert.

Keiner hat wirklich etwas gegen ein Wunder, im Gegenteil. Aber ich frage mich schon lange, was man eigentlich generell unter einem Wunder bzw. Wunderheilung nun eigentlich hier in den Threads versteht. Ich verstehe es eher unter der Definition der Kirche - und wenn diese innerhalb rund 170 Jahren, ca. 70 Fälle anerkannt hat, dann ist das wirklich ein sehr seltenes Ereignis.

Ich würde erst auch wirklich mal verstehen wollen, welche Erkrankungen eigentlich bei Wunderheilungen gemeint sind. Ein Handauflegen, weil einem der Bauch mal zwickt, oder durch bestimmte Suggestion und Entspannungstechniken hervorgerufene Effekte usw. , sind für mich noch keine Wunderheilungen. Warum können dann die Personen, die an sowas glauben, nicht auch ihre eigenen ernsthafteren Erkrankungen damit kurieren?

Gleichzeitig ist auch immer wieder die Rede von Methoden, wie dem Manifestieren usw - wie easy für jeden soll es sein - warum funktioniert es dann nicht? Es müsste genauso leicht reproduzierbar sein und auch nachprüfbar sein. In den letzten Wochen und jetzt lacht nicht, habe ich mehrfach versucht Orbs und Raumschiffe über Antalya herbeizurufen. Fest imaginiert, daran geglaubt, ich bin ja ein Sci Fi Fan, sogar meinen Partner dazu angestiftet.

Und am Ende hab ich so gelacht und für mich gedacht, was mache ich da eigentlich, alles nur in dem Willen an so etwas zu glauben. Auch da wäre es einfach, sich selbst zu filmen, während man ein Orb quasi herbeizitiert. Aber nirgends gibt es Aufnahmen davon...
 
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Aber ich frage mich schon lange, was man eigentlich generell unter einem Wunder bzw. Wunderheilung nun eigentlich hier in den Threads versteht.

Als Definition könnte man beispielsweise nehmen, wenn sich der Arzt über die Besserung oder sogar Heilung des Patienten "wundert". Weil er mit dem guten Verlauf nicht gerechnet hat, es nicht "der übliche Verlauf" ist, den er deshalb bei einer Sache erwartet hatte.
Dann gilt es "als Wunder". Obwohl es natürlich genauso seine Ursache hat, eine bekannte oder auch mal eine unbekannte, von nichts kommt nichts.
 
Obwohl es natürlich genauso seine Ursache hat, eine bekannte oder auch mal eine unbekannte, von nichts kommt nichts.
Ja, bei meiner Mutter war der Arzt damals auch sehr verwundert, warum ihr Blutzucker plötzlich soviel besser geworden ist. Aber sie hatte ihm verschwiegen, dass sie sich streng an Diät gehalten hatte. Aus unerfindlichen Gründen wollte sie das nicht zugeben. Also ein Wunder war es nicht.

Es ist immer auch die Frage, welche Informationen zwischen Arzt und Patient ausgetauscht werden, und ob die Diagnosen dann immer so korrekt sind. Bei Millionen von nachgewiesenen Fällen von Fehldiagnosen jährlich, könnte die Dunkelziffer noch höher sein.

Eindeutig ein "Wunder" nachzuweisen, ist sicher nicht so einfach...
 
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Was heißt besonderen Grund? Ich meinte damit, dass ein vermeintliches Wunder eigentlich oft gar keines ist, wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen.

Und damit schließe ich aber nicht aus, dass eine Wunderheilung auch auf einer Ursache basieren könnte. Würde ich Zeuge sein, wie zum Beispiel nach einer Handauflegung ein gebrochener Knochen plötzlich wieder zusammen gewachsen wäre - und durch Röntgenaufnahmen zusätzlich belegt, würde ich ganz sicher nicht streitig machen, dass hier ein Wunder geschehen wäre und die Ursache das Handauflegen war. Das ist extrem, aber ein eindeutiges Beispiel, das es einfach macht, an Wunder zu glauben, da gibt es auch keinen Interpretationsspielraum.

Könnten aber mehrere Ursachen dafür in Frage kommen, bzw. sind die Informationen auch nicht vollständig - lässt es somit Raum für mehrere Auslegungen - dann finde ich es schwierig, es gleich in die Kategorie Wunder zu packen oder überhaupt ein Wunder nachzuweisen.

Für mich wäre die Definition einer Wunderheilung, eine plötzliche dauerhafte Genesung einer schweren Krankheit, medizinisch und psychosomatisch, (oder durch Suggestivkräfte, Placebo etc.) unerklärbar, keinem natürlichen Heilungsverlauf (oder Behandlungsmaßnahme) folgend.
 
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Für mich wäre die Definition einer Wunderheilung, eine plötzliche dauerhafte Genesung einer schweren Krankheit, medizinisch und psychosomatisch, (oder durch Suggestivkräfte, Placebo etc.) unerklärbar, keinem natürlichen Heilungsverlauf (oder Behandlungsmaßnahme) folgend.

Ist das jetzt die gleiche Definition wie von mir oben, oder doch etwas anders? Ich bin nicht ganz sicher. Also würdest Du sagen, wenn es "Suggestivkräfte, Placebo usw." waren, dann war es keine "Wunderheilung" mehr? Oder trotzdem? Einfach als Verständnisfrage.
 
Als Definition könnte man beispielsweise nehmen, wenn sich der Arzt über die Besserung oder sogar Heilung des Patienten "wundert". Weil er mit dem guten Verlauf nicht gerechnet hat, es nicht "der übliche Verlauf" ist, den er deshalb bei einer Sache erwartet hatte.
Ich halte das genauso wie Laurianna für keine gute Definition, und zwar weil sie das "Wunder" von einer einzigen Person abhängig macht. Daß etwas nach Einbezug aller Faktoren immer noch unerklärbar ist, ist eine viel bessere Definition.

Trotzdem gibt es Grenzfälle für die Definition. Was ist z. B. mit seltenen genetischen Veranlagungen? Sind das "Wunder", oder sind sie erklärbar? Zum Beispiel Menschen, die keinerlei Schmerzen wahrnehmen können -- ja, das gibt es, und der genetische Grund dafür ist aufgeklärt. Sind sie medizinische "Wunder" oder nicht?
 
Ja, ich verstehe Deine Überlegungen. Ich finde eigentlich den Begriff überhaupt komisch. Viel zu schwammig, einfach schlecht zu definieren, was es überhaupt sein soll. Deshalb ist auch an jeder Definition letztlich "etwas auszusetzen". Besser ist da noch Spontanheilung, oder?
 
Ja, fände ich auch besser. Aber es gibt halt eine Branche, die Wunderheilungen verkaufen will und nicht Spontanheilungen. Der Thread ging ja ursprünglich mal davon aus, diese Praxis zu kritisieren.
 
Als Definition könnte man beispielsweise nehmen, wenn sich der Arzt über die Besserung oder sogar Heilung des Patienten "wundert".
Naja, das ist aber ein weit gefasstes Kriterium. Habe ich auch schon erlebt. Da war's dann so, dass ich gefragt wurde "haben sie was gemacht?" und als ich erzählte, was ich gemacht habe (gezieltes NEM nach Recherche) sehr schnell erwidert wurde "davon kann das nicht kommen".

EDIT: Habe nach Schreiben des Beitrags gesehen, dass andere auch schon in die Richtung geantwortet haben.

Für mich ist der Begriff nicht sehr nützlich - allenfalls verwendbar als etwas Relatives, jeweils im Vergleich zum Weltbild dessen, der das Wunder deklariert.
 
Auch naja, die Diskussion ist ja dann weitergegangen, und ich denke, da kam dann schon durch, daß wir alle (die dran teilgenommen haben) versucht haben, uns da an eine Definition halt ranzutasten. Das war ja so der erste Versuch.
 
Der Begriff Wunderheilung muss für vieles herhalten, was kein Wunder ist, im wahrsten Sinne des Wortes.

Jeder Fall müsste individuell betrachtet werden. Und alle relevanten Infos zugänglich sein, erst dann könnte man versuchen, auch belastbare Antworten zu bekommen.

Ich finde, Beschreibungen und Schilderungen sind oft so lückenhaft und relativ oberflächlich - relevante Angaben fehlen oft.

Und wenn man dann auch im eigenen engeren oder größeren Umfeld immer wieder wahrnimmt, das solche als Wunderheilung beworbenen Methoden (wie auch Manifestieren) fehlschlagen und nicht wirklich (dauerhaft) funktionieren, nährt das auch nicht unbedingt den Glauben daran.

Manifestieren ist allerdings auch wieder ein Sonderfall, meine ich, da spielt ja auch (trügerische) Selbstsuggestion eine große Rolle - was wiederum einiges erklärt... Und angebliche Effekte lösen sich in Luft auf, wenn man genauer nach bohrt, bzw. bekommt man nichts an die Hand, ausser irgendwelche skurrilen Erzählungen. Versucht man diese zu reproduzieren, gelingt es nicht, so wie auch schon von einigen hier berichtet.

Problematisch finde ich auch die ganzen Erklärversuche, wenns nicht klappt, das schürt eher das Mißtrauen noch mehr, finde ich.
 
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Auch naja, die Diskussion ist ja dann weitergegangen,...
Ja, mit diesem Ergebnis:
Ich finde eigentlich den Begriff überhaupt komisch. Viel zu schwammig, einfach schlecht zu definieren, was es überhaupt sein soll.
Fast das Gleiche schrieb ich ja (unabhängig davon):
Für mich ist der Begriff nicht sehr nützlich - ...
Naja ;) - jedenfalls einen schönen Abend.
 

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