Lab4more-Newsletter vom 24.6.10

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Das klingt doch sehr interessant:

01: Mitochondriopathie: Eine aktuelle Übersicht, von Dr. Bieger

Ausschnitt daraus:
Labordiagnostik
1. Bestimmung der Funktion wichtiger zellulärer/mitochondrialer Schutzfaktoren
Glutathion zellulär, GPX/Glutathionperoxidase-AktivitätVitamin B12, das als wichtigster körpereigener NO/NOS-Scavenger fungiert. Meist ist es sinnvoll, auch die Konzentration des B12-Carriersystems Holo-Transcobalamin zu bestimmen, um die tatsächlich verfügbare funktionelle B12-Konzentration festzustellen; oder Bestimmung von Methylmalonat im Urin, dessen Konzentration bei B12-Mangel stark ansteigt! Zusätzlich Messung von Vitamin B1 (B3), C, K1, die alle in die Regulation der Atmungskettenaktivität involviert sind. Coenzym Q10, das Teil der Atmungskette selbst ist und dessen Ausfall die Effizienz der Energiegewinnung empfindlich stört. Außerdem fungiert Q10 als sehr wertvolles, lipidlösliches Antioxidans.
Selen, das Bestandteil zahlreicher Selenoproteine wie u.a. der Glutathionperoxidase (GPX) ist. Außerdem Zink (Vollblut) als Bestandteil der zytoplasmatischen Cu,Zn-Superoxiddismutase (SOD); und Magnesium Freie Fettsäuren, die nach Glucose (Pyruvat) wichtigste Substrat für das Mitochondrion sind.

2. Messung toxischer Metaboliten
In erster Linie das hochtoxische Peroxynitrit, das allerdings nicht direkt sondern nur über das Folgeprodukt Nitrotyrosin im Plasma gemessen werden kann. Peroxynitrit nitrosyliert bevorzugt den Tyrosinrest von Proteinen, die daraufhin abgebaut werden, und freies Tyrosin. Nitrotyrosin wird weiter zu Nitrophenylessigsäure metabolisiert, das im Urin gemessen wird, größtenteils jedoch (bis 80%) aus peripheren Nitrierungsreaktion stammt.

3. Bestimmung der Energieeffizienz der Mitochondrien
mit dem ATP-Check, wobei der ATP-Gehalt von Blutzellen mittels Durchflusszytometrie gemessen wird.

4. Analyse von Substraten der Energiesysteme
L-Carnitin, das als Carrier fungiert und freie Fettsäuren aus dem Zytoplasma in die die Mitochondrien transportiert.
Pyruvat, Lactat und P:L-Quotient: Pyruvat steigt im Blut bei Aktivitätsverlust der PDH (Pyruvatdehydrogenase) mit Rückstau von Pyruvat im Plasma an. Lactat steigt bei vermindertem Sauerstoffangebot und geschwächter mitochondrialer Energieeffizienz oder reduzierter Pyruvatutilisation infolge PDH-Schädigung in den Mitochondrien an.

5. Inflammationsmarker
Entzündungsprozesse sind immer mit erhöhter ROS/NOS-Bildung verbunden und führen zur unterschiedlich ausgeprägten mitochondrialen Funktionsstörung. Basistest ist das hochsensitive CRPs. Außerdem kommt die Messung der Entzündungszytokine in Betracht: Interleukin 6, TNFa. In Einzelfällen muss auch die rel. aufwendige, molekulargenetische Bestimmung des zellulären Entzündungsschalters NF-kB geprüft werden.

Kernprofil Mitochondriopathie:
ATP-Check, Glutathion zellulär, Nitrotyrosin, Pyruvat/Lactat, Vitamin B12 / Transcobalamin, Selen, Magnesium, CRPs.

Therapie
Die Mitochondriopathien sind eine Domäne der orthomolekularen Therapie. Hierzu zählen u.a. Coenzym Q10, L-Carnitin, Thiamin (alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase/KGDH-Kofaktor), Vitamin B2 /(Riboflavin; Kofaktor der Protoporphyrinogenoxidase), Vitamin B3, Vitamin B5/Pantothensäure (Vorstufe von Coenzym A), Vitamin B6 und Biotin (Kofaktoren der Hem-Biosynthese), Vitamin B12 (Methyl/Adenosylcobalamin), Vitamin C, Vitamin K1, N-Acetylcystein, alpha-Liponsäure (Glutathionreduktion, Kofaktor der PDH und der KGDH), Selen, Omega 3-Fettsäuren, Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Cobalt, Magnesium (Kofaktor der Atmungskette und zahlreicher mitochondrialer Enzyme).


02: Hinweis auf XMRV (Xenotropic Murine Leukemia Virus-Related Virus)
03: Matrix4Lab: XMRV-DNA-Spezialröhrchen
04: Präparat: CurcuPro
05: Untersuchungsauftrag I – Was ist neu?
06: Nächste Veranstaltungen

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Gruss,
Uta
 
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Hallo Uta,

das ist in der Tat interessant - danke :)

Diesen Satz verstehe ich nicht ganz:
Nitrotyrosin wird weiter zu Nitrophenylessigsäure metabolisiert, das im Urin gemessen wird, größtenteils jedoch (bis 80%) aus peripheren Nitrierungsreaktion stammt.
(Wie) verstehst Du diese Aussage?

Gruß :wave:
Kate
 
ich glaube das heißt, dass weniger das einzelne Tyrosin nitriert wird sondern eben proteine die am Ende ein Tyrosin haben. Wenn die dann unbrauchbar werden wird das Nitrotyrosin einzeln freigesetzt.

neuerdings sind bei Ganzimmun beim Wert "Nitrotyrosin" auch das Gesamttyrosin und der davon nitrolysierte Anteil angegeben.

Grüße, Apoman

Grüße Apoman
 
Hallo Apoman,

hm... Du beziehst "peripher" also auf den Tyrosinrest hier:
Peroxynitrit nitrosyliert bevorzugt den Tyrosinrest von Proteinen, die daraufhin abgebaut werden, und freies Tyrosin. Nitrotyrosin wird weiter zu Nitrophenylessigsäure metabolisiert, das im Urin gemessen wird, größtenteils jedoch (bis 80%) aus peripheren Nitrierungsreaktion stammt.
?

Da bin ich nicht so sicher. Ich würde "peripher" eher als Gegensatz zu "zentral" sehen. Ich habe aber zu wenig Kenntnisse, wo sich Tyrosin verteilt im Körper, um das letztlich einschätzen zu können. Und ich wüsste auch nicht, wie ich das Wort "jedoch" dann interpretieren sollte. Es klingt ja, als beträfe dies die Nitrophenylessigsäure im Gegensatz zu Nitrotyrosin und als bedeute es eine Einschränkung der Aussagekraft.

Gruß
Kate :confused:
 

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