Aha, Moment mal. Ja, das stimmt alles, aber ich habe Angst, mit so vielen Nährstoffen zu experimentieren, also Zink, Vitamin B6 usw.
Das ist ein vollkommen berechtigter Einwand. Bei bestehender Problematik werden Nährstoffe oft nur in *sehr* kleinen Mengen vertragen. Auch kommt es auf die passende Verbindung an. Citrate werden bei bestehender Histamindysbalance gemeinhin sehr schlecht vertragen, diese Verbindungen führen dann beispielsweise zu Durchfällen. Als Beispiel würde man es mit Zinkbisglycinat versuchen können, 10mg, dazu 1mg Kupfergluconat. Allerdings alles immer sehr vorsichtig. Kapseln kann man auch öffnen, um es mit der Hälfte 5mg Zinkbisglycinat/0,5mg Kupfergluconat zu versuchen. Oft muss jedoch zuerst die Stabilität verbessert werden.
Ich kann aber nicht sofort Benzodiazepine absetzen, wenn ich sie seit mehr als 25 Jahren einnehme.
Du hast vollkommen recht. Ein solches Absetzen ist so nicht möglich. Man sollte den Wirkstoff nur ausschleichen mit ärztlicher Begleitung. Das kann viele Wochen oder sogar viele Monate dauern. Es braucht sehr viel Geduld und ärztliche Begleitung. Ein schnelles Absetzen empfiehlt sich überhaupt nicht.
Kaffee und starken Schwarztee habe ich jedoch sofort weggelassen und trinke nur noch grünen Tee oder Kamillentee.
Sehr gut! Kamillentee kann den Histaminabbau sehr gut unterstützen. Solche Erfahrungen sind belegt. Grüner Tee gilt als individuell gut verträglich. Manchmal wird über eine Unverträglichkeit berichtet. Wenn dir der Tee gut tut, ist das prima.
Ritalin triggert das ganze bestimmt, aber ich vermute, dass es nicht der Hauptfaktor in der ganzen Kette ist.
Ich hatte jedoch
eine allergische Reaktion auf Diphenhydramin,

deshalb weiß ich nicht, wie das alles zusammenhängt. Kannst du mir das bitte ausführlicher erklären?
Tatsächlich ist es so, dass Ritalin eine Histamindysbalance eher verstärken könnte. Viele Faktoren können das "Histamin-Fass" zum Überlaufen bringen. Ritalin alleine ist es nicht. Also würde man unbedingt versuchen, alle möglichen Faktoren, die die Histamindysbalance positiv beeinflussen, auszuschöpfen. Histaminarme Ernährung, DAO in Kapselform, Vitamin C, Magnesium, Zink, Kupfer (in Kleinstdosen, in der richtigen Verbindung), Stressreduktion usw.
Diphenhydramin blockiert HNMT, ein wichtiges Enzym zum Abbau von Histamin. Deine negative Reaktion auf Diphenhydramin würde man als starken Hinweis auf eine ausgeprägte Histamindysbalance deuten, wobei die neurologischen Auffälligkeiten erklärt wären. Wird die HNMT blockiert, erwartet man Beschwerden, die mit dem Nervensystem assoziiert sind: Panik, Angst, Depression, Schlafstörungen, Kribbeln, Brennschmerzen, Tinnitus usw.
Welche Misere für das Gesundheitswesen in unserem Land
Darüber könnte man sich umfangreich auslassen. Es ist mehr als ärgerlich. Das System ist fehlerhaft. Du vertreibst übrigens niemanden. Wäre es nicht angebracht, eher den einschlägig bekannten "Gesundsheitsexperten" Dummheit zu unterstellen, wenn man die gesundheitspolitische Entwicklung der letzten 50 Jahre betrachtet? Ich tue das.
Das Problem bei mir ist, dass ich nachts sehr starken Hunger bekomme. Laut dem Buch ist der Histaminspiegel aber höchstens circa um 3 Uhr nachts am höchsten, was das ganze Muster erklärt. Oder?
Ja, absolut. Histaminflut macht wach, nervös, zittrig. Bezüglich Hunger kann man beide Phänomene sehen. Appetitlosigkeit und auch Hungerattacken. Zu nächtlichen Hungerattacken neigt man eher, wenn man noch mehr Nährstoffe ins System bringen sollte. Da dies im Schlafzustand ja nicht möglich ist, neigt man oft zu solchen Hungerattacken in der Nacht im Zusammenhang mit einer Histaminflut. Zum Abbau von Histamin werden Nährstoffe gebraucht. Es ist also ein sich antreibendes System. So erklären sich die nächtliche Wachheit, nächtlicher Antrieb, nächtlicher Hunger.
Histamin reduziert auch das viel Trinken, wie ich bemerke. Außerdem Yoga: Im Buch gibt es auch Unterricht mit einer Yoga-Lehrerin. Echt super, auch wenn ich nicht alles sofort behalten kann.
Menschen mit Histamindysbalance neigen dazu, große Mengen zu trinken, da Histamin wasserlöslich ist, und durch das viele Trinken oft Symptomlinderung vorübergehend eintritt. Allerdings stellt dann oft eine Dysbalance der Elektrolyte einen neues Problem dar. Kann man die Histaminzufuhr beschränken, sinkt oft die tägliche Trinkmenge, da das Verlangen nach "Verdünnung" des umlaufenden Histamins sinkt. Yoga ist eine sehr feine Sache. Eigentlich für jeden, der es mal versucht.
Die ganze Symptomatik ist sehr kräftig und morgens kaum auszuhalten, dann pendelt sie sich ein. Im Schlaf, der nicht gesund ist,(keinen Tiefen..) sollte Histamin auch nach oben schießen, das ist doch logisch. Das bedeutet permanenten Stress, deswegen bin ich immer müde oder leide unter Blutdruckschwankungen.
Du hast vollkommen recht. Nach einer schlechten Nacht, ist der Histaminspiegel morgens oft besonders hoch, da Histamin in der Nacht abgebaut wird, wenn keine Histamindysbalance besteht. Wacht man also morgens mit mehr Beschwerden auf, sollte man *immer* auch an eine mögliche Histamindysbalance denken. Leider wird das vom System ständig übersehen. Stress triggert Mastzellen, es wird vermehrt unter anderem Histamin freigesetzt. Blutdruckschwankungen sind leider auch nicht unüblich, das kann sogar bis zum POTS gehen.
Die Verbesserung einer Histamindysbalance verläuft leider nicht linear. Es gibt gute und schlechte Tage, da so viele Faktoren mitspielen (Buch S. 31). Man braucht sehr viel Geduld. Ein Arzt könnte einen Mastzellstabilisator verschreiben. Fenistil wäre (bitte Apotheker wegen Wechselwirkung befragen), eine Möglichkeit, die Mastzellen etwas zu beruhigen, um mehr Stabilität ins System zu bringen. Warst du vielleicht mal bei einem Allergologen, nachdem die Reaktion auf Diphenhydramin derart stark war? Ein solcher könnte bei der Histaminintoleranz behilflich sein bezüglich Rezept.