Rund um die Anthroposophie

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So ist es , Kayen ! Obwohl ich das hätte besser darstellen müssen / können .

LG
Das wäre in der Tat hilfreich gewesen.
So sah das (zusammen mit dem Bild) nach eigens erstellter Provokation aus (auch zumal im Text noch Schreibfehler drin waren), an der ich nichts anderes als Provokation hätte feststellen können. Aber dann nehme ich diese Korrektur somit entgegen.



Gruss, Marcel
 
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Um den Anfang des 20. Jahrhunderts herum war die "Hysterie" eine häufig bei Frauen diagnostizierte "Krankheit". Insofern befindet sich Steiner in bester Gesellschaft, wenn er die "Hysterie" den Frauen zuordnet:
...
Noch ein anderes Phänomen greift im 19. Jahrhundert um sich, von dem fast ausschließlich das weibliche Geschlecht betroffen war. Unter großem Interesse der Öffentlichkeit wurden seit den 1870er Jahren tausende Hysterikerinnen in die neu entstandenen Nervenheilanstalten und Krankenhäuser Europas eingewiesen. Hysterie wurde zur Frauenkrankheit schlechthin. Organische Ursachen für die Anfälle der Frauen fand man allerdings keine. Die Ärzte schlussfolgerten: alles nur Übertreibung und Simulation. Man erkannte in der Hysterie nur einen weiteren Beleg für die Neigung der Frau zu Wankelmütigkeit und Unglaubwürdigkeit: "Die Hysterie ist eine organische Krisis der organischen Verlogenheit des Weibes", schrieb der Philosoph Otto Weininger noch im Jahr 1903.
...
https://www.sueddeutsche.de/kultur/hysterische-frauen-im-jahrhundert-wahnsinn-war-weiblich-1.1230420

Am Anfang des 20 . Jh. gab es aber auch große gesellschaftliche Umbrüche, die durch den 1. Weltkrieg verstärkt wurden:
... Ab dem 20. Jahrhundert fanden die Frauenrechtlerinnen so viel Unterstützung, dass Frauen in den Demokratien in Europa und andernorts nach und nach das Wahlrecht erhielten. 1919 konnten Frauen etwa in Deutschland erstmals wählen und gewählt werden - eine "Selbstverständlichkeit", die den Frauen bis dahin "zu Unrecht vorenthalten worden ist", erklärte die frisch gewählte sozialdemokratische Abgeordnete Marie Juchacz.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde es für die Anhänger des Patriarchats immer schwerer, die Herrschaft über die Frau zu rechtfertigen. In Deutschland wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Gleichberechtigung immerhin im Grundgesetz festgehalten. Das Familienrecht allerdings erklärte Männer zu Ernährern, Frauen zu Haufrauen und Müttern. Diese Relikte der patriarchalischen Reproduktionskontrolle überlebten noch die Regierungszeiten der christlich-konservativen Kanzler Adenauer und Kiesinger. ...
https://www.sueddeutsche.de/politik/emanzipation-aufstieg-und-niedergang-des-patriarchats-1.2971721-4

Für mich scheint klar, daß es da Zusammenhänge gibt: Die unangefochtene Rolle der "Patriarchen" wird angekratzt und verändert sich. Nicht immer wird so eine Veränderung mit Freude hingenommen...

Grüsse,
Oregano
 
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Man könnte Hysterie ja auch mit "erhöhter Sensibilität" vereinbaren. Eigentlich etwas Positives, das pathologisiert wurde nach Wunsch der Herrschenden. Nichts Neues!

Die Frauenrechtlerinnen waren bestimmt alle hysterisch! :D
 
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Wenn ich diese Zeilen von R. Steiner lese, finde ich, daß er ein kluger Mann war:

Rudolf Steiner: Ergebenheitsgebet

Wir müssen mit der Wurzel aus der Seele ausrotten Furcht und Grauen vor dem, was aus der Zukunft herandrängt an den Menschen. Gelassenheit in Bezug auf alle Gefühle und Empfindungen gegenüber der Zukunft muß sich der Mensch aneignen. Mit absolutem Gleichmut entgegensehen allem, was da kommen mag, und nur denken, daß, was auch kommen mag, durch die weisheitsvolle Weltenführung uns zukommt.
Wir haben jeden Augenblick das Rechte zu tun und alles andere der Zukunft zu überlassen.
Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen, aus reinem Vertrauen zu leben, ohne jede Daseins-Sicherheit, aus dem Vertrauen in die immer gegenwärtige Hilfe aus der geistigen Welt. Wahrhaftig, anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll. Nehmen wir unseren Willen gehörig in Zucht und suchen wir die Erweckung von innen jeden Morgen und Abend:

Was auch kommt, was mir auch die nächste Stunde, der nächste Tag bringen mag:
Ich kann es zunächst, wenn es mir auch ganz unbekannt ist, durch keine Furcht ändern.
Ich erwarte es mit vollkommenster innerer Seelenruhe, mit vollkommenster Meeresstille des Gemütes.
Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt – wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft hinein will !

Die Hingabe an das, was man göttliche Weisheit in den Ereignissen nennt,
die Gewissheit, dass das, was da kommen wird, sein muss
und dass es auch nach irgendeiner Richtung seine guten Wirkungen haben müsste,
das Hervorrufen dieser Stimmung in Worten, in Empfindungen, in Ideen,
das ist die Stimmung des Ergebenheitsgebetes.

Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen:
Aus reinem Vertrauen leben, ohne Daseinssicherung, aus dem Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe
der geistigen Welt.
Wahrhaftig, anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll.

Rudolf Steiner


https://christoph-hörstel.de/rudolf-steiner-ergebenheitsgebet/

Grüsse,
Oregano
 
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Anthroposophische Spiritualität

Interview mit Dr. Jens Heisterkamp,
Leitender Redakteur der Zeitschrift Info3.

https://cella-sankt-benedikt.de/blog/podcast-anthroposophische-spiritualitaet/
...
Anthroposophie kennen wir meistens nur durch die Waldorfschulen, DM, Alnatura oder den Produkten von Weleda. Es lohnt sich aber, sich intensiver mit der Anthroposophie zu beschäftigen. Ich habe für mich gemerkt, dass dieser Ansatz zwar nicht in allem für mich nachvollziehbar ist, aber selten bin ich aus meiner Beschäftigung uninspiriert herausgegangen. Und so möchte ich heute mit Dr. Jens Heisterkamp sprechen, der ein Buch über anthroposophische Spiritualität geschrieben hat. Er ist zudem leitender Redakteur der anthroposophischen Zeitschrift Info3 (https://info3-verlag.de)
Grüsse,
Oregano
 
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Der Ton des Interviews ist leider so grottenschlecht! - und wohl auch durchgehend, eine halbe Stunde lang :confused: irgendwie wie Radio auf Kurzwelle vor ein paar Jahrzehnten!

.​
 
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Hier das "Frankfurter Memorandum" mit dem Thema "Anthroposophie und Rassismus":

...
Die Behauptung, der Gründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner (1861 – 1925), sei Rassist gewesen oder habe rassistisch gefärbte Ansichten vertreten, wird seit einer Reihe von Jahren in kritischen Publikationen, aber auch in Medienberichten immer wieder vertreten.

Dabei wird häufig gleichzeitig die Anthroposophie als Lehre und sozial-spirituelle Bewegung grundlegend in Frage gestellt. Diesen Vorwürfen stehen die Mitarbeiter anthroposophisch orientierter Einrichtungen in aller Welt gegenüber, die irritierende Äußerungen Steiners zum Thema „Rassen“ als irrelevant und – im Verhältnis zu den zentralen anthropologischen Beiträgen Steiners – als völlig marginal einstufen.

Ein vernünftiges Gespräch zwischen diesen beiden Interessentengruppen wird durch fundamentalistische Emotionen auf beiden Seiten bisher eher behindert: von der einen Seite wird ein vollständiges „Abschwören“ von einer angeblich überholten Gründerfigur verlangt, während auf der anderen Seite apologetisch jeder noch so abseitig wirkende Wortlaut Steiners verteidigt wird.

Hier muss dringend ein Dialog geführt werden, wenn die immer wieder aufbrechende Debatte auf einen sachlichen Boden zurückgeführt werden soll.

Diesem Zweck dient das 2008 von Ramon Brüll und Jens Heisterkamp (Info3-Verlag, Frankfurt) initiierte Frankfurter Memorandum, das man im Folgenden in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch) als PDF herunterladen kann.
Grüsse,
Oregano
 
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Hier das "Frankfurter Memorandum" mit dem Thema "Anthroposophie und Rassismus"
Hier muss dringend ein Dialog geführt werden, wenn die immer wieder aufbrechende Debatte auf einen sachlichen Boden zurückgeführt werden soll.
Hast du die 24 pdf-Seiten des Memorandums gelesen, Oregano?
Da gibt es auch den Anhang mit der Zusammenfassung des Abschlussberichtes der Niederländischen Kommission „Anthroposophie und die Frage der Rassen".
Hast du dir eine Meinung zu dem Thema bilden können?
Dialog und Debatte sind ja nur mit informierten Meinungen und möglichst sachlichen Ansichten möglich. Dieses Memorandum ist 12 Jahre alt, der Text einer niederländischen Kommission ist schon 20 Jahre alt bzw ein Zwischenbericht auch schon 22 Jahre. Viel Zeit für Dialog und Debatte und Meinungsbildung,
 
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