Konzentration und Denkprobleme durch Virusinfektion

ory

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Konzentration und Denkprobleme auch darin kann es nach Virale Infektionen zu Spät/Langzeitfolgen kommen und sie sind fast unabhängig von der Schwere der initialen Erkrankung.

Schon länger ist bekannt, dass bestimmte Erreger, darunter auch die Corona-Viren ins zentrale Nervensystem einwandern können. Nach einem Infekt könnte durch eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems Denkprobleme entstehen. Denkbar wäre dazu, das eine solche Überreaktion auch bei weniger schweren Verläufen nach durchgemachter Infektion noch eine Weile in bestimmten Hirnarealen zu finden ist, zumindest wäre das ein Erklärungsansatz für anhaltende Konzentrationsstörungen.

Es wird mittlerweile aber davon ausgegangen das sich Denkschwierigkeiten durch einen Infekt, nach und nach wieder von alleine bessert..... in der Annahme, das vor der Infektion keine strukturellen Hirnschäden vorlagen.

Unter anderem zeigt sich hier auch, das die Psyche während einer Erkrankung eine nicht zu unterschätze Rolle spielt. Die meisten Betroffene sind durch eine Erkrankung aus der Bahn geworfen und manche sind schlicht und einfach auch traumatisiert.
Anraten kann ich, sich erst einmal den momentanen Gegebenheiten anzupassen : Also ausreichend schlafen, Entspannungsphasen einbauen, sich genug bewegen, wenn möglich Sport treiben, sich vernünftig ernähren und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Sich aber auch nicht davon abbringen lassen die eigene Konzentrationsfähigkeit mit lesen, rätseln usw. positiv zu beeinflussen.

Ein dringender Appell ist deshalb: Hält die Konzentrationsschwäche länger an, selbst wenn die Beschwerden erst Monate später auftreten, sollte das abgeklärt werden.


Gruß Ory
 
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Es ist erschreckend, was durch die Covid-Erkrankung passieren kann:

... Demenzartigen Störungen bei jungen Patienten

Da ist die Radiologin, die sonst Tumorbilder begutachtet, und plötzlich keine einfachen Formen mehr auseinanderhalten kann. "Ich habe auch Patienten, die keinen Satz vernünftig zu Ende sprechen können", so Frommhold. Oder offiziell Genesene, die vergessen, den Wasserhahn zuzudrehen, bis ihnen das Wasser über den Küchenboden schwappt.

"Wir reden hier von jungen Menschen mit demenzartigen Symptomen“, erklärt die Reha-Medizinerin. Hinzu kämen Ängste und Depressionen, weil nichts mehr so ist wie zuvor – und unklar, ob das jemals wieder der Fall sein wird.

Es gibt noch eine dritte Gruppe

Frommhold bezeichnet diese zeitverzögerten Post-Covid-Patienten als „dritte Gruppe“ der vormals Sars-CoV-2-Infizierten – neben jenen, bei denen die Infektion tatsächlich folgenlos ausheilt, und jenen, die nach einem schweren Verlauf mit anders gelagerten Langzeitfolgen kämpfen. „Die dritte Gruppe macht mir eigentlich am meisten Sorge, weil sie durchs Raster fällt“, sagt sie.

Einer von ihnen ist Mirko Nowak*. 20 Jahre alt, sportlich. Ein junger Mann, der gerade auf dem Sprung in die Zukunft war und dann vom Virus ausgebremst wurde. Angesteckt hat sich der Chemnitzer im Oktober bei seinem Vater, der den Erreger von der Arbeit mit nach Hause brachte.

Plötzlicher Rückschlag nach Wochen

Erst erholte er sich gut. Dann, Wochen später, kam der plötzliche Rückschlag. „Ich hatte so starke Schmerzen in den Beinen, dass ich nicht mehr aufstehen konnte“, berichtet er im NetDoktor-Gespräch. Und er fühlte sich zutiefst erschöpft: "Schon Frühstücken war mir zu anstrengend.“ Ein Sudoku lösen oder auch nur begreifen, was in einem Zeitungsartikel steht? Fehlanzeige.
Seit gut vier Wochen ist Nowak jetzt in Heiligendamm, und langsam geht es bergauf. Reha-Spaziergänge am Strand gehören zum Programm - denn auch das Gehen auf dem unebenen Untergrund ist für vieleCovid-19-Rekonvaleszenten eine Herausforderung. Außerdem: Physiotherapie, Ergotherapie, Atemtherapie, Konditions- und Kognitionstraining. ...

Grüsse,
Oregano
 
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Wuhu,
... Unter anderem zeigt sich hier auch, das die Psyche während einer Erkrankung eine nicht zu unterschätze Rolle spielt. Die meisten Betroffene sind durch eine Erkrankung aus der Bahn geworfen und manche sind schlicht und einfach auch traumatisiert.
Anraten kann ich, sich erst einmal den momentanen Gegebenheiten anzupassen : Also ausreichend schlafen, Entspannungsphasen einbauen, sich genug bewegen, wenn möglich Sport treiben, sich vernünftig ernähren und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Sich aber auch nicht davon abbringen lassen die eigene Konzentrationsfähigkeit mit lesen, rätseln usw. positiv zu beeinflussen...
auch das erinnert frappierend an CFS/ME... 😔
 

ory

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Da ich/wir leider immer noch seit gut 3 Monate mitten im Geschehen stecken, aber die Post-Covid19-Müdigkeit zum größten Teil überstanden haben, sehe ich das ein wenig anders. Aufgetaucht sind aber die entsetzlichen Konzentration und Denkschwierigkeiten, aber auch da hoffe, sehe ich, das sich das in Richtung Besserung bewegt, was bei Chronische Fatigue-Syndrom in so kurzer Zeit nicht wirklich vorkommt!?

Gruß Ory
 
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Wuhu Ory,
da gibts auch Phasen, die besser und schlechter sind bzw wieder werden können...
 
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Hallo,

„Im Januar kamen dazu erste Daten aus Wuhan. Drei Viertel der Menschen, die wegen einer Sars-Cov-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden mussten, berichteten dort auch sechs Monate nach ihrer Genesung von gravierenden Symptomen. Vor allem Atemnot und eine tiefe Erschöpfung, Fatigue genannt, machten den einstigen Sars-CoV-2-Infizierten zu schaffen.“
https://www.netdoktor.at/aktuelles/...tter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter
(ergänzt von der Moderation - siehe Link aus Beitrag #2)

In dem Artikel ist die Rede von 6 Monaten. Das ist einer der Kriterien für solche Diagnose. Ich habe diese Diagnose.

Grüße, Panacea.
 
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Kate

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Hallo Panacea,

wo kommt das Zitat her? Hier aus dem Thread stammt es nicht und das Thema passt auch nicht ganz - hast Du Dich evtl. im Thread vertan (hier geht es um Konzentration und Denkprobleme)?

Und welche Diagnose meinst Du Dich selbst betreffend: Post-Covid-Syndrom oder CFS anderer/unbekannter Ursache? Ich finde schon wichtig, dass wir das vorerst auseinander halten, auch wenn sich zeigen sollte (dazu ist die Zeitspanne ja viel zu kurz), dass Post-Covid eine spezielle Form von CidFS sein sollte. Womöglich geht es ja doch schneller vorbei, als CFidS sonst im Allgemeinen?

Gruß
Kate
 
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Hallo Kate,

„wo kommt das Zitat her? Hier aus dem Thread stammt es nicht und das Thema passt auch nicht ganz - hast Du Dich evtl. im Thread vertan (hier geht es um Konzentration und Denkprobleme)?“

Das Zitat stammt aus diesem Thread, aus dem Beitrag von Oregano (#2). Ich denke nicht, dass ich mich in dem Thread vertan habe.

„(hier geht es um Konzentration und Denkprobleme)?“

Richtig, hier geht es um Konzentration und Denkprobleme durch Virusinfektionen und nicht ausschließlich durch das Covid-Virus.

„Post-Covid-Syndrom oder CFS anderer/unbekannter Ursache? Ich finde schon wichtig, dass wir das vorerst auseinander halten, …“

Wenn es wirklich so wichtig ist, dann sollte man den Thread umbenennen in „Konzentration und Denkprobleme in Folge von Covid-Infektion“.

„Und welche Diagnose meinst Du Dich selbst betreffend:“

Ich meine genau solche Denk- und Konzentrationsprobleme, welche in dem von Oregano genannten Artikel als Folge von EBV, Borna-Virus, Herpesviren und einiges mehr (Postvirales Syndrom). Solche kognitiven Beeinträchtigungen sind ein Teil von CFS/ME.

Grüße, Panacea.
 

Kate

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Danke für die Aufklärung, Panacea.
Das Zitat stammt aus diesem Thread, aus dem Beitrag von Oregano (#2). Ich denke nicht, dass ich mich in dem Thread vertan habe.
Habe die Quellenangabe ergänzt, das war ja so nicht ersichtlich (weil es nicht in Oreganos Zitat steht, sondern man erst den Link anklicken und ganz lesen müsste).
Wenn es wirklich so wichtig ist, dann sollte man den Thread umbenennen in „Konzentration und Denkprobleme in Folge von Covid-Infektion“.
Ich bezog mich darauf, dass in Deinem Zitat Atemprobleme und Fatique hervorgehoben wurden und Du dann auch noch von Deiner Fatigue erzähltest. Und ich eben zudem den Bezug zu Oreganos Beitrag nicht sehen konnte.

Es gibt ja in dieser Monatsrubrik auch einen Thread https://www.symptome.ch/threads/erschoepfung-muedigkeit-nach-virusinfektion.143490/ - so dass man dies dort vertiefen könnte.

Gruß
Kate
 

ory

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da gibts auch Phasen, die besser und schlechter sind bzw wieder werden können...

Hallo AO, nachdem die Müdigkeit sich gottseidank fast verabschiedet hat, hoffe ich inständig, das dies nun so bleibt.

Weiß man eigentlich ob es nach der Post-Covid-Müdigkeit auch Phasen gibt wie bei CFS?

Gruß Ory
 

ory

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Ist es zur Beantwortung dieser Frage nicht noch zu früh?
Hm......die postvirale Fatigue kennt man mittlerweile ja seit etwas über einem Jahr, womöglich hat sich da schon eine eventuelle Prognose ergeben!?

Interessant ist es einfach zu erfahren, ob eine postvirale Fatigue eine eventuelle rezidivierenden Symptomatik ist, oder ob es nur in den ersten Monaten einen wellenförmigen Verlauf hat.
Ist C-Fatigue rezidivierend, läuft das ja wirklich in Richtung CSF.

Gruß Ory
 

Kate

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die postvirale Fatigue kennt man mittlerweile ja seit etwas über einem Jahr, womöglich hat sich da schon eine eventuelle Prognose ergeben!?

Interessant ist es einfach zu erfahren, ob eine postvirale Fatigue eine eventuelle rezidivierenden Symptomatik
Ja, ory, interessant finde ich das auf jeden Fall, und einige Beobachtungen könnte es auch schon geben. Bekannt ist mir das nicht, habe aber auch nicht gezielt danach gesucht. Die richtig "lange Sicht" fehlt auf jeden Fall noch, Zustände können ja auch nach vielen Monaten oder auch Jahren rezidivieren.

Gruß
Kate
 
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Die Charité in Berlin hat eine Post-COVID-Fatigue-Sprechstunde und dadurch schon ein paar Erfahrungswerte.
...
Auch nach Covid-19 haben manche Patienten, teilweise auch nach einem milden Verlauf, Symptome einer PVF. Der wichtigste Aspekt in der Behandlung ist das, was man schon lange kennt als „Schonung in der Rekonvaleszenz Phase“. In der Praxis bedeutet dies Ruhe und Entspannung, ausreichend schlafen, einen normalen Tag-Nacht-Rhythmus zu haben, Vermeidung von Stresssituationen, und keinen Sport zu treiben, solange man sich noch nicht genesen fühlt. Körperliche und mentale Überanstrengung, die zu einer Verschlechterung der Beschwerden führt, ist zu vermeiden.Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, Meditation oder auch einfache Atemübungen können helfen. Wer in Folge dieser Situation unter vielen Sorgen, negativen Gedanken oder Depressionen leidet, sollte den Hausarzt darauf ansprechen und sich ggf behandeln lassen.

Die Ursachen sind nicht gut verstanden, aber meistens ist es nicht das Virus selbst, sondern wahrscheinlich das Immunsystem, das nach der Infektion noch nicht wieder zur Ruhe gekommen ist.

Eine ärztliche Untersuchung sollte 4 Wochen nach der Infektion erfolgen, wenn die Erschöpfungssymptomatik sich nicht bessert, um Organfunktionsstörungen nach Covid-19 und andere Ursachen von Fatigue auszuschließen. Bei den meisten Patienten bessern sich die Beschwerden innerhalb der nächsten 4 - 12 Wochen. Patienten, die nach 6 Monaten noch anhaltend schwere Fatigue, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen haben und deren Symptome nach Anstrengung zunehmen, können Sie sich bei uns in der Sprechstunde zur weiteren Abklärung vorstellen.
...

Grüsse,
Oregano
 
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18.01.14
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Hallo, Kate, das ist ein Thema, zu dem ich folgende Erfahrung habe: Stichwort sistieren, das fortbestehen einer Erkrankung, was bedeutet, dass sie vorerst oder endgültig nicht weiter fortschreitet.
Aber sie ist da, die Störungen wie Gedächtnisverlust oder -einschränkung bleiben bestehen.

Vielleicht nimmt jeder es anders wahr, definiert es individuell. Im Homöopthieseminar wurde nicht selten von Latenz gesprochen, die Störung ist scheinbar verschwunden und taucht immer wieder auf.
In der Homöopathie soll das Auftauchen aus der Latenz der Augenblick sein, den man erfassen muß, wenn man erfolgreich behandeln will.
Sehr schwierig!
LG
Maheeta
 
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12.10.18
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den man erfassen muß, wenn man erfolgreich behandeln will.

was oft rel. einfach ist, weil die patienten doch meist in die praxis kommen, wenn sie beschwerden haben und nicht in der latenzphase (in der man aber auch die symptome erfragen kann, die in der akutphase aufgetreten sind).

eine erfolgreiche behandlung kommt oft deshalb nicht zustande, weil sie sehr viel mehr zeit und kenntnisse erfordert als einfach ein mittel (oder gleich mehrere als gießkannenprinzip) zur symptombekämpfung zu verordnen.

in der praxis des damals noch sehr guten hom. arztes wurden pro tag sehr viel weniger patienten vom arzt behandelt als üblich ( da waren es fast immer nur 8 - 10 patienten pro tag, teils weniger, bei meinem jetzigen hausarzt, der auch homöopathie auf dem schild stehen hat, sind es 30 - 40 ) und sehr viel erfolgreicher, was allerdings bei den kassenpatienten ohne zuzahlung nur möglich war, weil es rel. viele privatpatienten gab und der arzt die ersten jahre bereit war, nicht viel mehr zu verdienen als ein assistenzarzt im krankenhaus und dafür 9 std. (manchmal mehr) pro tag zu arbeiten, weil die heilerfolge sich sehr schnell rumgesprochen haben und immer mehr leute kommen wollten und die warteliste schon sehr schnell sehr lang war.


lg
sunny
 
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10.01.04
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Allerdings stehen dem Personal in einer heutigen Arztpraxis auch einige Erleichterungen durch den PC zur Verfügung.
Auch vor zig Jahren sagte mir damals ein Arzt, daß er mir jetzt mit 5 Minuten schon viel zu viel Zeit gewidmet hätte. Pro Patient seien nur 2 Minuten veranschlagt .

Grüsse,
Oregano
 
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Erleichterungen durch den PC

ja, aber mit der zahl der vom arzt behandelten patienten meinte ich nur die, wirklich vom arzt behandelt werden, nicht die, die nur ein rezept oder eine blutabnahme usw. durch das personal bekommen.

bei dem damaligen arzt war das bei schwerkranken, die weit weg wohnten (teils mehr als 100 km) beim ersten termin auch schon mal 2-3 stunden, meist aber "nur" ein stunde.

mein jetziger hausarzt nimmt sich im vergleich mit dem von dir genannten arzt auch rel. viel zeit für die patienten (meist ca. 10 -15 min.), aber hauptsächlich um mit ihnen zu plaudern. die untersuchungen macht das personal, zu dem auch ein arzt gehört, der ihm alles abnimmt, das er nicht so gern macht. :)


lg
sunny
 
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