Ferritin keine Aussage bezügl. Erschöpfung?

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Hallo,

ein Arzt sagte mir, dass diese ganze "niedriges Ferritin=Erschöpfung" Diskussion Quatsch wäre.
Erst wenn der HB und die Erythrozyten erniedrigt wären, dann hätte es einen Einfluss auf die Befindlichkeit, denn Erschöpfung und Müdigkeit hätten mit der Sauerstoffversorgung zu tun und die würde über die Erythrozyten laufen.
Der Eisenspeicher hätte damit nichts zu tun, bzw. höchstens langfristig, wenn dauerhaft erniedrigte Eisenspeicher irgendwann zu erniedrigtem HB führen würden.

Er fragte mich direkt: wie soll sich die Höhe des Eisenspeichers auf die Befindlichkeit auswirken, wenn HB und Erythrozyten (und MCV) in Ordnung sind?
Bei mir sind ja HB und Erythrozyten trotz jahrzehntelangem erniedrigen Ferritinwert meist normal, also führt ein erniedriges Ferritin nicht zwangsläufig zu erniedrigtem HB.

Mich würde interessieren, was ihr zu der These des Arztes meint, da manche Ärzte sich bei der Eisensubstitution ja alleine auf den Ferritinwert stützen, was laut dieses Arztes Quatsch wäre.

Viele Grüße
Cosmea
 
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Hallo Cosmea,

das ist ja - wenn man mal anfängt zu googeln - wirklich ein komplexes Thema, und mir scheint, Dein Arzt hat durchaus Recht.

Hier wird noch ein Marker genannt, der interessant sein könnte:

... Löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)
Akut-Phase-unabhängiger Parameter des Eisenstoffwechsels
...
sTfR bei Eisenmangel
Die Konzentration des sTfR steigt sofort nach Leerung der Speichereisenreserve, des Ferritins, an. Dieser
Anstieg erfolgt früher als die Verminderung der Hämoglobinkonzentration und die Veränderung anderer Messgrößen für das Funktionseisen wie die Transferrinsättigung. Da der lösliche Transferrinrezeptor allein nur den funktionellen Eisenmangel widerspiegelt, kann auf die Bestimmung des Ferritins als Marker des Speichereisens nicht komplett verzichtet werden. Speziell durch die gemeinsame Bestimmung von Ferritin und sTfR und nachfolgender Berechnung des Ferritinindex (Ergebnis wird automatisch auf dem Befund mitgeteilt) kann zusätzlich zur Charakterisierung des Funktionseisens auch das Speichereisen beurteilt werden. Dabei gelten unterschiedliche Referenzbereiche bei Vorliegen bzw. Fehlen einer Akut-Phase-Reaktion.
...
http://www.labor-cottbus.de/uploads/media/Loeslicher_Transferrinrezeptor_sTfR.pdf

Es gibt ja noch andere Ursachen für Erschöpfung. Hast Du da schon überlegt?
Erschöpfung (Abgeschlagenheit, Schwäche) Ursachen - Onmeda.de

Grüsse,
Oregano
 

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Der Arzt hat wohl Recht und Unrecht.
Es stimmt nicht, dass das Gerede ums Ferritin Quatsch ist. Denn ein Mangel davon kann sehr wohl ein wichtiger Hinweis sein, dass z.B. die Zahl der Erythrozyten erniedrigt ist, was dann wiederum eine Ursache von Erschöpfung sein kann. Womit er mit Letzterem eben wieder Recht hat.
 
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Hallo Daenerys,

danke für Deine Antwort. Ja, er meinte es schon im Zusammenhang mit Blutwerten wie Erythrozyten.
Meine Erfahrung war, dass sich bisher die Ärzte nur auf den Ferritinwert konzentrierten, bzw. bei meinem niedrigen Ferritinwert sagten: kein Wunder, dass Sie sich so erschöpft fühlen., und das, obwohl HB und Erythrozyten in der Norm waren. Fragte mich, welche medizinische Annahme hinter der Aussage dieser Ärzte steht, dass man eine Erschöpfung mit einem niedrigen Ferritinwert begründen kann, wenn HB und Erys in Ordnung sind. Dieser Arzt sagte ja, dass es da keine medizinische Begründung für gäbe und das scheint mir plausibel. Ich wunderte mich nur über die anderen Ärzte, die sehen ja auch den HB-Wert und die Erythrozyten und sagen: Therapie Eiseninfusionen. Deshalb wollte ich mal eure Meinungen hören.
Eiseninfusionen besserten nichts an meiner Erschöpfung.

Hallo Oregano,

vielen Dank für Deine Bemühungen. Hatte Dir schon was geantwortet, aber das ist leider unauffindbar, also nochmal...

So wie ich das mit dem sTfR verstehe, ist das eine zeitliche Abfolge. Ferritinmangel, dann Anstieg des sTfR, dann Verminderung des Hämoglobins.
Bei mir ist ja das Ferritin seit meiner Jugend meist zwischen 4-12 (und "trotzdem" war ich fit) und mein HB meist in Ordnung. Man liest ja immer wieder, dass ein niedriges Ferritin irgendwann zu einem niedrigen HB führt, was bei mir seit über 20 Jahren nicht der Fall ist.

Wegen der anderen Ursachen der Erschöpfung, danke für den Link.
Ich habe diese massive Erschöpfung (und noch weitere Symptome wie Benommenheit, Antriebslosigkeit) seit einem Schädel-Hirn-Trauma. Das ist wohl unter daran Forschenden bekannt (bei meinen Ärzten vor Ort leider nicht), aber die Ursache ist noch nicht eindeutig geklärt.

Nach Hirntrauma: Gegen Fatigue hilft Melatonin

Audiobeitrag:
Extreme Schläfrigkeit nach Schädelverletzungen – Verzweigte Aminosäuren machen müde Nager wieder munter. « SWR Wissenschaft aktuell

Deutsches Ärzteblatt: Schdelhirntrauma: Dit knnte Schlafstrungen lindern

Da meine Ärzte vor Ort sich nicht mit den Folgen von Schädel-Hirn-Traumata auskennen, schauen sie nach anderen Ursachen und da werde ich immer wieder auf mein niedriges Ferritin verwiesen, obwohl ich immer wieder sage, dass ich das schon mein Leben lang habe und diese massive Erschöpfung erst seit dem Sturz aufgetreten ist.
Schilddrüse, Vitamin D Mangel sind weitere Vermutungen, aber meine Symptome traten plötzlich mit dem Sturz auf, so dass ich eher nicht vermute, dass es an der Schilddrüse oder dem Vitamin D Mangel liegt, aber ich nehme Vit D ein, damit ich das zumindest in Ordnung bringen kann.

Werde es jetzt mal mit den Aminosäuren, die in meinem eingefügten Beitrag genannt wurden, versuchen.

Liebe Grüße
Cosmea
 

Paula3

Liebe Cosmea7777,

ich habe heute deine Beiträge gelesen. Der Beginn war 2013 nach einem Sturz auf den Hinterkopf. Ich antworte hier, weil deine anderen threads nicht fortgeführt wurden.
da setzte diese bleierne Erschöpfung ein und dass ich so viel schlafe

Jetzt habe ich ja ständig das Gefühl, dass ich gleich sterbe, so erschöpft bin ich

Mir ist teilweise etwas schwindlig. Wochenlang hatte ich gar keinen Appetit, jetzt auch weniger als sonst.

laut Neurologe ist kopfmäßig alles in Ordnung (MRT und EEG).
Stürze auf den Kopf können Störungen der Hypophyse nach sich ziehen, und offenbar gar nicht so selten. Ist aber leider bei den Ärzten, wie so vieles, sehr unbekannt!
Das heißt, du solltest unbedingt auf eine Hypophysenstörung untersucht werden.

Die Untersuchungen, die du beim Neurologen hattest, helfen da nicht weiter, bzw das MRT kann nur eine Aussage zur Hypophyse machen, wenn Kontrastmittel zur Darstellung der H. gespritzt wurde. In erster Linie geht es um Hormon-Untersuchungen, also Messungen von Hypophysenhormonen und Hypophysen-Test, ob bzw. wie die Hypophyse arbeitet! Leider weiß ich keine Adresse, wer das zuverlässig macht, da müßtest du suchen, auf jeden Fall muß es eine gute endokrinologische Abteilung (Uniklinik?), sein, wo man sich mit Hypophysenstörungen auskennt! Ach ja, du könntest z.B. bei Glandula nach einer Adresse fragen, dem "Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen" Netzwerk Glandula: Das Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e.V., Glandula

Hier ist ein guter Text von 2004 aus dem Dt. Ärzteblatt

Deutsches Ärzteblatt: Hypophyseninsuffizienz nach Schdel-Hirn-Trauma: Ein hufig unerkanntes Problem (12.03.2004)
Schneider, Harald Jörn;
Eine Hypophyseninsuffizienz wurde bis vor wenigen Jahren als seltene Komplikation eines Schädel-Hirn-Traumas (SHT) angesehen. Neuere Studien zeigen, dass hormonelle Störungen nach SHT mit einer Prävalenz von 30 bis 70 Prozent häufig sind. Diese werden jedoch aufgrund der unspezifischen Symptomatik und Verschleierung durch Folgeerscheinungen des SHT oft nicht erkannt….. Retrospektive Untersuchungen haben gezeigt, dass die Diagnose einer posttraumatischen Hypophyseninsuffizienz oft erst Jahre bis Jahrzehnte nach dem Trauma erfolgt. Angesichts der hohen Prävalenz einer Hypophyseninsuffizienz nach SHT empfiehlt es sich, eine Testung der Hypophysenfunktion bei Patienten nach SHT durchzuführen und gegebenenfalls eine adäquate Substitutionstherapie einzuleiten.
Wenn Du im www. suchst, findest Du weitere Informationen.

Hier ist eine gute Seiten mit viel Information:
headinjuryhypo.org.uk


Was mich schon sehr gewundert hat, deine Schilddrüse wurde angeblich untersucht und das Cortisol auch. Aber du hast nur den TSH-Wert und das basale Cortisol angegeben, daher nehme ich an, daß auch nur das bestimmt worden ist. Der TSH-Wert sieht normal aus, das Cortisol, wenn es ein Wert zwischen 8:00 und 9:00 war, wovon ich ausgehe, ist (zu) niedrig! Aber in einer Situation wie deiner nur zwei hormonelle Laborwerte zu bestimmen, ist vollkommen insuffizient, also reicht nicht aus! Ein alleiniger TSH-Test reicht noch nicht mal zur Abklärung einer Schilddrüsenstörung aus und schon gar nicht, wenn man bei einem SHT an eine übergeordnete Störung, also eine von der nächst höheren Regelungsetage, der Hypophoyse, denkt! Das ist echt schlechte Medizin!

Und auch bei Deiner Erschöpfung muß (!) man an die Nebennieren/Cortisol denken. Offenbar hat das ja auch jemand getan, sich dann aber mit nur einem einzelnen, einfachen Wert zufrieden gegeben. Echt miserabel.

Cosmea7777, ich will dir natürlich keinen Schrecken einjagen, aber Du suchst doch nach einer Lösung, und da müßten, meiner Meinung nach, unbedingt die entsprechenden Test gemacht werden. Die Hypophyse steuert die andern Hormondrüsen und wenn die Hypopyhse bei dem Sturz einen Schlag abbekommen hat, was ich vermute, dann bekommen die nachgeordneten Hormondüsen nicht mehr genug Impulse, ihre Hormone auszuschütten. Daher dann deine Beschwerden. Therapie wäre ein Hormonersatz, je nachdem, was zu wenig da ist.

Um Ferritin würde ich mich erst mal nicht weiter kümmern, keine (!) Eiseninfusionen. Und das mit der Borreliose ist sicher noch ein Thema, aber das hört sich für mich, wie für dich ja auch, eher zweitrangig an und damit hast Du ja auch schon viel eigene Erfahrung.

Ich wünsche Dir, daß Du bald die richtige Klink für die Untersuchungen findest!

Viele Grüße, Paula
 
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@Paula3

Sie scheinen sich auszukennen.
Und zum Eisenmangel: In der Schweiz (und zögerliche Ansätze gibt es auch in Deutschland) setzen sich langsam Eiseninfusionen durch bei Personen, die noch keine Eisenmangelamämie haben, sondern nur einen tiefen Ferritin-Wert. Wie z.B. einen Ferrritin-Wert unter 20. Man sollte es ausprobieren.
Gruß
Morvan
 
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ein Arzt sagte mir, dass diese ganze "niedriges Ferritin=Erschöpfung" Diskussion Quatsch wäre.
Erst wenn der HB und die Erythrozyten erniedrigt wären, dann hätte es einen Einfluss auf die Befindlichkeit, denn Erschöpfung und Müdigkeit hätten mit der Sauerstoffversorgung zu tun und die würde über die Erythrozyten laufen.
Stimmt nicht. Man kann bei noch normalem Ferritin einen auf das Befinden (Erschöpfung, Müdigkeit) relevanten Eisenmangel bereits haben und man muss dabei noch nicht mal erniedrigte Hb-Werte oder erniedrigte Erythrozyten haben.
Ich habe mich mit dem Thema schon sehr viel auseinander gesetzt und habe dazu auch eine Studie damals gelesen.

Wenn man wissen will, ob man einen Eisenmangel hat, sollte man das Zinkprotoporphyrin bestimmen und nicht das Ferritin.
Ferritin kann falsch hoch sein bei Entzündungen und bei Leberkrankheiten.

Bei mir ist das Zinkprotoporphyrin bereits dann erhöht (erhöhte Werte sprechen für einen Eisenmangel), wenn das Ferritin noch lange normal ist und mein HB-Wert und die Erythrozyten sind eh stets mittig im Normbereich.

Was bei Hb-Werten und bei Erythrozyten noch dazu kommt, ist, dass beide Werten auch aus anderen Gründen ansteigen können, etwa bei Hämangiomen, die man oft hat, ohne dass sie einer bemerkt. Ich habe z. B. mind. 2 Hämangiome, die zufällig bei einem MRT entdeckt wurden.


Nachtrag:
Die von mir erwähnte Studie (an 90 Frauen in der Schweiz) wird hier zitiert:
https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/20fortbildung/20praxis/90allgemeinmedizin/1118.pdf
Lest dazu dort den Abschnitt:
Isolierten Eisenmangel behandeln?

Man hält dort ein Ferritin unter 50 bereits für therapiebedürftig.
 
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Auch in Deutschland werden immer öfter Eiseninfusionen gegeben bei lediglich erniedrigtem Ferritin, ich habe ja auch welche bekommen, habe aber keinerlei Besserung dadurch bekommen. Es wird ja einiges gemacht, mir ging es um den Sinn, denn der Arzt sagte ja, dass es physiologisch nichts aussagen würde, wenn das Ferritin so niedrig wäre, wenn alle anderen Parameter in Ordnung wären. Die Sauerstoffversorgung müsse sichergestellt sein, was man über HB und Erythrozyten sehen könne und ich fragte mich dann, ob/wie/warum sich dann ein niedriges Ferritin auf den Körper auswirken kann, ist ja erst mal ein Laborparameter. Das wollte ich gerne verstehen können, aber scheint schwierig zu sein.
Margie hat ja einen interessanten Link reingestellt, danke dafür.

Paula, ganz herzlichen Dank für Deine viele Mühe, ich antworte noch in Ruhe darauf, muss auch nochmal in meine Unterlagen schauen.

Liebe Grüße an alle
Cosmea
 
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