Candida und Fructose

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Ich lese bei vielen gesundheitlichen Problemkreisen immer wieder die gleichen Symptome. Sind nun allenfalls viele/einige Gebiete auf die gleichen Ursachen zurückzuführen, oder haben wir es hier wirklich überall einfach mit gleichen Symptomen zu tun?

Ich frage mich zum Beispiel, ob das Problem mit der Fructose irgend etwas mit Candida zu tun hat, wo das Thema Zucker schliesslich im Mittelpunkt steht. Löst Fruchtzucker Probleme aus, wie sie vom "gefütterten" Candida entstehen?

Gruss, Marcel
 
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14.05.05
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Hallo Marcel
Ich glaube, dass die Beschwerden verursacht durch Fruktoseintoleranz und Candidabesiedelung eigentlich ein und dasselbe sind. der Candida lebt wunderbar von dem Fruchtzucker, der wegen fehlender Enzyme im Darm nicht aufgespaltet wird. Scheinbar sind aber auch noch andere Bakterien beteiligt.
Die Fruktosemalabsorption, auch intestinale Fruktosemalabsorption ggs. hereditäre Fruktoseintoleranz, ist eine Krankheit, bei der Fruchtzucker vom Dünndarm nicht aufgenommen werden kann, weil das zuständige Transportsystem nicht oder nicht ausreichend funktioniert.
Primärsymptome sind Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Bei einem Betroffenen, der weiter Fruchtzucker isst, verändert sich die Darmflora, die Aufnahmefähigkeit im Dünn- und Dickdarm. Daraus ergeben sich weitere Symptome wie Reizmagen, Reizdarm, CFS, Muskelschmerzen …
Hier noch einmal die Symptome der Fruktoseintoleranz, bzw. Fruktosemalabsorption, die sich nicht wirklich von denen bei Candida unterscheiden.
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Symptome
  • Blutbild: Tryptophan-, Zink- und Folsäuremangel, erhöhte Lipase- und Amylasewerte
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Primärsymptome

Folgende Symptome treten nach einmaligem verspeisen von Fruktose auf.
  • Bauchschmerzen (wg. Gärung im Dünn und Dickdarm)
  • Blähungen (wg. Gärung häufig übelriechend)
  • breiiger Stuhl (wg. Gärung häufig übelriechend)
  • Durchfall (wg. osmotischer Effekte zum Teil wässeriger Durchfall)
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Sekundärsymptome

Folgende Symptome treten nach häufigerem Verspeisen von Fruktose auf.
  • Reizdarmsyndrom (wg. Gärung und osmotischen Effekten)
  • Reizmagensyndrom (wg. Übersäuerung des Körpers evtl. auch wg. anderer fehlender Stoffe wird zuviel Salzsäure in den Magen abgegeben)
  • Reflux (im Zusammenhang mit dem Reizmagen, wenn zuviel Säure im Magen ist)
  • Depressionen (als Folge der Resorptionsstörungen in Dick- und Dünndarm werden auch andere Stoffe z.B. essentielle Aminosäuren nicht aufgenommen. wg. der fehlenden Stoffe (u.a. Tryptophan) können Hormone und Botenstoffe nicht synthetisiert werden)
  • Muskelschmerzen (im Zusammenhang mit der Übersäuerung und direkt in Beziehung zu Gärungsprozessen im Dickdarm z.B. Oberschenkelmuskelkater, wenn Reizdarmsyndrom)
  • reaktive Arthritis durch osmotische Effekte
  • Denkschwäche (Resorptionsstörung bewirkt geringe Produktion an Botenstoffen - > Denk-, Sehschwäche, etc. )
  • Sehschwäche (wie bei Denkschwäche)
  • CFS Chronic Fatigue Syndrom
  • Post-Prandiales-Down-Syndrom
  • ADS Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (s. Diskussion)
  • HKS Hyperkinetisches-Syndrom (s. Diskussion)
  • erschwerte Atmung (vermutlich fehlen Botenstoffe)
  • häufiger Harndrang
  • Schwindel
  • Wetterfühligkeit
Als besonders quälend habe ich immer die Atembeschwerden empfunden und die motorischen Auswirkungen durch das Fehlen der betreffenden Botenstoffe.
http://www.medport.de/lexikon/index.php/Fruktosemalabsorption

Und hier noch etwas zum Candida:
Optimale Bedingungen
Der Candida-Pilz mag es feucht, warm und dunkel; er gedeiht prächtig bei regelmäßiger Nahrungszufuhr – vornehmlich Kohlehydrate, Zucker, Calcium, Zink. Deshalb beginnt der Pilz seine Herrschaft meist im Dünndarm, wo er, praktisch an der Quelle – noch bevor der menschliche Organismus die Nährstoffe aus der Nahrung gewinnt alle die für ihn lebensnotwendigen Stoffe abgreift. Durch diesen Entzug lebensnotwendiger Nährstoffe (Calcium, Zink) wird der Körper langfristig geschwächt; die Leistung des Immunsystems sinkt, der Pilz kann sich zunehmend weiter ausbreiten, unklare Symptome wie Blähungen, verändertes Stuhlverhalten, Schwächegefühl und Müdigkeit nehmen zu. In einer späten und seltenen, aber sehr gefährlichen Phase der Pilzerkrankung können Blase, Nieren, Bronchien, Lunge, Herzklappen, die Geschlechtsorgane und die Augen von Pilzzellen befallen sein und zu ernsthafter Gefährdung führen. Pilze können sich unheimlich rasch vermehren. Unter optimalen Bedingungen kann sich die Anzahl von Pilzzellen im Dünndarm innerhalb von 20 Minuten verdoppeln.
Blähbauch
Das bekannteste und meist auch erste Symptom ist der Blähbauch. Häufig nach dem Genuss von stark zuckerhaltigen Speisen (Kuchen, Schokolade etc.) wölbt sich der Bauch unnormal nach vorne. Dies geschieht durch Vergärung der Kohlehydrate durch Hefen (Pilze), wobei große Mengen Gas entstehen. Damit einher gehen meist Verdauungsprobleme, die sich – ein Kennzeichen der biologischen Individualität – entweder in häufigen Durchfällen oder auch als Verstopfung zeigen. Ursächlich hierfür zeichnet der Hefepilz durch seine Fähigkeit, die wichtigen Darmbakterien nach und nach so zu verdrängen, dass sie ihrer Verdauungsarbeit nicht mehr nachkommen können. Weitere Probleme entstehen. Deshalb ist für den Betroffenen auch eine Stärkung der Darmflora durch die Zuführung von hochwirksamen Acidophilus-Mischungen so hilfreich, da diese Bakterien auch Hefepilze angreifen und das Darmmilieu so gesund erhalten.

Kurzatmigkeit und Herzbeschwerden
Breitet sich die Candidiasis weiter aus, kommen Kurzatmigkeit und Herzbeschwerden dazu. Der Darm kann sich nämlich so mit den Gärungsgasen füllen, dass er das Zwerchfell nach oben drückt und damit wichtigen Raum für Lunge und Herz raubt. Dies führt zu den genannten Beschwerden, die unangenehmerweise meist nachts oder unter leichter Belastung auftreten.
http://www.nwzg.de/29NWzG_1_2005_T1.php
Ich glaube, da gibt es einen großen Zusammenhang, eins bedingt oft das andere. Im Mittelpunkt steht bei Laktose-, Fruktose-, Histaminintoleranz und Candidiasis ja auch immer der Darm :mad:.

Liebe Grüße
Gaby
 

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05.10.05
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Aus meiner Arbeit in einem Forum für Betroffene mit Fructoseintoleranz ist mir aber keine besondere Häufung von Fällen mit gleichzeitigen Candida bekannt. Recht häufig sind aber gleichzeitig Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten anzutreffen, öfters auch Kombinationen mit Histaminintoleranz und/oder Lactoseintoleranz.

Anne
 
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14.05.05
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Hallo Anne
Bei mir hat es mit Laktoseintoleranz angefangen, dann kam die Diagnose auf Candida, dann die auf Fruktoseintoleranz. Womit das Ganze angefangen hat, kann ich nicht beurteilen, die Ärzte waren früher noch überhaupt nicht informiert, meistens ist erst auf mein Drängen etwas untersucht worden. Mit der Fruktoseintoleranz beschäftigen sich die Ärzte ja auch erst seit ein paar Jahren.
Kennt jemand diese Art der Candida-Therapie?:
Es gibt hervorragende Präparate, die die wichtigsten Darmbakterien enthalten, um eine kräftige Darmflora wieder herzustellen oder zu erhalten. Als be-sonders herausragend ist in diesem Zusammenhang das Präparat MultiDophilus des amerikanischen Herstellers Solaray zu nennen, in dem nicht weniger als 12 verschiedene Bakterienstämme auf ihren Einsatz im Dünndarm warten. Die Kapsel ist magensaft-resistent beschichtet.

Gezielte Angriffe gegen die Pilze
Um den Candida-albicans konkret anzugreifen, kommt Caprylsäure in Frage. Unter normalen Umständen bilden die Darmbakterien genügend Caprylsäure, um ein Ausbreiten der Infektion zu verhindern. Sind allerdings die Gleichgewichte gestört, sollte man Caprylsäure (eine kurzkettige, gesättigte Fettsäure) über mehrere Wochen gleichzeitig mit einer Darmaufbaukur (Multidophilus) einnehmen.
Vielleicht gibt es schon jemanden, der damit behandelt hat. Es würde mich interessieren, ob diese Behandlung zu empfehlen ist.

Liebe Grüße
Gaby
 
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14.05.05
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Hier noch ein sehr interessanter Artikel über die Verdauung und den Darm:
. Raffinierter Zucker: Der wichtigste Darmflora-Killer
Viele Jahre hatte ich geforscht, um herauszufinden, wie man auf natürliche Art und Weise solche Störungen des Stoffwechsels wieder normalisieren kann. 1992 stieß ich schließlich auf die Aufbau- und Entgiftungskräfte von rohen Nüssen und Ölsamen, sowie von rohem angekeimten Getreide, womit man nicht nur den ganzen Körper von allen Umweltgiften, chemisch-pharmazeutischen Medikamenten und Stoffwechselendprodukten befreien kann, sondern sich auch sämtliche Verdauungsfunktionen des Magens, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenbildung in der Leber regulieren lassen. Wer daher mit dieser Methode den Körper entgiftet und seine Verdauungskraft normalisiert hat, wird wieder alle gesunden Lebensmittel in normalen Mengen essen können ohne mit irgendwelchen Symptomen darauf zu reagieren. Die Darmflora regeneriert sich von ganz allein, denn es gibt keine gesündere Nahrung für die Dünn- und Dickdarmflora als eine gut kombinierte, überwiegend pflanzliche Nahrung, wenn diese verdaut werden kann.
  1. Nehmen Sie so wenig raffinierten Zucker wie möglich auf.
  2. Vermeiden Sie die Kombination von raffiniertem Zucker mit Vollkorngetreide, Nüssen oder Ölsamen.
  3. Kombinieren Sie kein Getreide oder Gemüse mit sauren Früchten.
  4. Essen Sie kein rohes Getreide oder rohe Nüsse zusammen mit Salz.
  5. Für eine optimale Magensäurebildung benötigen Erwachsene drei bis fünf Gramm Salz pro Tag.
  6. Sorgen Sie für eine gesunde Verdauungskraft. Sie ist die Wurzel unserer Gesundheit.
  7. Achten Sie auf eine ausgewogene, vitalstoffreiche und lebendige Nahrung. Denn "das Leben kommt nur vom Leben".
http://www.mueller-burzler.de/art_gesund_ernaehren.html

Ist ein bißchen lang, aber sehr interessant.

Liebe Grüße
Gaby
 
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14.01.04
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Hallo Anne

Sind sich die von Dir betreuten FI Personen sicher, dass sie nicht unter candida leiden und wenn ja, aufgrund welcher Tests etc?
 
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05.10.05
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Während der Suche nach der richtigen Diagnose dürften wohl fast alle schon eine Stuhlprobe abgeliefert und Magen- sowie Darmspiegelungen mit Entnahme einer Probe hinter sich haben. Ich kann natürlich nichts beweisen.Da in dem Forum, was ich meine, eigentlich alle im Profil ihre Anamnese ausgefüllt haben, ist mir jedenfalls bei FI- Mitgliedern keine besondere Häufung aufgefallen.

Anne
 
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14.01.04
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Hallo Anne

Denke auf die Aussagen kann man sich schon recht gut verlassen. Aber ob wirklich alle eine Stuhlprobe gemacht haben, wäre interessant sicher zu wissen. Aiusserdem ist die Stuhlprobe in etwa 30% der Fälle falsch negativ, da Candida Nester bildet und man eventuell die Probe gerade zwischen 2 Nestern genommen hat, oder der Candida an der darmwand festklebte und so nicht ausgeschieden werden konnte, was auch vorkommt
 
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05.10.05
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Und welche Art der Candidadiagnose würdest du für relativ sicher halten?

Anne
 
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14.01.04
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Hallo Anne

Es gibt einen Urintest, bei dem die Stoffwechselprodukte der Pilze und Bakterien gemessen werden. So kann recht genau die Quantität dieser "Viecher" bestimmt werden. Der Test wird aber nur in wenigen Labors der Welt angeboten, kenne 3. Er kostet aber so ca 150€ und Kasse zahlt den nicht.

Würde zumindest auf die Symptome achten und wenn der Stuhltest trotzdem negativ ist, so einen Test in Betracht ziehen
 
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05.02.06
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Weiteren Link

Hallo
Habe da auch noch ein Link gefunden, der mir völlig aus der Seele sprach.
Bei mir traf so ziemlich die ganze Liste zu.

www.weiss.de
weiter unter dem Frame: Spezial: Pilzerkrankungen
 
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26.05.04
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hallo
wenn candida wirklich so krank macht, musste es reichlich vorhanden sein. meine frage ist: sieht man es bei einer magen/darmspiegelung nicht. ich hatte 2 x und nie wurde eine pilz gesehen. laut einer ärztin, die pilze könnte man sehen bei o.g. untersuchungen. gruss rahel
 
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14.01.04
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Hallo Rahel

Entweder hat dien Ärztin keine Ahnung oder die hat Dich schlicht belogen. Pilze sieht man sicher nicht bei einer Spiegelung, nicht einmal wenn der Stuhl vor einem liegt, ansonsten würde es ja keine Stuhluntersuchungen (die immer noch unsicher sind) mehr brauchen
 
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03.01.06
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Diese Gedanken über die Ursache der FM aufgrund von übermäßigem Candidabefall hatte ich mir auch schon gemacht.
Das würde bedeuten: Erst Schwermetallausleitung, dann Candida weg, dann FM weg. Derzeit mach ich eine Schwermetallausleitung (meine Erste). Keine Stuhlprobe ergab bisher einen übermäßiger Candidabefall, aber ich merke deutliche Verbesserung wenn ich ihn trotzdem bekämpfe (nach Erstverschlimmerung).

LG Freileben
 
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14.01.04
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Hallo Freileben

Das würde bedeuten: Erst Schwermetallausleitung, dann Candida weg, dann FM weg.
Nicht unbedingt. Durch die schwermetallausleitung könnte (muss aber nicht) der candida sogar zunehmen und damit auch Unverträglichkeiten.
Gleichzeitig mit Caprylsäure während der ausleitung den Pilz tief halten, empfehle ich.
Ich glaube das Candida die FI verstärkt, aber denke eher nicht das nach der candidabekäpfung die FI völlig weggeht
 
Beitritt
03.01.06
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Hallo Beat,

die Zunahme von Candida zu Beginn der Schwermetallausleitung habe ich bemerkt. Ich halte ihn derzeit mit Myrrhinil ganz gut in Schacht.

Ich glaube, dass Candida bei der Entwicklung von Intoleranzen eine große Rolle spielt, da er angeblich sich bereits im Dünndarm ansiedelt (wo er die meisten Kohlenhydrate bekommt) und die Darmschleimhaut sowie die Zotten schädigt. Bei einer Magenspiegelung wurde bei mir ein Zottenschwund festgestellt (Vermutung Zöliakie). Die Biopsie war negativ,das Blut wurde
3 mal untersucht - alles negativ. Daraufhin habe ich aber trotzdem eine glutenfrei Diät über 3 Wochen gemacht. Alles ohne Erfolg. Schilddrüse auch ok. Allergien kamen laut Bluttest "nur" Heuschnupfen (Birke, Hasel, Gräser...)raus. Komischerweise reagiere ich bei Sojamilch mit Pusteln am ganzen Körper. Aber das Blut zeigte keine Nahrungsmittelallergien. Also muss es was anderes geben, was den Dünndarm schädigt. Ich denke, wenn diese Ursache gefunden ist, erholt sich auch die Dünndarmschleimhaut bzw. Zotten sowie der Glut-5. Also probier ich es derzeit mit einer Schwermetallausleitung um evtl. den Candida auf ein normales Maß zu bringen.

Schöne Grüße
Freileben
 
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14.01.04
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Hallo Freileben

Deine Erfahrungen decken sich im wesentlichen mit vielen anderen.
Deine Rückschlüssen stimme ich zu.
Der Allergietest ist meist nur dann positiv, wenn ein IgG Test gemacht wird, der aber die Kasse nicht zahlt.
Heuschnupfen ist eher ein Zeichen einer Milchunverträglichkeit. Lass mal die Milch(produkte) weg, aber sei auf allfällige erstverschlechterungen gefasst.

Event noch Caprylsäure nehmen, wenn der pilz sonst sich nicht abflacht.

Weiter so und viel Glück
 
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