Allergie auf Äpfel: es kommt auf die Apfelsorte und Zubereitung an! Kreuzreaktionen auf Baumpollenallergien

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Gekochte bzw. gedünstete Äpfel sind verträglicher als rohe. - Alte Apfelsorten sind im allgemeinen verträglicher als neuere Sorten.

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Warum reagiert der Körper gegen gesundes Obst, gegen Äpfel? Eigentlich ist das Ganze eine Verwechslung. Sie betrifft Menschen, die schon vorher an einer Allergie auf Baumpollen leiden. Das Immunsystem hält winzige Apfelbestandteile fälschlicherweise für eine allergieverursachende Substanz in Birkenpollen (bei Erlen- und Haselnuss-Pollen kann es auch zu dieser Verwechslung kommen). Es reagiert mit einer Allergie Typ 1.
Bei allergieverursachenden Substanzen – den „Allergenen“ – denken viele an Pollen, Katzenhaare oder Latex, also sichtbare Allergieauslöser. Im engeren wissenschaftlichen Sinn ist ein Allergen etwas Anderes, unsichtbar und viel kleiner:
zum Beispiel ein Eiweiß (Protein) in Pollen oder Nahrungsmitteln. Darum geht es auch bei der Kreuzallergie zwischen Birkenpollen und Apfel.

Bet v 1 und Mal d 1

Birkenpollen enthalten das Protein Bet v 1. Es scheint eine Rolle bei der Abwehr von Schadstoffen zu spielen und das Pflanzenwachstum zu fördern (Marković-Housley 2003). Die Zusammensetzung von Bet v 1 ist immer gleich, aber es gibt verschiedene Arten des Zusammenbaus (Isoforme). Sie unterscheiden sich von Baum zu Baum, weswegen jede einzelne Birke unterschiedlich stark Allergien auslöst (Schenk 2009).
Auch Äpfel enthalten Pflanzen-Stress-Proteine (Pathogenesis-Related-Protein (PR) families), die sie gegen Schadstoffe schützen. Eines dieser Proteine nennt sich Mal d1 („Mal“ von „Pyrus Malus“, der lateinischen Bezeichnung für den Kulturapfel). Es ist der Hauptauslöser für Apfelallergien in Mittel- und Nordeuropa und Nordamerika.

Mal d 1 ist Bet v 1 sehr ähnlich. ...

Wer gegen Birkenpollen allergisch ist, kann leider auch noch gegen etliche andere Pollen allergisch reagieren:
... Typische Kreuzallergene bei Birkenallergie
Unter den Nüssen ist die Haselnuss eine Hauptübeltäterin: Der Körper erkennt in einem ihrer Bestandteile die Ähnlichkeit mit einer Birkenpolle und reagiert.
Bei den Gemüsesorten liegt die Karotte weit vorne, gefolgt von Soja, Sellerie und Kartoffel.
Auch beim Obst ist die Auswahl leider groß: Apfel, Feige, Nektarine, Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Kirsche oder grüne Kiwi können eine Kreuzallergie auslösen. Normalerweise verursachen pro Person nur einige der hier genannten Lebensmittel die unerwünschte Reaktion. ...

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Eine Kräuterpollenallergie ähnelt der Gräserpollen (allergy-guide.com/pollenallergie/graeserpollenallergie/) – und Baumpollenallergie (allergy-guide.com/pollenallergie/baumpollenallergie/). Hervorgerufen wird sie durch die namensgebenden Kräuterpollen, die durch die Luft wirbeln und so mit den Schleimhäuten des Allergikers in Berührung kommen können. Sobald dies geschieht, werden unterschiedliche Symptome ausgelöst. Wie auch bei anderen Pollen hält das Immunsystem die Kräuterpollen für unverträgliche Stoffe, die es zu bekämpfen gilt. Für Menschen, die nicht allergisch reagieren, sind die Kräuterpollen jedoch völlig harmlos. Als Reaktion auf den vermeintlichen Angriff schütten Allergiker vermehrt Histamin aus, welches dann für die Symptome sorgt, die stark belastend sein können. Besonders hohes Allergiepotenzial besitzen die folgenden Kräuter:
  • Beifuß
  • Wegerich
  • Ambrosia
  • Sauerampfer
Oft wissen die Betroffenen nicht sicher, dass sie an einer Kräuterpollenallergie leiden. Der Grund: Kräuterpollen fliegen zeitgleich mit anderen Pollen, sodass die Allergie mitunter schwierig einzugrenzen ist. ...

(Alle Hervorhebungen durch mich)

Da bei allen Allergien Histamin ausgeschüttet wird, gibt es meiner Ansicht nach einen klaren Zusammenhang zwischen IgE-vermittelten Allergien und den Symptomen einer „Histaminintoleranz“: sobald das Zuviel an Histamin nicht abgebaut werden kann, treten zusätzliche Symptome zu den allergischen auf.

Grüsse,
Oregano
 
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