Vitamin D und Diabetes
Eine kürzlich durchgeführte Studie in Finnland gibt Hinweise darauf, dass eine Vitamin D-Gabe eine schützende Wirkung im Hinblick auf das Typ-1-Diabetesrisiko hat.
Der Befund kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, weil es bislang kaum gesicherte Erkenntnisse über Einflussfaktoren beim Menschen gibt und damit kaum Möglichkeiten zur Vorbeugung der Erkrankung.
In Finnland tritt der Diabetes Typ ein- etwa dreimal so häufig auf wie Deutschland. Die hohe Zahl der Typ-1-Diabetiker wurde lange mit den klimatischen Bedingungen und der daraus resultierenden Infekthäufigkeit in Verbindung gebracht. Diese neue Studie weist in eine andere Richtung, nämlich dass die Diabeteshäufigkeit mit der niedrigen Sonnenexposition und damit einem Vitamin D-Mangel zusammenhängen könnte.
Es gibt eine enge Beziehung zwischen Vitamin D-Produktion und UV-Lichteinstrahlung. Allerdings reicht es bereits 3 mal 15 Minuten pro Woche in die Sonne zu gehen, um die benötigte Vitamin D-Menge bereitzustellen. Daneben gibt es aber weitere Faktoren, die den Vitamin-D-Status beim Menschen beeinflussen wie z. B. die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung oder der Hauttyp.
Diese Studie wird das Augenmerk der Diabetesforschung stärker auf die Bedeutung des Vitamins D lenken, es sind allerdings weitere Studien erforderlich. Die Daten erlauben aber zumindest die Schlussfolgerung, dass die frühkindliche Vitamin D-Gabe zur Rachitisprophylaxe, die in Deutschland nicht immer konsequent durchgeführt wird, wieder stärker empfohlen werden sollte. Das gilt besonders für Kinder von Eltern mit Typ-1-Diabetes, da in diesen Fällen das Risiko eines Typ-1-Diabetes um das 10- bis 20fache erhöht ist. (Studie: Hyppönen E, Läära E, Reunanen A, Järvelin MR, Virtanen SM: Intake of Vitamin D and risk of type 1 diabetes: a birth-cohort study. Lancet 358 (2001) 1500-1503)