Schlaf bringt keine Erholung, viele Traumerinnerungen

Themenstarter
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Hallo

Bin 36, männlich und nehme seit ca. 18 Monaten Venlaflaxin wegen einer Depression (ausgelöst durch diverse Ergeignisse in der Familie). Seit kurzem noch Antabus, um mein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen.

Warum wende ich mich an das Forum? Seit ich denken kann, habe ich mich bruchstückhaft an meine Träume erinnern können. Teilweise wusste ich nicht mehr zwischen erlebter Realität und meinen Traumerlebnissen zu unterscheiden. Inhaltlich bewegten sich meine Träumereien im Bereich möglich bis abgedrehte Themen. Grundsätzlich hatte ich aber Schlafprobleme - Einschlafen, leicht zu wecken, früh wieder munter. Ein Grund übrigens, um frühzeitig die Hilfe von Alkohol in Anspruch zu nehmen.

Seit meiner Depression und der Einnahme von Venlafaxin keine Schlafprobleme mehr. Allerdings träume ich nun heftig, erzähle im Schlaf (unverständlich) und schreie auch manchmal, teilweise war das Bettzeug vom Schwitzen durchnässt. Erzählt zumindest meine Frau. Thematisch zeigen meine Träume wieder einen Querschnitt - Personen aus meiner Vergangenheit werden mit aktuellen Ereignissen verwoben, es fällt mir noch immer schwer, zwischen erlebtem Geschehen und einem Traum zu unterscheiden. Neben der angesprochenen Traumintensität zeigt sich seit Venlax ein neues Phänomen: ich fühle mich morgens (meist) "voll durch den Wind". Überhaupt nicht erholt, Muskeln und Gelenke schmerzen, schlafe nach dem Weckerklingeln wieder ein usw. Einem Zusammenhang zwischen Traumintensität/-thema und dem Erholungsgrad des Schlafes bin ich bisher nicht auf die Spur gekommen. Die Schlaflänge hat auch wenig bis keinen Einfluss auf den Erholungsfaktor, der Kater ist meist da.

Nun, auf das Venlax (300mg/Tag) kann ich momentan leider nicht verzichten. Meine Psychologin hält den Einfluss auf meinen Schlaf für möglich, kann dies aber nicht erklären (weiss aber keine Abhilfe). Antabus zeigt bisher keinen Einfluss auf mein Traumerlebnis bzw. Schlafergebnis. Kennt jemand meine Symptome, hat ähnliche Erfahrungen und kann eventuell Ratschläge geben?

Danke & Grüsse

PS: Wer sich über die hohe Dosis Venlax wundert - habe mit 75mg begonnen und bei 225 - 300 stellte sich dann erst Wohlbefinden ein.
 
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wundermittel
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Das, was Du an Beschwerden hast sind Nebenwirkungen Deiner Medikamente- es lohnt sich immer mal einen Blick auf den Beipackzettel zu werfen-
Anscheinend hattest Du ein starkes Alkoholproblem, so dass Du diese "Entzugshilfe" brauchst, ich finde es schön, dass Du Dein Problem angehst, die morgendliche Schwäche und das "DurchdenWindsein" steht als häufige Nebenwirkung bei der Einnahme von Antabus- die seltsamen Träume unter anderen stehen ebenfalls als häufige Nebenwirkung im BP von Venlafaxin...es wird halt ein Problem ausgeschaltet durch Medikamente, aber es kommen viele Neue hinzu...

da diese Medikamente in der Regel nicht einfach abgesetzt werden dürfen, müsstest Du Dich hier an Deine behandelnde Ärztin wenden, ob vielleicht die Dosis etwas verringert werden kann, um die Nebenwirkungen im Zaum zu halten?
Wichtig wäre auch mal ein ausführliches Blutbild, da diese Medikamente dem Körper auch gerne mal andere Nährstoffe klauen, was für den seelischen Zustand nicht sehr förderlich ist....
(z.B.Mineralstoffe, B Vitamin Gruppe testen lassen-ich denke, dass ist noch nicht gemacht worden, oder? Falls doch, stell doch mal die Werte rein)

Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht :wave:

Liebe Grüße
Dorothe
 
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Themenstarter
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03.12.12
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Hallo Dorothe!

Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort. Mein morgendliches "Erwachen" im "müden Zustand" sehe ich allerdings nicht im Zusammenhang mit Antabus, da ich dieses erst seit kurzem Einnehme. Nein ich werde davon eigentlich seit der Einnahme von Venlax geplagt, egal welche Dosierung (75 - 150 - 225 und nun schon lange 300). Leider sieht die Ärztin da keinen Zusammenhang, sie prophezeit mir bei Medikamentenwechsel gar unangenehmere Nebenwirkungen. Ich muss dazu sagen, dass sie mir auch ADHS zuschreibt, worauf Venlax anscheinend ebenfalls positiv einwirkt.

Im grossen und ganzen fühle ich mein Leben durch das Antidepressiv lebenswerter (dazu sind die Teile ja auch gemacht, tatsächlich beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl beim Gedanken an eine Absetzung). Seit Antabus und der damit verbundenen Alkoholabstinenz (dreimalaufholzklopf... es fällt mir wirklich schwer!) kommt noch ein Gefühl der Freiheit dazu.

Was bleibt, sind die Träume und das Erwachen. Seht ihr zwischen beidem einen Zusammenhang, strengt das Träumen evtl. zu sehr an? Auf Empfehlung meines "Suchtberaters" nehme ich seit ca. 6 Wochen Mikronährstoffe ein (GABA II, B6, Spurenelemente, Mineralstoffe, Aminosäuren). Seine Annahme, nach ca. 4 Wochen wären meine Depots wieder aufgefüllt, hat sich leider nicht bestätigt. Hat vielleicht jemand Erfahrung damit, besteht Hoffnung, dass bei mir die Wirkung noch einsetzt?

Danke & Grüsse
 
regulat-pro-immune
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01.02.10
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Eine Sucht kommt ja nicht aus dem nichts, sondern ein Suchtmittel dient dazu, dass man etwas anderes nicht spürt. Also z.B. ein Gefühl oder ein Thema sind zu "heftig", um direkt erlebt werden zu können. Die Entwicklung der Sucht ist dann aus Sicht der Hirnphysiologie und Stabilität ein völlig logischer Vorgang - der im Grunde auch sinnvoll ist, sich nur leider verselbständigt hat.

Ich könnte mir vorstellen, dass durch psychotherapeutische und medikementöse Massnahmen wieder soweit Entspannung eingetreten ist und soviel Kraft gewonnen wurde, dass die der Sucht zugrunde liegenden Themen nun langsam auftauchen, sozusagen verarbeitet werden wollen - dies äussert sich in intensiven Träumen. Dass aktuelle und vergangene Ereignisse dabei verwoben werden ist völlig normal und erforderlich.

Zur Traumerinnerung trägt explizit auch B6 bei. Könnte man evtl. reduzieren.
GABA vor dem schlafengehen sollte auch beruhigend wirken. Evtl. auch Glycin.

Eine Methode die bei Albträumen angewandt wird, und die man der Anleitung zu luzidem Trämen (Klarträumen) entliehen hat, ist die, dass man sich während des Tages immer wieder frägt, woran man eigentlich jetzt erkennt, ob man träumt oder wach ist.
Dadurch wird eine Art "beaobachtende Instanz" "installiert", die dann irgendwann auch im Schlaf aktiv ist, und die erkennen kann, ob man schläft oder träumt. Dauert allerdings eine Weile.
Man kann sich auch vor dem Schlaf etwas vornehmen für den Traum, z.B. ein Verhalten, nach einer Weile wird dies im Traum dann auch passieren. Erfordert natürlich auch etwas üben und dauert eine Weile.
(Ich glaube Traumyoga geht auch in die Richtung, bin mir aber nicht mehr ganz sicher)
 
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10.01.04
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Hallo dante,

wie Dorothe sehe ich Deine heftige Träumerei als Nebenwirkung vor allem von Venlafaxin an:

Häufige Nebenwirkungen:
Schwäche, Erschöpfung, Blutdruckanstieg, Hitzewallungen, Gähnen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Gewichtsabnahme, Schwindel, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Nervosität, Bewusstseinsdämpfung, ungewöhnliche Träume, Libido-Abnahme, nervliche Missempfindungen, Zittern, erhöhte Muskelspannung, Störungen des Auges bei der Scharfeinstellung, Pupillenerweiterung, Sehstörungen, Schwitzen (einschließlich Nachtschweiß), Samenergussprobleme, Orgasmusprobleme, Potenzstörungen, Probleme beim Wasserlassen (meistens Verzögerung).
Bei längerer Anwendung und möglicherweise höherer Dosierung: Cholesterinwerterhöhung.
Venlafaxin: Nebenwirkungen - Onmeda: Medizin & Gesundheit

Grüsse,
Oregano
 
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