Nebenniereninsuffizienz - unklare Blutwerte...

Themenstarter
Beitritt
21.04.14
Beiträge
2
Hi,

ich bräuchte Hilfe bei der Interpretation meiner Hormonwerte, da ich zwei Ärzte haben, die sich völlig in der Diagnose widersprechen.

Also kurz zu meinen Symptomen:

Ich habe über Jahre hinweg immer an wiederkehrenden grippalen Infekten gelitten, hinzu kommt Tagesmüdigkeit. Nach einer Reihe von Impfungen (Cholera, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, …) hat sich mein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert und hat sich bis jetzt nicht gebessert. Ich leide an chronischer Müdigkeit, habe enorme Schwierigkeiten morgens früh aufzustehen, kann mich schlecht konzentrieren und nach nur leichter körperlicher Belastung leide ich über Tage hinweg an Kraftlosigkeit. Darüber hinaus habe ich Verdauungsprobleme, leichtes Untergewicht und eine starke Allergie auf Pollen. Achja, ich bin 20 Jahre alt, also kein Alter in dem man typischerweise chronisch krank wird.

Ich wollte eine Nebenniereninsuffizienz abklären lassen und bin deshalb zum Endokrinologen gegangen. Das sind die Werte, die herausgekommen sind:

Kalium: 4,1 (Referenzbereich: 3,5 – 5,1 mmol/l)

Natrium: 143 (Referenzbereich: 135 – 145 mmol/l )

Calcium: 2,6 (Referenzbereich: 2,15 – 2, 55mmol/l)

DHEA-Sulfat 1.360 ng/ml (Referenzbereich 2.800 – 6.400)

Cortisol 5 ug/dl (Referenzbereich 5 – 25 ug/dl)

ACTH 12,10 pg/ml (Referenzbereich < 46)

Aldosteron 220,45 pg/ml (Referenzbereich (40-310)

Insulinhypoglykämietest

Cortisol: Basal 11,3 ug/dl, 30 Minuten hämolytisch, 60 Minuten 14,3 ug/dl, 90 Minuten 12,2 ug/dl.

Beurteilung: Grenzwertige Stimulation.

ACTH: Basal 42,00 pg/ml, 15 Minuten 108,00 pg/ml, 30 Minuten 79,20 pg/ml, 60 Minuten 39,50 pg/ml, 90 Minuten 21,60 pg/ml

Beurteilung: Regelrechte Stimulation.

"Nachweis einer verminderter Cortisolfreisetzung als Hinweis für bestehende primäre Nebennierenrindeninsuffizienz." --> Einleitung einer Therapie mit Hydrocortison.

In den weiteren Untersuchen ist eine leichtgradige Hypercalciämie, bzw. eine Hypophosphatämie nachweisbar, die auch typischerweise im Rahmen eines Hypocortisolismus auftreten kann. Die weiteren Laborwerte sind unauffällig, insbesondere besteht ein normales Testosteron, IGF-1, Aldosteron und eine normale Schilddrüsenstoffwechsellage.

Medikationsvorschlag 20mg Hydrocortison.

So, die Sache ist nun die: Eine primäre Nebenniereninsuffizienz ist schon eine harte Diagnose und ich hatte nicht vor den Rest meines Lebens Hydrocortison zu schlucken, ohne mir eine Zweitmeinung einzuholen. Im Internet stieß ich dann darauf, dass einige Werte einfach überhaupt nicht zu einer primären Nebenniereninsuffizienz passen. Natrium sollte erniedrigt, Kalium und der ACTH wert stark erhöht sein – das sind sie aber nicht. Des Weiteren sollte eine dunkle Hautfärbung aufgrund des erhöhten ACTH auftreten, ebenso Fehlanzeige.

Ich war dann schließlich noch bei einem anderen Arzt und dieser meinte, meine Werte lägen allenfalls im Grenzbereich und würden überhaupt nichts erklären.

Nun, ich glaube, wenn ich noch einen weiteren Arzt aufsuche, bekomme ich noch eine dritte Meinung und bin kein Stück weiter.

Ich hoffe Ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen.

Lg, Max
 
Beitritt
10.01.04
Beiträge
66.052
Hallo Max,

Hormon-"Geschichten" sind - finde ich - immer sehr verwirrend und schwierig. Deshalb ist es gut, daß Du noch eine zweite Meinung eingeholt hast. Nur schade, daß Du damit auch nicht wirklich klüger bist als vorher...

Ist denn bei Dir von DHEA-S und Cortisol ein Tagesprofil gemacht worden? Aus den Angaben oben kann ich das nicht erkennen. Das scheint aber wichtig zu sein.

Cortisol ist bei Dir ja gerade noch am unteren Rand der Referenzwerte. DHEA-S dagegen ist eindeutig erniedrigt (nur etwa die Hälfte der Normwerte).
Als Laie würde ich mich da fragen, ob nicht erst einmal DHEA substituiert werden soll?

...
Während die Cortisol-Konzentration im Blut und im Speichel eine starke Abhängigkeit von der Tageszeit besitzt, ist die Konzentration von DHEAS weniger von der Tageszeit als vielmehr von dem Alter der untersuchten Person abhängig.
...
Entsprechend der Wirkungen von DHEAS können Kräfteverfall, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Muskelabbau, Gewichtszunahme (Fettanteil), Libidoverlust, Einbußen in der geistigen Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen und Depressionen mit einer abfallenden DHEAS-Konzentration in Verbindung gebracht werden.
Besonders bei krankhaft bedingtem DHEAS-Mangel sind solche Symptome verstärkt zu beobachten. Junge Menschen, die im gesunden Zustand in der Regel über eine hohe DHEAS-Konzentration im Blut und im Speichel verfügen, leiden bei einer Unterfunktion der Nebennierenrinde an einem DHEAS-Mangel. Bei jungen Mädchen führt dies unter anderem zum Ausbleiben der Sekundärbehaarung.
In Untersuchungen der Universität Würzburg haben sich deutliche Anzeichen ergeben, dass junge Patienten mit Nebennierenrinden-Unterfunktion durch entsprechend kontrollierte DHEAS-Gaben vielfach Wohlbefinden, verbesserte Stimmung und positive Wirkungen für ihre sexuellen Funktionen erreichen können. DHEAS hat scheinbar das Potential, Patienten mit gestörter Stimmung und Sexualität zu helfen, hat aber bei verschiedenen Untersuchungen zu keiner weiteren Verbesserung bei Personen mit normalem Befinden führen können.

Vor einer möglichen Therapie ist eine genaue Abklärung der Ursachen für den DHEAS-Mangel von großer Bedeutung. Dazu liefert die Bestimmung der Morgen- und Abendwerte des DHEAS wertvolle Hinweise auf die tatsächliche Funktion der Nebennierenrinde. Der Morgenwert an DHEAS ]liegt im Normalfall etwa zwei- bis dreimal höher als der Abendwert. Ist gleichzeitig der Cortisol-Wert im Labortest vergleichsweise niedrig, kann davon ausgegangen werden, dass keine zentrale Nebennierenrinden-Unterfunktion vorliegt, die Ursachen für die Symptome müssen also anderweitig liegen.
...
DHEA, Dehydroepiandrosteron, Geschlechtshormon | Neurolab

Grüsse,
Oregano
 
Zuletzt bearbeitet:

Bei Schilddrüsenproblemen kann der Baubiologe hilfreich sein

Forschungen zeigen den Einfluss von elektromagnetischer Strahlung auf hormoneller Ebene.
So werden Stresshormonspiegel erhöht und die der glücklich machenden Nervenbotenstoffe vermindert. Gleiches gilt für Testosteronwerte bei Männern. Weiter wird die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin gehemmt usw.

Solche hormonellen Störungen bleiben nicht ohne Folgewirkung im menschlichen Körper. Deshalb gilt es, sich möglichst vor hoher elektromagnetischer Strahlung zu schützen.

Der Baubiologe kann die Intensität von Elektrosmog im Wohn- und Arbeitsumfeld messen, beurteilen und Lösungen vorschlagen.
mehr

mehr

mehr

mehr

Beitritt
01.02.10
Beiträge
1.052
meine Meinung:
Schulmedizinisch ist die primäre NNRI sauber diagnostiziert durch den Insulin-Hypoglykämietest, besonders in Verbindung mit der Symptomatik.

Eine Diagnose zu haben, bedeutet nicht, dass diese auch stimmt - v.a. nicht als lebenslanges "Urteil".
Was die Untersuchungen aber unabhängig von einer zugrunde liegenden Ursache zeigen, ist, dass dein Cortisol-Spiegel zu niedrig ist.

Bei diesen niedrigen Cortisol-Werten würde ICH(!) Hydroscortison (HC) substituieren, angefangen mit niedrigen Dosierungen (5mg steigern auf 10mg, dann evtl weiter erhöhen). Insbesondere aufgrund deiner Symptomatik und der Probleme, die eine dauerhaft niedriger Cortisol-Spiegel nach sich zieht.
Ebenso würde ICH auf jeden Fall(!) gleichzeitig DHEA substituieren, was bei NNRI m.W. auch als allgemein anerkannt indiziert ist.

Sollte sich dadurch dein Zustand bessern, dann könntest du nach längerer Zeit (>1a) versuchen, HC langsam abzusetzen, falls dir mit HC unwohl ist.

Bzgl. der Ursache NNRI sind bei dir eigentlich weitere Untersuchungen gerechtfertigt. Z.B. MRT, Abklärung Autoimmun-Reaktionen, ...
Dies könnte dir evtl. weiterhelfen.

Persönlich würde ich dir raten, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Gluten!!!, Laktose, Fruktose, Nüsse, ..) Allergien, Schadstoffbelastunegn in der Umgebung, psychische Belastungen,... abzuklären bzw. "anzugehen", und dich mit "gesunder Ernährung" auseinanderzusetzen.
Zucker, Weissmehlprodukte sowie andere schnell verfügbare Kohlenhydrate sind z.B. ein Dauersttressor für die NN und behindern deren Funktion massiv.

Weitere Belastungen für die NN: wenig/unregelmässiger Schlaf, unregelmässige Mahlzeiten, zu hohe sportliche Anstrengung,...
Meditation, Achtsamkeitsübungen, autogenes Training, ... entlasten die NN und sparen damit Cortisol für dessen eigentlich Aufgaben.
 
Themenstarter
Beitritt
21.04.14
Beiträge
2
Hey,
danke, dass ihr euch Zeit genommen habt, mir zu antworten :)

@Oregano
Bei mir wurde noch kein Speicheltest durchgeführt. Ich habe versucht meinen Arzt zu überzeugen einen durchzuführen, aber seiner Meinung nach kann man mit diesem Test nichts "beweisen."

@paule
Ich habe mich bereits mit dem Thema der NNRI über einen längeren Zeitraum beschäftigt und auch das Buch "Grundlos erschöpft? - Nebennieren-Insuffizienz" von Dr. Med. James L. Wilson durchgelesen. Ich halte mich nun schon sehr lange an "die Regeln", was Essen, Stress, usw. betrifft, aber mein Zustand verbessert sich einfach nicht. Was mich total verwirrt ist, dass Wilson schreibt, dass sich der Zustand nach Sport verbessern sollte. Bei mir ist es aber genau der Gegenteil der Fall. Sobald ich mich nur leicht körperlich anstrenge, geht es mir um einiges schlechter und dieser Zustand hält dann auch noch über die nächsten Tage an...

Kann man denn eine primare Nebenniereninsuffizienz nur am Cortisol festmachen? Es gibt doch einige Werte, die nicht so ganz stimmen (Kalium, Natrium, ACTH, Aldosteron).
Bedeutet diese primäre Nebenniereninsuffizienz, dass mein Körper nie mehr genug Cortisol produzieren wird? Oder ist das nur temporär? Ich bin gegenüber Cortisol sehr skeptisch, weil ich in diesem Buch gelesen habe, dass Cortisol die Hormonproduktion in den Nebennieren komplett ausschaltetet...

Was die Nahrungsmittelallergien angeht. Da wurde bei mir ein Prick-Test, ein Laktosetest, ein Histamintest durchgeführt. Ich habe scheinbar eine leichte Histaminunverträglichkeit, aber obwohl ich mich praktisch histaminfrei ernähre, verbessert sich mein Zustand nicht. Gibt es da noch andere Tests die durchgeführt werden könnten?

Lg,
Max
 
Beitritt
31.10.08
Beiträge
745
Hallo !

Für mich sieht das nur wie Nebennierenschwäche aus.
Wenn mann entsprechend Cortison einnimmt produziert die Nebenniere entsprechend weniger Cortisol.
Wie sieht es mit Ernährung aus damit die Nebennniere Cortisol und Dhea produzieren kann braucht sie ja auch die entsprechenden Aminosäuren in genügender anzahl.

L.g. Detlev
 
Oben