Wo bzw.mit wem wird Weihnachten gefeiert? Muß das immer so bleiben?

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Frage: Ich, in einer Beziehung, kinderlos, feiere Weihnachten immer mit meinen Eltern und der Familie meines Bruders (zwei Kinder, 8 und 10). Bei mir waren wir noch nie. Und so habe ich seit 22 Jahren kein Weihnachten in meinem Zuhause verbracht. Ist es egoistisch zu verlangen, dass alle mal zu mir kommen sollen? Brigitte L., 40, München

Antwort von Jesper Juul: Ich verstehe nicht, warum Sie das Wort „verlangen“ benutzen. Das hört sich so an, als wäre Ihre Familie etwas Geschäftliches. Das kommt wohl daher, dass Sie von diesem Familiengesetz frustriert sind. Aber: Es ist Ihr Leben. Sie können Weihnachten feiern, wo und mit wem Sie wollen. Lassen Sie das Ihre Familie wissen, auf eine freundliche und liebevolle Art. Es kann sein, dass sie sich zurückgewiesen fühlen, und dass Sie sich unbeliebt machen. Aber wenn es in Ihrer Familie nicht erlaubt ist, sich eigene Wünsche zu erfüllen, wird es Zeit für eine Nachhilfestunde in Sachen Liebe. Traditionen sind etwas Schönes, aber wenn das Pflichtgefühl größer ist als die Freude, ist es Zeit, etwas zu verändern.
Familientrio
- Jesper Juul
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Ich glaube, diese Frage ist gar nicht so selten. Traditionen sind etwas Schönes, wenn sie für alle schön sind. Fühlt sich aber ein jemand durch solch einen Brauch benachteiligt und frustriert, wird es Zeit, über Veränderung nachzudenken.Manchmal stellt sich dann eher Erleichterung - in diesem Fall beim Bruder, bei dem gefeiert wird - ein, weil er (endlich) entlastet wird.
Auch Eltern, die inzwischen betagt sind, könnten sich darüber freuen, daß die „Kiinder“ nicht mehr kommen und sie so ganz ruhige Weihnachten feiern können.

Grüsse,
Oregano
 
wundermittel
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