Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

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Hallo zusammen,

ich Prinzip bin ich zwar eigentlich hier verkehrt, denn ich scheine an zu hoher Insulinausschüttung zu leider, aber vielleicht könnt Ihr mich ja trotzdem an Euren Erfahrungen teilhaben lassen:

Ich habe heute erneut den oGTT gemacht und dabei wurden die Werte alle 30 Minuten (teilweise sogar alle 15 Minuten) gemessen. Das Ergebnis sieht so aus:

Minute 0 - Wert 90 mg/dl (nüchtern, danach Einnahme Glucose-Lösung)
Minute 30 - Wert 165
Minute 60 - Wert 173
Minute 90 - Wert 104
Minute 120 - Wert 57
Minute 135 - Wert 51
Minute 150 - Wert 58
Minute 180 - Wert 75

Nun würden mich dabei ein paar Dinge interessieren:

1. Schon nach 30 Minuten ist der Zuckerwert hoch. Was ja nicht verwunderlich ist. Aber nach weiteren 30 Minuten ist der Wert immer noch fast gleich, sogar ein Tick höher. Müsste die Insulinausschüttung nicht früher kommen oder ist das normal ?

2. Dann rauscht der zuckerwert in den nächsten 60 Minuten komplett in den Keller, aber ich habe nichts davon gespürt. Erst so etwa bei Minute 135 habe ich Symptome gespürt. Sollte man das nicht schon früher wahrnehmen ?

3. Dann kamen die Symptome: Schwächegefühl, Zittern, Schwindel, Missempfindungen in den Gliedmaßen, etc. Aber - zusätzlich ging es mir auch psychisch sehr schlecht. Ich hätte losheulen können, einfach so, ohne Grund. Ich habe mich sehr traurig gefühlt, aber auch irgendwie so hilflos und klein. Schwer zu beschreiben. Ist das ein normaler Effekt ?

4. Hunger kam ich erst bei Minute 150, also, nach dem ich schon mindestens 30 Minuten (eher länger) voll im Unterzucker war. Aber dann kam dann richtig Heißhunger, allerdings nicht auf Süßes, sondern auf Herzhaftes. Wenn ich da die Gelegenheit gehabt hätte, hätte ich echt ein "halbes Schwein auf Toast" gegessen. Ist das normal, dass auch das Hungergefühl erst mit Verzögerung kommt ? Irgendwie passiert bei alles verzögert ...

Ich wäre Euch sehr dankbar für jegliche Kommentare und Erfahrungsberichte.

LG
Frank
 
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Unterzuckerung

Ach ja, die Insulin-Werte bekomme ich erst nächste Woche, ich gehe aber davon aus, dass es kein Insulinom ist.
 

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Unterzuckerung

Hallo Frank,

ich fände es ja besser, wenn Du diesen neuen Thread in den alten integrieren würdest: http://www.symptome.ch/vbboard/diabetes/63049-normale-blutzuckerwerte-3.html :idee:.

Unterzuckerungen können auch die ereilen, die nicht zuckerkrank sind. Freizeitsportler kennen das auch. Nach der Arbeit auf den Sportplatz, umziehen, austoben und dann wackeln die Knie. Traubenzucker, Schokoriegel oder zuckerhaltige Getränke sind die geeigneten Soforthilfemaßnahmen. Doch was sind die Ursachen? Habe ich etwa Diabetes?
Nicht nur Diabetiker
Ursache können tatsächlich große Portionen schnell ins Blut gehender Kohlenhydrate (z. B. Cornfl akes, Kartoffelpüree, Apfelsaft) und unmittelbar folgende körperliche Aktivität sein. Das führt dazu, dass viel Zucker (Glukose) aus dem Blut entnommen wird, so dass der Blutzucker die kritische Schwelle unterschreitet. Kritische Schwelle, weil Nerven-, Muskelund Blutzellen auf eine Mindestversorgung mit dem Treibstoff Zucker angewiesen sind. Andernfalls können sie ihre Arbeit nicht mehr ordentlich verrichten. Weitere Ursachen: Eine durchzechte Nacht, der Hungerast bei extremer körperlicher Anstrengung. Nach Einschätzung von Experten hat bis zu einem Drittel der Bevölkerung dann und wann mit kritischen Zuckerschwankungen zu tun. Es gibt aber auch Menschen, die von Natur aus anfällig sind. Der Typ »extrem schlank« mit einem Stoffwechsel, der äußerst sensibel auf das körpereigene Insulin reagiert. Prof. Stephan Jacob, Stoffwechsel-Spezialist aus Villingen-Schwenningen: »Wenn dieser Typus nach einem kohlenhydratreichen Frühstück aufs Rad steigt und zügig zur Arbeit radelt, kommt er leicht in die Unterzuckerung.« Um abzuklären, ob man zu dieser oder jener Gruppe gehört, müsste der Zuckerstoffwechsel einer Art Stresstest unterzogen werden: mit dem Zuckerbelastungstest.

ZUCKER AUF TALFAHRT

Auf nüchternen Magen wird eine hochkonzentrierte Zuckerlösung getrunken. Die nacheinander gemessenen Blutzuckerwerte verraten (viel genauer als ein simpler Nüchternblutzucker), ob der Körper mit dem Zucker noch klarkommt oder schon Probleme hat. So ein Zuckerbelastungstest kann einem übrigens auch das Unterzuckert- Erlebnis bescheren.
VORBOTE Die Unterzuckert-Attacken können allerdings auch Hinweise auf eine sich anbahnende echte Diabetes sein. Prof. Jacob: »Es gibt unter den Stoffwechselgesunden, hier müsste man korrekterweise sagen – vermeintlich gesunden – einen Typus, dessen ›reaktive Hypoglykämien‹ in der Mehrzahl Vorboten einer Diabeteserkrankung sind.«
- See more at: www.guter-rat.de/gesund-bleiben/gesundheit/unterzuckerung-so-gefaehrlich-kann-es-sein#sthash
Viele Kommentare sind bereits in dem älteren Thread vorhanden.
Kommst Du damit gar nicht weiter?

Grüsse,
Oregano
 
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Unterzuckerung

Ach ja, der alte Thread von damals. Die Antworten von damals sind hier auf diese Gegebenheiten nicht extrem passend.

Mich würde hier eher mal die Erfahrungsberichte von Diabetikern interessieren, die ja gelegentlich immer mal in den Unterzucker kommen.

LG
Frank
 
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Oder mal ganz anders gefragt: was hat der Körper denn für "Sensoren", die den Zuckerpegel messen ?
 
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Hallo Frank,

fällt der Zucker tief, reguliert das Glucagon den Blutzucker. - Dazu stand auch schon etwas in dem anderen Thread.

Hier wird dieser Mechanismus beschrieben: Blutzucker-Belastungsprobe (oGTT) - bersicht

Auch wichtig: ohne Eiweiß in der ERnährung läuft nix:
Denn der Verzehr von Eiweiß führt zu einer Erhöhung des Glucagonspiegels. Glucagon ist ein Mobilisierungshormon und quasi der direkte Gegenspieler des Insulins. Glucagon signalisiert den Fettzellen, dass Energie benötigt wird und dass sie freigegeben werden soll. Glucagon sorgt auf diesem Wege auch für eine Stabilisierung des Blutzuckerspiegels, denn es wird auch dann ausgestoßen, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark sinkt. In der Folge wird die durch Insulineinwirkung als Glykogen gespeicherte Energie wieder in Glukose umgewandelt und steht dem Körper zur Verfügung.
Es leuchtet ein, dass also zu jeder Mahlzeit auch immer eiweißhaltige Lebensmittel gegessen werden sollten. Denn dann kann der Glucagonspiegel dem durch Kohlenhydrate erhöhten Insulinspiegel entgegenwirken und ein erster Schritt zur Stabilisierung des Hormonhaushalts bzw des Stoffwechsels ist getan. Übermäßig starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels werden gepuffert und der Energiehaushalt normalisiert.

Weiterlesen bei Urgeschmack: Der menschliche Stoffwechsel: Eiweiße und Glucagon - Der menschliche Stoffwechsel: Eiweiße und Glucagon — Urgeschmack
Grüsse,
Oregano
 
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Unterzuckerung

Hallo Frank,

ich gehöre zur Diabetes Typ 1 Fraktion ...

"fällt der Zucker tief, reguliert das Glucagon den Blutzucker"
Stimmt, (wenn kein Alkohol im Spiel ist) hab ich als erstes in der Schulung gelernt...

Aber zu deiner Frage, was Diabetiker für Erfahrungen haben:
Von mir kann ich sagen, wenn ich eine Weile im hohen Blutzuckerbereich bin,
"unterzuckere" ich schon bei Werte die knapp unter 200 liegen.
Bin ich dagegen im grünen BZ Bereich, dann stehe ich noch mit 50 aufrecht...
Aber das ist alles auch einen Frage der körperlichen Form ...

LG Gourmetelfchen
 
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Habt vielen Dank für Eure Antworten !!!

@Oregano: ok, der erste Artikel zeigt die Verlaufskurven eines Diabetespatienten und die eines gesunden Patienten. Aber meine Verlaufskurve geht ja steil hoch und dann steil runter (bis <= 50). Was bedeutet das ? Wenn Glucagon im Unterzucker übernimmt, dann scheint das bei mir ja nicht der Fall zu sein. Hat dann meine Leber ein Problem ?

@Elfchen: was meinst Du mit "außer wenn Alkohol im Spiel ist" ?

LG
Frank
 
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Hallo Frank,

„Alkohol greift in die Blutzuckerregulation ein und kann erhebliche Konsequenzen für den Stoffwechsel haben.“
In der Schulung wurde uns beigebracht, wenn der Körper sich mit Alkohol und einer Unterzuckerung "herumschlagen" muss, dann kümmert er sich erst um den Alkohol ... auch nachzulesen im www :)

Lg Gourmetelfchen
 
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Hallo Frank,

offensichtlich hast Du ja immer wieder solche Unterzuckerungen, wirst aber - wenigstens bis jetzt - nicht als Diabetiker bezeichnet.

Für Dich könnte gelten:

...
der umgekehrte Fall ist möglich: Je häufiger Hypoglykämien auftreten, desto schwächer werden die Symptome und die hormonelle Gegenregulation. Dafür sind verschiedene Mechanismen verantwortlich.

Häufige Hypoglykämien erhöhen die Zahl der Glucosetransporter an den Gehirnkapillaren
; damit steigt der Glucosetransport ins Gehirn. Auch alternative Energiesubstrate wie Lactat oder Ketone werden leichter aufgenommen. Damit kann das Gehirn trotz niedriger Blutzuckerspiegel in der Peripherie die Energieversorgung noch eine Weile aufrechterhalten. Die sympathische Gegenregulation wird nicht aktiviert....
Häufig hilft dabei ein Hypoglykämie-Tagebuch
...
Ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerung besteht bei Nieren- oder Leberinsuffizienz auch deshalb, weil Leber und Niere an der Gluconeogenese beteiligt sind und bei einer Insuffizienz nicht genügend Glucose bereitsteht.
Das gilt auch bei hormonellen Erkrankungen mit Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, etwa einer primären Nebennierenrindeninsuffizienz oder Hypophysenvorderlappeninsuffizienz (1). Bei diesen Erkrankungen ist die Synthese von Cortisol gestört, das den Blutzuckerspiegel anheben kann.
...
So senken Salicylate in Dosierungen von 2 bis 3 g den Blutzuckerspiegel, indem sie unter anderem die Freisetzung von Insulin erhöhen und die Lipolyse beeinflussen. Dadurch verbessert sich die Glucosetoleranz-
...
Klinisch wesentlich relevanter ist die Interaktion mit Betablockern, die die sympathikusvermittelte Gegenregulation bei einer Hypoglykämie beeinflussen. Vor allem unselektive Betablocker »maskieren« die typischen Warnzeichen Zittern und Herzklopfen (über eine Blockade der β1-Rezeptoren) und verzögern den Blutzuckeranstieg (über Hemmung der β2-Rezeptoren in der Leber). Die Symptome Schwitzen und Heißhunger verstärken sich meist, da sie nicht über adrenerge, sondern cholinerge Rezeptoren vermittelt werden.
...
Weitere Arzneistoffe wie Fibrate oder einige Antibiotika können die Wirksamkeit von Antidiabetika verstärken. Daher empfiehlt sich ein ausführlicher Interaktionscheck, um das Risiko für Hypoglykämien rechtzeitig zu erkennen. Gerade zu Beginn oder zum Ende einer Therapie mit entsprechenden Arzneistoffen ist es sinnvoll, den Blutzuckerspiegel häufiger als sonst zu messen. /
Pharmazeutische Zeitung online: Hypoglykämie: Eine unterschätzte Gefahr?

In diesem Artikel geht es zwar im Prinzip um Diabetiker. Aber die genannten Punkte treffen ja auch auf einen Menschen mit Blutzuckerproblemen zu. Ohne ärztliche Hilfe dürfte es sehr schwierig sein, hier weiter zu kommen.

Der Zucker in unserem Körper - WDR Fernsehen

Hier noch ein Link zur Erklärung, wie Alkohol bei Diabetikern wirkt. Gourmetelfchen hat es ja schon erklärt:
Alkohol genießen: Tipps bei Diabetes | Diabetes Ratgeber

Grüsse,
Oregano
 
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Super, vielen Dank !!!

Was der Hammer ist: ich habe rein zufällig herausgefunden, dass ich schon 2003 den oGTT gemacht hat, weil damals mein älterer Bruder mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde. Da das erblich sein könnte, habe ich eben damals den Test gemacht. Der Arzt hat mir damals nur gesagt "alles Ordnung, kein Grund zur Sorge". Aber jetzt erst habe ich die Werte von damals gesehen:

0 - 95
nach 1h - 199
nach 2h - 54

Das Problem existierte also damals schon, aber ich habe es überhaupt nicht wahrgenommen. Ok, da war ich auch noch einiges jünger.

Ich warte jetzt sehnsüchtig auf die Insulinwerte, das wird sicherlich einiges erklären. Die primäe Frage ist für mich dabei, ob sich möglicherweise eine Insulinresistenz abzeichnet. Oder ob die Bauchspeicheldrüse irgendwie "pennt" und erst zu spät und dann zu viel Insulin ausschüttet (so sieht es für mich eigentlich eher aus). Oder ob es doch ein Insulinom ist. Das muss ich jetzt erstmal abwarten, denn die Glucogenese ist ja doch eher ein "Notfallplan" des Körpers, den man lieber erst gar nicht abrufen sollte.

Vielen, vielen Dank, Ihr habt mir schon mal sehr geholfen !!!

LG
Frank
 
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Danke für den Artikel, Frank. Der ist wirklich interessant.

Hast Du Dich schon nach einem guten Chrom-Präparat umgeschaut?

Grüsse,
Oregano
 
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Tja, die Geschichte ist etwas länger. Man hat mir Chrom schon vor Jahren bei Orthomedis empfohlen. Das habe ich dann genommen und hatte subjektiv den Eindruck, dass es mir damit besser geht, aber nicht entscheidend. Damals standen die Symptome meiner (mutmaßlichen) HIT im Vordergrund. Außerdem bin ich bei allen Ärzten mit dem Thema "Unterzucker" abgeschmettert, sogar bei dem Chefarzt der Endokrinologie/Diabetologie der hiesigen Uniklinik. Der Tenor war immer nur "Was wollen Sie denn ? Es zeigt sich eindeutig, dass Sie nicht Diabetes haben, seien Sie doch froh !"

Jaja ...

Der HIT konnte ich mittlerweile einigermassen mit Cetrizin und Vitamin C/Zink und entsprechender Ernährung beikommen. Aber mir war zuletzt immer wieder aufgefallen, dass gegen Schwächegefühl (Gummibeine), Kraftlosigkeiit (vor allem beim Sport) und paar andere Symptome ein Glas Cola Wunder wirkt. Ja, Cola ist nicht gerade ein extrem hochwertiges Nahrungsmittel, aber immer noch besser so als dieses Gefühl, gleich umzukippen.

Und jetzt habe ich doch einen Arzt (Diabetologe/Endokr.) gefunden, der das ernst nimmt. Deshalb habe ich dort nochmal einen verlängerten oGTT (3h) gemacht mit häufiger Messung von Zucker und Insulin (die Werte stehen noch aus). Und jetzt nehme ich wieder Chrom-GTF. Damit scheint mein "Nachmittagsloch" zugegangen sein. Da hatte ich oft so 2-3h nach dem Mittagessen Heißhunger. Ich überlege, ob ich möglicherweise die Dosis von derzeit 200 mcg erhöhe, aber erst mal abwarten.

Chrom-GTF kann man nicht über die Apotheke beziehen, nur übers Internet. Wenn jemand meine Quelle haben möchte, gerne per PN, ich möchte hier keine Werbung machen.

Wer gut in Englisch ist: hier ist eine anschauliche Erklärung wie Angst/Panikzustände und Unterzuckerung im Zusammenhang stehen:



LG
Frank

:wave:
 
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So, ich habe jetzt die Insulinwerte dazu und bin ein bisschen am rätseln, was das bedeuten könnte. Meinungen wären sehr willkommen !

Minute Blutzucker(mg/dl) Insulin mU/ml
-------------------------------------------
0 90 7,3
30 165 47,8
60 173 80,0
90 104 39,6
120 57 10,2
135 51 7,7
150 58 8,2
180 75 4,8
-------------------------------------------


Ein Insulinom ist es sicherlich nicht, aber was bedeutet es ... ?

Viele Grüße
Frank
 
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Hallo Frank,

für mich sieht das so aus, als ob das Insulin (oder wurde das C-Peptid gemessen? - Ist aber egal), sich dem Blutzuckerwert anpasst. Es geht zurück, wenn der Blutzucker steigt. Insofern ist nicht klar, wieso der Blutzucker so tief sinkt.

Ich könnte mir das so erklären:
- Das Insulin öffnet die Zellen so weit wie ein Scheunentor, so daß der Blutzucker sofort in den Zellen verschwindet und entsprechend niedrig ist/wird im Blut. - Genau das Gegenteil wäre die schwierige Aufnahme von Blutzucker in die Zellen, also nicht über das weit geöffnete Scheunentor sondern eher über kleine Schlitze. Dann bleibt der Blutzucker im Blut hoch.

- Was auch möglich wäre: daß die Gegensteuerung des Insulin mit Glukagon nicht funktioniert und die Freisetzung von Zucker aus der Leber nicht rechtzeitig einsetzt, weil eben diese Gegensteuerung nicht funktioniert.
Da könnte dann eben etwas mit der Leber nicht stimmen oder mit dem Mechanismus, der Glukagon freisetzt.

Insulin & Glucagon

Insulin und Glukagon werden beide in der Bauchspeicheldrüse gebildet und von dort aus ausgeschüttet.
Also denke ich mir, daß bei Deiner Hypoglykämie-Problematik es am besten wäre, wenn die Bauchspeicheldrüse gestärkt würde. Vielleicht kann sie sich dann normalisieren?

Dazu kommt: falls Deine Bauchspeicheldrüse nicht genügend Enzyme zur Verdauung der Nahrung ausschüttet, könnte es sein, daß die Nahrung nicht genügend aufgespalten wird, zu wenig Zucker überhaupt freigesetzt wird und deshalb Dein Blutzucker meistens eher im Minus ist. Auch dann wäre eine Unterstützung der Bauchspeicheldrüse eine mögliche Lösung.

Das hier sind z.B. Möglichkeiten:
http://www.hevert.com/market-de/de/arzneimittel/arzneimittel_von_a-z/produkt/enzym_comp_hevert
http://www.phytodoc.de/erkrankung/bauchspeicheldruesenentzuendung/
http://www.repha.de/nortase-die-bauchspeicheldruese.html
...

Grüsse,
Oregano
 
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Hallo Oregano,

vielen Dank für Deine Gedanken.

Ich habe die Daten mal interpoliert und da sieht man doch etwas besser, wie das Insulin dem Zucker "hinterher läuft". Insulin hat eine biologische Halbwertszeit von 5 Minuten, reagiert also sehr schnell. Und hier sieht man aber, dass die Reaktion auf den Zuckerpegel doch etwas träge ist. der Zucker ist schon 30 Minuten lang unter 100 bis das Insulin endlich mal wieder seinen Normalwert erreicht. Das ist etwas, was "normale" Patienten eigentlich nicht haben.

Was das Glucagon betrifft: da habe ich bislang nicht herausfinden können, ob das automatisch freigesetzt wird, um den Zuckerpegel zu stabilisieren oder ob das nur ein Notprogramm ist.

Ich habe mich mal durch etliche "research papers" durch gekämpft, aber bedauerlicherweise gibt es Millionen davon zum Thema Diabetes, aber kaum was zum Thema Hypoglykämie. Ich werde aber übers Wochenende mal einige der Forscher anschreiben und schauen, ob ich da vielleicht einen Tipp bekomme.

LG und ganz herzlichen Dank !
 
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