Keiner findet eine Diagnose - seit einem halben Jahr gesundheitlich im Keller

Sternenlicht

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Also am Stressmanagement zu arbeiten wäre da auch eine gute Unterstützung.

Das ist sicher auch eine große Baustelle bei mir. Gerade was Stress-Resilienz angeht. Wie kann man die Resilienz denn steigern? Oder ist das einfach auch eine angeborene Disposition? Der eine ist resilienter, der andere weniger?
 
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Das ist sicher auch eine große Baustelle bei mir. Gerade was Stress-Resilienz angeht. Wie kann man die Resilienz denn steigern? Oder ist das einfach auch eine angeborene Disposition? Der eine ist resilienter, der andere weniger?
Ich denke das ist zum Teil auch erlernbar.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um zB Organisation zu verbessern, Entspannungstechniken zu lernen, Stressoren rechtzeitig zu erkennen und Glaubenssätze zu verändern.

Man kann es allein versuchen oder mit Kursen oder in einer Therapie.
 
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Hallo Sternenlicht,

ich hab eben mal in deinen Thread rein gelesen, das ist wirklich schlimm, mit was du dich alles rum plagen musst; das tut mir leid und ich wünsche dir, dass du bald Besserung erfahren wirst.

Wenn ich das so sagen darf 🤔,

kann es sein, dass du dich selbst zu sehr in den Mittelpunkt stellst und deinen Gedanken hauptsächlich jeden Tag um dich selbst kreisen?
Was in deinem Leben gibt dir Sicherheit und Halt?
Manchmal ist es gut, wenn wir unsere Gedanken bewusst nach außen lenken und helfen, unterstützen und uns in demütiger Dankbarkeit gegenüber dem Leben beugen; da gibts bestimmt einiges was wirklich gut ist, auch in deinem Leben.

Du kannst dir die Fragen auch für dich selbst beantworten.

Das bedeutet nicht, dass ich deine Beschwerden nicht achte und ernst nehme Sternenlicht.

Ich wollte meine Gedanken, die mir als erstes in den Kopf beim Lesen kamen, spontan festhalten.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft und Zuversicht,
beste Grüße
von Mara
 
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Meiner Meinung nach ist es das Doxycyclin, und wenn es einmal ganz aus dem Körper ist bist du wieder der Alte :).
 

Sternenlicht

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Meiner Meinung nach ist es das Doxycyclin, und wenn es einmal ganz aus dem Körper ist bist du wieder der Alte :).

Diesen Gedanken hatte ich durchaus auch schon, aber das widerspricht eigentlich den Tatsachen, nämlich, dass meine Beschwerden VOR Beginn des Doxycyclins anfingen, nicht danach. Die Beschwerden waren der GRUND für das Doxy, nicht die Folge.

Ich glaube, der Schlüssel zu dem Ganzen liegt in einer bis heute nicht bekannten Infektion. Ca. 1 Woche nach Entfernung der Zecke hatte ich ein ganzes Wochenende lang ein ziemliches Abgeschlagenheitsgefühl, Müdigkeit, obwohl ich nachts gut und lange geschlafen hatte und im Kopf so ein mattes, schwummriges Empfinden.

Mir ist so, als hat in dieser Zeit mein Immunsystem irgendetwas bekämpft. Kaum war das Wochenende rum, waren diese Empfindungen wieder weg, aber dann ging es montags mit dem Hautbrennen los. Wieder eine Woche später kam dann erst das Doxy, aufgrund dieser Beschwerden, die nach diesem grippeartigen Abgeschlagenheitsgefühl eintraten.

Das scheint mir der Auslöser zu sein. Irgendein Infekt muss sich da abgespielt haben. Da ich bis heute aber keine Antikörper gegen Borrelien finde, kann es vermutlich Borreliose nicht sein, denn wenn das der Infekt gewesen sein sollte, den mein Immunsystem da am Wochenende bekämpft hat, dann sollten doch Antikörper da sein.

Die Frage ist jetzt: wie finde ich heraus, was das für ein Infekt war, wenn ich nicht weiß, nach welchen Antikörper ich suchen muss? Könnte ich mich am Tag davor in der Hausarztpraxis mit irgendwas angesteckt haben? (Obwohl ich FFP3-Maske trug), EBV? Selbst an Covid dachte ich schon, aber so überzeugt bin ich davon nicht. Ich hatte weder Geruchs- und Geschmacksverlust, noch irgendwelche anderen Covid-Typischen Beschwerden. Aber irgendetwas muss da an jenem Wochenende abgelaufen sein und danach ging es dann los mit den hauptsächlich neurologischen Beschwerden / überaktives Nervensystem. Das ist bis heute noch der Fall, nur nicht mehr so ausgeprägt wie damals. Aber auch heute habe ich noch hin und wieder Muskelzuck-Schübe und auch hin und wieder leichtes Brennen an verschiedenen Hautarealen.

Ich würde gerne dahinter kommen, was das sein könnte. Doch alles nur psychisch?
 
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22.08.17
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Hallo,

Zecken übertragen noch andere Erreger. Ein Tierarzt vor Ort, der schon vor etwa 15 Jahren Zecken zu Forschungszwecken an ein Forschungslabor schickte, sagte mir, dass z.B. aufgrund des schon zu dieser Zeit veränderten Klimas z.B. auch die Leischmaniose-Erreger in Zecken gefunden wurden (Zecken stammten aus Oberbayern). Leider habe ich diesen Hinweis meines Tierarztes nirgendwo bisher gelesen, aber ich erinnere mich deutlich daran.

Außerdem beherbergen Zecken auch Erreger von:
Rickettsiose (Erreger: Rickettsien, 2 Varianten), Babesiose (Err.: Babesien), Neoehrlichiose, die Tularämie und die Anaplasmose (Err. Anaplasmen).

Hier noch eine Übersicht des Labor Brunner:

Hier findest du einen ausführlichen Artikel des
Medizinischen Labor Bremen über Koinfektionen:

Bis du gegen FSME (Frühsommermeningitis) geimpft? Auch wenn ich nicht glaube, dass du das hast, würde ich mich impfen lassen, wenn du in einem Zeckengebiet lebst.

Gruß von andra
 

Sternenlicht

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Zecken übertragen noch andere Erreger. Ein Tierarzt vor Ort, der schon vor etwa 15 Jahren Zecken zu Forschungszwecken an ein Forschungslabor schickte, sagte mir, dass z.B. aufgrund des schon zu dieser Zeit veränderten Klimas z.B. auch die Leischmaniose-Erreger in Zecken gefunden wurden (Zecken stammten aus Oberbayern). Leider habe ich diesen Hinweis meines Tierarztes nirgendwo bisher gelesen, aber ich erinnere mich deutlich daran.

Außerdem beherbergen Zecken auch Erreger von:
Rickettsiose (Erreger: Rickettsien, 2 Varianten), Babesiose (Err.: Babesien), Neoehrlichiose, die Tularämie und die Anaplasmose (Err. Anaplasmen).

Bis du gegen FSME (Frühsommermeningitis) geimpft? Auch wenn ich nicht glaube, dass du das hast, würde ich mich impfen lassen, wenn du in einem Zeckengebiet lebst.

Hallo andra1a,

FSME wurde damals mit Borreliose mit geprüft, das war ebenfalls negativ.
Die möglichen Co-Erreger einer Zecke sind mir bekannt; ich habe da ja seit Zeckenstich nun fast ein Jahr lang fast ne Doktorarbeit an Recherche hinter mir (und das tat mir vermutlich auch nicht ganz so gut).

Ich habe mir die Symptom- und Beschwerdeliste der gängigsten Co-Erreger angeschaut und es mit meinen Beschwerden abgeglichen. Und das, was am Ende dann noch am ehesten an Co-Erreger auf mein Beschwerdebild gepasst hat, waren Anaplasmen/Anaplasmose. Und auch das war negativ.

Desweiteren war ein kompletter Immunstatus im September bei mir unauffällig, soll heißen, es gab zu dem Zeitpunkt keinen immunologischen Anhaltspunkt für eine Auseinandersetzung meines Immunsystems mit irgendeinem Erreger. Zumindest nicht ablesbar aus dem Immunstatus.

Das sind die großen Ungereimtheiten und Fragezeichen, die ich nach wie vor habe.

Auf die anderen Co-Erreger wurde bis jetzt nicht systematisch gestestet (ist ja auch eine Geldfrage), allerdings habe ich, wie bereits gesagt, alle Co-Erreger hinsichtlich ihrer Symptomatik mit meinen Beschwerden abgeglichen und da nichts davon 100% deckungsgleich war, hab ich einfach das gewählt, was am ehesten noch so grob gepasst hat. Und das war die Anaplasmose, die aber auch serologisch negativ ausfiel.
 

Sternenlicht

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Ich habe halt irgendwie das Gefühl, ich trete da seit fast einem Jahr mehr oder weniger auf der Stelle. Egal, was ich an Untersuchungen anstelle, es zeigt sich nichts bahnbrechendes.

Auch in Medizinforen oder sonstigen Fachkreisen läuft man mehr oder weniger im Kreis. Ob ich mich vielleicht mal an so ein "Zentrum für unentdeckte und seltene Krankheiten" wenden sollte? Die haben ja schon so manch unentdecktes Leiden aufgedeckt, was normale Ärzte stets für psychosomatisch eingestuft haben aufgrund mangelnder Erkenntnisse und Diagnostiken.
 
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16.02.18
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Hallo Sternenlicht,

wie geht es dir denn aktuell, kannst du deinem Job nachgehen, wie läufts im Alltag?

Warst du vor diesem Jahr gesundheitlich gut aufgestellt und hast dir darüber kaum Gedanken gemacht, oder warst du schon immer jemand, der sich viele Gedanken um Krankheit gemacht hat?

Ich denke, das ist sehr wichtig für dich, um herauszufinden ob diese Beschwerden alle echt sind oder nur teilweise und ob es evtl. doch einen psychischen Hintergrund geben könnte.

Ich wünsche dir für heute einen guten Tag und dass du diesen Sommertag genießen kannst.
Beste Grüße
von Mara
 

Sternenlicht

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Hallo Sternenlicht,

wie geht es dir denn aktuell, kannst du deinem Job nachgehen, wie läufts im Alltag?

ich war zum Glück nie so betroffen, dass ich bettlägerig o.Ä. gewesen wäre. Also ich kann auch täglich meine Aufgaben machen und (wenn das Wetter mitmacht) auch draußen in der Natur spazieren gehen. Aber ich merke dennoch, es ist nicht so wie früher. Einfach irgendwie nicht "normal".
Warst du vor diesem Jahr gesundheitlich gut aufgestellt und hast dir darüber kaum Gedanken gemacht, oder warst du schon immer jemand, der sich viele Gedanken um Krankheit gemacht hat?
Leider mache ich mit Krankheitsängsten (Hypochondrie) schon seit mindestens 5 Jahren rum und hatte auch in der Vergangenheit schon mal eine solche Phase, die sich dann aber wieder verloren hat. Ganz früher hab ich mir über Krankheiten nie Gedanken gemacht. Das hat sich erstmals so vor 8 bis 5 Jahren eingeschlichen.

Auch damals in dieser Phase (damals war es die Sorge, herzkrank zu sein) konnte man nie was finden. Heute habe ich die Herzangst nicht mehr, aber dafür jetzt andere Beschwerden und daher auch andere Ängste.

Ich denke selbst, dass eine psychosomatische Ursache sehr gut möglich sein kann. Ich möchte nicht jemand sein, der von vorneherein die Augen davor verschließt und es nicht "wahrhaben" will.

Und bei so viel, was mittlerweile schon untersucht wurde, rückt diese Möglichkeit immer mehr ins Licht. Aber vielleicht hat man auch nur irgendetwas Seltenes noch nicht entdeckt? Das kann ja auch sein. Viele Patienten wurden als psychosomatisch abgestempelt, nur weil man nicht das Richtige gefunden hat bzw. danach nicht gesucht hat.

Nur: nach WAS soll ich denn noch suchen?

Dir auch einen schönen Tag. Bei uns hier sieht es eher aus wie ein Herbsttag. Neblig, nass und kühl. Aber das habe ich ohnehin lieber als Affenhitze.
 
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10.06.18
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Ob ich mich vielleicht mal an so ein "Zentrum für unentdeckte und seltene Krankheiten" wenden sollte?
Das kann ich dir nicht genau beantworten. Allerdings sind die Wartelisten dort sehr lang. Ohne Überweisung kann das, falls du dran kommst und ein Zentrum wählst, welches keine Überweisung braucht, mehrere Jahre dauern.
Also ich kann auch täglich meine Aufgaben machen
Das klingt doch erstmal gut. Beruflich scheint es ja auch zu klappen?
Leider mache ich mit Krankheitsängsten (Hypochondrie) schon seit mindestens 5 Jahren rum
Das und die bereits angesprochenen Probleme mit Stress/Resilienz würden dafür sprechen sich (neben der körperlichen Abklärung) auch Hilfe zu suchen und am Umgang damit zu arbeiten. Von Therapie bis Coaching und Selbsthilfe gibt es da viele Optionen.
Und nur, weil du Hilfe in dieser Richtung in Anspruch nimmst, bedeutet es nicht, dass du dir deine Beschwerden einbilden würdest etc. Viele Personen, die lange Beschwerden haben, brauchen Hilfe beim Umgang damit.
(Ganz unabhängig davon ob psychosomatisch oder nicht.)
Und dein Stressmanagement hat sicher auch in Zukunft Einfluss auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden.
Zudem hängt es auch stark davon ab, wie man eigentlich "Gesundheit" überhaupt definiert. Ist das die komplette und bedingungslose Abwesenheit jeglicher (negativ empfundener) Symptome? KANN es sowas überhaupt geben? Hat man nicht jeden Tag mal irgendwo ein Pieken, Stechen, etc?

Eigentlich war für mich Gesundheit immer die komplette und bedingungslose Abwesenheit von Beschwerden. Aber so langsam beginne auch ich da umzudenken.

Jedenfalls: meine (im Vergleich zu anderen hier dann doch eher) leichten Beschwerden sind nichts, was ich jetzt irgendeiner Versicherung aufschwatzen müsste, noch dazu da die ja gar nicht schulmedizinisch durch Untersuchungen abgebildet werden konnten. Ergo kann ich mich nur nochmal wiederholen: schulmedizinisch bin ich gesund und das ist für die Versicherungen alles, was sie wissen müssen.
Das hattest du in deinem anderen Thema geschrieben. Ich fand das sehr schön und wollte es hier noch einmal in Erinnerung rufen.
 
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16.02.18
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Ich denke auch, dass therapeutische Unterstützung auf jeden Fall sinnvoll wäre, vielleicht hast du Glück und findest einen guten, das ist ja auch immer so eine Sache, ein Versuche wäre es Wert finde ich.


Zudem hängt es auch stark davon ab, wie man eigentlich "Gesundheit" überhaupt definiert. Ist das die komplette und bedingungslose Abwesenheit jeglicher (negativ empfundener) Symptome? KANN es sowas überhaupt geben? Hat man nicht jeden Tag mal irgendwo ein Pieken, Stechen, etc?

Eigentlich war für mich Gesundheit immer die komplette und bedingungslose Abwesenheit von Beschwerden. Aber so langsam beginne auch ich da umzudenken.

Ich denke nicht, dass jeder täglich ein Pieken oder Stechen hat, ich zumindest in der Regel nicht.

Hab ich fast vergessen zu erwähnen, deshalb füge ich das noch hier ein:

Das bedeutet nicht, dass ich mich bester Gesundheit erfreue, ich hatte vor 38 Jahren, im Alter von 20 J., einen sehr schweren Motorradunfall und bin seither gehbehindert und habe eine Autoimmunerkrankung seit 8 Jahren. Mit beidem habe ich mich arrangiert (was bleibt schon anderes übrig), ich mach das beste draus und habe gelernt damit umzugehen.

Ich freu mich jeden Tag, dass sich meine erwachsenen Töchter bester Gesundheit erfreuen und finde meinen stabilsten, festen Halt im Glauben; dafür bin ich sehr, sehr Dankbar!

Beste Grüße
von Mara
 
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22.08.17
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Sternenlicht,

vielleicht solltest du dich auch nochmal mit deinem angestrebten Berufsziel des Lehrers auseinandersetzen. Möglicherweise hast du da unterschwellig mit dir zu kämpfen, bist dir vielleicht nicht sicher, ob es das Richtige für dich einerseits ist, andererseits auch weißt, wie viel Zeit du in die Ausbildung investiert hast.
So ein eventueller Zweispalt KANN auch sehr belastend sein und, wenn man ihn verdrängt, krank machen.

Nur so ein Gedanke.

Grüße von andra
 

Sternenlicht

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16.01.21
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Sternenlicht,

vielleicht solltest du dich auch nochmal mit deinem angestrebten Berufsziel des Lehrers auseinandersetzen.

Liebe/r andra1a,

ich glaube, damit hast du den Finger in die Wunde gelegt. Ich vermute, dass dies eine sehr zentrale Rolle spielt. Da ich ja von Anfang an unsicher war diesbezüglich und es immer noch bin. Aber OB dies die alleinige Ursache ist, weiß ich nicht. Komisch ist halt, dass dies die neuste Serie an Beschwerden halt in so zeitnahem Zusammenhang zum Zeckenbiss stehen.

Deswegen dachte ich nun lange Zeit, es müsse eher damit irgendwie in Verbindung stehen als mit dem Berufsziel. Aber wer weiß, was die Psyche so für Wege geht...
 
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10.06.18
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Liebe/r andra1a,

ich glaube, damit hast du den Finger in die Wunde gelegt. Ich vermute, dass dies eine sehr zentrale Rolle spielt. Da ich ja von Anfang an unsicher war diesbezüglich und es immer noch bin. Aber OB dies die alleinige Ursache ist, weiß ich nicht. Komisch ist halt, dass dies die neuste Serie an Beschwerden halt in so zeitnahem Zusammenhang zum Zeckenbiss stehen.

Deswegen dachte ich nun lange Zeit, es müsse eher damit irgendwie in Verbindung stehen als mit dem Berufsziel. Aber wer weiß, was die Psyche so für Wege geht...
So ein Ereignis kann bei Krankheitsängsten auch mal Anlass/ Auslöser sein für eine schwierige Phase. (Nicht falsch verstehen, kenne das von mir selbst wenn Kontrolluntersuchungen anstehen, dann wird vorher alles anders gewertet durch die Sorge)
 
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22.06.21
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Borreliose kann man ganz schwer nachweisen. Erstens tritt nicht bei allen Infizierten Personen eine typische Erythema migrans auf, sondern kann auch gar nichts sichtbar sein oder nur leicht rötlich. Dann zweitens gibt es enorm viele Borrelienstämme. Die Zecken übertragen auch meistens nicht nur Borrelien, sondern weitere CoInfektionen etc. Oft sind die Tests negativ, obwohl eine Infektion vorliegt. Ich würde mich aus heutiger Sicht nicht auf die Tests zu 100 % verlassen, sondern immer auf sein eigenes Bauchgefühl.
Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, bei mir kam eine Erythema migrans, die sich langsam ausgebreitet hat. Mein Arzt meinte es handele sich um einen harmlosen Ausschlag, also nichts unternommen... Die ersten auffälligen Symptome sind bei mir gewesen: Hände, Beine werden beim Sitzen oder Liegen öfter mal taub, also so wie wenn ein Bein eingeschlafen ist. Dann vermehrt komisches Kribbeln im Körper. Dann schleichen sich die Symtome ganz langsam nach oben. Plötzlich hat man viel weniger Energie wie früher, ist ständig müde, gereizter als früher. Aber alles geht nicht von heute auf morgen, die Symptome fangen ganz unterschwellig an und steigern sich langsam. Dadurch, dass dieser Prozess über Monate sich langsam Tag für Tag steigern, merkt man es selbst oft garnicht. Irgentwann, wenn die Symptome so stark werden, merkt man es iwann selbst ganz deutlich und es ist nicht mehr zu übersehen. Aber bis dahin vergehen oft Monate. Jedenfalls nimmt die Energie und die ganze körperliche Kraft wesenlich kontinuierlich ab. Bei mir fing es langsam an, dass plötzlich die Sehnen an den Gelenken geschmerzt haben (Lyme arthrits). Nach etwa 16 Monate nach dem Biss, alles geschwollen war. Handgelenke, Kniee etc.. Konnte zwar noch gehen und alles, aber immer mit Schmerzen. Seelisch und geistig bekommt man ganz starke Probleme. Man bekommt stärkste Depressionen, Derealisationserfahrungen, alle Lichter flimmern (Sehstörungen), man wird aggressiv etc. Ist ein ganz individueller Prozess. Je nach Borrelienart und Coinfektionen bekommt man andere Symptome. 2016 wurde ich gebissen, 2 Jahre später, nachdem die Symptome kontinuierlich zunahmen, wurde ich dann postiv mittels Bluttest diagnostiziert. 2 Tests davor waren negativ, obwohl ich bereits infiziert war. Doxy 4 Wochen bekommen, hat nichts gebracht, rein garnichts. Habe dann mit verschiedenen naturheilkundlichen Methoden die Borrelien in Griff bekommen, Arthritis geht alles zurück, körperliche Energie kommt wieder nach und nach, seelischer Haushalt wird von Monat zu Monat langsam besser (Prozess seit 2018.) Borreliose und Coinfektionen sind sehr schwer zu behandeln, da diese Bakterien enorm schlau sind. Wenn sie merken ein Antibiotika wie z.B. Doxy überflutet den Körper, dann verkapseln sie sich (können ihre Form ändern) und ziehen sich in minderdurchblutete Gegenden (Sehnen, Bänder (Lyme arthrits), unter Zähnen etc. usw. zurück. Es gibts viele Kräuter, die die Borrelien töten (Stevia, GKE, Kardenwurzel, Sport durch den Sauerstoff usw. ). Bei mir trat bei jeder Behandlung eine Herxheimer Reaktion auf. Das heißt, nachdem ich etwas unternommen habe, um die Borrelien zu töten, sterben diese anschließend ab und hinterlassen ihre "Leichen mit Toxinen" im Körper. Das Immunsystem reagiert dann auf die abgestorbenen Erreger mit einer Entzündungsreaktion, Immunanantwort. Dh. bei mir Gelenke schmerzen auf einmal, man fühlt sich müde, schlapp, sozusagen eine Erstverschlimmerung. Die Dosierungen habe ich immer angepasst auf mein körperliiches Empfinden. Ich habe nie gleich übertrieben, sondern langsam hochgetastet, sonst werden die "Die off Herxheimer Reaktionen" zu stark. Ich hatte es in allen Sehnen und war schwerstkrank. Bin aber auf einem enorm guten Weg, kein Vergleich wie vor 2 Jahren. Denke mit Sicherheit ich werde wieder 100 % gesund. Man muss ganz enorm auf seinen individuellen Körper hören. Es ist ein langer Prozess, aber jeden Monat wird es kontinuerlich besser. Die Dunkelziffer ist denke ich sehr hoch, viele werden jahrelang fehlbehandelt.
 

Sternenlicht

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16.01.21
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Hallo, @blaueblume ,

Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Was du beschreibst, kenne ich natürlich auch schon, denn ich habe ja seit meinem Stich sehr viel recherchiert und gelesen. Ich kenne also diese "2 konträren, sich widersprechenden Lager" und alles, was damit zu tun hat. Das macht es leider nicht einfacher, im Gegenteil. Man weiß irgendwann nicht mehr, welcher Seite man glauben kann und soll.

Ich kann aus persönlicher Erfahrung sagen, bei mir kam eine Erythema migrans, die sich langsam ausgebreitet hat.

Ich hatte ja nie eines. Zumindest keines, dass sich mit der Zeit langsam ausgebreitet hat. Wann war denn deine Wanderröte? Direkt 2016 nach Zeckenentfernung?

2016 wurde ich gebissen, 2 Jahre später, nachdem die Symptome kontinuierlich zunahmen, wurde ich dann postiv mittels Bluttest diagnostiziert. 2 Tests davor waren negativ, obwohl ich bereits infiziert war.

Was waren das denn für Tests? Wann wurde der erste Test gemacht und welcher? Und wann der letzte und welcher? Und mit welchem Ergebnis jeweils?
 

Sternenlicht

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16.01.21
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Bei mir trat bei jeder Behandlung eine Herxheimer Reaktion auf. Das heißt, nachdem ich etwas unternommen habe, um die Borrelien zu töten, sterben diese anschließend ab und hinterlassen ihre "Leichen mit Toxinen" im Körper.
Ich hatte weder bei den 2 Antibiosen (Doxycyclin & intravenöses Ceftriaxon) noch bei den naturheilkundlichen Versuchen mit Karde, Katzenkralle, Japanischer Staudenknöterich, etc. eine Herxheimer-Reaktion.

Ceftriaxon ist ja von den ganzen Antibiosen der "Königsweg" bei Borreliose. Mein Arzt war überrascht, dass ich so überhaupt "GAR NICHTS" bemerkt habe währenddessen. Weder Darm-Streik, noch Herxheimer. Dass Borrelien überhaupt gar nicht auf eine Antibiose ansprechen, ist sehr unwahrscheinlich.

Also ich hätte vermutlich dann doch eine Art von Herxheimer-Reaktion spüren müssen. Aber auch das habe ich nicht, weder naturheilkundlich noch antibiotisch.

Sehr seltsam, das alles.

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