Hallo Luna,
ich war heute beim Endokrinologen. Dort wurde mir ausdrücklich gesagt, dass die Schilddrüsenmedikamente auf keinen Fall gewechselt werden dürfen!
Ich werde seit September 2009 wegen einer Schilddrüsenunterfunktion behandelt, aber wir haben immer noch nicht den Referenzwert erreicht. Da ich im Dezember von Henning auf Hexal umgestellt wurde, mussten wir leider wieder von vorne anfangen.
Wichtig ist auch: Die Tablette muss morgens
nüchtern, mindestens
eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit
einem Glas Wasser eingenommen werden.
Da ich zusätzlich noch andere Medikamente einnehmen muss, soll ich diese erst
zum oder nach dem Frühstück nehmen.
Schilddrüsenmedikamente sind nicht einfach austauschbar
Zum ersten Mal berücksichtigt die Schilddrüseninitiative Papillon mit ihrer Aktionswoche auch die Besonderheiten der Therapie. Hintergrund dafür sind die Rabattverträge, die Apotheker seit April 2007 dazu verpflichten, an gesetzlich Versicherte Medikamente abzugeben, für die ein Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Hersteller besteht.
Eigentlich ist das eine gute Idee, um Kosten zu senken. Doch bei Schilddrüsenhormonen macht diese Vorgehensweise wenig Sinn. Im Gegenteil: Durch den Präparatewechsel entstehen nicht nur zusätzliche Kosten, auch die Gesundheit der Patienten kann leiden.
Wechsel stört das Gleichgewicht
Für die sogenannte medikamentöse Einstellung braucht der Arzt Fingerspitzengefühl – und der Patient Geduld. Schilddrüsenhormone wirken gezielt und müssen exakt dosiert werden. Die richtige Dosierung ist bei jedem Patienten individuell und es kann mehrere Monate dauern, bis ein hormonelles Gleichgewicht und damit das Wohlbefinden erreicht ist.
Schon ein Wechsel des Präparats kann dieses empfindliche Gleichgewicht stören.
Prof. Dr. Georg J. Kahaly (Universität Mainz) sagt dazu:
„Es gibt keinen vernünftigen Grund, bei einem gut auf L-Thyroxin eingestellten Patienten einen Austausch der Präparate zu erwägen, denn damit sind schwer kalkulierbare Risiken verbunden.“
Spareffekt pro Tablette: 0,5 Cent
Der angestrebte Kosteneffekt ist ohnehin fraglich. Bei jedem Präparatewechsel ist eine Blutuntersuchung nötig, um die Hormonspiegel neu zu bestimmen. Das Einsparpotenzial ist dabei sehr gering.
Prof. Christoph Reiners (Universität Würzburg):
„Durch den Einsatz des günstigsten Schilddrüsenhormons anstelle eines gleich dosierten Originalpräparats lassen sich aktuell etwa 1,80 Euro pro Jahr sparen. Eine zur Kontrolle notwendige Blutuntersuchung kostet aber 10 bis 25 Euro.“
So entstehen unterm Strich
zusätzliche Kosten, die die Einsparungen deutlich übersteigen.
Worauf Schilddrüsenpatienten achten sollten
Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie in der Apotheke ohne dessen Wissen ein anderes Präparat erhalten haben.
Bei einem Wechsel sollte etwa
vier bis sechs Wochen später eine Blutuntersuchung zur Kontrolle der Hormonwerte erfolgen.
Ärzte können einen Austausch in der Apotheke verhindern, indem sie auf dem Rezept das sogenannte
„Aut idem“-Kreuz setzen. Damit wird sichergestellt, dass genau das verordnete Präparat ausgegeben wird.
Liebe Grüße
Schutzengel