Tyraminintoleranz und Narkose

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:wave: An alle, die sich mit Tyraminintoleranz auskennen: Habe seit 2 Jahren starke Probleme mit Tyraminintoleranz, dank konsequenter Lebensmittelkarenz bleiben die Symptome aber im Rahmen. Hat jemand von euch ebenfalls Betroffenen Erfahrungen mit Operationen oder Narkosen, die möglich sind? Da die meisten Ärzte Tyramin nicht kennen, ist das OP- Thema ja ziemlich schwierig. Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar....:eek:)
 
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Hallo Camelie,

wenn die Tyramin-Intoleranz mit der Histaminintoleranz gleichzusetzen ist, dann ist dieser Abschnitt des Artikels interessant:

Empfehlenswert für Allergiker und Histamin-Intolerante sind Schmerzmittel und Rheumamittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Fenbufen oder Levamisol, welche die Histaminfreisetzung hemmen.

NARKOSE-EMPFEHLUNG:

Da Narkosemittel generell Histamin freisetzen und die Narkosemittel der neueren Generation (z. B. das heute oft verwendete Propofol) zusätzlich auf Sojabasis hergestellt sind bzw. Sojabestandteile als Zusatzstoff enthalten hier ein Narkoseprotokoll das für HIler geeignet ist (bei Operationen, die eine Narkotisierung über Gasmaske erlauben, daher nicht für Magenspiegelungen geeignet.)

1. Hinweis: Bei der Narkosevorsprechung mit dem Anästhesisten immer unbedingt auf die Histaminintoleranz sowie auf alle weitere Allergien hinweisen (ganz besonders wichtig sind Soja-Allergie/Unverträglichkeit, Jod-Allergie/Unverträglichkeit, Acetylsalicylsäure-Unverträglichkeit).

2. Vor der Narkoseeinleitung: Fenistil & Ranitic (intravenös); ggf. zusätzl. Dexamathason (intravenös)
Während der OP.

3. Narkosemittel: Sevofluran (Inhalationsnarkose über Gasmaske)

4. Schmerzmittel während der Narkose: Fentanyl (Opioid, intravenös)

5. Antibiotikum während der Narkose: Cefazolin (intravenös)

6. Schmerzmittel nach Narkose: Ibu Hexal 600 (oral)

Das hier beschriebene Narkoseprotokoll wurde an einer HIlerin mit ausgeprägter HI insgesamt 2x im Abstand von 7 Tagen im Rahmen von 2 ambulanten Operationen (1x 40 Min. und 1x 20 Min.) durchgeführt. Während der Narkose kam es weder zu Bronchospasmen noch zu Hautirritationen etc. und auch nach der Narkose traten keinerlei Nebenwirkungen wie z. B. Erbrechen, Kopfschmerzen, etc. auf.

Statt dem Narkosegas Sevofluran kommt bei HI wohl auch eine Narkose mit Xenon-Gas in Frage (wird aufgrund der hohen Kosten allerdings nur bei Risikopatienten von der Krankenkasse übernommen).
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Alles Gute!
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