Selbsterlebte Mißgeschicke

Themenstarter
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07.05.04
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Hier können wir mal sammeln, was wir alles schon für Unsinn verzapft haben. Oder was wir an kleinen oder großen Mißgeschicken miterlebt haben, weil wir dabei waren.
Nichts aus Zeitungen oder Fernsehen, sondern Selbsterlebtes. Keine grausamen Dinge, sondern wo man herzhaft lachen kann.

Ich fange gleich mal an:
Als Jugendlicher hatte ich mal einen alten Fernseher mit dem Lötkolben zerlegt und alle Bauteile, die man eventuell wieder verwenden konnte, fein säuberlich recycled. Für zwei dicke fette Elektrolytkondensatoren, fast so groß wie Spraydosen, hatte ich keine Verwendung. Da Winter war und wir noch Ofenheizung hatten, habe ich sie gleich in den Aschekasten entsorgt.

Nun haben diese Kondensatoren aber eine feste Aluminiumhülle (wie die Spraydosen) und gewickelte Aluminiumfolie und eine Elektrolytpaste als Füllung. Und diese Füllung kann überhaupt keine Hitze vertragen, weil sie sich dann kräftig ausdehnen will. Und so kam es, wie es kommen mußte:
Nach etwa einer Viertelstunde gab es eine heftige Detonation. Durch die halbgeöffnete Aschetür drang eine große Wolke Asche. Ich war wie vom Donner gerührt und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, was da explodiert war. Die Kondensatoren hatte ich längst vergessen.

Also ging ich mit schlotternden Knien zum Ofen, zog den Aschekasten heraus, beugte mich darüber - in dem Moment gab es eine zweite heftige Detonation. Und ich stand in einem Asche- und Lamettaregen und verstand die Welt nun erst recht nicht mehr.

Schwein gehabt!

Liebe Grüße

Günter
 
Themenstarter
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07.05.04
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Einen hab' ich noch:

Ich war zu einer Geburtstagsfeier bei den Eltern meiner damaligen Freundin. Die Mutter konnte hervorragend kochen und stand in der Küche am Gasherd, in dessen Backraum köstliche Speisen zubereitet wurden. Plötzlich roch es etwas brenzlig. Unter dem Backraum war ein emaillierter Schubkasten, in dem besagte Mutter drotz eindringlicher Warnungen ihres Mannes die Topflappen aufbewahrte. Daß diese nun etwas angeschmort waren und ein wenig rauchten, durfte ihr Mann nicht mitbekommen. Also schnell die Lappen als Bündel geschnappt und in's Freie getragen.

Später war sie dann noch mal draußen und wollte die Lappen noch richtig wegräumen, kam aber bleich wieder in die Küche. Sie hatte die Lappen auf das Polster der Hollywoodschaukel gelegt. Als sie nun wieder dorthin kam, stand nur noch ein verkohltes Gestell. Polster und Dach waren verschwunden.
Liebe Grüße

Günter
 
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06.03.07
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Hallo Günter

Deine Geschichten sind köstlich. Du bist der geborene Erzähler. Die alten Öfen können sich junge Leute heute kaum noch vorstellen. Unsere wurden mit Torf aus dem Teufelsmoor beheizt.

Wir wohnten in einem grossen Haus mit Windmühle und hatten oft Mäuse. Als ich einmal mit blossen Händen eine Baby-Maus gefangen hatte und sie voller Stolz meinem Vater zeigte, landete diese so schnell im Feuer, dass ich voller Entsetzen mit offenem Mund wie festgenagelt stand, bevor ich aus dem Zimmer rennen konnte. An diesem Tage waren meine Gefühle für meinen Vater zum ersten Mal nicht besonders liebevoll.

Vielleicht solltest Du ein Buch schreiben......

Lieben Gruss
Kathy
 
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19.03.06
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Hallo Günther,

ja, das sind Geschichten, "wie sie das Leben schreibt";) . Leider fällt mir im Moment keine ein. Allerdings gehört meine IKEA - Tour vom Pfingstwochenende eigentlich eher hier herein!:D

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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