Rhythmische Beinbewegungen, Dopaminantagonist

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Hallo!

Ich habe seit 1998 Probleme mit nächtlicher Unruhe in Armen und Beinen, vor allem in der linken Körperhälfte. 2010 wurde es besonders schlimm, ich werde seitdem fast jede Nacht wach und "zapple". Damals hatte ich Citalopram sehr langsam abgesetzt, welches ich für vier Jahre eingenommen hatte.

Ich habe von Globuli bis Zopiclon sehr viel vergeblich versucht.

Jetzt war ich im drei Nächte im Schlaflabor und bekam nach der ersten Nacht die Diagnose "rhythmische Beinbewegungen"/Restless-legs-Syndrom. In der zweiten Nacht bekam ich 0,26mg Pramipexol. Mir wurde nachts übel bis nächsten Mittag, die Beinbewegungen hörten nach einigen Stunden auf. In der dritten Nacht wurde die Dosis auf 1,05mg erhöht. Ich hatte keine Unruhe mehr, allerdings war mir nachts schon so übel, dass ich mich nicht mehr umdrehen wollte. Morgens erbrach ich mich und bekam einen Kreislaufkollaps. Außerdem hatte ich immer wieder Schluckauf. Die Nebenwirkungen hielten den ganzen Tag über an.

Die nächsten zwei Nächte zuhause konnte ich gut schlafen (ohne Pramipexol).

Jetzt aber hatte ich zwei Nächte in denen ich regelrecht rotiert bin.

Ich bin mir nun sehr unsicher, ob ich, wie von der Neurologin empfohlen, mit 0,26mg Pramipexol anfangen soll. Oder ob ich damit auf Dauer alles noch schlimmer mache...

Sie sagte, das RLS käme von einer Schwankung des Dopaminspiegels im Gehirn. Gibt es irgendeine alternative Behandlungsmethode, diese Schwankungen auszugleichen???
Ich bin jetzt grade etwas verzweifelt.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass ich Asthma habe, keine Schilddrüse mehr (jetzt gut eingestellt), "Fibromyalgie", CFS(?), chron. Fieber bis 38,6° bei Anstrengung, ich schnarche viel, habe nur wenig Atemaussetzer. Kein Amalgam mehr, hatte aber bis vor 15 Jahren Quecksilberexposition (viele zerbrochene Fieberthermometer im KH).

Medikamente: Oxis DA, Alvesco DA, Novothytal 75-50-0, Selen, Zink, Chrom, Vigantoletten, div. Schüssler, Biohumin, Limptar, Klimaktoplant, Berberis, Mariendistel, Euvegal, Methylcobalamin Tr. (seit Jahren B12-Mangel, mit s.c. Injektionen kaum zu beheben)

Ja, da kommt einiges zusammen.

Was soll ich tun? Solche Nächte halte ich nicht mehr lange aus...

Vielen lieben Dank für eure Mühe!

Gertraud
 
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Ein schwieriges Thema, ich weiß.

Gibt es denn hier jemanden, der mir wenigstens über seine Erfahrungen mit Pramipaxol/Sifrol(R) berichten mag?

Ich wäre sehr dankbar!
 

Kate

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Hallo gewi7,

vielleicht helfen diese beiden Threads Dir weiter:

http://www.symptome.ch/vbboard/neurostress/105701-restless-legs-syndrom.html (Restless legs-Syndrom)
http://www.symptome.ch/vbboard/neurostress/119449-rls-nadh-behandeln.html (RLS mit NADH behandeln?)
... und evtl. dieser Beitrag: http://www.symptome.ch/vbboard/neurostress/10581-wiki-artikel-buecher-links.html#post712763

Erfahrungen über Medikamente wurden hier bisher - soweit ich es erinnere - wenig bis garnicht ausgetauscht, sondern eher über Nahrungsergänzungen (im Zusammenhang mit nachgewiesenen Mängeln) und auch ganz andere Maßnahmen.

Gruß
Kate
 
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Hallo Kate,
vielen Dank für Deine Mühe!
Ich habe schon ziemlich viel gelesen, aber die Erleuchtung fehlt halt noch.
Liebe Grüße
Gertraud
 

Kate

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Hast Du denn die Ansätze aus den verlinkten Threads schon verfolgt (von Magnesium lese ich z.B. bei Deinen Nahrungsergänzungen nichts)? Und keinerlei Erfolg gehabt? Evtl. ist auch die Kombination mehrerer Maßnahmen erfolgversprechender.

Bei Dopamin fallen mir allenfalls noch die Vorläufer-Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin ein. Aber ob die Einnahme zu einem gleichmäßigen Dopamin-Spiegel führen würde, weiß ich nicht. Vor der Einnahme von Aminosäuren sollten idealerweise wohl auch besser die Spiegel untersucht werden. Dass man auch die Neurotransmitterspiegel selbst untersuchen kann, hast Du sicherlich gelesen, wenn Du in dieser Rubrik gelandet bist.

Gruß
Kate
 
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Hallo,
Magnesium hab ich immer wieder mal genommen, zur Zeit mache ich Fußbäder damit. Eine Wirkung auf die Unruhe habe ich aber leider nicht bemerkt.
Div. Vitamine und Mineralstoffe habe ich in den letzten Jahren auch versucht, ebenso Alkohol und Kaffee weglassen.
Auch Entspannungsmethoden und Yoga haben mich nicht vorwärtsgebracht. #
Das einzige was manchmal hilft, sind Corny Schokoriegel. Mandeln, Erdnüsse, Schokolade, Traubenzucker u.a. einzeln im Anfall verabreicht halfen aber nicht.

Mein Alternativmediziner hat leider auch wenige Ideen dazu, befasst sich aber gerade nochmal intensiv damit. Vom Pramipexol hat er mir aber, nach Testung, sehr abgeraten.
Mal sehen.

Liebe Grüße,
Gertraud
 
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Hallo gewi,

angeblich sind diese Kliniken auf Restless Legs spezialisiert:
Kliniken, Krankenhäuser für Restless-Legs-Syndrom | Wissen & Patient

Hast Du es schon mit der klassischen Homöopathie versucht? Hier ein Bericht über eine Behandlung:

...
Behandlung:
Nach ausführlicher Repertorisation gelange ich zu dem Mittel Causticum.
Ausschlaggebend dafür waren einmal die Akutsymptomatik der Beine, außerdem der chronisch schlechte Schlaf, das beschriebene Reißen in den Beinen, sowie die chronische Verspannung im HWS-Bereich . Dies findet sich alles wieder bei dem Mittel Causticum, auch wenn sich der für die Pat. sehr wichtig Aspekt "Druck bessert" nicht bei Causticum finden lässt. Da die Pat. noch nie ein homöopathisches Mittel erhielt und ich ihre Reizfähigkeit testen möchte, erhält sie 3 Globuli Causticum in D200.

Zwischenbericht der Patientin:
Nach der Einnahme des Mittels in der Praxis habe ihr ganzer Körper in der darauffolgenden Nacht gezuckt. Sie habe es dann nicht mehr ausgehalten, und habe, wie in der Praxis besprochen eine zweite Dosis Causticum D200, in Wasser verrührt, eingenommen. Danach sei sie fast augenblicklich eingeschlafen. Das Zucken des Körpers ist als Erstverschlimmerung zu werten, die Pat. hat massiv auf das Mittel reagiert.
...
Restless leg-Syndrom - Behandlung mit klassischer Homöopathie - Verband Unabhängiger Heilpraktiker e.V.

Ich denke, es wäre auf jeden Fall einen Versuch wert. Wenn Du herum fragst, wirst Du auch einen klassischen Homöpoathen finden. Meistens sind das Heilpraktiker. Da die Homöopathie immer nach den individuellen Merkmalen behandelt, kann man höchstwahrscheinlich dieses Mittel nicht einfach übernehmen.

Evtl. könnten Dir verschiedene Verbände bei der Suche helfen:
https://www.google.de/search?client...&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&ei=j0yqVfT0Oamr8wfipYCACA

Grüsse,
Oregano
 
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Liebe Oregano,

ja, vielleicht sollte ich wirklich mal die klassische Homöopathie versuchen! Danke für den Tip!

Grundsätzlich habe ich noch vergessen zu erwähnen, dass Melatonin das Ganze erheblich verschlechtert hat.
Die Frage ist nun, was passieren würde, wenn ich NADH Coenzym 1 versuchen würde?

Ratlose Grüße,

Gertraud
 

Kate

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Hallo gewi7

... Magnesium hab ich immer wieder mal genommen, zur Zeit mache ich Fußbäder damit. Eine Wirkung auf die Unruhe habe ich aber leider nicht bemerkt.
Div. Vitamine und Mineralstoffe habe ich in den letzten Jahren auch versucht,...
Bist Du da denn systematisch rangegangen? Damit meine ich: Hast Du Laboruntersuchungen (intrazelluläre, Vollblut- oder Urin-Metabolite) machen lassen und/oder hast Du die einzelnen Stoffe länger und in verschiedenen Dosierungen versucht? Hier und da mal ein bisschen hilft da evtl. nicht. Mit den oftmals gerühmten Magnesium-(Chlorid-)Fussbädern bin ich übrigens auch nicht sehr weit gekommen. Bei festgestellten Mängeln wäre natürlich idealerweise die Ursache zu finden und beheben, was aber nicht immer (zeitnah) geht (z.B. bei Darmproblemen/-erkrankungen).

Auch Entspannungsmethoden und Yoga haben mich nicht vorwärtsgebracht.
Wie lange und regelmäßig hast Du das probiert? Beim Yoga zumindest weiß ich sicher, dass die Regelmäßigkeit eine wichtige Rolle spielt.

Liebe Grüße
Kate
 
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Hallo Kate,

da ich wenig fachliche Unterstützung habe, war das Ganze leider nicht systematisch. Einzelne Werte habe ich in Eigeninitiative bestimmen lassen und dann substituiert. Andere "Stoffe" habe ich einfach mal für einige Zeit eingenommen. Wenn sie nicht geholfen haben, wieder aufgehört.
Die Ursache z.B. des B12-Mangels konnten Ärzte nicht finden. Vermutlich ein Resorptionsproblem. Welches ich ja z.B. bei den SD-Hormonen auch habe. Auch ärztlicherseits ungeklärt. Magen- und Darmspiegelung haben stattgefunden, Histologie o.B.

Yoga habe ich zwei Jahre regelmäßig gemacht, leider auch ohne diesbezüglichen Erfolg. Gegen meine orthopädischen Probleme hats aber geholfen. Zur Zeit mache ich keinen Kurs mehr, da ich es körperlich nicht schaffe, dort mitzuhalten.
Zuhause regelmäßig zu üben ist ein steter Plan, die Durchführung hakt leider sehr. Zugegeben.

Mir fehlt oft einfach die Kraft. Ich schaffe gerade noch meine Arbeitstage, für anderes bleibt keine Energie...

Aber ich bleibe dran!

Liebe Grüße,

Gertraud
 
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Zu Pramipexol:

Pramipexol ist ein nicht-ergoliner Wirkstoff aus der Gruppe der Dopaminagonisten. Er bindet an Dopaminrezeptoren und wird zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung und des Restless Legs Syndroms eingesetzt.
Häufig auftretende unerwünschte Wirkungen sind Schläfrigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen, tiefer Blutdruck, Amnesie und Übelkeit. Dopaminagonisten sind dafür bekannt, dass sie Verhaltensänderungen verursachen können.
PharmaWiki - Artikel der Woche Archiv 2010

Kennst Du eigentlich dieses Buch schon?:
Bücher von Amazon
ISBN: 1480158925
?

...
Risikofaktoren für RLF
Mediziner unterscheiden idiopathischem RLS (ohne auslösende Ursachen, jedoch familiär gehäuft auftretend) und symptomatischem RLS (erworben durch eine andere Grunderkrankung).
Die häufigsten Grunderkrankungen bzw. Faktoren, die dieses symptomatische - auch sekundär genannte - RLS auslösen können, sind zum Beispiel:

Dialysepflichtige Niereninsuffizienz (schwere Nierenfunktionsstörung)
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Schwangerschaft
rheumatoide Arthritis
Eisenmangel
hormonelle Störungen
Stoffwechselstörungen
Nervenschäden (wie Polyneuropathien, beispielsweise infolge von Diabetes).
Erbliche Komponente bei RLS wahrscheinlich
Restless Legs werden vermutlich vererbt.
...
Restless legs - Symptome und Ursachen von RLS

Sind diese möglichen Risiken bei Dir überprüft worden?

Grüsse,
Oregano
 
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Liebe Oregano,

danke für Deine Informationen!

Die meisten Nebenwirkungen habe ich nach nur 2 Tbl. bereits persönlich kennengelernt. Deshalb möchte ich dieses Medikament eigentlich nicht nehmen.

Danke für den Buchtip, werde ich lesen.

Die meisten Risiken wurden ausgeschlossen. Stoffwechsel- und Hormonstörungen hab ich sicher, aber wo ansetzen?
Mein Ferritinwert war 2013 übrigens erhöht, 167,8 ng/ml (15-150), wohl durch eine bisher undefinierte Entzündung. Eisen lag bei 75µg/dl (33-193).

Es ist so unglaublich komplex... Und bisher steigt keiner durch.

Liebe Grüße,

Gertraud
 
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Hallo Gertraud
Auch ich wuerde dir (D)LPA oder Tyrosin empfehlen, hilft tatsaechlich im Bezug auf Dopamin, ich nehme die immer mal wieder, um Depressionen zu bekaempfen.
Ich bin ueberrascht, welch grosses Thema restless legs sind, ich habe galube ich eine vererbte Form und ich habe das bisher nicht als stoerend empfunden, auch meine "Vererberin" ;) hat noch nie darueber nachgedacht.
Oder ist es in meinem Fall etwas Anderes? Es handelt sich um stetige rhytmische Bewegungen im Ruhezustand, unbewusst und ohne unangenehme Gefuehle. Und eigentlich nur der Fuss, nicht das Bein. Ist das denn ueberhaupt eine RLS-Form?

lg dadeduda
 
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Hallo Gertraud,

Antidepressiva,
Muskelrelaxierende Medikamente, (beim Absetzen)
Opiate, Benzodiazepine (beim Absetzen)
können auch ein verstärktes RLS auslösen.

Grüsse von Kayen
 
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Hallo Kayen,

ja, obwohl ich seeeehhhhrr langsam ausgeschlichen habe, hat Citalopram die latent unruhigen Beine in fast ständig zappelnde Beine verwandelt. Ich kann von diesen Medikamenten als Dauertherapie nur sehr abraten.

Hallo dadeduda,

das Leitsymptom der RLS sind, glaube ich, schon die Mißempfindungen, die ja erst die Bewegungen hervorrufen. Aber ich bin da ja keine Expertin.
Das Tyrosin kommt auf jeden Fall auf meine "Probierliste", vielen Dank!

Liebe Grüße an alle,

Gertraud
 
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