Resistente Stärke - Präbiotika und Probiotika - Peptide

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Hallo ao,
Bliebe noch Granatapfel, den mag ich als Saft eigentlich schon sehr, doch geht das leider auch ins Geld
Je nachdem, wo man es kauft. Beim Türken kosten sie hier 2€/Kilo, im Bioladen 4-5€. Ist ungefähr in dem Bereich, den man auch für Äpfel zahlen muss. Ich hatte das früher aber auch gedacht, dass das so teuer ist und erinnere mich an Lealee, die hier schrieb, dass sie gegen ihr MCS jeden Tag Granatapfelsaft getrunken hat und ich dachte mir da, das muss man sich auch erstmal leisten können (da waren meiner Erinnerung nach die Preise aber hier auch höher). Also vielleicht lohnt es sich, ab und zu mal die Preise neu zu überprüfen.
Bei Bioware kann man die Schale auch trocknen und selbst zermahlen, aber das schmeckt schon ziemlich bitter-zusammenziehend, das will man bestimmt nicht essen. Vielleicht kann man daraus eine Tinktur herstellen? Aber ob dann noch die Stoffe drin sind, die als Bakterienfutter dienen? Umgekehrt soll es gegen manche Bakterien hilfreich sein (weiß nicht mehr, welche, erinnere nur Cholera)

Viele Grüße
 
wundermittel

Kate

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Einige Auszüge aus dem imd-Newsletter vom Dezember (noch nicht online, später wohl hier: https://www.inflammatio.de/news-letter/newsletter), die hier interessant sein könnten:

Klinisch relevante Mikrobiomdiagnostik - Online-Seminar am 12.01.2022
(...) Unsere Referenten Andrea Thiem, Dr. Christiane Kupsch und Dr. Steffen Tobisch bauen zurzeit am IMD die Mikrobiomdiagnostik als neuen Schwerpunkt auf.

Bis jetzt wurden dort keine Stuhluntersuchungen angeboten und ich bin gespannt, was sie da aus dem Boden stampfen. Das Online-Seminar trage ich mir auf jeden Fall in den Kalender ein. Andrea Thiem habe ich schon auf imd-Seminaren erlebt, u.a. mit spannenden Fallbeispielen von Patienten.

I-FABP, ein Biomarker für eine Störung der Darmbarriere, korreliert bei Typ-2-Diabetes zur Progression und zu Sekundärschäden
I-FABP, das &bdquo;intestinale fettsäurebindende Protein&ldquo;, ist stabil im Serum messbar und gilt heute als der sensitivste und spezifischste Biomarker für eine Störung der Darmbarriere (leaky gut). In einer aktuellen Studie (Wang Y et al. PeerJ. 2021: e10800. doi: 10.7717) wurde an 122 stationär behandelten Patienten mit Diabetes mellitus Typ II gezeigt, dass der Serumspiegel von I-FABP positiv mit dem Grad und der Dauer der postprandialen Hyperglykämie korreliert (p< 0,001). Die Hyperglykämie wurde dabei als Differenz der 2-Stunden-Blutglukose und der Nüchternglukose nach oraler Gabe von 75 g Glukose ermittelt. Zudem zeigte sich eine negative Korrelation zwischen I-FABP und der Insulinrestproduktion (ermittelt über C-Peptid nüchtern und 2 h nach Glukosegabe, p<0,001). Das bedeutet, je höher das I-FABP (d.h. je stärker die Darmbarrierestörung), desto schlechter ist die Insulinsekretion der Pankreas-Inselzellen. Zudem wiesen Patienten mit Retinopathie signifikant höhere I-FABP-Spiegel auf als Patienten ohne Retinopathie (p = 0,001).
Die Studie zeigt eine Assoziation zwischen gestörter Darmbarriere und der Progression des Diabetes mellitus. Die Autoren postulieren, dass die mit der Darmbarrierestörung einhergehende systemische Entzündung an der Pathogenese des Diabetes und der gestörten Insulinsekretion kausal beteiligt ist. Das I-FABP ist aus 2 ml Vollblut bzw. Serum (aber nicht im Stuhl!) im Labor bestimmbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

Akkermansia muciniphilia im Darm fördern zur Stärkung der Darmbarriere
Das Darmbakterium Akkermansia muciniphilia (AM) macht 3-5% des Mikrobioms aus und beeinflusst entscheidend die stetige Mukusbildung und -regeneration auf der Darmschleimhaut. Der Mukus schützt als wesentlicher Bestandteil der Barrierefunktion die Darmepithelzellen vor chemischen und mechanischen Belastungen, sowie vor Kontakt zu Bakterien und anderen immunogenen Substanzen aus dem Darmlumen. Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aber auch mit Adipositas oder Diabetes Typ 1 weisen oft einen Rückgang von AM und damit einhergehend eine dünnere Mukusschicht auf. Ein aktueller Übersichtsartikel stellt die wichtigsten Einflussfaktoren auf das Wachstum von AM dar (Hagi und Belzer; Applied Microbiology and Biotechnology 2021; 105: 4833&ndash;4841). Zu ihnen zählen:

1. Nahrungsbestandteile, die AM zusammen mit Gallensäuren zur Mucinproduktion verwendet, insbesondere die Kohlenhydrate Fruktose, Galaktose, Arabinoxylan, Inulin, sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
2. Andere intestinale Bakterien, wie Bifidobakterien und Laktobazillen, sowie Anaerostipes caccae, Eubacterium hallii und Faecalibacterium prausnitzii, die Zucker aus der Mucinschicht zur Synthese von Butyrat (Energiebildung) nutzen.
3. Substanzen, die vom menschlichen Organismus produziert werden. Eine positive Wirkung ist u.a. für Gallensäuren und Melatonin beschrieben.

Die Beeinflussung der Bakterienflora könnte zukünftig bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen neue therapeutische Ansatzpunkte liefern. Das Verständnis der Zusammenhänge, die für eine &bdquo;gesunde&ldquo; Darmflora sorgen, ist Voraussetzung dafür, protektive Bakterien im Darm gezielt zu vermehren.

LG
Kate
 
regulat-pro-immune
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Als meine Akkermansia Keime wieder angestiegen sind habe ich gleichzeitig auch Symptomminderung und eine Abnahme der Lebertransaminasen sowie des I-FABP feststellen koennen. Zu Beginn lag das I-FABP bei >5000. Habe primaer meinen Stuhl, Symptomverlauf und das I-FABP als Therapiekontrollmarker genutzt. LG
 
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Hallo Katze 123, erst Privat und zur Therapiekontrolle dann nur Akkermansia und F. prausnitzii ueber Hausarzt welcher mit Mikrooek zusammenarbeitet.
 
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bei mir hat´s mit Prebiotika gut geklappt. Mikrobiomtests habe ich alle 3 Monate ab 2014 gemacht, Akkermansia waren bei mir nicht testbar. Ab Mitte 2015 Akkermansia minimal testbar, langsam mehr und seit 2016 regelmäßig und stabil Akkermansia in gesunder Menge.
Hallo Eva,

die Erfahrung habe ich auch gemacht. Bei mir waren die Akkermansia auch minimal testbar. F. Prausnitzii war viel zu hoch fuer den Referenzbereich. Das Labor meinte ich soll frühestens in einem Jahr noch mal messen. Wuerde beim Kauf von Beeren, Granatapfel usw. eher auf Qualität achten als den Preis. Gibt oft unreif geerntete Ware am Markt weswegen ich z.B. nur wilde, von Hand gepflueckte Heidelbeeren aus dem Frost kaufe. Bio Holundermuttersaft welcher fast schwarz ist, fuer 2€/330ml konsumiere ich taeglich, die anderen Muttersaefte sind teurer. Cranberry ohne Suessungsmittel, Granatapfel hole ich auch aus dem Frost. Landet alles oft im Mixer. Hagebutten gibt es auch aktuell regional outdoor und Aroniabeeren habe ich viele dieses Jahr getrocknet. Himbeeren sind auch gut wenn vertraeglich.

LG
 
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Themenstarter
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Habe jetzt meinen Mikrobiomtest nach Covid-19-Infektion bekommen. Der Großteil der Bakterienstämme sowie Mikrobenarten ist auch nach Covid-19 sehr stabil. Wesentliche Abweichungen gibt nur bei zwei Mikrobenarten:

1.) Eubacterium 9,5 % (bis jetzt immer nur von ca. 0,01 – 1,9 %. Eubacterium produziert eklatante Mengen an Vitamin B12, das für eine gute Infektbekämpfung gebraucht wird.

2.) Bifidobacteriaceae 4,7 % (bis jetzt immer nur von anfangs 2014 null % auf ca. 0,5 % - max. 1,5%. Bifidobakterien sind in der Infektabwehr wichtig, sie modulieren lokale und system Immunantworten und hemmen Pathogene.

Von beiden Bakterienarten ist bekannt, dass sie unterrepräsentiert sind im Darm bei schweren Verläufen von COVID-19-Infektion.

Es macht also wirklich Sinn, sich ein Paket aus RS, Pre- und Probiotika sowie nach Möglichkeit auch fermentierte Lebensmittel präventativ für Covid-19 in die Ernährung zu integrieren. Tatsächlich gibt es von Forscherseite die Empfehlung, Probiotika und probiot. Lebensmittel in die RDA-Empfehlungen aufzunehmen. Für mich macht es eindeutig den Unterschied zu früheren Infektionen vor 2014, die regelmäßig in system. Entzündungen und gesundheitl. Verschlechterungen bis hin zum CFS mündeten gegenüber keine viralen Infektionen bis Covid-19 bzw. Covid-19 mit guter Regeneration (ich absolviere 1 1/2 Monate nach Covid-19 schon wieder mein Sportprogramm).
 
regulat-pro-immune
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Hallo Eva,

interessant. Aber was ich nicht verstehe: Meinst Du, der Körper "wusste", dass er jetzt mehr dieser beiden Bakterien braucht zur Krankheitsbewältigung und schafft günstige Rahmenbedingungen für diese beiden, damit sie sich besser vermehren können? Oder wie konkret erklärt sich die Zunahme?
Oder wusstest Du um diesen Umstand und hast selbst günstige Vorraussetzungen geschaffen, damit diese beiden mehr werden?

Viele Grüße
 
Themenstarter
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interessant. Aber was ich nicht verstehe: Meinst Du, der Körper "wusste", dass er jetzt mehr dieser beiden Bakterien braucht zur Krankheitsbewältigung und schafft günstige Rahmenbedingungen für diese beiden, damit sie sich besser vermehren können? Oder wie konkret erklärt sich die Zunahme?
Hallo damdam,

ich verstehe es so, dass der starke immunolog. Reiz durch die Covid-19-Infektion die Bifobakterien und Eubakterien auf ein erstmals normales und gesundes Niveau gebracht haben.

Spannend ist, dass mich mein Heilpraktiker, der bei mir mit GD therapiert, während der letzten Wochen aufmerksam gemacht hat, dass bei mir aus den tieferen Schichten des Halsgewebes Coxsackieviren mobilisiert wurden und zwar in einer Dynamik wie bis jetzt noch nie. Dass was im Hals im Bewegung ist, merke ich an den Rachenmandeln, die ich seit zwei Wochen stark spüre, womöglich wird hier wirklich ein alter hartnäckiger Halsinfekt aktiv. Vermutung ist, wenn Covid-19 die Bifidobakterien stabilisiert, dass das Prozesses ermöglicht, die vorher nicht möglich waren. Ähnlich dem, was immerhin zwei Bekannte berichten, die seit ihrer Covid-19-Infektion kein Asthma mehr haben.

Jedenfalls schreibe ich seit dem Threadanfang davon, dass ich dran arbeite, die Bifidobakterien auf ein gesundes Niveau zu stabilisieren, mit Ernährung und RS/Pro- und Prebiotika. Bis zu einem gewissen Niveau ist es mir auch gelungen und ich denke, dass das Niveau gereicht hat, um mit Covid-19 gesund umzugehen. Das Niveau eines gesunden Menschen hat jetzt vielleicht Covid-19 ermöglicht.

Auch spannend:

Menschen mit CFS/ME haben gar keine oder extrem niedrige Bifidobakterien - die Abwehr aus dem Darm gegen Pathogene fehlt dadurch. Kompensiert wird das teilweise durch Proteobakterien, was bedeutet, dass sich bei viralen Infekten die Proteobakterien ungleich stark erhöhen, um gegen Pathogene zu helfen. Allerdings um den Preis von hohen Entzündungen, da die LPS-Zellwand der Proteobakterien hochtoxisch und extrem leberbelastend ist und außerdem bei Leaky-Gut ins Blut geht und dort "dickes Blut" und system. Entzündungen verursachen kann - ist gut dokumentiert bei Menschen mit CFS/ME.

Ich habe das ein paarmal mit Mikrobentests getestet: GD zeigte bei mir mobilisierte virale Infekte (immer Coxsackie), Entzündungsschübe folgten. Mikrobiomtests zeigten sehr hohe Last an Proteobakterien (ca. 10 - 15%, gesunde Norm ist ca. 3%). RS, Pro- und Prebiotika und Ernährung haben die Proteobakterien wieder gut herunterreguliert, Entzündungen sind gut abgeklungen, hat allerdings ein paar Monate gedauert. Hat sich mehrmals wiederholt.

Der aktuelle Mikrobiomtest dagegen zeigt gesunde Bifidobakterien und Proteobakterien in Höhe von 4,6 %, also leicht erhöht, nicht exorbitant erhöht. Die Bifidobakterien haben also ausgereicht für die gesunde Antwort auf den Coronavirus, die entzündungsfördernden Proteobakterien mussten sich nicht so stark vermehren. Passt zu meiner Symptomatik, dass ich mich recht rasch und gut von Covid-19 erholt habe.

LG Eva
 

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