Hat die Diagnose "Tanzender Dens" Krankheitswert?

WerniMD

Wegen meiner vielen Beschwerden und Symptome war ich lange auf der Suche nach einer Ursache und habe versucht, irgend welche Zusammenhänge zu ermitteln. Ich wollte Beweise haben, denn nur so kann eine adäquate Therapie erfolgen. Die Informationen, die ich zum Thema instabiles Kopfgelenk gefunden habe, schienen auf mich recht zutreffend zu sein. Daher habe ich alle Bücher von Kuklinski gelesen und mit entsprechenden Therapiemaßnahmen begonnen. Um diagnostische Sicherheit zu erhalten, habe ich Nitrostress untersuchen und ein Upright MRT (funktionelles MRT) durchführen lassen. Nitrostress habe ich nicht. Das MRT ergab jedoch einen tanzenden Dens, also ein instabiles Kopfgelenk. Für mich war das nun endlich ein Beweis. Noch dazu fand ich in der Vorgeschichte passende Traumata (Autounfall, Fahrradsturz). Doch irgend wie wollten sich keine Zusammenhänge erkennen lassen. Mir ging es mal schlechter und dann mal wieder etwas besser. Aber nie in Abhängigkeit von Kopfbewegungen usw.. Ob ich nun mit oder ohne speziellem Nackenkissen geschlafen habe. Ich war morgens immer gerädert. Mal hatte ich nach Erschütterungen im Kopfbereich stärkere Symptome, dann auch wieder nicht. Ich war skeptisch. Noch dazu fehlte mir der Nitrostress. Inzwischen habe ich Ursachen finden können (Hashimoto, Schilddrüse, Nebenniere, Bandscheibenprolaps), wobei sich endlich auch wirkliche Zusammenhänge (Ursache, Wirkung) erkennen lassen. Mir geht es inzwischen einiges besser und das ohne die empfohlenen Therapiemaßnahmen bei instabilem Kopfgelenk.

Daher bin ich inzwischen der Meinung, dass die Diagnose "Tanzender Dens" bei instabilem Kopfgelenk, so wie es angeblich bei mir der Fall sein soll, keinerlei Krankheitswert besitzt. Entweder man hat die oder die Erkrankung mit den und den Beweisen oder nicht. Es kann nicht sein, dass ein instabiles Kopfgelenk bei einem Beschwerden verursachen soll und bei einem anderen nicht. Dann ist die Diagnose falsch oder das Krankheitsbild existiert nicht oder es liegt eine andere Ursache vor. Noch dazu ist ein Upright MRT mit hohen Kosten verbunden, die die Krankenkasse nicht übernimmt. In meinen Augen kann man sich das Geld dafür sparen.
 

Kate

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Hallo Werni,

für Dich persönlich ist das oben Geschilderte sicher eine wichtige Erkenntnis, aber nicht verallgemeinerbar aus meiner Sicht.

Eine Rolle spielen könnten bei dieser Frage u.a. unterschiedliche Definitionen von "Instabilität" im Zusammenhang mit der HWS - siehe Wiki:

Kuklinskis Forschungsansatz ist ebenso wie die Diagnose KISS-Syndrom durch die evidenzbasierte Medizin bislang nicht anerkannt. Auch scheinen die Kriterien für die Diagnose einer Instabilität der HWS nicht einheitlich zu sein und werden von Kuklinski, Volle u.a. wohl weiter gefasst als in der offiziellen Medizin üblich (siehe Abschnitt 7.2, sowie die AWMF-Leitlinie zum Beschleunigungstrauma der HWS unter Abschnitt 7.4).
Die instabile Halswirbelsäule – Symptome, Ursachen von Krankheiten

Es kann nicht sein, dass ein instabiles Kopfgelenk bei einem Beschwerden verursachen soll und bei einem anderen nicht.
Diese Argumentation ist für mich nicht schlüssig. Es ist ja auch bei anderen, anerkannten Krankheiten so, dass der Leidensdruck unterschiedlich ist - aus welchen Gründen auch immer (im Bereich des Bewegungsapparates können das z.B. unterschiedlich gut ausgebildete Muskeln sein, in punkto Schmerzen ein unterschiedliches Schmerzempfinden, nur um zwei Beispiele zu nennen; hier im Forum wurde - meine ich - sogar mal von einem Sportler mit Genickbruch berichtet).

Diskutiert haben wir das und ähnliche Themen schon öfter, bitte suche bei Interesse mal. Gefunden habe ich auf die Schnelle diesen Thread: http://www.symptome.ch/vbboard/oxid...877-gibt-kein-cervico-encephales-syndrom.html

Gruß
Kate
 
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Bei oxidativem/nitrosativen Stress kann Baubiologie hilfreich sein

Forschungen zeigen, dass elektromagnetische Strahlung zu oxidativem Stress führen kann und somit zu schädigenden Oxidationsprozessen in Zellen durch freie Radikale.

Die zerstörerische Wirkung dieser freien Radikale wiederum steht im Verdacht, Ursache zahlreicher Zivilisationskrankheiten zu sein. Da der oxidative Stress bereits bei Strahlung unterhalb der aktuellen Grenzwerte ausgelöst wird, reichen diese Grenzwerte bei weitem nicht aus, um die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Der Baubiologe kann die Intensität von elektromagnetischer Strahlung im Wohn- und Arbeitsumfeld messen, beurteilen und Lösungen vorschlagen.
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WerniMD

Hallo Kate,

ich bleibe dabei, das Upright MRT mit dem Ergebnis "tanzender Dens" hat in meinen Augen keinen Wert als diagnostisch gesichertes Mittel. Es dient allemals als ein möglicher Hinweis oder als Indiz. Und dann kann es bei der beschriebenen Symptomvielfalt auch wieder alles und nichts sein und man kann wieder alles und nichts probieren, ob es hilft. Soweit war ich vor dem Upright MRT auch schon. Dann wurde ich mit der Diagnose jedoch in eine falsche Richtung gelenkt. Ich habe ein instabiles Kopfgelenk und bin nicht davon krank! Somit ist die Diagnose wertlos für mich. Das ist, als würde bei mir aufgrund irgend einer Untersuchung ein Herzfehler festgestellt werden, womöglich sogar behandelt und ich bin aber am Herzen völlig gesund. Was ich alles über das instabile Genick gelesen habe, soll es Krankheitswert haben. So wird ja das Upright MRT auch als beweisende Untersuchung aufgeführt. Früher hatte ich daran auch geglaubt. Nun widerspreche ich dem.

Gruß
Werni
 

Kate

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Hallo Werni,

Du kannst gern dabei bleiben ;)

Dennoch muss ich hier einwerfen - auch für neue Mitleser - dass es Menschen gibt (mich eingeschlossen), die diese Diagnose weitergebracht hat, was sich daran zeigte, dass gewisse - zum Teil sehr einfache und kostenlose - Maßnahmen Verbesserungen bewirkt haben. Und das ohne Risiko - abgesehen natürlich ggf. von dem finanziellen Einsatz für z.B. Nackenstützkissen, Matraze, irgendwelchen manuellen Therapien oder NEMs (die aber für mich in punkto HWS nicht die vorrangige Rolle spielen). Merkt man, dass die Maßnahmen nicht greifen, kann man ja wieder damit aufhören.

Übrigens muss ich auch darauf beharren: Befunde ohne Beschwerden gibt es in der Medizin öfter mal - mittlerweile wird so etwas sogar in Sendungen wie der NDR-"Visite" thematisiert ("Überdiagnostik", die evtl. zu unnötigen Behandlungen oder Ängsten führen kann). Öfter vorkommen tut das wohl bei Bandscheibenvorfällen oder auch - wie Du schon sagst - bei (angeborenen) Herzfehlern, die manchmal entdeckt werden, wenn jemand Leistungssport treiben will und deshalb einen Checkup macht. Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass die jeweilige Diagnostik grundsätzlich keinen Sinn macht, führt aus meiner Sicht zu weit. Es ist eine Abwägung, die in der individuellen Situation stattfinden muss (und wo der Patient sich auch selbst Gedanken im Vorfeld machen sollte).

Also: Liebe Mitleser... stöbert bitte selbst im Forum bei Interesse (es macht keinen Sinn, hier jetzt vieles aufzuzählen, was schon irgendwo steht).

Gruß :wave:
Kate
 
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