Erhöhte Monozyten

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Hallo zusammen,

ich hätte gerne eine Einschätzung zu meinen Blutwerten, genauer gesagt zu den Monozyten.

Bei mir wurde ein großes Blutbild gemacht. Laut Befund waren alle Werte im normalen Bereich, nur die Monozyten waren erhöht. Angegeben wurde ein Wert von etwa 16 %.

Da ich seit einiger Zeit auch Verdauungsprobleme habe, vor allem eher harten, „kötteligen“ Stuhl, frage ich mich, ob hier ein Zusammenhang bestehen könnte.

Kann eine Erhöhung der Monozyten mit Darmproblemen, Entzündungen oder einer gestörten Verdauung zusammenhängen? Oder ist ein solcher Wert eher unspezifisch und müsste im Zusammenhang mit den übrigen Blutwerten beurteilt werden?

Über Einschätzungen oder Erfahrungen würde ich mich freuen.

Liebe Grüße
 
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Hallo Fawkes,

entscheidend wäre zuerst: Wie genau wurde der Monozytenwert angegeben?

Steht dort 16 %, dann handelt es sich vermutlich um den relativen Anteil der Monozyten im Differenzialblutbild. Das kann erhöht wirken, obwohl die absolute Monozytenzahl noch völlig unauffällig ist. Aussagekräftiger ist deshalb der absolute Wert, meist angegeben als G/l, Tsd./µl oder x10⁹/l.

Wichtig wären also:

Wie hoch waren die Monozyten in Prozent?
Wie hoch waren die Monozyten absolut?
Wie lautet der Referenzbereich des Labors?
Wie waren Leukozyten, Neutrophile, Lymphozyten, CRP und eventuell BSG?

Ein einzelner erhöhter Monozytenwert muss nicht gleich etwas Dramatisches bedeuten. Monozyten steigen häufig bei oder nach Infekten, bei Entzündungsreaktionen, in Erholungsphasen oder auch bei chronischen Reizzuständen. Man muss immer das gesamte Blutbild betrachten, nicht nur einen isolierten Wert.

Wenn sonst wirklich alles unauffällig war und nur die Monozyten relativ erhöht sind, wäre das zunächst eher ein Hinweis zum Beobachten als ein Grund zur Panik. Sinnvoll wäre, den Befund nach einigen Wochen noch einmal kontrollieren zu lassen, besonders wenn Beschwerden bestehen.

Zu Deinen Verdauungsproblemen: Ein direkter Zusammenhang zwischen „kötteligem“ Stuhl und erhöhten Monozyten lässt sich aus dem Blutbild allein nicht ableiten. Verstopfung beziehungsweise harter Stuhl kann viele Ursachen haben: zu wenig Flüssigkeit, zu wenig Fett oder Ballaststoffe, Bewegungsmangel, Schilddrüse, Stress, Darmflora, Medikamente, Magnesiummangel oder auch eine gestörte Galle- und Verdauungsleistung.

Wenn Du möchtest, stelle am besten den genauen Blutbildausschnitt mit Referenzwerten ein. Dann kann man besser unterscheiden, ob es wirklich eine relevante Monozytose ist oder nur eine prozentuale Verschiebung im Differenzialblutbild.

Viele Grüße
Oregano
 
Ich vermute mal, dass den Körper gerade gut zu tun hat. Die Monozyten sind ja in erster Linie dafür zuständig Bakterien und andere Keime zu fressen, z.B. bei einer aktiven Infektion. Deine Stuhlprobleme könnten darauf hindeuten, dass in deinem Verdauungstrakt irgendein Gleichgewicht herrscht was der Körper jetzt versucht in den Griff zu kriegen.
 
Danke, wie kann ich meinem Körper helfen, um der Sache gerecht zu werden? Flohsamenschalen reichen nicht ganz aus?

Können erhöhte Monozyten auf einer Vergiftung im körper hindeuten? Sieht man anhand eines großen Blutbildes, dass man an einer Vergiftung erkrankt ist? Z. B durch Amalgam, tote Zähne usw.

Wenn nicht, welchen Test muss man machen, um einer Vergiftung auf die Spur zu kommen? Die Leberwerte ausmachen?
 
Hallo Fawkes,

erhöhte Monozyten allein sind kein typischer „Vergiftungswert“. Man kann aus einem großen Blutbild nicht ablesen: „Amalgamvergiftung“, „toter Zahn“ oder „Schwermetallbelastung“. So einfach arbeitet der Körper leider nicht. Oder zum Glück, je nachdem.

Bei den Monozyten muss man zuerst unterscheiden:

Stehen dort 16 %, dann ist das erst einmal ein relativer Wert. Entscheidend ist aber der absolute Monozytenwert. Wenn die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen normal oder eher niedrig ist, können 16 % optisch erhöht aussehen, obwohl die absolute Zahl der Monozyten noch gar nicht dramatisch ist.

Monozyten sind Immunzellen, die unter anderem bei Infekten, Entzündungen, Gewebereparatur und chronischen Reizzuständen eine Rolle spielen. Sie können nach einem Infekt erhöht sein, bei stillen Entzündungen, bei Darmreizungen, Autoimmunprozessen, manchen chronischen Infektionen und seltener auch bei Blutbildungsstörungen. Aber ein einzelner Wert ist noch keine Diagnose.

Zu Deiner Frage nach Amalgam, toten Zähnen und „Vergiftung“:

Ja, chronische Zahnherde, entzündete Wurzelreste, tote Zähne oder Kieferentzündungen können aus naturheilkundlicher Sicht eine dauerhafte Belastung darstellen. Das sieht man aber nicht zuverlässig an den Monozyten. Manchmal sieht man gar nichts im Standardlabor, obwohl lokal etwas brodelt. Umgekehrt beweist ein erhöhter Monozytenwert keinen Zahnherd.

Bei Schwermetallen ist es ähnlich. Leberwerte können bei vielen Belastungen auffällig sein, müssen es aber nicht. Normale Leberwerte schließen eine Schwermetallbelastung nicht sicher aus. Und erhöhte Leberwerte beweisen sie auch nicht. Das wäre zu schön einfach.

Wenn man in diese Richtung denken will, würde ich systematisch vorgehen:

Zuerst das Blutbild wiederholen lassen, idealerweise mit Differenzialblutbild und absoluten Werten. Dazu CRP, BSG, Ferritin, B12, Folsäure, Vitamin D, Schilddrüse, Leberwerte, Nierenwerte und Elektrolyte. Bei Verdauungsproblemen auch Stuhlgang, Darmflora, Entzündungsmarker im Stuhl wie Calprotectin, eventuell Pankreaselastase und Gallensäure/Verdauungsleistung mitdenken.

Bei den Zähnen wäre ein guter Zahnarzt oder Umweltzahnarzt sinnvoll, der nicht nur auf „sieht doch gut aus“ macht, sondern auch tote Zähne, alte Wurzelbehandlungen, Kieferbereiche, Entzündungszeichen und Materialien beurteilt. Je nach Situation können DVT-Aufnahmen aussagekräftiger sein als ein normales zweidimensionales Röntgenbild.

Bei Schwermetallen braucht man eine saubere Fragestellung. Blutwerte zeigen eher aktuelle Belastungen. Urinwerte können Hinweise geben, besonders nach Mobilisationstests, aber diese Tests gehören in erfahrene Hände. Einfach auf eigene Faust „ausleiten“, nur weil Monozyten erhöht sind, würde ich nicht machen. Das endet sonst schnell bei viel Pulver, viel Hoffnung und wenig Klarheit.

Zum kötteligen Stuhl: Der passt nicht automatisch zu erhöhten Monozyten. Er spricht eher für Verstopfung, zu wenig Flüssigkeit, zu wenig Fett, zu wenig lösliche Ballaststoffe, Magnesiummangel, Stress, Bewegungsmangel, Schilddrüse, Darmflora oder eine träge Galle/Verdauung. Flohsamenschalen können helfen, aber nur, wenn genug getrunken wird. Sonst machen sie aus kleinen Betonklümpchen manchmal größere Betonklümpchen. Auch Magnesium, Bitterstoffe, ausreichend Fett in der Ernährung, Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten können hier eine Rolle spielen.

Mein Vorschlag wäre daher:

Nicht gleich bei „Vergiftung“ starten, sondern zuerst klären, ob die Monozyten wirklich absolut erhöht sind. Dann nach einigen Wochen kontrollieren. Parallel die Verdauung sauber anschauen. Wenn die Monozyten dauerhaft erhöht bleiben oder weitere Werte dazukommen, dann gezielter suchen: chronische Entzündung, Infekte, Darm, Zähne, Autoimmunes, seltenere Ursachen.
 

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