Hallo Fawkes,
erhöhte Monozyten allein sind kein typischer „Vergiftungswert“. Man kann aus einem großen Blutbild nicht ablesen: „Amalgamvergiftung“, „toter Zahn“ oder „Schwermetallbelastung“. So einfach arbeitet der Körper leider nicht. Oder zum Glück, je nachdem.
Bei den Monozyten muss man zuerst unterscheiden:
Stehen dort 16 %, dann ist das erst einmal ein relativer Wert. Entscheidend ist aber der absolute Monozytenwert. Wenn die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen normal oder eher niedrig ist, können 16 % optisch erhöht aussehen, obwohl die absolute Zahl der Monozyten noch gar nicht dramatisch ist.
Monozyten sind Immunzellen, die unter anderem bei Infekten, Entzündungen, Gewebereparatur und chronischen Reizzuständen eine Rolle spielen. Sie können nach einem Infekt erhöht sein, bei stillen Entzündungen, bei Darmreizungen, Autoimmunprozessen, manchen chronischen Infektionen und seltener auch bei Blutbildungsstörungen. Aber ein einzelner Wert ist noch keine Diagnose.
Zu Deiner Frage nach Amalgam, toten Zähnen und „Vergiftung“:
Ja, chronische Zahnherde, entzündete Wurzelreste, tote Zähne oder Kieferentzündungen können aus naturheilkundlicher Sicht eine dauerhafte Belastung darstellen. Das sieht man aber nicht zuverlässig an den Monozyten. Manchmal sieht man gar nichts im Standardlabor, obwohl lokal etwas brodelt. Umgekehrt beweist ein erhöhter Monozytenwert keinen Zahnherd.
Bei Schwermetallen ist es ähnlich. Leberwerte können bei vielen Belastungen auffällig sein, müssen es aber nicht. Normale Leberwerte schließen eine Schwermetallbelastung nicht sicher aus. Und erhöhte Leberwerte beweisen sie auch nicht. Das wäre zu schön einfach.
Wenn man in diese Richtung denken will, würde ich systematisch vorgehen:
Zuerst das Blutbild wiederholen lassen, idealerweise mit Differenzialblutbild und absoluten Werten. Dazu CRP, BSG, Ferritin, B12, Folsäure, Vitamin D, Schilddrüse, Leberwerte, Nierenwerte und Elektrolyte. Bei Verdauungsproblemen auch Stuhlgang, Darmflora, Entzündungsmarker im Stuhl wie Calprotectin, eventuell Pankreaselastase und Gallensäure/Verdauungsleistung mitdenken.
Bei den Zähnen wäre ein guter Zahnarzt oder Umweltzahnarzt sinnvoll, der nicht nur auf „sieht doch gut aus“ macht, sondern auch tote Zähne, alte Wurzelbehandlungen, Kieferbereiche, Entzündungszeichen und Materialien beurteilt. Je nach Situation können DVT-Aufnahmen aussagekräftiger sein als ein normales zweidimensionales Röntgenbild.
Bei Schwermetallen braucht man eine saubere Fragestellung. Blutwerte zeigen eher aktuelle Belastungen. Urinwerte können Hinweise geben, besonders nach Mobilisationstests, aber diese Tests gehören in erfahrene Hände. Einfach auf eigene Faust „ausleiten“, nur weil Monozyten erhöht sind, würde ich nicht machen. Das endet sonst schnell bei viel Pulver, viel Hoffnung und wenig Klarheit.
Zum kötteligen Stuhl: Der passt nicht automatisch zu erhöhten Monozyten. Er spricht eher für Verstopfung, zu wenig Flüssigkeit, zu wenig Fett, zu wenig lösliche Ballaststoffe, Magnesiummangel, Stress, Bewegungsmangel, Schilddrüse, Darmflora oder eine träge Galle/Verdauung. Flohsamenschalen können helfen, aber nur, wenn genug getrunken wird. Sonst machen sie aus kleinen Betonklümpchen manchmal größere Betonklümpchen. Auch Magnesium, Bitterstoffe, ausreichend Fett in der Ernährung, Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten können hier eine Rolle spielen.
Mein Vorschlag wäre daher:
Nicht gleich bei „Vergiftung“ starten, sondern zuerst klären, ob die Monozyten wirklich absolut erhöht sind. Dann nach einigen Wochen kontrollieren. Parallel die Verdauung sauber anschauen. Wenn die Monozyten dauerhaft erhöht bleiben oder weitere Werte dazukommen, dann gezielter suchen: chronische Entzündung, Infekte, Darm, Zähne, Autoimmunes, seltenere Ursachen.