#coronaaussoehnung 16 Autor*innen zu „Covid-19 ins Verhältnis setzen“ und „Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen“

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Ich möchte hier einen Text von 16 Staatsbürger*innen, Autor*innen und Wissenschaftler*innen aus Österreich und Deutschland einstellen und damit dokumentieren - aber nicht diskutieren, das könnte in anderen, eigenen Threads stattfinden - die in einer Art Vorwort schreiben:
Freundschaften, Familien, Organisationen wurden in der Corona-Diskussion entzweit, Erfahrungen und Einschätzungen stehen einander unversöhnlich gegenüber. Die gesamte Gesellschaft scheint gespalten.

Das Virus ist daran unserer Meinung aber nicht schuld. Wir glauben vielmehr, dass es der historisch nie dagewesene und einzigartige Umgang mit SARS CoV-2 ist. Wäre die öffentliche Diskussion plural, sachlich und wertschätzend und die Maßnahmen evidenzbasiert und verhältnismäßig, dann würde Covid-19 die Gesellschaft genauso wenig spalten wie bisherige Pandemien.

Mit diesem Text wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Verhältnisse herzustellen, um die aktuelle gesellschaftliche Spaltung zu überwinden und einen Modus Vivendi mit dem Coronavirus zu finden.
https://coronaaussoehnung.org/Corona ins Verhaeltnis setzen - Veröffentlichungsversion 7-Juli-2021.pdf

Aus der Einleitung vorweg die Schlussfolgerungen aus dem gut 60-seitigen Text mit "Analysen und Überlegungen" zu den verschiedenen Themen der medizinisch-gesellschaftlichen Diskussion und den entsprechenden Maßnahmen.
1. Es wird zu viel Aufmerksamkeit auf Covid-19 gelenkt und zu viel Angst davor geschürt.

2. Dadurch werden andere, ähnlich große Gesundheitsgefahren nicht annähernd im Verhältnis wahrgenommen.

3. Dasselbe gilt für die Gefahren, die von den Maßnahmen ausgehen.

4. Die Krise und die Maßnahmen haben überproportional negative Auswirkungen auf Menschen, die bereits vor der Krise benachteiligt und marginalisiert waren: Frauen*, Migrant*innen, Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitende im informellen Sektor im globalen Süden; gesellschaftliche Ungleichheit wird dadurch auf vielen Ebenen verstärkt.

5. Über Vermeidung von Pandemien und die Abschwächung ihrer Wirkung wird im Verhältnis zu Symptombehandlungen kaum gesprochen.

6. Die Rolle des menschlichen Immunsystems kommt ebenso zu kurz wie soziale, ökologische, technologische und ökonomische Faktoren.

7. Menschen, die Zwangsmaßnahmen kritisch gegenüberstehen und auf deren Folgen hinweisen; aber auch Menschen, die eigenverantwortlich solidarisch handeln wollen; Menschen, die Begegnung, Beziehung, Berührung und Nähe wünschen, werden häufig als „unverantwortlich“ oder „unsolidarisch“ bezeichnet, pauschal etikettiert und diffamiert und müssen um ihre soziale Zugehörigkeit und berufliche Existenz fürchten.

Ein Punkt aus dem sehr umfangreichen 2. Teil des Textes,
2.6.16. Moving target
... Und beim 3. Lockdown in Wien im Frühjahr 2021 fragte man sich: Wenn das Kronargument nun die 240 Intensivbetten sind, deretwegen Millionen ihre Freiheiten verlieren und Gesundheit riskieren, wieso wurde dann ein geschlagenes Jahr nicht genützt, um diesen „bottleneck“ zu beheben und die Zahl der Betten zu erhöhen?
Stattdessen wurden in vielen Ländern die Militärausgaben erhöht (329): Die Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Staaten stiegen 2020 um 2 %. (330) Deutschland erhöhte seine Militärausgaben sogar um 5,2 %, während das BIP gegengleich um 5,0 % schrumpfte. (331)
Ist angesichts solcher politischen Entscheidungen und Prioritäten glaubwürdig, dass „Gesundheit“ das höchste Gut für die Regierung darstellt?

Unerträglich und inakzeptabel ist, dass Menschen, die sich angesichts dieses Ausmaßes an Ungereimtheiten, Widersprüchen und Inkompetenzen Fragen zu möglichen Auslösern, Nutznießer*innen, Drahtzieher*innen oder Beeinflusser*innen stellen, ohne Diskussion reflexartig und kategorisch als Verschwörungstheoretiker*innen oder „Corona-Leugner*innen“ bezeichnet werden.

Und noch der Schluss des Textes:
Die 16 Autor*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen und mit unterschiedlichen Blickwinkeln hoffen, dass ihnen eine möglichst ganzheitliche Analyse der Corona-Krise gelungen ist, die andere bei ihrem Nachdenken, Verstehen und bei ihren Lernprozessen unterstützt. Mit unseren abschließenden Empfehlungen wollen wir eine Richtungskorrektur in der Corona-Politik mit herbeiführen. Im Idealfall kommen dadurch die Ziele umfassende Gesundheit aller, Grundrechte und Demokratie, sozialer Zusammenhalt und nachhaltiges Wirtschaften besser in Einklang. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Diskussion und über Anschlusstexte, die tiefere Einsichten und eine höhere Wertschätzung füreinander bewirken.

Das alles nur als kurze Ausschnitte des gut 60-seitigen Textes.
Man findet auf der Seite https://coronaaussoehnung.org/ eine Presseerklärung und auch eine erste Reaktion aus den deutschen öffentlichen Medien, und dazu eine Antwort der Autor*innen-Gruppe.
Das ist alles zusammen eine Menge Inhalt und Stoff zu lesen, zum Nachdenken und vielleicht auch zum weiter Verfolgen der unterschiedlichen Punkte, Anmerkungen und Verlinkungen.

Wer diese Dinge diskutieren möchte, könnte und sollte das wie gesagt in einem anderen, eigenen Thread machen, hier soll es erstmal nur zum gründlichen Lesen und Nachverfolgen anregen, und eine Dokumentation des vorgestellten Textes der Autor*innen-Gruppe darstellen✨
 
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Die 16 Autor*innen des Textes "Covid-19 ins Verhältnis setzen - Alternativen zu Lockdown und Laufenlassen" :

- Mag. Christian Felber, IASS Affiliate Scholar, Gemeinwohl-Ökonom, Wien
- Prof. Dr. Bernd Fittkau, Humanistischer Psychologe und FK-Coach, Hamburg
- Prof.in Dr. Monika Frommel, Juristin und Strafrechtsexpertin, Kiel
- Prof.in Dr.in Ulrike Guérot, Politologin und Europaexpertin, Bonn
- RAin Jessica Hamed, Fachanwältin für Strafrecht, Hochschuldozentin, Mainz
- BA Magdalena Hanke, queer*feministische*r Künstler*in und Genderforscher*in, Wien
- Dr. Martin Hirte, Kinderarzt, München
- Dr. Ellis Huber, Arzt und Gesundheitspolitiker, Berlin
- Mag.a Ruth Koza, Klinische & Gesundheitspsychologin, Innsbruck
- Prof. Dr. Stephan Luckhaus, Mathematiker, Leipzig
- Dr.in Patricia Marchart, Filmemacherin, Wien
- Mag.a Judith Raunig, Klinische & Gesundheitspsychologin, Niederösterreich
- Prof. Dr. Hartmut Schröder, Linguist und Soziologe, Potsdam
- Univ.-Prof. Dr. Dr. Christian Schubert, Psychoneuroimmunologe, Innsbruck
- Prof. Dr. Tobias Unruh, Physiker, Erlangen
- Dipl.-Kulturwirt Philipp von Becker, Publizist, Autor und Filmemacher, Berlin

zuletzt DDr. Schubert hier im Forum erwähnt:
symptome.ch/gegen-eine-sehr-einseitige-sichtweise-auf-psychologie #150
symptome.ch/gegen-eine-sehr-einseitige-sichtweise-auf-psychologie #151
und vor einem Jahr
symptome.ch/corona-virus-wie-wird bestmoeglich-behandelt #687

Wir alle sorgen uns um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und üben unsere beruflichen Tätigkeiten in globaler Verantwortung aus. In Übereinstimmung mit der ärztlichen Berufsordnung und der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO arbeiten wir „der Gesundheit des einzelnen Menschen und der Gesundheit der gesamten Gesellschaft“ zu und verstehen Gesundheitsförderung als „Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“.

Daher bemühen wir uns nach bestem Wissen und Gewissen um eine ausgewogene und faire Diskussion zur Corona-Krise. Wir wollen die Dialogfähigkeit im demokratischen Gefüge stärken und der Vielfalt wie Komplexität des sozialen Lebens gerecht werden. Es ist unser Ziel, die Spaltung unserer Gesellschaft zu überwinden, irrationale Ängste abzubauen und eine Politik zu unterstützen, die dem Gemeinwohl dient.

Wir möchten als überschaubarer Autor*innen-Kreis mit diesem Starttext einen Aufschlag machen, auf den sich weitere Autor*innen beziehen und zusätzliche, kritische wie unterstützende Aspekte beisteuern können. Wir freuen uns auf jede Bezugnahme zu diesem „Covid-19-ins-Verhältnis-setzen“-Text des Autor*innen-Kollektivs aus Deutschland und Österreich.

Von der Seite https://coronaaussoehnung.org/medienecho/ diese Reaktionen und Links:

Teil 4 des Textes, Alternativen:
Im Geist der Ottawa-Charta, die von den Bundesrepubliken Deutschland und Österreich als WHO-Mitglieder mitverabschiedet wurde, schlagen wir einen dritten Weg zwischen „Lockdown“ und „Laufenlassen“ vor.
Es handelt sich um Empfehlungen, die wir nach dem Einarbeiten der ausgelösten öffentlichen Diskussion gegen Sommerende zu einem Manifest konkretisieren werden.
Dazu gibt es auf den folgenden 5 Seiten weitere Punkte, Vorschläge, die dann gegen Sommerende nochmal konkretisiert werden sollen - nach einer gewünschten öffentlichen Diskussion.
✨
 
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Kate

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Hallo Gerd,

soweit ich weiß legst Du viel Wert darauf, dass mindestens kurze Inhaltsangaben zu Videos gegeben werden oder "Anbeißer" im Sinne von einer persönlichen Meinung dazu. Ich würde es begrüßen, wenn Du Deinen Standard beibehältst - unabhängig davon, ob andere das so machen (es ist auch laut Boardregeln nicht vorgeschrieben, wenn auch wünschenswert).

Hier z.B.: Inwiefern vom Regen in die Traufe - worum geht es? (Um dem Leser die Entscheidung zu ermöglichen, ob es sich lohnt, sich zu passender Zeit und mit einem passenden Browser das Video anzusehen und es bis dahin auf den Merkzettel zu setzen.)

Gruß
Kate
 
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Es war mir schon bewusst, Kate, dass es ein 90-min-Video ist und erstmal nur mit einem Titel und den Namen dazu.

Es soll ja kein Argument, keine Erklärung für etwas sein, vielleicht eher etwas wie eine Illustration zu der Liste der genannten Autor*innen, von denen ich auch nur wenige kenne oder schon mal gehört hätte.
Den Namen Prof.in Ulrike Guérot hatte ich schonmal registriert, auch schonmal etwas von ihr gelesen, und fand dann dieses Videogespräch mit ihr bei Gunnar Kaiser.

Spannend und interessant finde ich schon die erste Frage von Gunnar Kaiser, ein ehemaliger Philosophielehrer, soweit ich weiß: "Die Zeit, in der wir leben, haben Sie aus Ihrer eigenen fachwissenschaftlichen Erfahrung noch Begriffe dafür, um sie zu greifen und zu beschreiben? Gibt es Begriffe, die sich besonders eignen würden, oder ist das etwas vollkommen Neues, was passiert?" ..... um dann zu sehen, zu hören, zu erleben, wie jemand spricht und sich darstellt, die den oben genannten Text #coronaaussoehnung mitgeschrieben hat und mitverantwortet. Als einen persönlichen Eindruck zu einem doch ganz schön umfangreichen Text.

Nach 5:45 Minuten kommt realer Regen in das Gespräch und danach verbindet Frau Guérot das für sich mit der Frage, ob wir allgemein gesehen vielleicht vom Regen in die Traufe geraten sind.
Mag man sich anhören, wie ich meine, als Eindrücke von einer Politologin, die ihre Einordnung der gegenwärtigen Zeit mit ihrem Wissen und ihrem wissenschaftlichen Hintergrund bringt.

Grüße ✨ Gerd
 
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Zufall, gerade hatte ich mir aus der Liste der Autor*innen Christian Felber heraus gesucht, den ich bisher auch nicht kenne - mir fiel auf, dass er sich Der tanzende Ökonom nennt! - da sah ich auf der Seite https://coronaaussoehnung.org/medienecho/ 2 weitere Medien-Reaktionen zu dem Text, die eine ein DLF-Interview eben mit Christian Felber vor 3 Tagen Initiative will „Schieflage korrigieren“.

Er sagt dort zum Beispiel:
„Wir haben fachlich und versöhnlich argumentiert, und das ist ein ganz anderer Stil, als wenn Personen als Verschwörungstheoretiker, Aluhut-Träger oder Covidioten bezeichnet werden. Das ist aggressive, gewaltvolle Kommunikation. Die lehnen wir ab. Wenn wir hier Gleiches mit Gleichem vergolten hätten, dann hätten wir von Impftrotteln, Lockdown-Pathologen und von Alarmisten gesprochen. Und das tun wir bewusst nicht, sondern wenn wir hier mit gleich gewaltvoller Sprache antworten würden, dann würden wir diese Gewaltspirale vorantreiben, und das haben wir bewusst nicht getan. Und wenn wir einmal über den Rohrstock-Staat schreiben oder den Polizeistaat, dann glaube ich, ist das nicht der gleiche Stil, den wir hier selbst kritisieren.“

und auch:
„Es ist meine Vermutung, dass auch wenn die Befürworter strikter Maßnahmen gleichberechtigt und wertschätzend angehört werden, dass die dann vielleicht am Ende der Diskussion in der Minderheit sind. Und dann wird in einer Demokratie passieren, dass das umgesetzt wird, was die Mehrheit für vernünftiger hält. Und das glauben wir schon, dass nach einer solchen ganzheitlichen Diskussion ein anderes Set von Maßnahmen befürwortet wird als die derzeitige Packung von Zwangsmaßnahmen und Grundrechtsbeschränkungen.“

Mag man, meine ich, darüber nachdenken, was er sagt und meint.
Im Zusammenhang mit dem Text #coronaaussoehnung, anderen Texten auf seiner Website, oder das Interview als 12-min-Podcast.

✨
 

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