Comt und SAMe

Themenstarter
Beitritt
09.01.13
Beiträge
10
Hallo,

mir wurde von meinem Arzt aufgrund eines vermuteten Comt SAMe (200mg) verordnet. Soll morgens 1 Kapsel einnehmen. Zusätzlich Vit. b12 Tropfen.
Habe gestern angefangen und fühle mich total total müde und kaputt. Habe eher den Eindruck, dass ich Valium eingenommen habe.
Habt Ihr bei Einnahmebeginn von SAMe ähnlich Erfahrungen gemacht? Legt sich die Müdigkeit bei längerer Einnahmedauer? Eigentlich soll SAMe doch agiler machen und soll deshalb nicht abends eingenommen werden.

Gruß
Nervzwerg
 
Beitritt
16.03.10
Beiträge
1.248
Hallo Nervzwerg,

mit SAMe habe ich bisher keine Erfahrungen gemacht.
Das liegt vor allem daran, dass Methionin eine Schwefelsubstanz ist und ich Schwefel nur in sehr, sehr geringen Dosen vertrage.
Wenn ich zu viel schwefelhaltige Esse (z.B. eine ganze große Knoblauchzehe), fühle ich mich später auch erschlagend müde und kopfleer.

Es wäre denkbar, dass du vielleicht auch Schwefel nicht so gut verträgst.
Hast du vergleichbare Erfahrungen mit anderen Schwefelpräparaten gemacht?
z.B. MSM, MMS, NAC/Cystein, Taurin, Glutathion, DMPS, DMSA, Bärlauchtinkur, ...?

Eventuell könntest du die Kapseln auch öffnen und es mit einer halben versuchen und beobachten, wie es dir damit geht.

Viele Grüße

tiga
 

mehr

mehr

mehr

mehr

Beitritt
30.04.08
Beiträge
318
Gerade bei COMT Polymorphismus sollte man eigentlich SAMe eher vermeiden, ich weiß nicht woher dein Arzt die Info hat, dass man SAMe bei COMT geben soll. Außerdem ist es schwachsinnig COMT zu "vermuten", wenn dann muss man es testen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
21.07.13
Beiträge
126
Hi!
Nimmst du denn noch etwas anderes ein?

Grundsätzlich ist SAMe ja Teil des Methionin-Synthase-Weges. Der sieht folgendermaßen aus:
Methionin -> SAMe -> S-Adenosylhomocystein -> Homocystein -> Methionin.

SAMe wird also zu Homocystein und wenn das nicht entsprechend abgebaut werden kann, können Probleme entstehen.
Damit alles gut funktioniert, benötigt der Körper in dem Bereich ausreichend Cholin, aktive Folsäure und Methylcobalamin. Homocystein wird außerdem in einem anderen Stoffwechselschritt zu Glutathion. Hier ist noch der Vitamin B6-Spiegel wichtig.

Möglicherweise fehlt es also bei dir noch an anderer Stelle und du verträgst deshalb das SAMe nicht so gut. Da es ein körpereigener Stoff ist und du eine geringe Dosierung nimmst, wäre das vllt auch gar nicht so unwahrscheinlich.

Viele Grüße! Nana
 
Themenstarter
Beitritt
09.01.13
Beiträge
10
Hallo Nana,
nehme zusätzlich noch Vitamin B12 in Tropfenform.
Habe heute die Kapsel SAMe geöffnet und nur die Hälfte genommen. Bevor ich wieder die volle Dosis nehme, warte ich lieber die Ergebnisse des Comt-Testes ab. Dauert leider 3 Wochen. Bin bei Dr. Gahlen in Oberhausen in Behandlung. Kennt ihn jemand? Wie sind Eure Erfahrungen.

LG Nervzwerg
 
Beitritt
01.02.10
Beiträge
1.052
Habt Ihr bei Einnahmebeginn von SAMe ähnlich Erfahrungen gemacht? Legt sich die Müdigkeit bei längerer Einnahmedauer? Eigentlich soll SAMe doch agiler machen und soll deshalb nicht abends eingenommen werden.
eine Hypothese, salopp formuliert:
durch SAM hat sich deine "Energieversorgung" verbessert und dein Körper kann sich endlich mal entspannen
 
Beitritt
26.08.11
Beiträge
1.179
Bin bei Dr. Gahlen in Oberhausen in Behandlung. Kennt ihn jemand? Wie sind Eure Erfahrungen.
Kenne ihn nicht persönlich. Meine Ärztin war bei ihm in Schulung und hat mir seine Vortrags-Unterlagen geliehen. Klingt fundiert und ist sehr ähnlich mit den Theorien von Dr. Müller, der schreibt mehr im Netz, falls du dich tiefer informieren möchtest.

Dr. Müller verschreibt auch SAMe, das entnehme ich zumindest seinen Vorträgen und Publikationen. Scheint bei COMT also nicht unbedingt verkehrt zu sein. Wann und in welcher Kombination er es gibt ist mir allerdings unbekannt.

Amy Yasko empfiehlt es teilweise auch, aber meines Wissens nicht gleich am Anfang (weil es zu viel anstoßen kann) und vor allem schreibt sie, dass es einige nicht vertragen, das hängt aber von der individuellen Disposition ab (laut Yasko).
 
Beitritt
19.11.04
Beiträge
579
Ich habe nun schon verschiedene Ansichten gehört, 1x von einer HP das es eher munter machen soll und 1x vom in Beiträgen genannten Dr. aus Kempten, das es eher müde macht. Gerade wenn man besonders gestresst ist und nicht einschlafen kann, sollte man es aus seiner Sicht noch einmal nehmen. Anfangs war es schwer, es morgens und abends zu nehmen, da war ich dann auch ziemlich gerädert.
Meine eigene Erfahrung ist ebenfalls, das SAMe eher müde macht. Das macht auch Sinn, da Menschen mit COMT Polymorphismus dazu neigen, gar nicht mehr runterzukommen.
 
Beitritt
01.02.10
Beiträge
1.052
Meine eigene Erfahrung ist ebenfalls, das SAMe eher müde macht. Das macht auch Sinn, da Menschen mit COMT Polymorphismus dazu neigen, gar nicht mehr runterzukommen.
für mich macht das weder Sinn, noch entspricht es meiner Erfahrung.
hier im Forum wurde auch mal auf eine Blog einer amerik. Ärztin verwiesen, die davor warnt, dass man mit SAMe bei COMT sog. Dopamin-Swings auslösen kann.

Aber hier dürfte die individuelle Stoffwechsellage und -disposition eine Rolle spielen. Über ein einzelnes Gen/SNP allein lassen sich solche allg. Aussagen/Vorhersagen m.E. nicht treffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
26.02.12
Beiträge
2.911
Hallo,

ich hole den Thread mal wieder hoch:

Ich nehme seit kurzer Zeit auch erstmals SAMe und habe den Eindruck, dass mich das insgesamt noch müder macht.
Eigentlich sollte ich es nehmen, um fitter zu werden.

Hat hier im Laufe der Jahre noch jemand weitere Erfahrungen dazu gesammelt?

Viele Grüße

hitti
 
Beitritt
19.11.04
Beiträge
579
Hallo hitti,

da es mich auch müde macht, u.a. soll es ja auch helfen Histamin abzubauen, nehme ich es weiterhin am Abend.
Ich will es bei Gelegenheit mal wieder testen wie es mir ohne SAMe geht aber soweit ich mich erinnere ging es mir insgesamt schlechter da der Körper dann gar keine Ruhephasen hatte.

Viele Grüße
Mingus
 
Beitritt
27.01.15
Beiträge
200
Ich bekam von meinem Arzt wegen Verdacht auf COMT-Polymorphismus SAMe verordnet.

Ich nahm 200 mg und bekam das was ich als Ent- bzw. Vergiftungssymptome kannte. Zusätzlich hatte ich auf der Haut einen unangenehmen Film, nach dem Duschen ging es mir besser als sonst.

Ich habe dann mit Minidosen weitergemacht, so dass die Symptome bis auf das Hautsymptom verschwanden. Nach ein paar Wochen nahm ich dann bis heute 200 mg am Tag.

Ich muss immer noch jeden Tag mindestens 1x Duschen. Zuvor war Duschen 1-2x in der Woche eine Qual und das einzige was ich an diesem Tag schaffte. Mit SAMe konnte ich das jeden Tag und hatte mehr (Muskel-)Kraft und Energie.
 
Beitritt
18.09.16
Beiträge
215
Jetzt bin ich ziemlich verwirrt...
meine Katecholamine Noradrenalin, Dopamin sind sehr niedrig (Adrenalin grenzwertig niedrig), Mitochondrien sind teilweise geschädigt, dh. mit Sicherheit ATP zu niedrig...
Nun hat Dr. Müller in K. mir SAM-e verschrieben. Ist das im Hinblick auf die niedrigen Katecholamine sinnvoll oder sogar riskant?

Ausserdem habe ich einen massiven Sympathikusstress durch eine instabile HWS, der so extrem ist, dass Schlaf komplett unmöglich ist (muss Schlafmittel nehmen, selbt die helfen kaum). Und dann durch die COMT praktisch stressintolerant...!! :-O
Weiß da jemand Rat?
LG,
Chris.


Gini schrieb:
SAMe ist essentiell bei der Synthese von Adrenalin. Dort wird es zwingend gebraucht. Wenn von den 3 Katecholaminen Dopamin und Noradrenalin in der Norm wären, und nur Adrenalin zu niedrig ist, spricht dies mit größter Wahrscheinlichkeit für einen Mangel an SAMe.

Beim Abbau der Katecholamine regelt bei Gesunden das Enzym COMT (nicht SAMe) die für den Abbau nötige Methylgruppenübertragung und die eigene Methylgruppe wird übertragen. Es tritt dort also nur auf den Plan, wenn wirklich zuviele K. nach vorausgegangenem Stress kursieren und diese dann auch rasch abgebaut werden müssen, damit das Stressgefühl wieder aufhört und Wohlbefinden eintritt. Bei Gesunden leistet COMT diese Arbeit innerhalb weniger Minuten – man kommt schnell wieder vom Stress herunter.

Bei Menschen mit dem genetischen COMT-Defekt ist diese Katalysierung und Methylgruppenübertragung durch COMT gestört. Die Folge ist, dass nach Stresseinwirkung die mobilisierten K. nicht rasch abgebaut werden können wie bei Gesunden, sondern sie kursieren noch für 1-2 Stunden im Blut und sorgen für anhaltende Nervosität, Unruhe und Stressgefühl. Nur in diesem Fall soll von Betroffenen SAMe eingenommen werden, um die nötigen Methylgruppen zu liefern, damit die K. wieder rasch auf das Normalmaß heruntergeregelt werden können. Das betrifft also nur die Personen mit dem COMT-Defekt.

Bei chronisch zu niedrigen Katecholaminen, wozu es mit dem COMT-Defekt nach lange einwirkendem chronischen Stress kommen kann, können in Stressphasen gar nicht mehr genügend K. aktiviert werden, sie erreichen wahrscheinlich noch nicht einmal Normalniveau (d.h. man ist Stress-intolerant). Deshalb ist bei chronisch zu niedrigen K. eine zusätzliche Gabe von SAMe kontraindiziert, weil es die zu niedrigen K. u.U. noch weiter abbauen würden, was ein weiteres Fiasko wäre und den schon vorhandenen Defizit verschlimmern würde.
 
Beitritt
26.02.12
Beiträge
2.911
da es mich auch müde macht, u.a. soll es ja auch helfen Histamin abzubauen, nehme ich es weiterhin am Abend.
Danke Mingus, das werde ich dann auch mal versuchen.
Soll es dann auch nüchtern genommen werden?
Wieviel Abstand zu Essen und Trinken hältst Du ein?

Das mit dem Histamin ist interessant, vermute ja auch, dass ich damit zu tun habe.

Gruß

hitti
 
Beitritt
26.02.12
Beiträge
2.911
COMT und SAMe

Ist das im Hinblick auf die niedrigen Katecholamine sinnvoll oder sogar riskant?
Hallo Chris,

wenn es nicht kinesiologisch ausgetestet wurde, würde ich Dir raten, es selbst einzuschätzen und vielleicht an einem Wochenende mit "geplant" wenig Stress mit einer niedrigen Dosis zu beginnen.

Ich war sehr lange sehr stressintolerant, das habe ich aber über die Jahre und durch viele Maßnahmen wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Vielleicht braucht Dein Körper auch erst mal andere Sachen (siehe z.B. Thread über Methylierung und/oder Resistente Stärke).

Ausserdem habe ich einen massiven Sympathikusstress durch eine instabile HWS, der so extrem ist, dass Schlaf komplett unmöglich ist (muss Schlafmittel nehmen, selbt die helfen kaum)...Weiß da jemand Rat?
Ich persönlich habe mit GABA sehr gute Erfahrungen gemacht, dazu gibt es auch Threads. Ich habe es recht lange genommen und konnte dann (ohne andere Medikamente) endlich wieder gut schlafen und war auch nicht mehr so stressanfällig, was die Nerven betrifft. Hohe Vitamin D-Gaben haben auch zur Stabilisierung und Beruhigung beigetragen.

Alles Gute und viel Erfolg auf Deinem Weg!

hitti
 
Beitritt
18.09.16
Beiträge
215
Hallo Hitti!

Danke für Deine Antwort.
Ich hab das Same probiert und scheine es auch zu vertragen. allerdings merke ist bisher keinerlei Wirkung.

wieviel hast Du an GABA genommen? Hattest Du Deine Schlafstörung durch die Histaminintoleranz? Ich habe leider durch meine instabile HWS eine Mastzellaktivierung. Ich esse zwar sehr histaminarm, kann aber durch die Nahrung nur sehr wenig an der systemischen Histaminausschüttung machen. Meine Schlafstörung kommt auch durch die starke Sympathikusreizung (Körper ist im Daueralarmzustand).

LG
Chris.
 
Beitritt
26.02.12
Beiträge
2.911
wieviel hast Du an GABA genommen?
So viel, bis es kribbelt. Auch hier würde ich raten langsam einzusteigen und nach Bedarf und/oder Befindlichkeit zu erhöhen. 3 g werden immer als Dosis genannt. Ich habe sicher zeitweise auch mehr genommen.

Das, was Du beschreibst, sehe ich schon als wert, es mal mit GABA zu versuchen.

Ich bin mir über das Thema Histamin nicht so im klaren, was es bei mir für eine Relevanz hat. Viele Deiner Symptome kenne ich aber. Das System beruhigen, kann enorm hilfreich und entspannend sein.

Viel Erfolg
hitti
 
Oben