CFS und Vitamin D

Themenstarter
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Hallo,

ich hatte einen ganz massiven Vitamin D Mangel, den ich jetzt bis ca. 30(ug/l)? aufgefüllt habe.
Ich müsste vermutlich noch etwas höher gehen und es auch in regelmäßigen Abständen weiter nehmen, aber mein Problem ist das ich das Gefühl habe, dass seit der Auffüllung in den letzten Monaten mein Körper "explodiert". In Richtung Unverträglichkeiten, Allergien, oder auch rote Striemen auf der Haut, wenn ich aufgrund von Juckreiz gekratzt habe. Oder gehört das eher zur CFS Symptomatik?

Kennt das jemand?

Ich habe irgendwie Angst das ich mit der Substitution etwas falsch machen könnte. Ich bin momentan dabei mir einen neuen Arzt zu suchen, also kann ich momentan noch niemanden fragen.

Danke,stern80
 
wundermittel

Windpferd

Hallo Stern,

nach der neueren Literatur bist Du mit 30 mcg/l 25(OH)Vit.D3 gerade an der Untergrenze des Referenzbereichs; als erstrebenswert gelten Werte von 80 - 130. Von Nebenwirkungen kann da m.E. nicht die Rede sein.

Diese Spiegel werden in Mitteleuropa in der Regel nicht erreicht (außer vielleicht im Sommer, wenn Du regelmäßig viel nackt herumläufst)..

Generell empfohlen wird alle 3 - 4 Monate die Bestimmung von 25(OH)Vit.D3, Ca, Mg, Phosphat, Calcitriol, knochenspezifische AP, Parathormon.. Wenn dann die Dosis angepaßt wird, bist Du vor einer Hypervitaminose geschützt.

Durch Kratzen kann man rote Linien auf der Haut erzeugen; das nennt man Dermographismus und ist ganz normal. Ob das bei CFS gehäuft vorkommt, weiß ich nicht.

Das Gefühl, daß der Körper explodiert, würde ich eher nicht beachten. Körperempfindungen ändern sich dauernd - ebenso wie die Metaphern, die uns dazu einfallen.

Ich wünsch Dir gute Besserung des CFS. Was machst Du denn sonst noch dafür, damit, dagegen? Nach meinen - (beschränkten) Erfahrungen können Entfernung und Ausleitung von Amalgam sowie ggf. chirurgische Kiefersanierung zu wesentlicher Besserung führen.

Liebe Grüße
Windpferd
 
Themenstarter
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Danke Windpferd für deine Antwort.
Ich habe nochmal geguckt 25-OH- Vitamin D ist bei 89 nmolL. Und 30ng/ml. Zu hoch auf keinen Fall.
Die anderen Werte von dir waren okay, einmal war Phosphat leicht vermindert.
Ich nehme viele NEM und spritze B12, versuche es mit Mariendistel, Cholin, Spirulina, Heilerde, Ginseng, Löwenzahn, Leinöl, Homöopathie.
Amalgam habe ich seit 10 Jahren keins mehr, mein Kiefer ist in Ordnung, OPG war gut.
CFS hat mit EBV und Zoster begonnen und sich verstärkt.

Was ich auch vermute ist das ich ein Candida Problem habe. Ich habe ja auch eine Allergie dagegen.
Ich bin einfach total verzweifelt, weil ich hier keinen Arzt habe, ständig keine Ahnung, die Psyche etc, ich bin völlig allein damit und versuche jetzt halt alles zu probieren auf was ich stoße.

Hat jemand einen Rat bezüglich Candida für mich, wie ich das am besten angehen könnte oder wie ihr es gemacht habt? Vielleicht einen Heilpraktiker?

Danke,
stern80
 
regulat-pro-immune

Windpferd

Hallo Stern,

vor 10 Jahren Amalgamfüllungen rausgebohrt. Schon mal gut. Aber bedenk: Die organismische Halbwertszeit von Hg im Gehirn ist im Durchschnitt 18 Jahre. (Je nach - z.T. genetisch vorgegebener Entgiftungskapazität kürzer oder länger.) Also bist Du nach 10 Jahren noch lang nicht auf der sicheren Seite. Und wenn Du - wie die meisten - Pech hattest, ist die Entfernung ohne den erforderlichen Dreifachschutz (Kofferdam, Clean-up Sauger, Sauerstoff-Atemmaske) erfolgt, was eine massive Erhöhung der Belastung bedingt. (Einatmen der Dämpfe; Amalgampartikelchen, die in Wangen oder Zahnfleisch geschleudert werden; Verschlucken von Füllungsmaterial.) -- Daß ein OPG "normal" sei: das ist eine Nachricht, die sehr viele Patienten kriegen. Weil nämlich die Mehrzahl der ZA nach ihren Lehrplan niemals Röntgendiagnostik gelernt haben. (Nebenbei: für eine ausreichende Befundung des Kiefers wird meistens ein DVT - Digitales Volumen-Tomogramm - gebraucht, kein OPG. Und weil sie sowieso kaum fähig sind, Kieferentzündungen und -nekrosen auszufräsen. Dazu braucht es kieferchirurgische Kenntnisse - und vielfach werden die entsprechenden Leistungen von GKV nicht vergütet. Leider ist es ein Fehlschluß, daß man nach Entfernung der Füllungen "kein Amalgam mehr habe", wie Du schreibst - man hat's leider noch in vielen Organen gespeichert, so daß Ausleitung schon erwägenswert sein kann. Vielleicht entgeht Dir eine Heilungschance, wenn Du dieses Thema vorzeitig abschließt.

Der Zusammenhang mit EBV und HHV 6 wird oft beobachtet. Leider weiß ich darüber gar nicht gut Bescheid. M.W. erfolgt Therapie indirekt auf dem Weg über Immunmodulation. Das ist eine Wissenschaft für sich. (Nebenbei: Quecksilber hat mehrere ungünstige Auswirkungen auf das Immunsystem.)

Die Mittel, die Du einnimmst (und vermutlich nur unvollständig aufzählst), sind sicher nicht schädlich. Aber ich kann darin keine Strategie erkennen - ob man nun ausgeht von Infektionen, toxischer Belastung, Nitrostress, Mitochondriopathie, Methylierungsstörung, Nahrungsmitteldefizits usw. In der Anfangsphase, in der Du Dich ja anscheinend befindest, würde man - soweit ich das mitkriege - eher etwas unspezifisch Spurenelemente, Vitamine, Vitaminoide, einzelne Aminosäuren, Spurenelemente substituieren.

Und alle elektronischen Strahlenschleudern verbannen. Auch die unentbehrlichen. (Klinghardt, hörte ich, behandelt Patienten nur weiter, wenn sie das getan haben.) Und, sorry: Grünbetonte Rohkost, bio und ohne Fleisch, Milch und Kochsalz.. Das spart einen ganzen Karton voller Nahrungsergänzungsmittel.

Nun brauchst Du natürlich vernünftige Behandler und auch Literatur, um Dich kundig zu machen. Würde ich Dir gerne nennen, darf ich aber nicht; das wäre "Werbung". Aber wenn's Dich interessiert, laß es mich per PN wissen; dort darf ich noch Namen nennen. Hoffe ich.

Ach, die Candida. Beinahe vergessen. Das ist einfach. Die leben von Zucker, Wenn sie keinen Zucker mehr kriegen, verhungern sie buchstäblich. Man kriegt sie los, wenn man keine Zucker mehr ißt. Das fällt manchen extrem schwer, lohnt sich aber sehr, auch in Hinblick auf andere Erkrankungen, Ein gängiges Rezept (eines bekannten Münchner Arztes): Mindestens 2 Wochen keinerlei Kohlenhydrate (auch Wurzelgemüse nur eingeschränkt), dann mindestens 2 Wochen keine Einfach- oder Zweifachkohlenhydrate (Glukose, Saccharose, Fruktose, Laktose, Honig, Sirup, Molasse, Obst incl. Trockenobst), keinen Alkohol, kein Weißmehl. Alle paar Tage Einlauf. Man kann Nystatin dazu nehmen - aber ohne strikten Zuckerverzicht bringt das nach meiner Erfahrung nichts.

Gegen Zuckersucht - darunter leiden, scheint mir, die meisten Candida-Wirte - helfen Bittertees.

Also: Guten Mut und alles Liebe,
Windpferd
 

ahaffmann

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Ziemlich extreme "Kur", die Candida los zu werden. Gibt sehr viele Leute, die davon aufgrund der Nebenwirkungen abraten. Candida auszuhungern, ist nicht "ohne".
Wer zuckersüchtig ist (viele sind das, auch ich), hält das sowieso nicht durch. Auch nicht die grünbetonte Rohkost ohne Fleisch und Milch. Gibt viele Leute, die sowas nicht vertragen.

Ich würde an deiner Stelle, Stern80, solche Ernährungsumstellungen langsam angehen.
 
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ich hatte einen ganz massiven Vitamin D Mangel, den ich jetzt bis ca. 30(ug/l)? aufgefüllt habe.
Ich müsste vermutlich noch etwas höher gehen und es auch in regelmäßigen Abständen weiter nehmen, aber mein Problem ist das ich das Gefühl habe, dass seit der Auffüllung in den letzten Monaten mein Körper "explodiert".
Welches Vit. D-Präparat nimmst Du denn?

Vielleicht liegt die Symptome ja nicht am Vit. D, sondern an den "Begleitstoffen"?

Außerdem ist es ja leider auch häufig so, dass wenn man ein Problemchen im Stoffwechsel gelöst hat, das nächste zu Tage tritt...

Grüße

hitti
 
regulat-pro-immune
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Vitamin D - Die Mär vom Mangel - Gesundheit - Süddeutsche.de

Tja, auch hinter NEMs steht eine Industrie, die gerne gut verdient...

Zitat: "Lancet-Autor Philippe Autier hält die Idee vom grassierenden Mangel deshalb eher für eine Werbebotschaft: "Es gibt insbesondere in Deutschland einen starken Einfluss der Hersteller von Vitaminpräparaten, Messgeräten und auch der Solariumsindustrie."
 
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Wuhu,
nur blöd, dass die meisten Menschen (noch dazu mit den überdurchschnittlich niedrigen VD-Werten, nachgewiesener Maßen) tagsüber keine Zeit zum Sonnetanken haben - sofern überhaupt diese mal ordentlich scheint -, weil sie von früh morgens bis spät abends in neonlichtbestückten Räumen arbeiten müssen... Ganz zu schweigen von den bereits chronisch Kranken, die gar nicht mehr aus dem Haus bzw Bett kommen... :rolleyes:
 
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Zum Vitamin D wird viel Mist geschrieben. Also lasse ich vor allem im Winter nachschauen.

Und siehe da, ein leichter Mangel an Vitamin D liegt im Winter vor. In den anderen Jahreszeiten habe ich indes keinen Mangel an irgendwelchen Nährstoffen und im Winter eben nur leicht an Vitamin D. Was kein Wunder ist.
 
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