Anhaltende Darm-Probleme, u.a. Durchfall - Ursachen Candida, Wasserstoff-SIBO?

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Hallo, ich versuche mich kurz zu fassen :-).
Ich habe ehrlich gesagt schon so lange ich denken kann Probleme mit meinem Darm – und in den letzten Jahren ist es eher schlimmer als besser geworden. Ich habe immer wieder Durchfallschübe, teilweise richtig wässrig. Darmspiegelungen hatte ich auch schon einige, dabei wurde mal eine Darmschleimhautentzündung festgestellt, aber wirklich behandelt wurde das nie.
Letztes Jahr war ich dann bei einer Heilpraktikerin. Am Anfang hat mir das auch geholfen, aber irgendwann kamen die Symptome wieder zurück. Meine Hausärztin meint, ich hätte einfach einen Reizdarm und hat mir Präbiotika wie Kijimea oder OmniBiotic empfohlen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, ich stelle ihre Diagnose nicht in Frage, sondern mein Gefühl sagte mir, da muss mehr dahinterstecken. Da ich aber nicht einfach irgendwas nehmen wollte, habe ich mich nochmal gezielt nach einem Heilpraktiker umgeschaut, der auf Magen-Darm spezialisiert ist.
Seit ich Anfang März den Termin bei der neuen Heilpraktikerin gemacht habe, hat sich alles irgendwie gedreht – statt Durchfall habe ich jetzt eher mit Verstopfung zu kämpfen. Auch nicht wirklich besser…
Meine jetzige Heilpraktikerin hat sich erstmal alle Befunde der letzten zwei Jahre angeschaut und dann eine Urin- und Stuhlprobe angeordnet. Den SIBO-Test, den ich vorher gemacht hatte und der angeblich unauffällig war, sieht sie übrigens ganz anders – ihrer Meinung nach deutet der stark auf eine Wasserstoff-SIBO hin. Um überhaupt erstmal anzusetzen, hat sie mich für eine Woche auf eine wasserstoffarme Diät gesetzt. Da ich auch unter Laktose- und Fructoseintoleranz leide, war das mit dem Obst ziemlich bescheiden. Ob sich die Symptome durch die Diät verbessert hatten, konnte ich nicht wirklich sagen.
Sie hat sich auch meine Zunge angeschaut und meinte vorsichtig, das könnte nach einem Darmpilz aussehen. Der Urintest ist inzwischen da und ich fliege fast aus dem roten Bereich raus. D-Arabinitol i. Urin 124,26 mg/g Kreatinin // Empfehlung/Richtwert < 67,40
Laut ihrer Erklärung produziert dieser Pilz organische Säuren, die über den Darm ins Blut gelangen und dann über den Urin ausgeschieden werden. Sie meinte auch, es gäbe ein Risiko für eine invasive Kandidose.
Außerdem hat sie mir erklärt, dass durch den Pilz und meine starken Blähungen die Klappe zwischen Dünn- und Dickdarm beeinflusst sein könnte, was wiederum das Bakterienwachstum (SIBO) begünstigt. Jetzt hat sie mir verschiedene Mittel empfohlen, unter anderem Oreganoöl, Schwarzkümmelöl und Arctic Biotic Akut. Die Ergebnisse der Stuhlprobe stehen noch aus. Ernährungstechnisch soll ich komplett auf Zucker, Weißmehl, Alkohol und Hefe verzichten.
Jetzt zu meinem eigentlichen Punkt: Ich war bei meiner Therapeutin und sie meinte, dass grundsätzlich jeder Mensch Bakterien und Pilze im Darm hat – was ja auch stimmt. Sie steht Heilpraktikern eher kritisch gegenüber und meinte, vieles sei nicht wissenschaftlich belegt und könne auch schnell teuer werden, ohne wirklich zu helfen.
Ich bin ursprünglich zur Heilpraktikerin gegangen, weil ich mich bei meiner Hausärztin nicht richtig ernst genommen gefühlt habe – vor allem, weil ich letztes Jahr wegen Burnout und Depression krankgeschrieben war und das Gefühl hatte, schnell in eine Schublade gesteckt zu werden.
Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas verunsichert. Ich kann selbst überhaupt nicht einschätzen, wie ernst das mit dem „Darmpilz“ wirklich ist und was davon sinnvoll ist. Gleichzeitig verlasse ich mich natürlich auf die Einschätzung meiner Heilpraktikerin, die laut eigener Aussage auch mit Ärzten zusammenarbeitet. Mein Bauchgefühl ist gut und sagt, ich bin bei ihr gut aufgehoben. Sie ist teuer, ja, die Medikamente sind auch teuer.
Das Gespräch heute lässt mich aber nicht ganz los und ich frage mich, ob ich doch nochmal den Weg über den Hausarzt bzw. einen Facharzt gehen sollte.
Wie sind eure Erfahrungen mit solchen Themen? Habt ihr Tipps oder wart vielleicht in einer ähnlichen Situation?
Unabhängig davon freue ich mich auch über den Erfahrungsaustausch rund um Candida.
Vielen lieben Dank schon mal!
 
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Gut, dass du dir da nochmal Gedanken machst denn wo wirklich schlüssig scheint da nichts zu sein.
Du kannst im Forum auch mal die Beiträge zum Rolf-Janssen Rosseck durchlesen bezüglich Helicobacter und Giardia.
Jetzt hat sie mir verschiedene Mittel empfohlen, unter anderem Oreganoöl, Schwarzkümmelöl und Arctic Biotic Akut.
Mein Bauchgefühl ist gut und sagt, ich bin bei ihr gut aufgehoben. Sie ist teuer, ja, die Medikamente sind auch teuer.

Was ist teuer?
20ml Oreganoöl kosten ca. €9 und reichen selbst bei echt hoher Dosierung von 4x tgl. 5 Tropfen 20 Tage.
Schwarzkümmelöl ist auch nicht der Kassenbrecher.
Anweisungen zum Hefe meiden aber dann "Arctic Biotic Akut" einnehmen sollen, das als Hauptbestandteil Hefe enthält?

Die verschiedenen Candidaarten sind außerdem nicht gleichzusetzen.
C. albicans kann man mit einigen Sachen beikommen, die die anderen Arten völlig unbeindruckt lassen.
Erstmal wäre interessant, welcher Candida es denn höchstwahrscheinlich sein soll und da hier von einer Darmpräsenz ausgegangen wird muss das per Stuhlkultur nachweisbar sein. Vielleicht nicht beim ersten, zweiten oder dritten Mal aber irgendwann muss der aus einer Stuhlprobe mal entdeckt werden können.

Ernährungstechnisch soll ich komplett auf Zucker, Weißmehl, Alkohol und Hefe verzichten.
Alkohol ist immer Mist. Vermeidung von Zucker und Weißmehl dagegen bringen keine dauerhafte Lösung. Hier im Forum wirst du auch Berichte finden, dass bei manchen vorrangig Fette und Eiweiße die Probleme verursachten. Meistens ist es halt so, dass bei viel Zucker und Weißmehl kaum Faser- und Ballaststoffe in der Ernährung sind und diese aber für die Peristaltik und die geregelte Darmpassage notwendig sind. Also ist es weniger der Überschuss des einen sondern der einhergehende Mangel des anderen.
Wobei andererseits auch bekannt ist, dass bei karnivor/Fleischessern die Darmbelastung von Pilzen immens viel geringer ist als bei Vegetariern und Veganern.

Darmspiegelungen hatte ich auch schon einige, dabei wurde mal eine Darmschleimhautentzündung festgestellt, aber wirklich behandelt wurde das nie.
Je nach Verortung und Erscheinung dieser Darmschleimhautentzündung grenzt das schon ein und erlaubt diverse Verordnungsindikationen.
 
Ich finde, deine Heilpraktikerin ist auf der richtigen Spur. Teuer muss eine Behandlung auch nicht sein, hier im Forum findest du viele Berichte über Heilerfolge mit sehr preiswerten Allerweltsmitteln. Aktuell ist gerade Keto in Mode, schon durch eine Nahrungsumstellung kann man häufig seinen Darm sanieren. Wenn du magst, kann ich dir weitere nützliche Methoden aufschreiben, die wenig bis nichts kosten.
 
Granit, erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Teuer ist relativ. Ich habe mich natürlich erstmal an die empfohlenen Hersteller gehalten. Da gibt es mit Sicherheit Alternativen.
Das mit der Hefe war eher in meinem Kopf, weil ich gedacht habe, Hefepilz - nicht mit Hefe füttern. Das hatte sie mir nicht explizit gesagt. Daher macht das mit den Arctic auch eher Sinn ;-).
Deinen Hinweis, welche Candidaart es ist, werde ich auf jeden Fall hinterfragen.
Ich soll auch die nächsten Wochen auf Zucker, Weißmehl und Alkohol verzichten.
Meine erste Heilpraktikerin hatte mich anfangs auf eine fett- und eiweißarme Diät gesetzt, weil ich letztes Jahr Fäulnisbaktieren im Stuhl hatte. Ich merke tatsächlich, wenn ich "viel" Eiweiß esse, bekommt es mir auch nicht.
Ich habe nächste Woche einen erneuten Termin bei meiner Heilpraktikerin und werde alles in Ruhe besprechen. Wir hatten die Tage telefoniert, um erstmal mit den Medikamenten anfangen zu können.
Ich werde auch auf jeden Fall mich hier durchlesen und vielleicht Kann ich wirklich das Eine oder Andere für mich mitnehmen. Was ich festgestellt habe, es ist sehr vielfältig und lässt sich nicht pauschalisieren.
 
Ich finde, deine Heilpraktikerin ist auf der richtigen Spur. Teuer muss eine Behandlung auch nicht sein, hier im Forum findest du viele Berichte über Heilerfolge mit sehr preiswerten Allerweltsmitteln. Aktuell ist gerade Keto in Mode, schon durch eine Nahrungsumstellung kann man häufig seinen Darm sanieren. Wenn du magst, kann ich dir weitere nützliche Methoden aufschreiben, die wenig bis nichts kosten.
Das beruhigt mich. Ich war sehr verunsichert. Wie gesagt, ich werde mich hier im Forum auf jeden Fall durchlesen:-)
 

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