Zecke untersuchen lassen?

1gisa

Vor 3 Tagen fand ich eine saugende Nymphe an meinem Bein.
Sie fiel mir lediglich auf, weil sich die Haut um die Zecke herum rötete.
Konnte diese heil aus der Haut ziehen und diese befindet sich jetzt
in einem Glas.

Meine Frage: Wenn ich die Zecke nun in ein Labor bringe, wird dann
nur auf Borrelien untersucht oder besteht auch die Möglichkeit,
auf Co-Infektionen hin zu untersuchen?

Da ich positiv auf 5 Borrelienstämme bin, ist hier meine Überlegung,
ob es denn überhaupt Sinn macht die Zecke untersuchen zu lassen,
wenn denn nur nach Borrelien geschaut wird.

Schöne Grüße
Gisa
 

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07.05.06
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1.390
Welche weiteren Erreger das Labor checken kann, müsstest du im entsprechenden Labor anfragen. Die Zecken werden mit PCR getestet (Nachweis von Erreger-DNA/DNS). Da muss pro Erreger eine separate PCR gamacht werden. Ich bezweifle, dass das Untersuchungmaterial dafür ausreichend ist, da eine Nymphe ja ziemlich klein ist.

Es lohnt sich in Anbetracht der Kosten über Sinn und Unsinn von Zeckentests nachzudenken. Die Zuverlässigkeit der Labors soll ziemlich schwanken. Habe gerade kürzlich eine Bericht dazu gelesen, finde ihn aber nicht mehr. Andererseits kann man bei negativ getesteter Zecke nie wissen, ob man eine andere positive Zecke beim Absuchen übersehen hat. Gerade bei den klitzekleinen Nymphen an schlecht einsehbaren Stellen ist die Gefahr gross. Hat man eine positiv getestete Zecke, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Erreger übertragen wurden. Welche Konsequenzen soll so ein Test haben, der mit solchen Unsicherheiten behaftet ist? Würdest du denn ohne Symptome prophylaktisch Antibiotika nehmen? Wenn ja, müsstest du das konsequenterweise in Dauer und Dosis so machen, wie wenn du tatsächlich infiziert worden bist. Die Transmissionsrate von positiv getesteten Zecken beträgt laut einer Deutschen Studie um die 25 %. Wie das bei der miesen Borreliose-Diagnostik festgestellt worden sein soll, ist mir ein Rätsel - aber das ist ein anderes Thema.

Ich persönlich würde mir das Geld sparen und auf auftretende Symptome achten.

LG, Mungg
 

babette009

Meine Frage: Wenn ich die Zecke nun in ein Labor bringe, wird dann
nur auf Borrelien untersucht oder besteht auch die Möglichkeit,
auf Co-Infektionen hin zu untersuchen?

Da ich positiv auf 5 Borrelienstämme bin, ist hier meine Überlegung,
ob es denn überhaupt Sinn macht die Zecke untersuchen zu lassen,
wenn denn nur nach Borrelien geschaut wird.

Schöne Grüße
Gisa
Wenn aus dem Zeckenstich eine rechtliche Konsequenz entstehen könnte, dann würde ich empfehlen diese testen lassen. Auf jeden Fall zum Arzt gehen, denn dann ist ein Eintrag in deiner Patientenakte für 10 Jahre sicher. Dazu Fotos anlegen und notieren. Der Rutinetest Zeckenprüfung hierzu ca. 25€ bewertet nur, ob die Zecke auf Borreliose positiv oder negativ ist. Deshalb überlegen, wenn Test dann den genauen Erregertyp mit zu bestimmen (PCR).
Die Co-Infektionen werden hier nicht mitgeprüft.

Gruß Babette
 

1gisa

Vielen Dank für Eure Antworten.

Werde morgen im Labor Enders anrufen und nachfragen, ob auf Co's getestet wird. Natürlich stimmt die Überlegung, bei solch einer Mininymphe ist wenig Material zur Untersuchung vorhanden, wenn denn überhaupt darauf untersucht wird. Hätte die Nymphe auch gar nicht entdeckt, wenn sich die Haut drumherum nicht gerötet hätte.

Klar, nach dem Fund wurde erst einmal der gesamte Körper abgesucht - soweit möglich.

Bei mir besteht die gesicherte Diagnose einer chronischen Borreliose und diese wird behandelt.

Die eventuellen Co's machen mir doch etwas Gedanken. Aber, wer weiß, vielleicht konnte sie noch nicht lange genug saugen - sie ist recht dünn.

Schöne Grüße
Gisa
 
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Das Problem bei Zeckentests ist, dass sich daraus nicht unbedingt neue Ansätze ergeben bzw. man in falscher Sicherheit schwebt.

Die Labore schwanken und selbst das beste Labor kann Fehler machen oder etwas schlichtweg nicht erkennen. Angenommen man wird dann in einem Monat oder Jahr krank, dann kann es ja keine "Zeckenkrankheit" sein wenn in der Zecke nichts gefunden wurde. Ganz abgesehen davon, dass es rund 50 Erreger weltweit gibt, die von den Viechern übertragen werden könnten (und ein paar, die man noch gar nicht kennt vermutlich), muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen um dann 5-10 verschiedene Erreger testen zu lassen.

Und selbst wenn der Test dann positiv ist. Das sagt absolut nichts daüber aus ob die Erreger überhaupt übertragen wurden bzw. eine Infektion stattgefunden hat.

Kombiniert man die beiden Fälle, dann ist die Zecke voller Erreger und man wird krank, hat aber gar keine Infektion von der Zecke. Man behandelt dann aber vielleicht auf Verdacht auf die Erreger, die nur die Zecke hatte und niemals übertragen wurden...

Ich würde die Zecke einfrieren aus o.g. Gründen falls es mal rechtlich relevant wird. Und das Geld dann lieber in einen zusätzlichen LTT oder so investieren. Wenn du auf Medis bist, dann hat es das kleine Viech vielleicht innerlich zerrissen wenn es Erreger hatte. Wer weiß. Jedenfalls hatte ich letztes Jahr auch eine Zecke und neben etwas verständlicher Panik dann Schadenfreude, dass die Zecke jegliche Substanzen aufgesaugt haben muss, die sämtliche Schädlinge killen.
 
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Ich friere Zecken einfach erstmal ein. Wenn man wirklich Symptome bekommen sollte, dann hat man eben das Viech noch da und die Möglichkeit dieses testen zu lassen.

Grüsse
derstreeck
 

kari

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Ich friere Zecken einfach erstmal ein. Wenn man wirklich Symptome bekommen sollte, dann hat man eben das Viech noch da und die Möglichkeit dieses testen zu lassen.
Das mache ich auch so. Aber wenn, dann lasse ich auch möglichst viele der Co-Infektionen mittesten, denn die Behandlung ist unterschiedlich und man weiß inzwischen, dass die Durchseuchungsrate z.B. mit Rickettsien an manchen Standorten höher ist als mit als Borrelien.
Tatsächlich kam bei mir letztes Jahr bei einer Zeckenuntersuchung heraus, dass diese Rickettsien aber keine Borrelien enthielt.

Zur Zeit zum Schnäppchenpreis:

Zecken-PCR Untersuchung auf Borrelien, Babesien und Rickettsien

Und hier etwas umfassender:

Bestimmung von Borrelien, Babesien, Anaplasmen, FSME und Rickettsien in der Zecke
 
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