Welchen Zahnersatz bei schwerer Kunststoffallergie?

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Hallo,
lt. Daunderer leide ich unter einer schweren Kunstoffallergie.

Gibt es eigentlich Protesen ohne Kunststoff? Oder was kann ich dann tun?
 
wundermittel
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Hallo Gummiball,

früher (vielleicht auch noch heute) hat Dr. DAunderer ein bestimmtes Labor empfohlen, das den Kunststoff auch speziell behandelt hat.

Hier das Labor: Otto-Huber-Dental.de

Soviel ich weiß, kann man dorthin die Abdrücke schicken.Dann wird dort die Prothese angefertigt. Allerdings sollte man dann schon vor Ort einen Zahntechniker haben, der sie noch zurechtschleift, falls nötig.

Grüsse,
Oregano
 
regulat-pro-immune
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Hallo Gummiball,

es wäre wichtig, gegen welchen Kunststoff Du allergisch bist?
Ist es das klassische Methylmetacrylat (MMA) oder ein anderer?
Bei MMA Allergie kann eine nachträgliche Verringerung der freilöslichen
Bestandteile (Entgiftung nach Huber) oder direkt eine Anfertigung aus
polymerisiertem MMA = PMMA helfen. Wenn Du bereits eine Prothese hast und keine neue anfertigen lassen willst, könnte ersteres helfen.
Beide haben eine Restmonomerquote von 0,4%, d.h. es sollten sich kaum noch Moleküle lösen, Tendenz mit Tragedauer noch weiter abnehmend. Normale MMA Prothesen weisen eine Restmonomerquote von mehrere % auf. Viele vertragen schon diese Varianten, wenn nicht, sollte komplett auf Puran (auf Basis von Polyurethanharz und Plexiglas) oder Valplast (Nylon) ausweichen.
Puran hat etwas den Nachteil, das sich schneller Plaque bildet als bei der entgifteten und PMMA Prothese, es bricht schneller, man kann jedoch noch gut ohne giftige Stoffe unterfüttern. Von Valplast bin ich persönlich kein großer Freund, da es nicht fest, sondern etwas labberig und biegsam ist, andere mögen das wiederum. Valplast kann man nicht unterfüttern und kann mit der Zeit auch in der Farbgebung etwas nachlassen.
Es gibt noch mehr Prothesenkunststoffe, doch die genannten sind mit die gängigsten.

Wenn Du eine neue Prothese anfertigen lassen willst, würde ich mir für den Anfang ein paar Probeplättchen geben lassen und diese mal im Mund austesten. Wenn Du bei einem bestimmten Stoff ein gutes Gefühl hast, kannst du zur Sicherheit noch einen Zytokintest (Allergie&Unverträglichkeitstest) auf den Stoff machen lassen.

Herzliche Grüße,
Mingus
 
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11.08.08
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Von Valplast bin ich persönlich kein großer Freund, da es nicht fest, sondern etwas labberig und biegsam ist, andere mögen das wiederum. Valplast kann man nicht unterfüttern und kann mit der Zeit auch in der Farbgebung etwas nachlassen.

Wollte nur kurz dazufügen, dass ich Valplast nicht als labberig kenne, sondern nur als minimal flexibel (an den Klammern). Darüber hinaus können wir Valplast auch ohne Probleme auf verschiedene Weisen unterfüttern - bei einem Allergiker machen wir das mit Valplast selber, so dass dabei keinerlei "neue" Stoffe verwendet werden müssen. Von einer schnelleren Entfärbung habe ich noch nichts mitbekommen...hast Du da konkrete Erfahrungen, Mingus?

Puran hat übrigens aber einen Restmonomer-Anteil von 0,3% (Sinomer = Puran).
 
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19.11.04
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Hallo Hannes12,

das Valplast nur eingeschränkt erweiterbar und nicht unterfütterbar ist,
war letztes Jahr der Stand eines Zahnlabors, das schon relativ viel Erfahrung damit hat.

Du hattest mir auch in einem Thread mal geantwortet:

Wir unterfüttern unsere Nylon Arbeiten (Valplast) mit einem weichbleibenden Unterfütterungsmaterial namens Molloplast B (von Detax glaub ich) ohne Probleme.

Generell ist aber beim Unterfüttern wichtig: Achtet darauf, dass auch gegen dieses (zusätzliche) Material keine Unverträglichkeit vorliegt. Sonst habt ihr den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben und seid genau soweit wie vorher. Die Unterfütterungsmaterialien sind z.T. nicht ohne.

Wenn das inzwischen hinfällig ist und sogar mit Valplast unterfüttert werden kann, umso besser, wenngleich nicht noch nicht ganz verstehe, wie das nun möglich sein soll.

Ein weiteres namhaftes und auf biokompatible Stoffe spezialisiertes Zahnlabor lehnt den Vertrieb damit ab, da das Material zu flexibel sei und zu Verfärbungen neigt, eigene Erfahrungen habe ich zugegebenermaßen nicht.
 
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22.03.11
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Hallo!

Ich bin seit 3 Wochen Besitzerin einer OK und UK Valplast-Teilprothese. Leider habe ich das Material vorher nicht an mir testen lassen! Nach kurzer Tragezeit begann ein leichtes Brennen auf der Zunge. Auch wenn ich die Prothese (trage im Moment nur die im OK) herausgenommen habe, hält das Brennen im Mund noch mindestens eine Stunde an. Seit Donnerstag letzter Woche plagen mich außerdem immer wiederkehrende Halsschmerzen, vermutlich von den Inhaltsstoffen der Prothese. Zu allem Übel ist heute beim Lutschen/Kauen einer Halsschmerztablette ein seitlicher Schneidezahn herausgebrochen. Morgen werde ich wohl oder übel meinen ZA heimsuchen müssen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Vielleicht melde ich mich mal wieder oder Ihr habt noch ein paar Fragen an mich!

Gruß

Tine65
 
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05.02.13
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Hallo Tine,

ich bin auch seit Monaten auf der Suche sowohl nach verträglichem Prothesen-Material als auch nach Zahnfüllstoff, resp. Kleber für Kronen.
Mit einer Valplast-Probe im Mund bekam ich nach 2 - 3 Stunden ein immer stärker werdendes Brennen, also eine deutliche Unverträglichkeit.

Wie willst du nun weiter verfahren?

Viele Grüsse, nellie
 
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11.08.08
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Hallo Tine, hallo Nellie,
bei Unverträglichkeiten gegen eine ganze Prothese (also rosa Basis und künstliche Zähne) sollte man versuchen herauszufinden, gegen welches dieser Materialien eine Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt. Laut Literatur sind z.B. keine Allergien jemals gegen Valplast bekannt geworden (Aussage aus Studie der Uni Berlin. Und das, obwohl das Material seit den 50er Jahren in den USA auf dem Markt ist). Dazu gibt es auch eine Studie der Universität München, die bestätigt, dass das Material keinerlei Allergie-auslösende Stoffe freisetzt (=eluiert).

Generell: Ich würde niemals zu 100,00% bei irgendeinem Material eine Überempfindlichkeit ausschließen, schließlich gibt es auch Menschen, die sogar auf Titan empfindlich reagieren.
Unsere Erfahrung zeigt aber, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass die Prothesenzähne das Problem sind. Was viele Zahnärzte und Dentallabore vergessen: ALLE konfektionierten, also fertigen Prothesenzähne aus Kunststoff haben Polymethymethacrylat (PMMA) als Grundstoff, selbst bei Kompositzähnen bestehen einige Schichten dieser Zähne aus PMMA. Dieses PMMA ist aber genau das Material, aus dem "normalerweise" der rosa Prothesenkunststoff besteht, gegen den ihr allergisch seid. Grund hierfür sind die sogenannten Restmonore, unvollständig polymerisierte Bestandteile des PMMA. Bei den "normalen" rosa Prothesenkunststoffen liegt der Anteil so zwischen 1,5% und 5% (je nach Typ und Herstellmethode), bei Prothesenzähnen aus PMMA liegt dieser immerhin noch um die 0,3%. Das ist zwar schon deutlich niedriger und liegt im Bereich von Prothesenkunststoffen wie Puran, bei sehr empfindlichen Allergikern kann aber auch schon 0,3% dieses hoch-allergenen Restes ausreichen.

Die einzige Lösung dafür, wenn klar ist, dass ihr auf Restmonomere von PMMA reagiert: Das Dentallabor muss statt Kunststoffzähnen Porzellanzähne (Keramikzähne) verwenden. Diese waren früher sogar mal der Standard. Teilweise sehen diese sogar schöner aus als Kunststoffzähne. Nachteil dieser ist allerdings, dass diese beim Kauen etwas mehr "Klackern", wie Geschirr eben. Aber dafür sind diese für Kunststoffallergiker super verträglich - und problemlos z.B. in eine Valplast Prothese integrierbar.

Wenn ihr das (mögliche) Probleme der Prothesenzähne außer Acht lasst, dann könnt ihr noch 20 weitere Prothesenbasiskunststoffe ausprobieren, ihr werden auf alle reagieren!

In jedem Fall sollte ihr aber zunächst genau testen lassen, auf welche Stoffe ihr wirklich allergisch seid. Vielleicht z.B. mit einem LTT Test, z.B. vom IMD in Berlin, was auch auf Zahnersatzmaterialien spezialiert ist. Diese testen nämlich auf immer die Kunststoffzähne und den Basiskunststoff! Zum Thema LTT Tests findest Du auch einiges hier bei uns im Forum.

Falls euer Zahnarzt oder Dentallabor nicht weiß, wo es noch Porzellanzähne gibt: Candulor aus der Schweiz hat sehr schöne. Oder Vita aus Deutschland (hier Keramikzähne genannt).

Ich hoffe, ich konnte euch etwas weiterhelfen.

Ich drück die Daumen!

Hannes
 
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05.02.13
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Laut Literatur sind z.B. keine Allergien jemals gegen Valplast bekannt geworden.

In jedem Fall sollte ihr aber zunächst genau testen lassen, auf welche Stoffe ihr wirklich allergisch seid. Vielleicht z.B. mit einem LTT Test, z.B. vom IMD in Berlin

Hallo Hannes,

was auch immer es ist, Allergie oder Unverträglichkeit, ich vertrage auch die reine Valplastprobe im Mund nicht!

Und ich habe mehrere 100 Euro für sinnlose LTTs auf verschiedene Zahnstoff-Materialien rausgeschmissen, denn deren Ergebnis besagte keinerlei Allergie/Unverträglichkeit. Wohingegen der Realtest mit den Materialien im Mund ganz andere Ergebnisse brachte, nämlich Unverträglichkeit - auch mit PMMA-freien Stoffen wie Valplast.

Viele Grüsse, Nellie
 
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11.08.08
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Hi Nellie,
Sorry, meine Aussage bezog sich auf Tines Problem mit einer ganzen Prothese. Hatte bei Dir überlesen, dass es nur um eine Probe ging. War das also nur ein Test mit einem Probeplättchen im Mund?

Wenn Du auf eine Valplast Probe reagiert hast, dann kannst du nur allergisch/empfindsam auf einen einzigen Stoff gewesen sein: Dodekalaktam, ein Vorprodukt von Nylon, dass absolut unbedenklich sein soll und kein Allergiepotential haben soll. Aber man soll niemals nie sagen...Teste doch mal auf diesen Stoff! Aber diesen Stoff gibts nur bei Nylon...Du sagtest ja aber, dass die ganzen anderen Materialien auch nicht vertragen hast...?

Wollte Dir eigentlich nur helfen, der Sache auf den Grund zu gehen. Ohne das Thema Prothesenzähne zu lösen, wirst Du keine verträgliche Prothese finden, denn die Zähne sind nun mal 50% der Prothese...

Gerne kann ich Dir auch mit anderen sog. allergierfreien Materialien weiterhelfen, vielleicht haben wir ja irgendetwas dabei, was bei Dir passt? Schick mir einfach ne Nachricht wenn Du magst...

Vg

Hannes
 
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05.02.13
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Hallo Hannes

Du sagtest ja aber, dass die ganzen anderen Materialien auch nicht vertragen hast...?

Ja, alle Proben, die ich von verschiedenen (Allergiker-) Labors inzwischen zusammensammeln konnte brannten nach einigen Stunden.
Sogar auf die schon jahrelang im Mund befindlichen älteren Kuststoffüllungen (bis dato absolut verträglich) wurden von einem Tag auf den andern unverträglich und brannten unmäßig. Das alles setzte plötzlich nach dem Auffüttern des (bis zu dem Zeitpunkt auch absolut verträglichen) temporären Zahnersatzes ein.

Ohne das Thema Prothesenzähne zu lösen, wirst Du keine verträgliche Prothese finden, denn die Zähne sind nun mal 50% der Prothese...

Ja, das ist mir auch schon seit längerem klar. Momentan ist die einzige Notlösung, die überhaupt denkbar ist in diesem desaströsen Zustand, eine Teilprothese ganz aus Keramik - die allerdings nicht mit Kunststoff unterfüttert werden kann wegen der Unverträglichkeit und daher auch zum Kauen nicht geeignet sein wird. Also lediglich aus kosmetischen Gründen, dass man mal wieder unter Leute kann ohne sich zu schämen....:eek:)

Viele Grüsse, Nellie
 
regulat-pro-immune
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11.08.08
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Hallo Nellie,

Puh, da bin ich jetzt mit meinem Latein auch ganz am Ende. Auf deinen anderen Forumbeitrag hab ich grad geantwortet:

Eine Idee wäre, wenn du statt vorgefertigter Zähne aus Pmma oder Keramik, das Dentallabor Dir welche aus Acetal macht. Eigentlich ist Acetal (Polyoxymethylen=POM) auch ein rosafarbener Prothesenkunststoff, es gibt ihn aber auch zahnfarben, so dass das Labor hieraus Zähne gestalten kann. Sehen dann nicht perfekt aus, da sie nur aus einer Farbe bestehen, aber immerhin. Finde persönlich das Material wg seiner chemischen Zusammensetzung auch nich gerade optimal für Allergiker, aber es ist zumindest chemisch komplett anders als Pmma.

Sorry...

Lg!

Hannes
 

Datura

in memoriam
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09.01.10
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Habt Ihr auch farbloses (durchsichtiges) Valplast- Protesenmaterial probiert?

Grüße von Datura
 
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22.03.11
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Hallo Datura,

danke für deine Nachricht. Gedacht habe ich schon daran, aber der Zahntechniker meinte, dass das bei den oberen Schneidezähnen nicht schön aussieht/durchschimmert, da mein ZA ziemlich viel vom Zahnfleisch/Knochen entfernt hat. Ich bin zuversichtlich, dass ich in Zukunft alle Materialien bei vorheriger Entgiftung vertragen werde!! Startseite

LG
Tine
 
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