Vegetarische Ernährung - für Erwachsene

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Dass man in Bezug auf Kinder vorsichtig sein muss, um Mangelernährung zu verhindern, ist klar.
Was ist für Erwachsene zu berücksichtigen, wenn sie sich fleischlos ernähren wollen?

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Nichts. Auch bei Fleischverzehr kann man Mangelzustände bekommen. Solange man sich abwechslungsreich mit Gemüse, Obst, Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten ernährt, ist alles gut. Wenns vegan sein soll, dann auf B12 achten.
Ansonsten auf gute Blutwerte freuen.
Ist im Übrigen auch für Kinder eine empfehlenswerte Ernährung.
Viele Grüße Carrie
 

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19.03.06
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Hallo Carrie, danke erst mal für Deine Antwort. Was die Blutwerte betrifft, hast Du ja so was von Recht. Meine Ärztin ist immer ganz verblüfft.:D

Ist im Übrigen auch für Kinder eine empfehlenswerte Ernährung
Da bin ich mir nicht so ganz sicher. Wo bekommen die denn dann in ausreichender Menge ihr Eisen her?

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Na da wo die erwachsenen Vegetarier auch ihr Eisen herbekommen...Hafer, Hirse, Vollkornbrot, Hülsenfrüchte etc.
Bist Du Vegetarier oder Veganer?
Liebe Grüße Carrie
 
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Teilzeit - Vegetarier

Hallo Carrie,

weder noch. Ich esse kein Fleisch und ganz selten Wurst. Ich ernähre mich überwiegend fleischlos. Ich esse aber Eier und nehme auch Milchprodukte zu mir.

Als meine Tochter noch klein war, hat ein Kinderarzt Eisenmangel festgestellt und erklärt, dass Kleinkinder und Kinder noch nicht die Möglichkeit haben, das bisschen Eisen, was in pflanzlichen Stoffen enthalten ist, aufzunehmen.
Er emfpahl einige Male Fleisch in der Woche oder Fisch oder Eigelb.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Hallo,
aber Deine Tochter wird dann ja auch schon ab und zu Fleisch gegessen haben, als der Eisenmangel festgestellt wurde, oder?
Ich weiß nicht, was Kinder angeht kenne ich mich nicht so aus, aber ich kann mir kaum vorstellen, warum Kinder das pflanzliche Eisen nicht verwerten können sollen. Was Ärzte zu dem Thema Vegetarismus sagen, ist mir eh meist suspekt.
Geht's Deiner Tochter denn jetzt gut soweit?
Liebe Grüße Carrie
 
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Ich bin seit eineinhalb Jahren Veganer. Am Anfang habe ich oft immer wieder das Gleiche gegessen, da in den meisten Lebensmitteln tierische Produkte enthalten sind. Mit der Zeit hing mir dann vieles zum Hals heraus. Aber man lernt dann Stück für Stück seinen Speiseplan zu bereichern und auch bei Besuchen, Feiern und Gaststättenbesuchen klar zu kommen.

Für Kinder würde ich es nicht empfehlen. Da ist die Gefahr von Mangelerkrankungen viel zu groß, auch wenn man ganz viel durch geschickte Auswahl und alles durch Subtitution ausgleichen kann.
Nicht damit ich falsch verstanden werde: man kann ein Kind hervorragend vegan ernähren und es gibt viele sehr gute Beispiele dafür. Aber der Otto-Normalverbraucher ist in der Regel zu schlampig und zu nachlässig bzw. hat keine Nerv auf alles zu achten.

Vitamin B12-Mangel kann man durch 3g Chlorella täglich sicher ausgleichen. Allerdings eignet sich nicht jede Sorte. Vitamin B12 wird von Bakterien gebildet, nicht von den Algen. Dazu muß die Algenmasse gezielt mit bestimmten Bakterien "verunreinigt" werden. Und es muß z.B. Kobalt zugesetzt werden. Ich weiß von den Algen aus Klötze (z.B. Reinhildis-Apotheke), daß dies dort so gemacht wird. Zu anderen Sorten kann ich nichts sagen.

Wenn man starke positive Glaubenssätze aufbaut, kann man auch ohne zusätzliche Ergänzung als Veganer alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge erhalten. Menschen, die seit Jahren nichts essen und trinken sind der beste Beweis, daß so etwas möglich ist.

Ich bin kein militanter Veganer. Ich mag mich nicht endlos herumstreiten, ob ein bestimmtes Produkt nicht doch noch Spuren eines tierischen Produktes enthält. Ich stoße keine Gastgeber vor den Kopf, nur weil die liebevoll gekochte Speise doch etwas Ei oder Milch enthält. Auch gebe ich im Restaurant ein entsprechendes Essen nicht zurück, nur weil trotz ellenlanger Erklärung doch noch ein Quentchen Joghurt daran ist. Und ich würde z.B. ein Hühnergericht bei einem Gastgeber in einem armen Land essen, wenn ich weiß, daß das extra mit viel Liebe für mich zubereitet wurde.

Man sollte immer daran denken, warum man sich dafür entschieden hat, vegan zu essen. Ich mache es nicht, weil mir tierische Produkte nicht schmecken (im Gegenteil!) oder ich sie nicht vertrage oder aus gesundheitlichen Gründen. Ich mache es, weil ich nicht will, daß man weiter Tiere hält, quält und tötet - obwohl es jetzt schon für fast alles gleich gute Alternativen gibt.

Wenn aber meine arme Gastgeberfamilie ihr Huhn schon getötet hat oder die Speise im Restaurant trotz anderer Wünsche doch einen tierischen Bestandteil enthält, komme ich diesem Ziel nicht näher, wenn ich mich weigere, dies zu essen. Damit mache ich kein Tier wieder lebendig und rette kein Tier vor der Massenhaltung. Ich würde aber Menschen traurig machen, die dies nicht verdient haben.

Und ich missioniere nicht. Jeder soll das essen, was er selbst für richtig hält. In meiner Verwandtschaft bin ich der einzige Veganer. Und ich stelle mich zur Geburtstagsfeier bei mir an den Grill und grille auch Steaks für meine Gäste, nicht nur pflanzliche Produkte. Dafür gibt es bei Einladungen bei meiner Verwandtschaft immer mindestens eine Speise, die vegan ist. Trotzdem habe ich für den "Notfall" immer vegane Brotaufstriche mit. Meine Gastgeber wissen, daß ich immer selbst etwas mitbringe und haben deshalb keine Angst, mal etwas zu vergessen oder falsch zu machen.

Mein Veganertum ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber es werden immer mehr, die nach Alternativen suchen. Und so, wie der Bedarf steigt, entwickelt sich immer mehr ein Markt mit guten Produkten.
Liebe Grüße

Günter
 
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Hallo,
aber Deine Tochter wird dann ja auch schon ab und zu Fleisch gegessen haben, als der Eisenmangel festgestellt wurde, oder?
Ich weiß nicht, was Kinder angeht kenne ich mich nicht so aus, aber ich kann mir kaum vorstellen, warum Kinder das pflanzliche Eisen nicht verwerten können sollen. Was Ärzte zu dem Thema Vegetarismus sagen, ist mir eh meist suspekt.
Geht's Deiner Tochter denn jetzt gut soweit?
Liebe Grüße Carrie
Hallo Carrie,

nein, sowohl meine Lebensgefährtin als auch ich haben damals vegetarisch gelebt, also hat meine Tochter auch kein Fleisch bekommen. Danach haben wir das geändert. Seitdem esse ich halt auch gelegentlich wieder Fleischprodukte. Aber wie gesagt, sehr selten.

Meine Tochter ist insgesamt fit und gesund und isst seit Jahren so gut wie keine Fleischprodukte. Und kommt damit gesundheitlich gut klar.


Hallo Günther,

ich danke Dir herzlich für Deinen interessanten und bereichernden Bericht! Ich persönlich bin ja noch an weiteren Informationen über einen möglichen Speiseplan und die von Dir benannte "Substitution" interessiert. Vielleicht magst Du dazu noch etwas erzählen? Oder vielleicht einen weiterfüührenden Link hier herein stellen?

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Nachdem ich mich lange mit den Voraussetzungen von Gesundheit beschäftigt habe und die Nahrung als den entscheidendsten Faktor erkannt hatte, habe ich mich für folgende Ernährung entschieden (die keinem System zuzuordnen, aber auf meine speziellen Verträglichkeiten zugeschnitten ist):

Kaffee mit Milch zum Frühstück
Obst und Gemüse roh, über den Tag verteilt (aber nicht mehr ab dem Nachmittag)
Kartoffel mit verschiedenen Gemüsen, mit viel Zwiebel und Knoblauch, zwei mal pro Woche
in Abwechlung Gerichte wie Spaghetti alio, olio, pereroncino, Linseneintopf, Sauerkraut, Gemüsereis, Gurkengemüse, Lauch-Kartoffelsuppe
Olivenöl und Butter als Fette
Gewürzkräuter aus dem Garten, Meersalz, Stevia
Vollkornbrot, angkeimte Getreidesorten
frische Bauernhofmilch und Eier, Naturjoghurt
Käse
Getränke: Leitungswasser, hin und wieder ein Bier, in passenden Situationen 1 oder 2 Glas Wein am Abend
selten Fisch
ganz selten Fleisch (2 bis 3x im Jahr, traditionsgebunden wie Osterschinken)

Das sorgt für alle wichtigen Nahrungsstoffe, verhindert Übersäuerung und schmeckt mir. Ist zwar weder vegetarisch noch vegan, kommt aber weitestgehend ohne Fleisch aus. Ernährungssysteme sind mir suspekt. Ich bin ziemlich gesund dabei.

Viele Grüße, Horaz
 
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21.05.06
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Hallo Günter,
Deine Einstellung finde ich voll knorke :bang:
Ich hab auch kein Problem damit, mit meiner Familie an einem Tisch zu sitzen, während sie sich den fetten Braten reinziehen. Eher muss ich mir Vorwürfe und Sprüche anhören:rolleyes: Und es ist auch was anderes, wenn in armen Ländern Fleisch auf den Tisch kommt. Dort werden die Tiere oft noch nicht als Ding betrachtet und es gibt wenig Alternativen.
Ob wirklich ausreichend B12 in Algen drin ist, weiß ich immer nicht. Mal heißt es ja, mal nein... ich substituiere es lieber (und hoffe, dass ich es verwerten kann).

Hallo Leon,
okay, bei Kindern scheint es dann wirklich noch anders zu sein. Ich selbst habe keinen Kinderwunsch, aber wenn...dann müsste ich mir wirklich arge Gedanken machen, wie ich sie ernähren würde.

Hallo Horaz,
Deine Ernährung kommt mir auch sehr gesund vor. Es sind ja vor allem die Fleisch-Massen-Vernichter, die zu dieser katastrophalen Tierhaltung geführt haben. Wenn man anfangen würde, tierische Produkte wieder als etwas Wertvolles, Seltenes zu betrachten, würde das schon sehr helfen.
Dann ist Fleisch & Co. bestimmt auch gesund. Aber was zur Zeit an totem Tier im Supermarkt liegt, ist meiner Meinung nach auch nicht gesund.

Liebe Grüße Carrie:wave:
 
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05.10.05
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Ein besonderes Problem bei vegetarischer Ernährung ergibt sich, wenn man unter einer Fructoseintoleranz leidet und aus diesem Grunde vieles nicht verträgt. Noch komplizierter wird es, wenn man darüber hinaus untergewichtig ist.

Erfahrungen mit Fructoseintoleranz und vegetarischer Ernährung wurden z.B. mal unter LIbase.de - Forum: bin neu hier (wink) - FM und vegetarische Ernährung? ausgetauscht.

Viele Grüße Anne
 
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21.05.06
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Das stimmt, das ist ein Problem. Ich hab mit meiner Histaminintoleranz auch Probleme, nehme auch ein Multipräparat ein.
Allerdings ist es bei FI ja auch nicht so gesund dann dafür mehr Fleisch & Co. zu essen, das ist echt schwierig. Ich hoffe ich bleibe von FI verschont, ist ja wirklich der Alptraum eines jeden Vegetariers...
Liebe Grüße Carrie
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Carrie,
Fleisch aus dem Supermarkt ist ein Massenprodukt für Käufer, die sich mit dem Thema Gesundheit und Ernährung sicher nicht viel beschäftigt haben. Ich wohne hier auf dem Lande und kann mir ein Stück bestimmtes Fleisch (Schlachtung für Eigenbedarf direkt beim Bauern) oder einen Fisch direkt ohne Handel organisieren. Wie auch einige andere Lebensmittel. Würde ich in einer Großstadt leben müssen, wäre allein aus praktischen Gründen manches kaum organisierbar.
Viele Grüße, Horaz
 

Lukas

Ob wirklich ausreichend B12 in Algen drin ist, weiß ich immer nicht. Mal heißt es ja, mal nein... ich substituiere es lieber (und hoffe, dass ich es verwerten kann).

Du weißt aber schon, dass das B12 zum Substituieren aus nicht-vegetarischen Quellen gewonnen wird?

Wenn Vegetarier ihre aus vegetarischer Ernährung herrührenden Mangelerscheinungen durch Nahrungsergänzungen nicht-vegetarischer Herkunft decken müssen, lässt das doch spätestens Zweifel aufkommen, ob eine rein vegetarische Ernährung für den Menschen geeignet sein kann...

(Es ist hier nicht die Rede von Mangelerscheinungen aufgrund körpereigener Verwertungsstörungen bei normalerweise genügender Nährstoffaufnahme etc.)

Grüße
Lukas
 
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Ich würde ja gerne noch den Aspekt des Bedarfes mitberücksichtigt wissen. Ich denke, dass der bei Hochofenarbeitern, Maurern und anderen Körperlich schwer Tätigen noch mal woanders liegt, als bei physisch weniger beanspruchten Zeitgenossen. Nehmen wir allein den Kalorienbedarf, der im Extremfall, bei körperlich schwer arbeitenden Menschen, bei 4000 kalorien liegen kann. Ist eine vegetarische Ernährung in der Lage, dies zu decken?

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Lukas

Nehemn wir allein den Kalorienbedarf, der im Extremfall, bei körperlich schwer arbeitenden Menschen, bei 4000 kalorien liegen kann. Ist eine vegetarische Ernährung in der Lage, dies zu decken?

Ja, durch viel pflanzliches Öl.

Grüße
Lukas
 
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19.03.06
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Lukas,

magst Du mir das mal etwas näher erläutern?

Herzliche Grüße von
Leòn
 

Lukas

Hallo Leòn,

eine einfache Rechenaufgabe. 100 ml Öl enthalten etwa 900 Kilokalorien. Ich als nicht körperlich Arbeitender nehme tgl. etwa 100 ml verschiedener pflanzlicher Öle zu mir, damit ein Vielfaches der Kalorien, die etwa 100 g Hähnchenbrustfilet (weniger als 100 Kilokalorien pro 100 g) enthalten. Die Ölaufnahme lässt sich natürlich bei Bedarf steigern.

Grüße
Lukas
 
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Hallo Lukas,

danke für Deine Information!

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Hallo Lukas,
es gibt auch B 12 aus veganen Quellen. Weiß gerade nicht den Namen, aber z. B. das Präparat von Dr. Ritter wäre vegan.
Man kann B12 auch ohne Präparat aufnehmen, wenn man in dieser zivilisierten Welt nicht alle Lebensmittel zu Tode desinfizieren würde. Im Übrigen stellt eine gesunde Darmflora genug B 12 von alleine her. Nur wer hat schon noch eine gesunde Darmflora? Da ich mich nicht darauf verlassen kann und will, substituiere ich. Ich sehe da kein Problem.
Liebe Grüße Carrie
 
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