Darf ich mich hier anschließen, und auch noch ein paar Fragen zum Thread-Thema stellen, mit der Bitte an alle, die sich damit auskennen, Ihr Wissen mit mir zu teilen?
Zum Thema B6: Wie funktioniert dieser B6-Mangel-Nachweis mit Cystathionin? Im Urin, Serum, Vollblut? Was genau sagt der aus? Wenn es positiv ausfällt (ich nehme an, Cystathionin zu hoch): kann es dann auch an was anderem liegen (andere Nährstoffmängel, veränderter Cystein-Stoffwechsel, Schwefelstoffwechsel, Proteinzufuhr bzw. bestimmte Aminosäuren aus dem Gleichgewicht etc.)? Wie ist das Ergebnis dann einzuordnen mit dem B6-Wert im Serum?
Bei mir besteht eine B6-Unverträglichkeit (triggert Entzündungen an Fingern und damit verbundene Nervenschmerzen). Meine Mikrobiomanalyse ergab eine hohe Anzahl von Darmbakterien, die B6 erzeugen (25% meiner Keime!), wobei unklar ist, welche B6-Formen sie überhaupt produzieren und ob es nicht solche sind, die P5P hemmen bzw. verdrängen - somit also ein (funktioneller) P5P-Mangel trotz oder gar wegen der B6-Überproduktion im Darm bestehen könnte.
Da ich auch an (leichten) Depressionen, chronischen Angstzuständen und immer wieder auch Schlafstörungen leide (gegen letzteres hilft bei mir übrigens 5-HTP und Ashwaghanda sehr gut!), möchte ich natürlich auch keinen B6-Mangel entwickeln. Bisher (also seit ich von dieser B6-Unverträglichkeit weiß, das ist seit ca. 1,5 Jahren) habe ich B6 komplett gemieden, nur ab und an mal eine sehr niedrig dosierte Mg-P5P-Kombi genommen. Aber selbst da hatte ich das Gefühl, dass es meine Nervenschmerzen in den Fingern triggert (was aber schwer einzuschätzen ist - am deutlichsten war es nach einer Infusion mit Pyridoxin-HCL, aber das ist ja dann klar mit dieser Darm-Vorgeschichte).
Zum Thema Kynureninpfad (und Quinolin):
So wie ich das bisher als Ergebnis meiner Recherchen verstanden habe, ist der Kynureninpfad ohnehin der Hauptpfad des Tryptophan (etwa 95%). Es kann eben nur sein, dass dieser Weg noch mehr eingeschlagen - und damit der Serotonin-Melatonin-Pfad unterversorgt wird, jedoch passiert das nicht bloß bei Substratmangel, sondern auch bei aktuen Infektionen und chronischen Entzündungen - richtig?
Dieser Pfad mündet ja letztlich in NAD+/NADH, ist an und für sich nichts Schlechtes. Wenn er jedoch bei Quinolin stockt und sich Quinolinat anhäuft, dann gibt es Probleme (entzündungsfördernd). Wie ist eure Meinung / Wissen dazu?
Zum Serotonin und SSRI:
Ich habe mal wo gelesen (leider weiß ich den Namen des Forschers, der sich damit beschäftigt hat, nicht mehr), Serotonin sei nicht nur im synaptischen Spalt wichtig, sondern eben auch IN der Zelle. Ein Wiederaufnahmehemmer hemmt ja die Wiederaufnahme in die Nervenzelle, wodurch mehr Serotonin im synaptischen Spalt verbleibt.
Meine Idee dazu: Wenn es schon an Ausgangssubstrat mangelt (Tryptophan bzw. 5-HTP und dann eben Serotonin), müsste ein SSRI zu einem noch größeren INTRAZELLULÄREN Mangel an Serotonin führen, wenn das Wenige Vorhandene im synaptischen Spalt verbleibt. Eventuell rühren daher die Nebenwirkungen, oder, wie ich sie mit Sertralin massiv hatte, paradoxen Wirkungen.
Das Sertralin führte nämlich bei mir (wie schon im Thread beschrieben) zu MASSIVEM Interessenverlust und noch stärkerer Depression, zu starker Erschöpfung inklusive massive Schwäche in den Beinen (die ich wegen Long Covid bzw. Me/CFS ohnehin schon habe), ich konnte das Bett nicht mehr verlassen und kaum noch stehen, geschweige denn Termine wahrnehmen (das ging dann aber doch dank Methylenblau), außerdem hatte ich das Gefühl, eine andere Person sitzt in meinem Kopf und das bin nicht ich da oben (das habe ich auch bei THC, nur dann mit Lachflashs, die bei Sertralin vollkommen ausblieben). Außerdem verlor ich den Appetit, bekam aber Heißhunger nach Schokolade (nach 5 Jahren zuckerfreier, antientzündlicher Ernährung, an der ich relativ diszipliniert festhielt - unter Sertralin absolut keine Disziplin mehr). Außerdem kamen PoTS-Symptome zurück und wie sich im Blutbild herausstellte, war Natrium verlustig gegangen (das ist ein großes Problem bei PoTS und bei mir sowieso mit der Hyperchlorämie und der Neigung zur Azidose).
Meine Schwester (erwähne ich wegen Genetik) hatte es auch einige Monate genommen und eine gute Wirkung gehabt (allerdings erst nach 2 Monaten). Ihr war sehr übel davon geworden, mir nicht. Die extreme Erschöpfung hatten wir beide (auch sie lag die meiste Zeit nur im Bett, sie hatte allerdings keine Muskelschwäche, hat aber auch kein Long Covid).
Erwähnen möchte ich noch, dass ich ein paar Leute mit Long Covid kenne, die sehr davon profitiert haben. Bei mir gings wieder mal nach hinten los. Da man im Grunde gar nicht weiß, was genau diese Medikamente bei wem im Stoffwechsel machen, sehe ich es immer als ein unkalkulierbares Risiko (gerade bei Me/CFS, MCAS und anderen komplexen chronischen Erkrankungen), es zu nehmen. Ich wollte es damals allerdings aufgrund der positiven Erfahrungsberichte nicht unversucht lassen.
LG Andrea
(ganz ohne KI erstellt)