Schon ein Teelöffel Leinöl pro Tag ...

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... Schon ein Teelöffel Leinöl pro Tag kann das Sterberisiko von Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um rund 40 Prozent senken, zeigt eine aktuelle Studie.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können das Herz-Kreislauf-System stärken. Dafür reicht es aus, sie über die Nahrung aufzunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im Fachblatt Scientific Reports erschienen ist.

Chinesische Wissenschaftler haben für die Studie rund siebeneinhalb Jahre Ernährungs-, Gesundheits- und Sterbedaten von rund 3 800 Patienten aus den USA ausgewertet.

Alpha-Linolensäure wirkt besonders stark

Ergebnis: Die tägliche Aufnahme von 2,12 Gramm Omega-3-Fettsäuren über Lebensmittel kann das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 41 Prozent senken. Den größten Effekt zeigte dabei Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure pflanzlichen Ursprungs.

Besonders reich an Alpha-Linolensäure ist Leinöl, es besteht zu rund 64 Prozent aus dieser Fettsäure. Auch Rapsöl enthält mit 10 Prozent vergleichsweise viel davon. Andere Omega-3-Fettsäuren sind in Seefischen wie Lachs oder Hering reichlich enthalten.

Mehr Omega-3 bringt nicht automatisch mehr ...

Eine Möglichkeit, das Leinöl lange frisch zu halten:
... Eine besonders effektive Methode, um die Haltbarkeit von Leinsamenöl drastisch zu verlängern, ist das Einfrieren. Der Gefrierprozess stoppt den oxidativen Abbau nahezu vollständig, was bedeutet, dass die Haltbarkeit des Leinsamenöls um bis zu 12 Monate erhöht wird. ...

Grüsse,
Oregano
 
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Ich habe mir Abstract und Conclusions (Schlussfolgerungen) der Studie (https://www.nature.com/articles/s41598-025-21193-1) kurz angeschaut.

M.E. entscheidende Passagen daraus - übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) mit Hervorhebungen von mir:

Nach Bereinigung um mehrere Variablen wurde ein ausgeprägter umgekehrter Zusammenhang zwischen den Teilnehmern im höchsten Quintil des Gesamtverbrauchs an Omega-3-Fettsäuren und der Gesamtmortalität festgestellt, was durch den HR von 0,77 (95 % KI: 0,60–0,99) angezeigt wurde. Ebenso korrelierte ein erhöhter Gesamtkonsum von Omega-3-Fettsäuren mit einer Verringerung der kardiovaskulären Mortalität, mit einem HR von 0,63 (95 % KI: 0,42–0,95), was durch Trendtests statistisch signifikant bestätigt wurde (P für Trend < 0,05). In der separaten Analyse einzelner Subtypen der Omega-3-Fettsäurefamilie war der Konsum von Alpha-Linolensäure (ALA) offensichtlich umgekehrt mit der CVD-spezifischen Mortalität assoziiert (HR von 0,64, 95 % KI: 0,44–0,95). Der Konsum von Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und Docosapentaensäure (DPA) zeigte jedoch keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Mortalitätsrisiko (P > 0,05). In der Dosis-Wirkungs-Beziehungsanalyse wurde beobachtet, dass die Gesamtzufuhr von Omega-3-Fettsäuren und die ALA-Zufuhr eine L-förmige nichtlineare Beziehung zur kardiovaskulären Mortalität aufweisen, mit Wendepunkten bei 2,12 (g/Tag) bzw. 2,03 (g/Tag).
Zusammenfassend zeigt unsere Studie einen umgekehrten Zusammenhang zwischen der Gesamtmenge an Omega-3-Fettsäuren und sowohl der Gesamtmortalität als auch der kardiovaskulären Mortalität bei Patienten mit CVD. Bei der Analyse einzelner Mitglieder der Omega-3-Fettsäurefamilie wurde festgestellt, dass ALA ebenfalls in umgekehrtem Zusammenhang mit der CVD-Prognose steht, während EPA, DPA und DHA keinen signifikanten Zusammenhang aufwiesen. Auf der Grundlage einer Dosis-Wirkungs-Analyse empfehlen wir für Patienten mit CVD eine tägliche Zufuhr von insgesamt 2,12 g Omega-3-Fettsäuren, wobei die optimale Zufuhr speziell für ALA bei 2,03 g pro Tag liegt.

Die erwähnte "L-förmige Kurve" sieht man hier:
 
Eine super Omega 3 Quelle sind auch Chia-Samen. Entweder quellt man sie eine Stunde auf, oder man mahlt sie zu Mehl und dann quellen sie gleich auf, ca. 10 fache Menge der Chiasamen an Wasser aufgießen. Lässt sich gut in die verschiedensten Mahlzeiten mischen, sehr gut für die Verdauung auch. Möchte keine Werbung machen, aber vielleicht interessant, habe lange danach gesucht: von "Biogewinner" gibt es rückstandskontrollierte Chiasamen aus ökologischem Anbau, auch der Cadiumgehalt ist im tolerierbaren Bereich - oft sind Chiasamen kontaminiert, da sie Schadstoffe aufnehmen. Leinöl in Rohkostqualität verwende ich auch gerne.
 
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Was bedeutet das jetzt in Bezug zu dem immer wieder erwähnten mindestens 8% Omega 3 Index, was Herzgesundheit und Entzündungen angeht? Kommt es jetzt doch nicht mehr so darauf an?

Denn mit 1 TL Leinöl pro Tag erreicht man diesen Wert nicht, nicht einmal mit 1 EL...
 
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@Oregano: Danke fürs Zusammenführen, das passt gut zur Studie. Spannend finde ich vor allem diesen klaren Wendepunkt um die 2-Gramm-Marke – wenig Aufwand, messbarer Effekt, kein „mehr ist besser“. Auch der Hinweis aufs Einfrieren ist Gold wert, Leinöl kippt ja schneller, als man denkt. Nimmst du es pur oder mischst du es unter etwas, damit’s alltagstauglich bleibt?
 
Hallo Itoh,

ich mische das Leinöl mit Frischkäse und ein bißchen Honig, immer mal noch mit Sonnenblumenlecithin und Kollagenpulver vermischt.

Grüsse,
Oregano
 
Was bedeutet das jetzt in Bezug zu dem immer wieder erwähnten mindestens 8% Omega 3 Index, was Herzgesundheit und Entzündungen angeht? Kommt es jetzt doch nicht mehr so darauf an?

Denn mit 1 TL Leinöl pro Tag erreicht man diesen Wert nicht, nicht einmal mit 1 EL...
Tja - in die Richtung habe ich gestern auch gedacht. Leider wird in Studien oft nur die Einnahmemenge, nicht jedoch der Spiegel im Körper (möglichst optimal gemessen, vorher/nachher) berücksichtigt. Ich habe kürzlich ein Interview von Prof. Schacky gehört, in dem er auch die erheblichen (ich meine um Faktor 13) interindividuellen Unterschiede der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren betont. Es gäbe Menschen, bei denen schon ein halbes Gramm marine Omega-3-Fettsäuren zu optimalen Spiegeln führt. Ich gehöre womöglich zu diesen und es gab Probleme mit höheren Dosen, dazu gelegentlich in einem anderen Thread mehr.

Übrigens kann man auch 2 TL Leinsamen (10 gr) benutzen, am besten etwas geschrotet oder vermörselt - das ergibt auch 2 gr ALA, wer Leinöl nicht mag.
Das ist genau meine Lösung seit vielen Jahren. Wobei ich 1 EL pro Tag nehme, dazu noch 1 EL Chia - d.h. ich liege demnach eher höher mit der ALA. Beides kommt geschrotet ins Frühstücks-Porridge. Wenn man gar kein Leinöl "braucht", wäre das ideal für mich (kompliziert zu händeln - man kann ja auch nicht die Kühlkette vor dem Kauf kontrollieren; schmeckt mir nicht).
 
Frisches Leinöl schmeckt nussig und gut, weder bitter, noch fischig usw. - ich kann da uneingeschränkt dieses empfehlen:


Ich war selbst schon Vorort und hab mir alles angesehen und durchprobiert - alles frisch und Bio. Wenn ich in Deutschland bin, hole ich mir nur das.

Hier in der Türkei habe ich eine Ölmühle und hole mir beim Rasayana Laden Leinsamen in Bio Qualität und mahle mir immer frisch - das schmeckt auch gut. Die Ölmühle war zwar nicht ganz billig, aber sie wird regelmäßig genutzt - und man kann vieles damit mahlen. Schwarzkümmel mache ich auch ab und zu.
 
Danke für den Tipp, Laurianna. - Ich habe mir jetzt erst einmal neue Eiswürfelformen mit Deckel bestellt, damit ich das Öl darin einfrieren kann :giggle: .

Grüsse,
Oregano
 
😊 Kann es sein, dass du vielleicht noch nicht wirklich frisches und von guter Qualität ausprobiert hast? - mir schmeckte es nämlich auch nicht und das war ebenso frisch.

Kann dann an der Qualität der Leinsamen liegen, habe ich mir sagen lassen. Also auch frisch gepresstes Öl kann nicht gut schmecken, wenn die Leinsamen selbst ein Manko haben.

Also bei dem von der Ölmühle hatte ich so den regelrechten Überraschungseffekt - wie bei dem Olivenöl hier in der Türkei. In Deutschland schmeckten mir alle Öle, die ich probiert hatte, gar nicht und hier konnte ich es fast aus dem Glas trinken, so frisch und grün, fast auch etwas süsslich - völlig anders. So ergings mir auch mit dem Leinöl aus besagter Mühle.

Auch hier, wenn ich Leinsamen selber mahle, variiert der Geschmack erheblich. Von unangenehm bis richtig gut, alles schon erlebt.

Nur so zur Ergänzung, könnte ja sein. 🙂
 
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😊 Kann ... Kann ... könnte 🙂
Ja, danke, hast ja recht - ausschließen kann ich das nicht.

Nur mag ich mir im Moment gar nicht so Mühe damit machen, wenn es nicht nötig ist. Es wäre eh etwas, für das ich eigentlich keine Verwendung habe, sondern es irgendwo untermogeln müsste. Wohl im Porridge - der ist aber fetthaltig genug und enthält wohl schon so 20-25 verschiedene Lebensmittel. Mein Omega-3-Index liegt übrigens bei 14, obwohl ich schon länger nur noch die Hälfte der von Norsan empfohlenen Fischöl-Dosis nehme (jetzt noch weniger) und nur ca. 2 mal pro Woche ca. 75-80 g Fisch (meist Wildlachs, manchmal auch Sardinen) esse :oops:
 
@Oregano: Die Mischung klingt ehrlich gesagt ziemlich bodenständig, fast schon wie ein kleines Ritual. Frischkäse puffert den Geschmack gut ab, Honig macht’s rund – kann ich mir gut vorstellen, dass das so im Alltag bleibt und nicht zur Pflichtübung wird.

@Laurianna612: Auch die Alternative mit geschrotetem Leinsamen gefällt mir, gerade für alle, die mit Öl fremdeln. Und ja: Geschmack scheint echt stark von Saat und Frische abzuhängen – das erklärt einiges.
 
In der Eingangs zitierten Studie wird erklärt, dass das Sterberisiko durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren gesenkt werden kann:
Schon ein Teelöffel Leinöl pro Tag kann das Sterberisiko von Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um rund 40 Prozent senken, zeigt eine aktuelle Studie.
Das betrifft also Menschen, die bereits krank sind.

In einem älteren Beitrag

Fettreiche Lebensmittel senken das Mortalitätsrisiko

wird darauf hingewiesen, dass es völlig ausreicht, fettreiche Lebensmittel zu essen:

Kernbotschaft:
„Menschen, die sich zu etwa 35 Prozent von Fett ernähren – egal ob gesättigt oder ungesättigt, haben ein um 23 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als jene, die nur 11 Prozent Fett zu sich nehmen“
Es scheint keine Einschränkung auf kranke Menschen zu geben. Das hilft also allen Menschen und verringert auch noch das Schlaganfallrisiko und die Arteriosklerose.

Je höher der Fettanteil an der Nahrung, um so geringer ist das Mortalitätsrisiko. Ein insgesamt höherer Fettanteil (Hazard Ratio 0,77) und zwar jede Form von Fett (Hazard Ratio bei ungesättigten Fettsäuren 0,80, bei einfach ungesättigten Fettsäuren 0,81 und bei gesättigten Fettsäuren 0,86) wirken sich positiv auf die Lebenserwartung aus.

Die besten Fette sind Butter und Kokosöl:
Die größten Mythen über Fett sind, dass Lebensmittel, die hauptsächlich Fette enthalten, eine schnelle Gewichtszunahme verursachen und dass gesättigte Fettsäuren ein Risikofaktor für Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.

In den letzten 30 Jahren trotz der erheblichen Reduzierung des Verbrauchs von tierischen Fetten und erhöhten Verzehr von pflanzlichen Ölen reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 ist das Auftreten von Atherosklerose nicht verringert, sondern sogar deutlich erhöht worden. Pflanzenöle sollten eine Alternative zu "ungesunden" tierischen Fetten und ein Element der staatlichen Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Leider lagen alle Theoretiker falsch!

Omega-6-Fettsäuren (LA) haben entzündungsfördernde Wirkung mit erhöhter Produktion von proinflammatorischen Zytokinen wie IL-1, IL-6, TNF-alpha, Chemokine und Thromboxan.

Diese Beispiele zeigen, dass die Studien immer nur eine Seite des Problems untersuchen und die Empfehlungen dadurch unbrauchbar sind.

Ich bleibe bei Butter und Kokosöl. Butter enthält die ungesättigten Fettsäuren in einer Menge und einem Verhältnis, die für den Körper optimal sind.

Und Kokosöl wirkt sich bereits nach Stunden positiv auf das Herz aus, da es den Herzmuskel mit leicht verdaulichen Fetten beliefert, so dass das Herz durch die zusätzliche Energie aus dem Kokosfett wieder kraftvoller schlagen kann.

Es gibt noch eine weitere Empfehlung von @Oregano zu Kokosöl:
Öle, Fettsäuren
 
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Ölhaltige Samen werden ja auch sehr schnell schlecht, ranzig und wenn die Samen oder das Öl ranzig geworden ist, werden sie ungeniessbar und sind gesundheitlich belastend, da Inhaltsstoffe verloren gehen.

Ich hab so viel ausprobiert und beim Einkauf auf das Datum geachtet, es werden oft nur alte Samen verkauft und im Regal stehen sie voll im Licht, auch das Öl und nur dunkle Glasflaschen reichen nicht aus.

Z.B. Walnüsse, alles alte Nüsse vom letzten Jahr ohne Datum und sehr billig, die neue Ernte, 2-3 Monate später mit Datum und dreimal teurer, je nachdem wie viel Restbestand im Lager liegt, werden zuerst die alten ranzig gewordenen Walnüsse verkauft, mit den Äpfeln dasselbe, erst den Restbestand alte Äpfel, dann die neuen.

Walnüsse hätten Ansonsten gute Fettsäuren.
Das Leinöl kam ja gewaltig in die Kritik, zur Zeit weis ich gar nicht mehr wo ich was kaufen soll.
 
Wie gesagt, ich kann diese oben genannte Ölmühle wärmstens empfehlen, die Leinsamen werden ständig kontrolliert, ich kaufe dort seit Jahren und hatte noch nie ranziges oder ungenießbares Öl, die Inhaberin ist da sehr streng und achtsam. Und sie hat viele andere Sorten im Angebot.

Die Leinöle, die ich in den normalen Einkaufsläden gekauft hatte, das kann man wirklich vergessen...
 
Zuletzt bearbeitet:
@vigesimo: Danke für die sehr ausführliche Einordnung samt Oreganos Zitaten. Dein Hinweis, dass hier unterschiedliche Zielgruppen und Ausgangslagen vermischt werden, ist wichtig. Krank versus gesund, Prävention versus Therapie – das geht im Studienrauschen schnell verloren. Deine Konsequenz, bei bestimmten Fetten zu bleiben, ist zumindest ehrlich und gut nachvollziehbar, auch wenn ich persönlich eher die Mischung mag als ein klares Entweder-oder. Und danke natürlich auch @Laurianna612 – alles Gute für 2026 an beide.
 
Und danke natürlich auch @Laurianna612 – alles Gute für 2026 an beide.
Danke dir, das gebe ich gerne zurück und wünsche in diesem Zuge auch allen Mitgliedern, Mitlesern und vor allem auch den Moderatoren einen guten Rutsch in ein Neues, Frohes und Gesundes und friedvolles Jahr 2026!

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