Kuklinskis Diagnostik des nitrosativen Stresses

Kategorien: Stress


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ausgangspunkt der von Kuklinski durchgeführten Diagnostik und Therapie ist eine gründliche Anamnese, die die zeitliche Entwicklung, Auslöser und Einflussfaktoren, die Intensität, den genauen Charakter und die bisherige Behandlung der Beschwerden einbezieht. Das weitere Vorgehen wird darauf abgestimmt und berücksichtigt die zentralen Aussagen seines Forschungsansatzes. Da Kuklinski eine Mitochondropathie als zwangsläufige Folge des chronischen nitrosativen Stresses sieht, bezieht sie neben Labormarkern für nitrosativen Stress ggf. entsprechende Untersuchungen ein. Sofern der Verdacht auf eine instabile Halswirbelsäule besteht, die nach Kuklinski immer nitrosativen Stresses auslöst, wird auch hier eine geeignete Diagnostik empfohlen.

Die Labordiagnostik bestätigt nach Beobachtungen Kuklinskis i.a. die Schlussfolgerungen aus einer sorgfältigen Anamneseerhebung. Zur Verlaufskontrolle und Begründung von Diagnosen und Therapien gegenüber Kostenträgern und Ärzten empfiehlt er sie dennoch. Die Laboruntersuchungen werden bevorzugt vor und nach einer Provokation (HWS-Belastung bei HWS-Schädigungen, „intolerable Gerüche“ bei MCS) durchgeführt, da Ruheuntersuchungen nur bedingt aussagekräftig sind. Pathologische Werte treten häufig erst nach einer körperlichen Belastung und dem damit verbundenen erhöhten Sauerstoffumsatz in den Mitochondrien auf.

Untersuchungen

Nitrosativer Stress

  • NO-Konzentration der Ausatmungsluft
  • Citrullin im Urin als indirektes Maß für nitrosativen Stress – Citrullin fällt bei erhöhter NO-Synthese vermehrt an
  • Methylmalonsäure im Urin als Maß für Defizite des „NO-Fängers“ Vitamin B12 – siehe Untersuchungen auf Mikronährstoffmängel
  • Nitrotyrosin im EDTA-Blut als Maß für Gefährdung bzw. Schäden durch Peroxinitrit (von anderen Autoren wird 3-Nitrotyrosin im Liquor als stabiler Marker für nitrosativen Stress und Bildung von Peroxinitrit angesehen) – das aggressive NO-Folgeprodukt Peroxinitrit fällt vermehrt bei einer Blockade der mitochondrialen Atmung und bei Entzündungen an

Mitochondriale Energiegewinnung

  • Laktat-Pyruvat-Verhältnis im NaF-Blut – eine Erhöhung zeigt Störungen des mitochondrialen Energiestoffwechsels bzw. eine vermehrte Nutzung der anaeroben Energiegewinnung an
  • Evtl. Messung der mitochondrialen ATP-Synthese
  • Evtl. Untersuchungen von organischen Säuren im Urin, die Aussagen zur mitochondrialen Energieproduktion und Funktion des Citratzyklus (zentraler Kreislauf biochemischer Reaktionen im Zell-Stoffwechsel, dient v.a. dem oxidativen Abbau organischer Stoffe) machen

Hirnschrankenschädigungen und Hirnnervenuntergänge

  • Hirnschrankeneiweiß S-100 im Serum als Marker für Hirnschrankenstörungen – sollte insbesondere bei nervösen und vegetativen Störungen, chronischer Erschöpfung, MCS und HWS-Schädigungen bestimmt werden
  • NSE im Serum als Marker für Hirnnervenuntergänge – sollte nach Kuklinski bei erhöhten S-100-Werten nachbestimmt werden

Mikronährstoffmängel

Nach Kuklinski bestehen bei nitrosativem Stress v.a. bei der Versorgung mit B-Vitaminen, den Mineralstoffen Kalium und Magnesium und den Spurenelementen Zink und Selen häufig Defizite. Folgende Untersuchungen werden meist durchgeführt:

  • Intrazelluläre Untersuchungen zur Abklärung der Mineralstoff- und Spurenelementeversorgung
  • Methylmalonsäure im Urin als Maß für Defizite des „NO-Fängers“ Vitamin-B12 – der Wert steigt an, wenn der Vitamin B12-Bedarf im Organismus nicht gedeckt werden kann, während im Serum häufig marginal niedrige noch normale Konzentrationen gefunden werden
  • Cystathionin als Maß für Defizite in der Vitamin B6-Versorgung – der Wert steigt an, wenn der Vitamin B6-Bedarf im Organismus nicht gedeckt werden kann, während die Serumwerte durchaus noch im Normbereich oder sogar erhöht vorliegen können

Ergänzende Untersuchungen bei instabiler Halswirbelsäule

Falls eine instabile Halswirbelsäule vorliegt, können je nach Symptomatik folgende weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Otoneurologische Untersuchung (Untersuchung zur Objektivierung von Kopfsinnesstörungen; beinhaltet u.a. diverse Gleichgewichtsuntersuchungen)
  • Augenärztliche Untersuchung, insbesondere Gesichtsfeldmessungen vor und nach 20 Sekunden Kopfkreisen
  • EEG – mit den langsamen Theta- und Delta-Wellen („Ermüdungswellen“), die bei gesunden Menschen v.a. im Schlaf vorkommen
  • Duplexsonografie der Vertebralarterien und der Arteria basilaris
  • Kieferorthopädische Diagnostik
  • Hirnleistungstests (Psychometrie)

Quellen

  1. KFS – Privat-Institut für präventive & regenerative Medizin: Mitochondriale Medizin (dort nicht mehr online verfügbar)
  2. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das Hals-Wirbel-Säulen-Trauma – Ursachen, Diagnose und Therapie (Vortrags-Mitschnitt 12/2006, Audiodatei, leider wohl nicht mehr online verfügbar)
  3. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Das HWS-Trauma – Ursachen, Diagnose und Therapie
  4. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Internistische Auswirkungen der HWS-Instabilität – für alle Therapeuten, die mit Ihren Händen die Gesundheit des Menschen fördern, Vortrags-Skript (wohl nicht mehr online verfügbar)
  5. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Praxisrelevanz des nitrosativen Stresses (pdf-Datei)
  6. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo und Dr. Anja Schemionek: Schwachstelle Genick – Ursachen, Auswirkungen und erfolgreiche Therapie
  7. Christina Peters: Bestimmung von 3-Nitrotyrosin im Liquor als Hinweis für nitrosativen Stress, Dissertation an der medizinische Fakultät der RWTH; ehemals verfügbar unter darwin.bth.rwth-aachen.de/opus3/volltexte/2007/1792/, nicht mehr online

Siehe auch

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Weblinks

Autor: Kate, letzte Aktualisierung (Links): 03.2020

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