Multiples Myelom & Chemo + Bestrahlungen + ?

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06.05.09
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Schon lange habe ich bei "Symptome.ch" keinen Beitrag mehr geschrieben. Nun hat mich die gesundheitliche Lage meiner Mutter bewegt, erneut etwas zu schreiben. Etwas habe ich in dem langen Thread "Multiples Myelom & Vit B17" gelesen, weil ich hoffte, dort eine Antwort zu meinen Fragen finden. Es beeindruckt mich die Energie, der Mut und die kritische Akribie mit der Adler1111 sich seiner Situation stellte.

Meine Mutter erhielt im März 2011 die Diagnose "Altersamyloidose" und im Mai 2011, nachdem man bei ihr zuvor eine "Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz, IGg-Typ Kappa mit beginnendem Übergang in reifzellig multiples Myelom" feststellte, die Diagnose "Multiples Myelom".

Ein Forschungsverbund überprüft derzeit, inwiefern grüner Tee (dazu auch: Aktuelle Ergebnisse der Gesundheitsforschung, Newsletter 70 | Oktober 2014, hrsg. vom dt. Bundesministerium für Bildung und Forschung, S. 20ff) krankhafte Eiweißablagerungen abbauen kann. Das darin enthaltene Epigallo-catechin-gallat hat nach dem Heidelberger Prof. Werner Hunstein eine amyloidhemmende Wirkung. Meine Mutter versuchte regelmäßig grünen Tee zu trinken, er scheint ihr aber nicht gut zu bekommen.

Zwischen September bis November 2011 erhielt sie Bestrahlungen (Gesamtdosis vermutlich 40 Gy). Die Bestrahlung hat sie nicht gut vertragen: Schmerzen, Übelkeit, Durchfall... Dann folgte eine Chemotherapie (Thalimodid, Bortezomib, dazu: Dexamethason, Novaban, später: Melphalan, das sie im Mai 2012 absetzte) von Ende November 2011 bis Juli 2012. Da man sie mit Bortezomib behandelte, riet man ihr dringend davon ab, grünen Tee zu trinken. Es handelte sich hierbei nicht um eine
Hochdosischemotherapie, da sie dafür zu alt ist.

Im Mai 2014 unterzog sie sich erneut einer Chemotherapie, die bis August 2014 dauerte. Soweit ich mich erinnern kann, waren es 2,5 Zyklen - da sie den dritten Zyklus
nicht vertrug - mit Panthopol 40mg, Cortison 10mg, Prednison 10mg 2 x am Tag, Revlimid 10mg. In der zweiten Oktoberhälfte bekam sie erneut Bestrahlungen (10 Sitzungen, Gesamtdosis 20 Gy).

Oben habe ich nur einen Ausschnitt der Medikamente und chemischen Substanzen genannt, die sie in den vergangenen vier Jahren zu sich genommen hat. Sie hat auch regelmäßig Bisphosphonate erhalten und Substanzen, die auf andere Weise, den Knochenabbau vermindern sollen (etwa Bonviva (Ibandronsäure), Zometa (Zoledronsäure) ab Dezember 2012 den Antikörper Denosumab. Natürlich nimmt sie auch verschiedene Schmerztabletten ein, und ohne Morphiumpflaster würde sie kein halbwegs normales Leben mehr führen können. Ihre Augen sind des öfteren entzündet und im Verlaufe der vergangenen Jahre hat ihre Sehstärke deutlich abgenommen; sie sieht oft nur noch "wie durch einen Schleier".

*

Sie leidet derzeit an starken Schmerzen am linken Hüftgelenk und ebenso schmerzt ihr linkes Bein, das in den vergangenen Wochen nach Beendigung der Chemotherapie im
August 2014 und dann noch einmal nach der Bestrahlung stark angeschwollen ist. Nach Auskunft ihrer Ärzte, ist die Schwellung des Beines nicht auf eine Herzschwäche
zurückzuführen, sondern auf Stauungen im Lymphsystem. Der Orthopäde diagnostizierte am linken Hüftgelenk eine Coxathrose und eine Hüftkopfnekrose. Sie trägt bereits seit
2010 eine Totalendoprothese als künstliches Gelenk an der rechten Hüfte.

Die Ärzte empfehlen ihr Bestrahlung. Doch könnte es nicht sein, dass gerade die Bestrahlung nach der Chemotherapie im Sommer zu diesem geschwollenen Bein geführt hat? Kann Bestrahlung überhaupt bei einer Hüftkopfnekrose palliativ wirken?

Gegen die Schwellung des linken Beines hat sie bisher verschiedenes unternommen. Lymphdrainage hat nur vorübergehend für einige Stunden geholfen. Infolge der
Lymphdrainage, die zeitweilig zur Entstauung beitrug, traten Schwächegefühle, Kreislauf- und Herzbeschwerden auf. Ihr Hausarzt betrachtet eine erneute Implantation eines
künstlichen Hüftglenkes an der linken Hüfte mit großer Skepsis. Mittlerweile haben sich offenbar bei ihr auch Wassereinlagerungen im Becken- und Bauchraum gebildet. Das
Füße-Hochlegen bringt nur kurze Zeit, wenn überhaupt, Linderung. Sie benutzt Rosskastaniensalbe.

Gestern sagte sie mir, dass ein Arzt ihr mitgeteilt habe, dass das geschwollene Bein auf die Bestrahlung im November zurückzuführen sei, da die verabreichte Dosis über
der Dosis gelegen habe, die man ihr zur Schmerzbehandlung hätte höchstens geben können.

Sie trinkt derzeit regelmäßig eine Teemischung (Goldrute, Brennnessel und Löwenzah), die bisher offenbar wenig geholfen hat. Könnte auch indischer (oder auch thailändischer)
Nierentee "Orthosiphon Aristatus", unter dem deutschen Namen "Katzenbart" bekannt, helfen?

Könnten folgende Punkte in Bezug auf ihr geschwollenes Bein eine Option sein?

Nicht operative Methoden
  • Eine bestimmte Ernährung (beispielsweise ein bis zwei "Reistage". Ernährung an diesen Tagen: nur Reis und Obst oder Reis und Gemüse - keinen Kaffee oder schwarzen Tee, Weißkohl).
  • Quarkwickel / Bandage mit Soda
  • Akupunktur

Vgl. Susanne Baumer: "Wenn die Füße geschwollen sind - das bringt Linderung"
Wenn die Füße geschwollen sind - das bringt Linderung

Offenbar gibt es noch folgende operative Möglichkeiten bei Lymphbeschwerden:

  • mikrochirurgische Lymphgefäßtransplantation beziehungsweise
  • der Aufbau von Plastiken.
  • "Ferner können die Chirurgen den Lymphabfluss über andere Wege umleiten Mitunter entfernen sie erkranktes Gewebe und bauen es wieder neu auf."

Geschwollene Beine und Füße, dickes Bein | Apotheken Umschau

(Artikel von Andrea Blank-Koppenleitner / Apotheken Umschau - Informationen rund um Medizin und Gesundheit | Apotheken Umschau aktualisiert am 30.09.2014, erstellt am 10.08.2009)


Wenn jemand auf die folgenden Fragen eingehen könnte, wäre ich sehr dankbar.


1) Wie (mit Arzneimitteln, Physiotherapie, Phytotherapie ... oder operativ?) könnte meine Mutter etwas gegen die Hüftschmerzen und die damit verbundene Gehunfähigkeit unternehmen?

2) Was könnte sie gegen das angeschwollene Bein unternehmen? Kann eine Bestrahlung (zumindest palliativ) helfen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen!
 
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06.05.09
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Hat niemand eine Idee?
Fehlen relevante Informationen, die zur Beantwortung meiner Fragen beitragen?
Gerne konkretisiere ich das oben Geschriebene.

Grüße Zeitgenosse
 

Bei Krebs kann der Baubiologe hilfreich sein

Viele Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Elektrosmog und Krebs.
Sie legen nahe, dass in der Nähe von Mobilfunk- und anderen Sendern sowie Hochspannungsleitungen die Krebsgefahr erhöht ist und das Tumorwachstum beschleunigt werden kann. Dasselbe gilt für Quellen im häuslichen Umfeld.

Das verwundert nicht, da elektromagnetische Felder die interzelluläre Kommunikation stören. Dieser Informationsaustausch im Körper, welcher mit feinsten, kaum messbaren elektrischen Strömen passiert, wird durch z.B. die starken Impulse des Mobilfunk erheblich irritiert. Dass dies für die Gesundheit nicht förderlich ist und zahlreiche Effekte hervorrufen kann, ist einleuchtend.

Ein Baubiologe kann die Intensität von Elektrosmog in Wohn- und Arbeitsräumen messen und Reduzierungsmöglichkeiten aufzeigen.
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14.03.07
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Hat niemand eine Idee?
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Gerne konkretisiere ich das oben Geschriebene

Grüße Zeitgenosse
Lieber Zeitgenosse,

Ich wünsche Dir, dass sich viele mit ihren eigenen Erfahrungen noch melden werden, das kann jedoch dauern und auch hier, im Forum, ist Geduld gefragt, auch wenn es verständlicherweise schwer fällt bzw. die Zeit bei so einer Erkrankung davonrennt.

Darf man fragen in welchem Alter sich Deine Mutter ungefähr befindet? und wie sieht es mit medizinischen Entscheidungen aus? trifft sie diese noch selbst, welche Wünsche/Möglichkeiten sieht sie für sich?

Du schreibst: "eine Bestrahlung hat schon einmal nicht gut getan?
Warum dann weitere?

Manchmal helfen sanfte Unterstützungen besser, wie diese von Dir aufgeführt (Akupunktur, Ernährungsumstellung, Quarkwickel)
Wie sieht es intervallmäszig mit Entwässerungstabletten aus? hier aber bitte die ausschwämmenden Nährstoffe optimieren.

Sollte man ihr wirklich noch operative Lymphgefäßtransplantationen, bzw. operative orthopädische Masznahmen antun?

Ich verstehe Deine emotionale Not; insbesondere ihr helfen zu wollen.

Die Entscheidungen dafür oder dagegen kann nur sie oder ihr zusammen treffen.

Liebe Grüße von Kayen
 
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06.05.09
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Liebe Kayen,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ja, wie sieht es mit den medizinischen Entscheidungen aus? Trifft sie diese selbst? Eine gute Frage. Ich würde es so formulieren. Wenn ein Mensch geistig sehr rege ist und selbstständig seinen kritischen Verstand benutzen kann, trifft er medizinische Entscheidungen selbst, auch wenn Ärzte ihn bewegen wollen, etwas Bestimmtes zu tun, etwa eine bestimmte Therapie (nicht) zu beginnen. Denn ein solcher Mensch hat als Patient immer noch die Möglichkeit, etwas zu akzeptieren oder abzulehnen, er kann sich auch anders entscheiden.

Meine Mutter ist achtzig Jahre alt. Da ich sie zu den geistig regen Menschen rechne, die mit einem kritischen Verstand durchs Leben gehen, meine ich auch, dass sie diese Entscheidungen selbst trifft nach Absprache mit ihren Ärzten. Ich spüre allerdings auch eine gewisse Müdigkeit, teilweise ihren (unausgesprochenen) Wunsch, nicht mehr diese Verantwortung tragen zu wollen, die Ärzte einfach "entscheiden zu lassen". Ich glaube, sie bespricht vieles auch mit meinem Vater. Manchmal recherchiere ich für sie nach Informationen.

Sie wünscht sich, dass ihr die Ärzte aufmerksamer und ausführlicher zuhören.

Du schreibst: "eine Bestrahlung hat schon einmal nicht gut getan?
Warum dann weitere?
Hier würde ich sagen besteht ein gewisses Vertrauen in konventionelle Methoden, ein Glauben an die Technik und die gängigen medizinischen Verfahren. Ärzte empfehlen in vielen Fällen eine Bestrahlung, weil ihnen nichts Geeigneteres einfällt. Verbreitet ist die Anschauung: Erst wenn eine Behandlung bestimmte unerwünschte Nebenwirkungen hat, handelt es sich um eine "richtige" Therapie. Da der angenommene langfristige Nutzen jedoch diese Nebenwirkungen übersteigt, unterziehen sich viele Menschen diesen Therapien. Eine andere Variante ist: Eine bestimmte Behandlung ist sinnvoll, es kommt aber auf die richtige Durchführung an. Also z.B. bei der Bestrahlung: die richtige Dosis, die richtigen Körperstellen.

Sie möchte bald beginnen, Entwässerungstabletten zu nehmen - ihre Entscheidung.

An ihrer Stelle würde ich erst versuchen, für eine gewisse Zeit die "sanfteren" Methoden anzuwenden. Es scheint, dass sie für ein solches Ausprobieren wenig Geduld mitbringt.

Lymphgefäßtransplantationen oder ähnliche operative Maßnahmen sind vermutlich wieder mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Ich kenne mich allerdings mit diesen Verfahren nicht aus, deswegen habe ich sie einfach einmal genannt. Vielleicht gibt es ja tatsächlich operative Verfahren, die weniger tiefgreifend sind und dennoch einen gewissen Nutzen haben.

Schöne Grüße, Zeitgenosse
 

ADo

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06.09.04
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Hallo Zeitgenosse,

Wassereinlagerungen sind bei mir gleich mit Beginn einer Petroleumkur weggegangen. Petroleum darf aber nicht gleichzeitig mit einer Chemo genommen werden. Du findest hier und im Netz viele Infos zu den sonstigen Anwendungsmöglichkeiten von gereinigtem Peroleum.

LG
 
Themenstarter
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06.05.09
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Hallo Ado,

vielen Dank für den Hinweis mit dem Petroleum! Ich habe etwas recherchiert und der Aufsatz von Walter Last (Petroleum und Terpentin als Heilmittel, in: Nexus 40, April - Mai 2012, S. 13-20), auf den hier im Forum auch einige Links verweisen, gibt einen guten Einstieg.

Darin heißt es auf Seite 18:
Deutsche Apotheken verkaufen gereinigtes Petroleum unter dem Namen Oleum Petrae album rect. Nr. G 179 DAB, das einen Siedebereich von 185 bis 225° C hat.
Also einfach in eine Apotheke gehen und nach dem o.a. Artikel fragen?
Kannst du etwas darüber sagen, wie du es angewendet und woher du es bezogen hast?
 
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14.03.07
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Lieber Zeitgenosse,

OP`s, auch in kleinerem Umfange, sind meiner Erfahrung nach, bei älteren, kranken Familienmitgliedern, immer mit körperlichen Abbau verbunden gewesen. Hinzu kommt, dass hier eine sehr schwere Erkrankung vorliegt. Jedoch kenne ich diesen Wunsch, der wahrscheinlich auch aus der Müdigkeit/Erschöpfung des Erkrankten heraus entsteht, lieber die Schulmedizin machen zu lassen.

Eine Idee noch zu den Wasseransammlungen: Wird der GFR Wert von den Ärzten im Auge behalten? Dieser ist ein Nierenwert, welcher aussagt, ob diese noch ausreichend funktionieren. Fangen diese an zu schwächeln, können sich mit der Zeit ebenso Wasseransammlungen bilden. Ebenso bei Leberfunktionsstörungen/Erkrankungen.

Liebe Grüße von Kayen
 
Themenstarter
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06.05.09
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Liebe Kayen,

dank für deine Hinweise!

Ich habe meiner Mutter heute deine Beiträge vorgelesen. Sie bestätigt, was du - auch über das Thema "Operation" - geschrieben hast.

Sie meint, es treffe zu, dass in ihrer Situation Probleme mit den Nieren und der Leber auftreten können.

Den Hinweis mit dem GFR-Wert hat sie sich notiert und will ihren Arzt deswegen fragen.

Beste Grüße
Zeitgenosse
 

ADo

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06.09.04
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Hallo Zeitgenosse,

ich habe über das I-net bestellt aber nicht bei einer Apotheke. DenLink gibts auch hier in einem thread. Es gibt verschiedene Einnahmeprotokolle im Netz und ich wollte erst die 14 Tage Version machen, habe mich aber während der Einnahme für die 6 wöchige entschieden. Bei beiden Versionen gibt es noch eine Nachkur. Soweit bin ich noch nicht, habe aber in der Wartezeit durchaus mal Einzeleinnahmen gemacht, wenn es mir notwendig erschien.

Zur Einnahme gibt es gerade ein aktuelles "Tagebuch" hier im Forum eines anderen Users. Mit meinem Bericht "ziere" ich mich noch ein wenig:rolleyes: , weil ich gerade andere Baustellen habe.

Viel Erfolg!
 
Themenstarter
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06.05.09
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Danke noch einmal für den weiterführenden Hinweis, ADo.

Möglicherweise beziehst du dich auf den Thread "Gereinigtes Petroleum, Art. G 179". Dort habe ich am vergangenen Wochenende einiges nachgelesen. Es gibt dort vereinzelte Erfahrungsberichte z.B. von kikip123, robat1 und sunce. Ein durchgängiges Tagebuch habe ich in diesem oder einem anderen Thread hier im Forum noch nicht gefunden. Diese noch recht wenigen Berichte, die ich gelesen habe, stimmen mich allerdings recht zuversichtlich.

Auf deine Erfahrungen bin ich gespannt.

Grüße, Zeitgenosse
 
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06.08.12
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Bestrahlung vs. Lymphödem

Ich denke mal, hier steckt ihr in einem schweren Dilemma. Wann immer Körperpartien im Rahmen einer onkologischen Behandlung bestrahlt werden, ist die logische Konsequenz ein Lymphödem in der betroffenen Extremität. Im Falle deiner Mutter wurde die Hüfte bestrahlt und dabei gezwungener Maßen in Kauf genommen, dass die Lymphwege zum Bein zerstört/beschädigt wurden.

Die Schwerkraft wird immer dafür sorgen, dass Lymphflüssigkeit nach unten ins Bein fließt, dann aber aufgrund der verklebten Gefäße und nur durch die sogenannte Muskelpumpe nicht wieder zurück nach oben kann.

Wie du schon schriebst, hilft Lymphdrainage nur vorübergehend, belastet aber den Herz-Kreislauf. Was ihr also dringend tun solltet: versucht zu verhindern, dass sich die Lymphe überhaupt erst im Bein ansammeln kann. Aber nicht durch liegen bleiben, sondern durch Staustrümpfe! Ja ich weiß... - das Tragen ist unangenehm, das An- und Ausziehen fast noch schlimmer. Aber: es hilft, die Beine bleiben einigermaßen dünn, weil Einlagerungen weitestgehend verhindert werden. (bitte beim Arzt nach einem ordentlichen Rezept fragen und dann beim orth. Schuhmacher die Strümpfe nach Maß anfertigen lassen. Keine Stangenware aufschwätzen lassen, die müssen passen damit sie wirken! Tun sie das nicht, bewirken sie eher das Gegenteil! Und: falls es doch mal wieder ein Rezept vom Arzt für Lympfdrainage geben sollte, bitte... BITTE: immer auch gleich mit zur Drainage den Lymphverband verschreiben lassen, damit der kurzfristige Erfolg wenigstens bis nach Hause gerettet werden kann!)

Es gibt derzeit leider kein einziges probates Mittel, ein Lymphödem erfolgreich zu heilen. Alle Versuche der Mikrochirurgie haben sich in der Praxis noch nicht wirklich als bahnbrechend erwiesen. Eine OP ist eine Wunde in der Haut. Mit dieser Wunde werden weitaus mehr Lymphgefäße zerstört, als dass neue Lymphwege erzeugt werden.

Versucht weitestgehend, auf wasserspeichernde Gewürze (hier hauptsächlich Salz) zu verzichten. Ich mache überdies auch sehr gute Erfahrungen mit der deutlichen Einschränkung von Tiereiweiß. (Exkurs: entgegen der landläufigen Meinung, dicke Beine seien Wassereinlagerungen die man durch entpsrechende Tabletten ausschwemmen könne, ist richtig, dass ein Lymphödem nun mal Eiweißablagerungen im Gewebe sind!)

Ich weiß, es ist schwer: aber bei allem, was ihr in Zukunft an Behandlungen plant, ruft euch immer wieder das gesegnete Alter der Mutter ins Gedächtnis. Mikrochirurgische Eingriffe wegen eines Lymphödems wird vermutlich bereits der Chirurg von sich aus ablehnen. Eine Hüft-OP ist hinsichtlich des Alters ebenfalls kritisch zu hinterfragen. Zu Bestrahlung und Chemo gibt es insbesondere in solchen Foren wie hier bei symptome.ch zwiespältige Meinungen. Solange die Mutter jedoch in der Lage ist, eigene Entscheidungen fundiert zu fällen, bleiben es ihre Entscheidungen. Ihr helft ihr am meisten, wenn ihr sie zu allen Möglichkeiten beratet und ihr gleichzeitg signalisiert, dass ihr jeden Weg akzeptiert und gemeinsam mit ihr gehen werdet.

Gruß und alles Gute!

Demian
 
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06.05.09
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Hallo Demian,

vielen Dank für den detaillierten, einfühlenden und wohlformulierten Beitrag. Ich habe den Eindruck, dass du aufmerksam die Situationsbeschreibung gelesen hast, und es ist dann erfreulich, wenn jemand sich mit seinen Ausführungen genau darauf bezieht.

Bestrahlung vs. Lymphödem

Ich denke mal, hier steckt ihr in einem schweren Dilemma. Wann immer Körperpartien im Rahmen einer onkologischen Behandlung bestrahlt werden, ist die logische Konsequenz ein Lymphödem in der betroffenen Extremität. Im Falle deiner Mutter wurde die Hüfte bestrahlt und dabei gezwungener Maßen in Kauf genommen, dass die Lymphwege zum Bein zerstört/beschädigt wurden.

Die Schwerkraft wird immer dafür sorgen, dass Lymphflüssigkeit nach unten ins Bein fließt, dann aber aufgrund der verklebten Gefäße und nur durch die sogenannte Muskelpumpe nicht wieder zurück nach oben kann.

Demian
Das Problem ist wirklich, dass auch Wochen nach der Chemotherapie und der Bestrahlung, trotz verschiedener Versuche, dagegen etwas zu unternehmen, die Schwellung einfach nicht weggeht, sondern noch zunimmt.

Ja, meine Mutter teilte mir am Sonntag mit, sie suche nun nach Staustrümpfen. Deine Erläuterungen dazu helfen ihr bestimmt, die richtigen Strümpfe zu finden bzw. mit ihnen angemessen umzugehen.

Hinsichtlich der Einschränkung von Tiereiweiß habe ich ihr auch noch einmal die Empfehlung aus dem Artikel von Susanna Baumer (siehe erster Beitrag in diesem Thread) gegeben, Reis und Fruchttage einzulegen.

Ich glaube, dass deine Überlegungen und Hinweise zu möglichen Operationen helfen, eine diesbezügliche Entscheidung mit Bedacht zu treffen.

Schöne Grüße,
Zeitgenosse
 
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06.05.09
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Die Situation meiner Mutter hat sich zugespitzt. In den folgenden Zeilen möchte ich die Beschreibung über die Lage und ihre Entwicklung aktualisieren. Über Hinweise und Fragen würde ich mich freuen.

Doch zunächst sei erwähnt, dass die Lymphdrainage (bei einem anderen Physiotherapeuten) und die Staustrümpfe die erwünschte Wirkung zeigten. (Im Dezember erwarb ich auch "gereinigtes Petroleum" in Deutschland, dazu der Beitrag Nr. 283 im Thread "Gereinigtes Petroleum, Art. G 179").

Nach den Weihnachtsfeiertagen entwickelte meine Mutter allerdings Symptome eines grippalen Effektes oder einer Grippe. Was es genau war, vermag ich nicht zu sagen. Recht sicher handelt es sich um eine Infektionskrankeit. Auf der Hand liegt auch, dass meine Mutter sich über die Weihnachtsfeiertage überanstrengte und dass dies ihr Immunsystem schwächte.

Sie spuckte Ende Dezember nachts Blut, fühlte sich sehr schwach und hustete. Ihre Temperatur schwankte. Sie hatte zu dieser Zeit zwar Fieber. Dieses dauerte aber nicht lange an. Ihre Ärztin untersuchte sie auf eine Lungenentzündung. Zunächst hieß es, sie habe keine. Die Röntgenaufnahme ("Schatten auf der Lunge") sprach dann aber doch für eine Lungenentzündung. Sie kam schließlich ins Krankenhaus, erhielt dort eine Bluttransfusion, zusätzlich andere Infusionen, Medikamente gegen Husten und Schmerzen, Mittel gegen Verdauungsstörungen und eine Reihe Antibiotika.

Schließlich entließ man sie Mitte Januar nach über zehn Tagen wieder aus dem Krankenhaus mit der Bemerkung, die Lungenentzündung und die Infektion seien "fast ausgeheilt". Ich hatte am Ende ihres Krankenhausaufenthaltes den Eindruck, jedenfalls von ihrer Stimme zu urteilen, es gehe ihr nun tatsächlich etwas besser. Sie meinte auch zu mir: "Ich bereue es nicht, dass ich hier gewesen bin". Die Infusionen hatten bei ihr allerdings zu erheblichen Wasserablagerungen im Bauchraum und in den Beinen geführt.

Zu Hause angekommen versuchte meine Mutter zunächst an einem Tag viel der liegen gebliebenen Arbeit zu erledigen. Dabei war ihr offenbar kaum bewusst, dass es dort deutlich kühler als in dem überhitzten Krankenhaus war. Sie arbeitete zudem noch bei niedrigen Temperaturen im Freien. Einen Tag später sackte sie in sich zusammen und ihr ging es offenbar wesentlich schlechter als vor der Einlieferung ins Krankenhaus. Zur Zeit hat sie kaum noch Kraft aus dem Bett zu gehen. Die verabreichten Antibiotika zeigen offenbar keine Wirkung.

Nun liegt die Frage nahe: Soll sie erneut ins Krankenhaus gehen? Die Bluttransfusionen, die sie dort erhält, könnten sie stärken. Die Ruhe im Krankenhaus - sie war dort von ihren üblichen Aufgaben im Hause entbunden - entlastete sie sicherlich. Zudem betreuten sie die Pfleger und Ärzte aufmerksam. Sie konnte auch einfühlsame Gespräche führen. Ich habe auf der anderen Seite den Eindruck, dass auch der massive Einsatz von Medikamenten dort ihre Symptome verschwinden ließ, die dann jedoch wieder auftraten als sie zu Hause war. So gesehen wäre ein Aufenthalt im Krankenhaus, wenn die Art der Behandlung sich nicht ändert, nur eine Verlagerung ihrer Krankheit nach hinten.
 
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