James

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Bezüglich der Tonerde muß man natürlich anmerken, dass damit lediglich zugängliche und oberflächliche infizierte Stellen behandelt werden können. Meist spielt sich das Geschehen leider bei den ungünstigen Verläufen mehr im Inneren des Körpers, in OP-Wunden, an Transplantaten oder Knochen ab.

Gruß, James
 
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James

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Das RKI hat vor einiger Zeit das Epidemiologische Bulletin für 2010 heraus gegeben. Gleich am Beginn wird über das Auftreten und die Verbreitun von MRSA in Deutschland berichtet. Obwohl es sich lediglich um die gemeldeten Fälle handelt, wird die Entwicklung der Fallzahlen innerhalb eines Jahres doch sehr deutlich. Es lohnt sich durchaus mal einen Blick darauf zu werfen:

https://www.mre-rhein-main.de/downloads/MRSA_aktuell_Deutschland_EpiBull_26_2011.pdf
 
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Quelle : 30.08.2012

Vitamin B3 könnte die neue Waffe im Kampf gegen Krankenhauskeime wie MRSA werden. Laut einer im Journal of Clinical Investigation veröffentlichten Studie haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen, dass Vitamin B3 (Nikotinamid) die Fähigkeit von Immunzellen verbessert, Bakterien wie Staphylococcus aureus abzutöten. B3 erhöht die Anzahl und Wirksamkeit der Neutrophile, jener weißen Blutkörperchen, die schädliche Bakterien zerstören und abbauen können. [...]

Das Team setzte in seinen Tests extrem hohe Dosierungen von Vitamin B3 ein. Diese Mengen sind viel höher als jene, die über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden können. Die Tests wurden an Tieren und menschlichem Blut durchgeführt. [...]

Die Forscher betonten jedoch auch, dass es noch keine Beweise dafür gibt, dass über die Ernährung oder Tabletten eingenommenes Vitamin B3 zur Behandlung oder Prävention von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden kann.

lg,
minon
 
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James

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Heute, am Samstag den 10.11 lief im ZDF ein Krimi, der den Krankenhauskeim MRSA als "Hauptübeltäter" im Drehbuch verarbeitete. Zwar kam mir die Handlung nicht ganz realistisch vor, die Kernaussage stimmt jedoch (leider) mit der Wirklichkeit in Kliniken (D, CH, A) überein. Wer die Sendung mit Kommissarin Lucas verpasst hat, kann sie sich hier ansehen: Krimis - ZDFmediathek - ZDF Mediathek
 
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Heute, am Samstag den 10.11 lief im ZDF ein Krimi, der den
Krankenhauskeim MRSA als "Hauptübeltäter" im Drehbuch verarbeitet


Hallo James,
ich habe den Film gesehen und habe ihn trotz einiger unrealistischer Anteile sehr gut befunden. Vielleicht ist das der Weg, es den Menschen nahe zu bringen, daß die Hygiene im Kh sehr oft vernachlässigt wird.

Nach meiner TVT OP hatte ich auch diesen Keim und bin durch nachdenken darauf gekommen, daß es bei der Putzkolonne große Lücken gab. Da ich mich mit Hygiene auskenne, habe ich damals gleich nach der OP angefangen, meine bloßen Hautstellen jedes Mal gründlich zu reinigen wenn jemand an mir gearbeitet hatte. Mein Bett habe ich selbst gemacht und ich habe mir die Desinfektionsflasche aus dem Schrankdepot gleich neben mein Bett gestellt. Trotzdem habe ich den Keim mit Heim gebracht. Später mußte ich mir eingestehen, daß ich mir die Klagen meiner Bettnachbarin nicht ausreichend zu Herzen genommen hatte. Sie hatte nämlich über dauernde Bauchschmerzen geklagt und ist nach ihrer 14 Tage zurückliegenden Op wieder ins KH zurückgekommen. Leider können auch Zeitungen, die man von der Nachbarin geliehen bekommt, diese Keime übertragen :mad: Ich nehme an, sie hätte eine Isolation gebraucht. Wie auch immer, Ich habe Glück gehabt. Gleich zu Hause habe ich ein Labor machen lassen, wobei der Keim dann festgestellt wurde und sofort behandelt. Nach Wochen erst war ich wieder frei davon.

Man darf aber nicht meinen, daß eine Isoliermaßnahme immer ausreichend ist.
Ich hatte bei einer anderen KH Einweisung angegeben, daß ich davor MRSA hatte, was ich für anständig hielt, da kam ich sofort in ein Isolierzimmer für 3 Tage. Ich habe Buchgeführt über die Hygienefehler, es waren 243
Mißachtungen der Vorschriften. Angefangen mit Normalschuhen, oder Klogs die nicht gewechselt wurden, über Handschuhe, Masken, mehrmals gebrauchte Putzlappen, unzureichende Händedesinfektion, mangelnde Lüftung, Warnhinweistafel weg, Eßgeschirr und Besteck ungeschützt hinausgetragen usw. Der Hammer war, daß mein Zimmer auf der Entbindungsstation lag, weil die Ärztin die mich davor operiert hatte Gynäkologin war. Ich war als Notfall eingeliefert worden und liegend aufs Zimmer gebracht. Also wußte ich das leider nicht bis zu meinem Entlassungstag, sonst hätte ich ALARM geschlagen.

Heute bin ich soweit, daß ich mir vorgenommen habe, auf meine Gesundheit noch mehr zu achten, damit ich nicht mehr ins KH muß.

LG Rota
 

James

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Hallo Rota,

danke für Deinen Kommentar und die Hinweise. Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht und war ja auch bis zur meiner Unterschenkel-Amputation MRSA-infiziert.

Ich finde es auch gut, wenn solche Dinge mal ganz anders "verpackt" den Menschen klar gemacht wird, denn nicht jeder liest solche Themen wie jene die wir hier im Forum besprechen. Je mehr Menschen Aufklärung erhalten um so höher wird auch der Druck zu positiven Veränderungen.
 
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04.01.07
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Gemäß unserer Tageszeitung hat die Uni-Klinik Jena in einer Studie innerhalb eines Jahres 38000 Patienten auf Krankenhauskeime untersucht. Es soll

"die erste klinikweite Langzeitstudie zu Krankenhauskeimen in Deutschland"

sein. Bei 4% der Patienten traten in Wunden Krankenhausinfektionen auf, bei 15% der Infektionen waren multiresistente Erreger im Spiel, die auf Antibiotika nicht ansprachen.

"Damit können wir die bisherigen Expertenschätzungen bestätigen und erstmals wissenschaftlich untersetzen".

Viele Grüße
Baffo
 

Dora

in memoriam
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05.07.09
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Kampf gegen Killerkeime
Wie die Krankenhauslobby Hygienesünder schützt


15.000 Menschen sterben jedes Jahr an Krankenhauskeimen. Doch Krankenhäuser wollen ihre Infektionsfälle nicht öffentlich machen. Patientenvertreter kritisieren, dass die Krankenhauslobby Hygienesünder schützt.





www.swr.de/report/-/id=233454


Deswegen gehe ich nicht ins KH:bang:
 

James

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MRSA-Betroffene(r) gesucht!

Ein öffentlich-rechtlicher Sender der ARD sucht eine(n) MRSA-Betroffene(n).
Man beabsichtigt über die Folgen dieser Infektion zu informieren, was ich hier von dieser Stelle voll begrüße.
Bitte nehmen Sie zu mir Kontakt auf: James
 

James

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Die Akademie der Wissenschaften Leopoldina veröffentlichte wegen der steigenden Gefahr durch antibiotika-resistente Bakterien einen Maßnahmenplan sowie Forderungen zum Umgang und der Entwicklung von Antibiotika.
Näheres unter:
Stellungnahme zur Antibiotika-Forschung
www.mdr.de/nachrichten/katalog_leopoldina100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html
 

kopf

Hallo ,

da die Entwicklung neuer antibiotisch wirkender medikamente für die pharmaindustrie unrentabel ist , nur kurzzeitige gaben (unrentabel ) sind ein grund ,
schien die lage recht bedrohlich .

Nun gibt es Hoffnung ! ein vitamin kann abhilfe schaffen .Vitamin B 3

News aus dem Bereich Presse

LG
 

James

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Hallo kopf,

danke für den Link!

Sehr guter Hinweis, hoffen wir, dass man daraus eine Behandlungsstrategie entwickelt.
 

James

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20.05.08
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Patienten gesucht!

Die ARD sucht Patienten, die wegen einer MRSA-Infektion medizinische Leistungen nicht oder nur eingeschränkt erhalten haben. Uns sind Fälle bekannt, dass zB. Ergo- und Physiotherapie oder auch urologische Untersuchungen verweigert bzw. erschwert wurden.
Ich bitte, falls Sie betroffen sind mir eine PN zukommen zu lassen.
Die Recherche könnte bestehende Mißstände aufdecken und damit weitere verhindern.
 
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15.09.10
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Hallo James,
interessieren die sich auch für alte tote Patienten ?

Bei meinem Vater hatte ich ja das Problem, dass er einen Tumor am Ohr hatte. Dieser Tumor hätte nach Aussage vom HNO-Arzt ohne weiteres ambulant entfernt werden können. Das wollte ich auch unbedingt, weil mir ja klar war, dass die Gefahr riesengroß war, dass er im Krankenhaus weitere Keime dazu bekam. Ich habe jemanden gesucht, der das machen würde – aber wegen der MRSA – Verseuchung wollte das niemand machen. Es wurde mir gesagt, dass man auf MRSA-Fälle nicht eingestellt wäre. Eine Sprechstundenhilfe sagte z. B.: dann müssen wir ja die ganzen Instrumente wegwerfen….

Der Tumor wuchs sehr schnell und blutete stark – bei der Diagnose im Februar 2011 war er ca. 4 x 4 x 1 mm – als ich mich dann dazu durchgerungen hatte, ihn doch in der Medizinischen Hochschule Hannover operieren zu lassen (Vorbesprechung 07.06., zweite Besprechung 21.06., stationär 12.-14.07. OP am 13.07. ) war er schon so fast groß wie eine Walnuss.

Die OP selbst verlief gut. Aber er bekam ein Antibiotikum gegen das sein MRSA (bekannter Weise) resistent war und außerdem bekam er dort Staph. epidermitis (MRSE) ins Blut und in die Lunge einen zweiten MRSA-Stamm (der nun zusätzlich auch Tetracyclin - resistent war), Rahnella aquatillis und Enterobacter amnigenus. Sämtliche Keime waren multiresistente Krankenhauskeime, die er vorher noch nicht hatte.

Am 24.07. musste ich ihn in das Agnes Karll Krankenhaus bringen, weil er keine Luft mehr bekam. Dort wurde am 26.07.ein Abstrich vom Sputum und eine Blutprobe mikrobiologisch untersucht und die Keime (MRSA-Stamm 1 und 2, MRSE, Rahnella aquatillis und Enterobacter amnigenus) erfolgreich behandelt.

Dann wurde er im AKK mit fast komplett resistenten Pseudomonas aeruginosa infiziert. Eine weitere Sputumprobe wurde aber (trotz meiner Bitten) nicht untersucht und deshalb die P.a. nicht behandelt. Der Oberarzt sagte zu mir: „Uns gehen langsam die Antibiotika aus“.

Am 11.08. wurde mein Vater nach Hause entlassen – in der Nacht vom 12. auf den 13.8.11 ist er gestorben.

Ich bestand auf eine Obduktion, weil ich der Ansicht war, dass mein Vater an den Pseudomonas a. gestorben ist (Sepsis?) und er außerdem viel zu hohe Dosen Digoxin bekam und der Medikamentenspiegel nicht oft genug überprüft wurde.

Die Rechtmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (das Agnes Karll Krankenhaus ist ein Lehrkrankenhaus und ein AN-Institut der MHH) hat zuerst mündlich als Todesursache ein Multiorganversagen und eine chronische Herzschwäche festgestellt – zwei Tage später (im Obduktionbericht) war die Todesursache dann eine final ausgebildete Bronchitis und eine dekompensierte Herzschwäche.

In einem weiteren Gutachten stellte die MHH fest, dass die Infektion mit P. a. auch kurz vor oder NACH der Entlassung meines Vaters aus dem AKK erfolgt sein könnte und deshalb kein Behandlungsfehler vorlag. Ich glaube nicht, dass ein Patient innerhalb von zwei oder drei Tagen nach einer Infektion mit P. a. daran versterben kann!

Außerdem gab es auch in der Reha meines im Hagenhof Langenhagen Vaters Probleme wegen der dort erfolgten Infektion mit MRSA und anderen multiresistenten Krankenhauskeimen. Die Logopädin kam nicht mehr zu meinem Vater, weil „das Verkleiden zu umständlich“ war und auch die Physio- und Ergotherapie wurde m. E. nicht mehr regelmäßig durchgeführt. Es wurden zwar per Handzeichen auf dem Bogen für die Abrechnung eines höheren Entgeltes (OPS 8-550) sehr viele Behandlungen abgezeichnet – das erfolgte aber auch an Tagen, an denen nachweislich keine Behandlungen stattgefunden haben.

Auch die Betreuung im Allgemeinen war dort durch die Isolierung sehr eingeschränkt. Zum Glück ließ man dort zeitweise (wegen der Hitze) die Türen der Isolationszimmer durchgehen sperrangelweit offen – wenigstens in dieser Zeit hat man bemerkt, wenn mein Vater Hilfe brauchte.

Und auch der Friseur wollte meinem Vater nicht die Haare schneiden.

LG Silke
 
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22.07.08
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Hallo James,

ich weiß jetzt nicht so recht wohin ich mein posting stellen soll.
Mich beschäftigt gerade das kranke Enkelkind, das sein Vater heute Morgen zum Arzt gebracht hat.

Am Freitag kam die Kleine ganz stolz mit Ohrsteckerchen um sie mir zu zeigen.

Ich bin schon immer dagegen, daß man Kindern unter 5 Jahren absichtlich weh tut indem man die Ohrläppchen durchlöchert. Habe mir aber nichts anmerken lassen, es war ja schon passiert, was soll ich da noch sagen.
Was ich dem Kind aber sehr ernst gesagt habe, daß es nicht mit der Hand herumdrehen soll, denn wenn es weh tut, muß die Mama Alkohol drauf tun, damit es sich nicht entzündet. Ich sah schon an dem Blick des Kindes, daß es so weit noch nicht mitdenken kann und hätte auch die Mutter informiert, wenn nicht das Wochenende dazwischen gewesen wäre und die Familie ausgeflogen.

Heute also ein krankes Kind mit hohem Fieber. Es ist ungeheuer schwer, den Eltern zu sagen, daß es vielleicht an den Verletzungen an den Ohren liegen könnte und ob der Arzt das erkennt, da hab ich meine berechtigten Zweifel, die aus langen Erfahrungen mit schnellen Diagnosen stammen.

Ich weiß also gar nichts über den Hergang der Stecherei und unter welchen hygienischen Umständen das stattgefunden hat, aber hier thematisierte MRSA-Keime liegen überall herum und warten auf Wunden, in denen sie sich ansiedeln können. Mir wird Angst und Bange, wenn ich darüber nachdenke.

Soll ich jetzt darauf hinweisen, daß ein Test gemacht wird, damit der befürchtete Keim erkannt wird, sollte er da sein? Der Arzt zu dem das Kind gebracht wurde ist ein Kinderarzt, der vielleicht nicht mit einem so gefährlichen Keim rechnet.

Was meinst Du James, was soll ich tun?

Gruß
Rota
 
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