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Ok, du hast recht. Daß die antarktischen CO2-Werte hinter den Temperaturwerten nachhinken, ist offenbar Standardwissen:
Man darf sich dann natürlich fragen: wenn man der Klimageschichtsforschung diese Zahlen glaubt, warum glaubt man ihr dann nicht auch die Interpretation dieser Daten? Und die beruht auf folgenden grundsätzlichen Erkenntnissen:
- die Temperaturen in der Antarktis sind nicht stellvertretend für die globalen Temperaturen
- es gibt zahlreiche Rückkopplungsmechanismen (Faktoren in einem System können sich gegenseitig aufschaukeln)
- CO2-Anstieg ist sowohl Folge eines Temperaturanstiegs als auch Ursache eine Temperaturanstiegs
- das Ende einer Eiszeit hat seine eigenen Gesetze (immerhin ist die halbe Erde eisbedeckt), die nicht identisch sind mit dem Zustand jetzt in einer Zwischeneiszeit
Zu den Rückkopplungen:
Anhand des letzten Eiszeitendes hat man aber auch die chronologischen Verhältnisse genauer aufgeklärt. Ich sehe immer noch nicht, warum das irrelevant sein soll. Immerhin sind alle diese Eiszeiten und Eiszeit-Beendigungen unter sehr ähnlichen Bedingungen passiert.
Heute hat man natürlich andere Ausgangsbedingungen:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5840396/ (2018)Die Werte eines Temperaturproxys, der Wasserstoffisotopenzusammensetzung (δD), im antarktischen EDC-Eiskern haben sich in den letzten 800.000 Jahren (1000 Jahre = kyr; r2 = 0,82) parallel zu den CO2-Konzentrationen verändert. Allerdings scheint δD den CO2-Schwankungen vorauszugehen. Beispielsweise wurde während dem letzten Eiszeitende (TI) der Beginn der Erwärmung der Antarktis auf dem ostantarktischen Plateau als synchron mit dem CO2-Anstieg oder als dem CO2-Anstieg um 800 ± 600 Jahre vorauslaufend geschätzt. An einem Standort in der Westantarktis beträgt der Vorsprung ca. 2000 Jahre. Der Vostok-Eiskern zeigt, dass die δD-Temperaturen in der Antarktis in den letzten 420 kyr den CO2-Schwankungen um 1,3 ± 1,0 kyr voraus sind. Während der milden Zwischeneiszeiten (vor 430–650 kyr) liegt die δD-Temperatur der Antarktis um 1900 Jahre vor dem CO2-Anstieg, und die Korrelation zwischen CO2 und δD ist schwächer (r2 = 0,57), wie aus dem EDC-Kern ermittelt wurde.
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Man darf sich dann natürlich fragen: wenn man der Klimageschichtsforschung diese Zahlen glaubt, warum glaubt man ihr dann nicht auch die Interpretation dieser Daten? Und die beruht auf folgenden grundsätzlichen Erkenntnissen:
- die Temperaturen in der Antarktis sind nicht stellvertretend für die globalen Temperaturen
- es gibt zahlreiche Rückkopplungsmechanismen (Faktoren in einem System können sich gegenseitig aufschaukeln)
- CO2-Anstieg ist sowohl Folge eines Temperaturanstiegs als auch Ursache eine Temperaturanstiegs
- das Ende einer Eiszeit hat seine eigenen Gesetze (immerhin ist die halbe Erde eisbedeckt), die nicht identisch sind mit dem Zustand jetzt in einer Zwischeneiszeit
Zu den Rückkopplungen:
Es wird davon ausgegangen, dass die Eiszeitzyklen durch Schwankungen in der Erdumlaufbahn bestimmt werden, wobei sich die Sonneneinstrahlung aufgrund der Exzentrizität der Umlaufbahn (mit einer Periode von etwa 100.000 Jahren), der Neigung der Erdachse (mit einer Periode von etwa 41.000 Jahren) und der Präzession der Äquinoktien (mit einer Periode von etwa 19.000 bis 23.000 Jahren) verändert. Was die Strahlungsantriebe in der oberen Atmosphäre betrifft, so sind die Veränderungen der Sonneneinstrahlung allein zu schwach, um globale Temperaturänderungen zu bewirken. Um die beobachteten Klimaschwankungen zu erklären, sind Rückkopplungen wie Veränderungen der Treibhausgase und die hohe Albedo der ausgedehnten (nördlichen Hemisphäre) Vergletscherung erforderlich.
Quelle: https://web.archive.org/web/20260128011614/https://www.nature.com/articles/s41586-018-0172-5Diese Veränderungen der Treibhausgase [CO2, CH4, N2O] wirken sich positiv auf die orbital bedingten Glazialzyklen aus und sind für etwa 40 % der Veränderungen im Strahlungsgleichgewicht der Erde zwischen Glazial- und Interglazialzeiten verantwortlich.
Anhand des letzten Eiszeitendes hat man aber auch die chronologischen Verhältnisse genauer aufgeklärt. Ich sehe immer noch nicht, warum das irrelevant sein soll. Immerhin sind alle diese Eiszeiten und Eiszeit-Beendigungen unter sehr ähnlichen Bedingungen passiert.
Heute hat man natürlich andere Ausgangsbedingungen:
Immerhin, tröstlich:Es ist jedoch unklar, was uns dies über die Zukunft sagt. Einerseits traten viele der großen Jahrtausendschwankungen in den Eisbohrkernaufzeichnungen unter anderen (d. h. glazialen) Randbedingungen auf, darunter ein niedrigerer Meeresspiegel, größere Eisschilde und deutlich niedrigere CO2-Werte. Das Fehlen dieser Bedingungen heute lässt vermuten, dass in naher Zukunft völlig analoge Ereignisse unwahrscheinlich sind. Andererseits besteht ein erheblicher Bedarf, die Kräfte schneller Rückkopplungen im Klimasystem zu verstehen, darunter die Möglichkeit eines raschen Massenverlusts an den Rändern der Eisschilde, die Möglichkeit, dass das Schmelzwasser aus Grönland und die Erwärmung der Oberfläche die Atlantische Umwälzströmung (AMOC) beeinflussen könnten, sowie das Potenzial für schnelle Veränderungen im globalen Kohlenstoffkreislauf.
Die Eiskerndaten deuten auf eine stärkere und stabilere AMOC während wärmerer Klimazustände hin (Abb. 3); wenn diese Paläo-Beobachtung aus der letzten Eiszeit auch auf zukünftige Klimata zutreffen würde (was noch nicht gründlich untersucht wurde), würde dies bedeuten, dass die kurzfristige, vorübergehende Abschwächung der AMOC, die durch die Versüßung der Oberfläche des Nordatlantiks verursacht wird, langfristig durch eine Zunahme der Gleichgewichtsstärke der AMOC in einer wärmeren Welt ausgeglichen werden könnte.
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